Ulli Crespo START Kunstpreis



Menschen stark machen!
So lautete das Leitmotiv der Stifterin Ulrike Crespo. Ein besonderes Anliegen war es ihr, jungen Menschen mit Migrationsgeschichte die kulturelle und berufliche Weiterbildung zu ermöglichen. Als Initiatorin des START-Stipendienprogramms in Wien und somit Grundsteinlegerin von START in Österreich, lag ihr die Förderung der künstlerischen Bildung der Stipendiat*innen sehr am Herzen.

In Erinnerung an ihr Wirken und ihre Persönlichkeit wird jährlich ein Kunstpreis in ihrem Namen vergeben.

Ziel   
Förderung einer künstlerischen Neigung bzw. eines künstlerischen Talents inner- halb der START-Jugendlichen. Der UCSKP soll eine künstlerische Weiterentwick- lung der Jugendlichen fördern und eine Vertiefung ihrer künstlerischen Neigun- gen ermöglichen.

Zielgruppe
Künstlerisch engagierte Jugendliche innerhalb des START-Stipendienprogramms für engagierte Schüler*innen mit Migrationsgeschichte in Österreich

Kunstformen
Malerei, Grafik, Design, Bildende Kunst, Fotografie, digitale Kunst, Theater & Schauspiel, Tanz & Performance, Musik, Literatur…

Preis
Einmalige finanzielle Unterstützung in der Höhe von 1.000 bis 1.500 Euro, die zweckgebunden für künstlerische Weiterbildung, Materialien, Equipment verwendet werden kann. Das Preisgeld wird aus Spenden von Absolvent*innen von START, dem Alumniverein und Michael Satke finanziert.

Jurymitglieder:
Michael Satke, Heidi Löber, Luna al-Mousli, Katrin Bernd

Einreichungen 2020
16 Jugendliche aus ganz Österreich haben im Sommer 2020 ihre Kunstwerke eingereicht.

Der Ulrike Crespo START-Kunstpreis wurde 2020 zum ersten Mal zum Gedenken an Ulrike Crespo (1950 – 2019) vergeben.

Entscheidung
Die Jury hat einstimmig beschlossen, dass der erste Preis an Zidan Aldarwish für seinen Kurzfilm
„Eine Botschaft an den Krieg“  geht. Er erhält 1500.- Preisgeld, dass er für Schauspiel- und Sprechunterricht verwenden möchte.

An Gul Ahmad Salimi wird ein Sonderpreis in der Höhe von 1.000 Euro vergeben, mit denen er die Veröffentlichung seines geplanten Buches mitfinanzieren möchte.

Hier der eingereichte Text von Gul Ahmad Salimi

Ich sehe, ich sehe…

Ich sehe, ich sehe, was du nicht siehst
Ich sehe dich als Mensch und du siehst mich als Flüchtling
Und dieses Wort meint in deiner Logik: Dieb, Mörder und Psycho

Ich sah, ich sah, was du nicht sahst
Ich sