Wie kann ich bei Amnesty International mitwirken?

Am 12.6.2020 hielt Amnesty International ein Online Workshop über Microsoft Teams, damit sie den Jugendlichen zeigen/erklären was Amnesty ist und wie man sich als Teen bei den ganzen Protesten/Aktionen für Menschenrechte beteiligen kann!

Zuerst stellten sich die Workshopleiter vor: Sarah & Gregor und erzählten uns was deren Aufgabe in Amnesty ist. Dann waren unsere Vorstellungen an der Reihe und wir mussten von den 20 Bilder die wir als Auswahl hatten erklären wieso man genau dieses Bild wählte. Mit der Powerpoint Präsentation wurden Fragen wie „Wer ist Amnesty International?“, „Was sind Menschenrechte?“, „Was ist politischer Aktivismus?“ etc. beantwortet. Im Nachhinein wurde konkreter über Aktionen gesprochen, die Definition, Formen und Ziele einer Aktion. Mit Aktionen/Demonstrationen hat man die Chance seine eigene Meinung in einer gewaltfreien Form (meistens) auszudrücken. Das Ziel solch eines Protests ist meistens die öffentliche Meinung oder die Politik zu beeinflussen.

Als wir uns wunderten wie man als junge Person mithelfen kann wurde uns dann die “Youth Netzwerke“ vorgestellt. Dieses Netzwerk ist geeignet für junge Menschen wie wir bis zum Alter von 25 Jahre und in dieser Gruppe kann man an Projekten teilnehmen mit anderen in deinem Alter! Also ist man bei Demos nie alleine! Für die, die sich mehr über dieses Netzwerk informieren wollen bzw. für die, die sich anmelden wollen!!

Der Nachbericht wurde von START-Stipendiatin Elaa verfasst, sie findet: “Dank dieses Workshops habe ich die Youth Networks von Amnesty kennen gelernt und kann somit an Projekten mit anderen teilnehmen!! Meine Fragen zu Amnesty International wurden alle beantwortet und ich konnte somit auch mein Wissen erweitern was Menschenrechte angeht!”

Persönliche Einblicke zu “Bilder im Kopf, Menschenrechte im Alltag”

Bei der Ausstellungseröffnung “Bilder im Kopf, Menschenrechte im Alltag” in der Bildunsdirektion für Wien durfte neben den Schülerinnen der HLW19 und der Bildungsinitiative AMOS, auch ausgewählte START-Wien Stipendiat*innen ihre Fotoprojekte vorstellen. Mariam teilt mit uns ihre persönlichen Einblicke und erzählt von ihren eigenen Erfahrungen.

Liebe Gäste! Mein Name ist Mariam. Ich bin 16 Jahre alt. Ich freue mich, dass ich in Österreich als Jugendliche das Recht habe, wählen zu gehen und meine Zukunft mitgestalten kann. Die Demokratie stärkt mich und gibt mir Kraft. Aber es gibt auch einiges, das mir Kraft raubt, wie zum Beispiel all die Fremdzuschreibungen, gegen die ich kämpfen muss. Ich bin Teil einer Gesellschaft, das mich aufgrund meines Kopftuches – das ich selbst entschieden habe zu tragen – als eine „Fremde“ betrachtet.

Ich werde oft nicht als Individuum und als Mariam wahrgenommen, sondern nur mehr als Teil einer bestimmten Gruppe oder Kategorie von Menschen. Meine Persönlichkeit und mein Charakter werden in den Hintergrund gerückt. Ich werde nur mehr als Mitglied einer Gruppe wahrgenommen, über die es fast nur falsche Bilder und Unwissen gibt und entsprechend behandelt. Stellt euch vor, ihr würdet mit nur mit einem einzigen Teil eurer Identität wahrgenommen werden und das dann auch noch falsch? Wie wäre es, wenn man ständig und nur als Christin, Frau, Vater, Schüler, Sportliebhaber behandelt werden würde? Wie wenn man nichts anderes sei? Wie wäre es, wenn man aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe automatisch abwertend behandelt werden würde.

Was soll ich mir als 16 jähriges Mädchen in Österreich denken, dass ein Verbot meines Kopftuches offensichtlich die wichtigste, frauenpolitische Diskussion des Nationalrats ist und auf meinem Rücken Wahlkampf betrieben wird? Mein Kopftuch schafft es in die höchste Priorität unseres Landes und Armut, Bildung und der Klimawandel nicht? Das gesamte Land möchte vielmehr darüber diskutieren, welchen Berufen ich als sichtbar muslimische Frau nachgehen darf und welche nicht? Welche Strafen mich oder meine Eltern bei einem Verstoß gegen das Kopftuchverbot erwarten? Entschuldigen Sie meine Direktheit, aber: Ist Ihnen das nicht zu dumm? Wie wird Ihr Leben besser, wenn ich nicht als Lehrerin arbeite? Sollten wir nicht über Verbesserungen für uns alle diskutieren und entscheiden?

Ich will mich keinesfalls als Opfer darstellen, wie uns das immer wieder vorgeworfen wird, wenn wir auf Rassismus hinweisen. Ich möchte nur die Realität aufzeigen. Auf dem zweiten Bild können Sie links sehen, wie die Menschen mich bezeichnen und rechts, welche Wörter mich tatsächlich beschreiben. Respekt vor der Menschenwürde eines jeden Menschen, Akzeptanz unterschiedliche Lebensweisen und eine offene Gesellschaft sind wichtige Errungenschaften der Demokratie. Ich wünsche mir ein Österreich, in dem Demokratie und Menschenrechte nicht nur leere Worte sind, sondern gelebt werden und alle Menschen die gleichen Rechte und Chancen haben – unabhängig davon wie sie aussehen oder leben.

Ich bleibe mir treu und verbiege mich für niemanden und möchte abschließen mit den Worten der afroamerikanischen Bürgerrechtsaktivistin Angela Davis abschließen: „I’m no longer accepting the things I cannot change. I’m changing the things I cannot accept.”

Was gefällt mir?

Demokratie
In einem demokratischen Land leben zu dürfen ist ein Vorteil. In Österreich hat man das Recht, den Bundespräsidenten zu wählen, bei einer Volksabstimmung, einem Volksbegehren und einer Volksbefragung teilzunehmen. Das Wahlrecht ist aber an Altersgrenzen und an die österreichische Staatsbürgerschaft gebunden.

Was gefällt mir nicht?

Rassismus
Ich als eine Kopftuch tragende Schülerin würde gerne über meine Erfahrung mit dem Rassismus äußern. Da ich auf der Straße, in der U-Bahn und in der Schule bereits diese Erfahrung gemacht habe, kann ich nun mal sagen, dass es einen nichts bringt, wenn man jemanden aufgrund seiner Hautfarbe, seiner Religion, seines Bekenntnisses oder seiner Zugehörigkeit diskriminiert. Warum tut man das? Wir leben schließlich in einem demokratischen Land, wo niemanden das Recht hat so etwas Abwertendes zu tun. So etwas verletzt auch die Menschenrechte und Grundrechte eines Menschen. Ich persönlich wurde in der Schule von den Lehrern mit unnötigen Kommentaren untergezogen, wie zB „Ich glaube dein Kopftuch belastet dein Gehör “, „Bist du dir sicher, dass du in der richtigen Schule bist – geh dir etwas Sinnvolleres suchen.“ (Der Lehrer machte mich im Unterricht fertig, weil ich zu ihm sagte, dass ich ihn nicht verstanden habe und ihn fragte, ob er es mir erklären könnte.) oder ,,Ist dir nicht warm mit dem Kopftuch?“ Diese Kommentare haben mich dazu gebracht weiter zu kämpfen, obwohl ich die Motivation bzw. die Hoffnung das Jahr zu schaffen fast verloren hatte. Aber ich muss sagen, wenn man ein friedliches Zusammenleben haben möchte, dann sollte man den Hass und den Rassismus ausschließen und nicht uns Muslime.

Was wünsche ich mir für die Zukunft?

Für ein gutes Zusammenleben
Ein gutes Zusammenleben erfordert Respekt, Zusammenarbeit und Akzeptanz. Ohne diese drei Elemente wird unsere Gesellschaft in Gruppen geteilt, was uns nur dazu bringt lieber in unserer „eigenen“ Gruppen bleiben zu wollen. Deshalb fällt es uns immer schwer miteinander zusammenzuarbeiten, was auch zeigt, dass wir weniger über „andere“ Gruppe wissen, wie z.B. über die Muslime in Österreich. Über Muslime wird meistens negativ medial berichtet. Medien stellen Muslime nämlich meistens als Terroristen dar und daran glauben auch viele Menschen, weil sie selber relativ wenig Kontakt zu Muslimen haben. Was ich damit sagen will ist, dass, wenn wir in verschiedene kleine Gruppen geteilt werden, werden wir uns nie wirklich gegenseitig kennen lernen, sondern eher verurteilen oder diskriminieren. Nur, wenn wir es schaffen, einen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu etablieren, werden wir uns gegenseitig akzeptieren, respektieren und ein gemeinsames Ziel haben, nämlich friedlich in Österreich zusammenzuleben.

Hier finden Sie ein paar ausgewählte Bilder der Eröffnung: https://www.amnesty.at/bilder-im-kopf-menschenrechte-im-alltag-ausstellungseroeffnung

PRESSEINFORMATION: Ausstellungseröffnung „Bilder im Kopf, Menschenrechte im Alltag“

Wien, 21.10.2019 – Im Festsaal der Bildungsdirektion für Wien werden ab dem 21. Oktober 2019 auch Bilder von 13 START-Stipendiat*innen zu sehen sein. Bei der Eröffnung der neuen Fotoausstellung von Amnesty International „Bilder im Kopf, Menschenrechte im Alltag“ geben die ausgewählten Jugendlichen persönliche Einblicke und Erfahrungen sowie Statements über ein gutes Zusammenleben.

Eröffnet wird die Ausstellung von Bildungsdirektor Mag. Heinrich Himmer, der Leiterin des Menschenrechtsbüros Shams Asadi sowie der Geschäftsführerin Amnesty International Annemarie Schlack. Die Fotoausstellung wurde als Auftaktveranstaltung zum Jubiläum 30 Jahre Kinderrechte konzipiert. Insgesamt werden bei der Ausstellung über 90 Fotos zu sehen sein – darunter auch Bilder von START-Stipendiat*innen.

Stipendiat*innen begeben sich auf Fotoreise. Das Projekt “Bilder im Kopf, Menschenrechte im Alltag” entstand im Rahmen eines Leadership-Lehrgangs von Amnesty International Österreich. Dabei begaben sich Stipendiat*innen und Absolvent*innen vom Verein START-Stipendien auf eine außergewöhnliche Fotoreise. Unter dem Leitgedanken “Was wünsche ich mir für ein gutes Zusammenleben?” präsentieren nun drei START Jugendliche mit Bildern und Worten Antworten auf die Fragen: Was gefällt mir? Was gefällt mir nicht? Was wünsche ich mir für die Zukunft?

Der 21-jährigen Samira gefällt die Landschaft in Österreich sehr: „Sie gibt mir Ruhe und Kraft!“. Balqiz gefällt nicht, wie das Thema Digitalisierung sich entwickelt: „Wir müssen lernen, besser mit den Möglichkeiten, die uns angeboten werden, umzugehen.“ Und Rosetta, 19 Jahre, wünscht sich für die Zukunft Toleranz und Vielfalt.: „Wie die ausgemalten Streichhölzer, deren Funktion letztendlich gleich ist, so sind auch Menschen aus unterschiedlichen Ländern. Erst, wenn wir die Vielfalt tolerieren, wird uns ein gutes Zusammenleben gelingen.“

Facts zur Fotoausstellung: Bilder im Kopf, Menschenrechte im Alltag

Verantwortlich: Amnesty International Österreich
Mitwirkende: u.a. Jugendliche START-Stipendien Österreich
Ausstellungsort: Bildungsdirektion für Wien, Wipplingerstraße 28, 1010 Wien
Ausstellungsdauer: 21. Oktober 2019 bis 21. November 2019 während der Öffnungszeiten

Weitere Informationen finden Sie auf https://www.amnesty.at/academy/newsevents/ausstellungseroeffnung-bilder-im-kopf-menschenrechte-im-alltag/


Über START-Stipendien. Das START-Stipendienprogramm fördert engagierte Schüler*innen mit Migrationsgeschichte auf ihrem Weg zur Matura. START steht als Förderprogramm für eine chancengerechte, offene und sozial durchlässige Gesellschaft, in der Interkulturalität als Bereicherung gesehen wird. 2006 in Wien von der Crespo Foundation initiiert, gibt es das Stipendienprogramm mittlerweile auch in Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg. Seit 2013 ist START-Stipendien Österreich ein gemeinnütziger, mildtätiger Verein, Förderungen und Spenden an das START-Programm sind daher steuerlich absetzbar. 
Nähere Infos unter www.start-stipendium.at

Verein START-Stipendien Österreich
Aleksandra Milosevic, Projektkoordination START-Wien
M: +43 664 214 4637
E: milosevic@start-stipendium.at
www.start-stipendium.at
 
communication matters
Mag.a Eveline Bottesch
T: +43 1 503 23 03 – 32
E: bottesch@comma.at
www.communicationmatters.at

Menschenrechte & Diversität und Vielfalt

Die größte Menschenrechtsorganisation öffnet ihre Türen. Amnesty International Österreich bietet Schüler*innen und Jugendlichen einen Einblick in die Arbeit von Amnesty International.

Unseren START-Wien Jugendlichen hat der Workshop “Menschenrechte & Diversität und Vielfalt” Anfang Juni besonders gut gefallen. Dieser gestaltete sich sehr interaktiv, abwechslungsreich und bot viel Raum für Diskussion. Sie konnten im ersten Teil ihr Wissen über die Geschichte und Entstehung der Menschenrechte vertiefen und hinter die Kulissen der Menschenrechtsarbeit blicken. Im zweiten Teil beschäftigte sich die Gruppe mit den (eigenen) Vorurteilen und der Diversität und Vielfalt innerhalb der START-Gruppe. Die Rückmeldungen zum Workshop sprechen für sich:

Der Amnesty Workshop hat mir aus verschiedensten Gründen gefallen. Vieles das wir bezüglich Diversität besprachen und die interaktiven Spielen zum Thema kannte ich schon, aber dennoch war es interessant zu beobachten und mit zu machen. Besonders aber habe ich Näheres über Menschenrechte erfahren. Ich kannte einige Menschenrechte wie Meinungsfreiheit und konnte: „Die Würde des Menschen is unantastbar. Sie muss beachtet …“ aufsagen, aber auch nicht mehr. Nach diesem Workshop bin ich mit meinen Rechten besser vertraut und bereit sie nennen zu können. Das Einzige, dass ich mir elaborierender vorgestellt/gewünscht hatte, war wie man bei Amnesty aktiv mitwirken kann. Nichtsdestotrotz war es ein toller Workshop, auch wegen der lustigen Stimmung und nötigen Ernsthaftigkeit, die die Gruppe auszeichnete. -Saida

Bei diesem Workshop wurde mein Wissen über die Organisation erweitert, wie etwa sie entstanden ist, in welchen Bereichen sie sich beschäftigt und was alles sie bisher geleistet hat. Nicht nur das, ich habe auch mehr über Vielfalt und Diversität erfahren. Überrascht war ich ziemlich zu erfahren, was Leute für ganz unterschiedliche Meinungen bzw. Perspektiven über ein Thema haben können, was einem nicht so leicht einfällt. Interessant aber auch schwierig finde ich es sich an unterschiedlichen Meinungen anzupassen und zu akzeptieren. -Sabiha

Der Workshop “Amnesty International” war für mich sehr vorteilhaft. Was ist Amnesty und für was ist Amnesty zuständig? Jetzt kenne ich die Antwort. Ich wusste schon vorher etwas über Menschenrechte aber der Workshop hat mir die Menschenrechte sehr nähe gebracht. Dafür bedanke ich mich bei START-Stipendium und die Leiterinnen des Workshops. -Sakaria

Der Workshop war auf jeden Fall das was ich mir erwartet habe. Wir haben Informationen zu Amnesty International erhalten. Konnten Diskussionen führen auch wenn sie nicht ausgiebig waren. Dennoch war es sehr lehrreich die Perspektiven der anderen Stipis kennen zulernen und damit auch meinen Geist gegenüber anderen Meinungen zu öffnen. Die Stimmung war wie immer angenehm und lustig. Es herrschte eine gute Balance zwischen Humor und Spaß und Ernsthaftigkeit! -Salma

Das Amnesty International Workshop habe ich sehr cool und informativ gefunden, wobei habe ich noch viel über die Menschen Rechte gelernt. Weiterhin haben wir an dem Tag einen kurzen überblick über die Gründung der Organisation bekommen. Später haben wir ein Spiel gespielt, wo wir die unterschiedlichen Bilder wählen und interpretieren müssten. Trotz wir so verschieden sind, haben wir gleiche Meinung gehabt, was ich zumindest sehr erstaunlich finde. -Himanshi

Salzburger Stipis diskutierten mit den “HEROES”

Haben wirklich alle Menschen in Österreich die gleichen Rechte? Wer bestimmt wer du bist? Das Projekt HEROES von akzente Salzburg richtet sich an junge Männer mit Migrationsgeschichte zwischen 16 und 23 Jahren, die sich aktiv für das gleichberechtigte Zusammenleben von Männern und Frauen einsetzen und etwas verändern wollen. Ziele sind die Freiheit des Individuums und ein selbstbestimmtes Leben. Einen Workshop der HEROES, gestaltet von den Projektleitern Jad und Mario und HEROES-Teilnehmer Osman besuchten am Freitag 15.2. die Salzburger START Stipendiatinnen und Stipendiaten. In einem theaterpädagogischen Peer to Peer Workshop wurde über Themen wie, Gleichberechtigung, Gewalt, Abbau von Stereotypen, Frauenrechten, Kinderrechten, Menschenrechten, etc. diskutiert

Hier der Bericht von START Stipendiatin Saira Shaukat:

Am Freitag den 15.02.2019 trafen sich sechs Stipendiaten und Stipendiatinnen zum Thema „Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“. Von den Workshop Veranstaltern waren vier Leute da. Gemeinsam sprachen wir über unsere Kulturen und deren strengen Regelungen. Uns allen wird auch sehr schnell klar, dass unsere Probleme sich sehr ähneln. Wir versuchen zu verstehen was Falsch oder Richtig ist, aber daraufhin bekommt keiner eine Antwort, weil was vielleicht für mich richtig ist, ist für den anderen falsch. Die Diskussion ist sehr vielfältig ausgeprägt und zeigte andere Perspektiven. In der Gruppe redeten wir auch über das Verhältnis mit den Eltern und wie man mit ihnen argumentieren kann. Dass Argumente sehr wichtig sein können und, dass deren Auswirkung sehr stark unser Leben beeinflussen kann. Außerdem verstanden alle, dass die Drohungen unserer Eltern meistens aus Liebe und Angst entstehen. Sie wollen uns beschützen und können meistens ihre Drohung eh nicht vollziehen. Dass die Frau in der Welt meistens als „die Ehre“ angesehen wird, wussten alle Teilnehmer des Workshops. Das hat meist seine Nachteile, weil die Frau daraufhin unterdrückt wird, aber das heißt nicht, dass wir Frauen uns ändern müssen sondern, dass wir unsere Gesellschaft verändern sollen. Die wichtigste Nachricht des Workshops war es, dass wir die Fehler unserer Eltern nicht bei unseren Kindern wiederholen sollten.

Grund- und Menschenrechte: Ein Workshop mit der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer

Menschenrechte erscheinen uns oft als etwas Selbstverständliches. Wir verlassen uns auf unsere Grundrechte, dass wir sie haben, dass wir sie einklagen können, dass sie weiterhin bestehen.
Aber ist dem wirklich so? Und wo können wir sie überhaupt einklagen, sollten sie doch einmal verletzt werden?
All diesen Fragen und noch einigen mehr gingen die Wiener Stipendiat*innen am 12.1. gemeinsam mit Anwält*innen der Kanzlei freshfields Bruckhaus Deringer nach. Wir begannen rechtsgeschichtlich in der Stadt Babylon, lernten über die Magna Charta, die Schriften der Aufklärung, erfuhren mehr über die Bill of Rights, die Entstehung der UN-Menschenrechtscharta bis hin zur Charta der Grundrechte der EU. Eine Tour de Force durch die Geschichte, die uns zeigte, dass Grundrechte zwar alt sind, aber immer wieder neu ausverhandelt, ja erkämpft wurden und immer noch weiterverhandelt werden. Nach einer kurzen Pause dann der Schritt in die Gegenwart hin zur Frage, wie die rechtliche Situation heute in Österreich ist und wo Grundrechte in den verschiedenen Rechtskatalogen eigentlich zu finden sind. Dies bot auch Informationen über das Zusammenspiel (oder eben nicht) der verschiedenen Ebenen der Gesetzgebung – global, EU, national – und die Institutionen der Rechtsprechung in Österreich. Interaktiv wurde der Workshop durch zahlreiche Diskussionen, Beispiele und ein Quiz, bei dem sich die Jugendlichen nicht nur geschichtlich und theoretisch, sondern ganz praktisch mit dem Thema auseinandersetzen konnten. Ein Konzept, das bei den Stipendiat*innen großen Anklang fand:

Der Workshop über Menschenrechte war sehr toll, interessant und informativ. Die Arbeiter und Arbeiterinnen bei Freshfields Bruckhaus Deringer haben sich sehr bemüht, uns willkommen zu heißen. Sie haben uns einen sehr guten Überblick über Menschenrechte und wie sie eigentlich zustande gekommen sind gegeben. Das interessanteste war, dass sie mit uns echte Fälle bearbeitet haben. Aufgrund des Workshops habe ich jetzt mehr Ahnung über Menschenrechte und wenn jemand mich fragt, was es bedeutet, kann ich eine bessere und konkretere Antwort ihm bzw. ihr geben. Ich freue mich schon auf weitere Workshops und Teamarbeit. (Mahdi)

Ich fand den Workshop sehr gut. Sie haben erklärt was sie tun, wieso sie es tun und uns Beispiele aus dem Alltag gegeben, damit wir verstehen was genau passiert und wie das zu klären ist. Sie haben die Beispiele auch an uns (unser Alter) angepasst, damit wir uns sie besser vorstellen können. Der Workshop war sehr informativ. Es war auch sehr gut, dass wir zwischen durch uns das Gebäude angeschaut haben, da nach 3 Stunden interaktivem Mitdenken und arbeiten auch schon der Kopf abschaltet. Unsere Fragen wurden ausführlich erklärt und auch von mehreren beantwortet, somit hatten wir mehrere Meinungen und Sichtweisen, an die wir uns anschließen konnten. (Sinem)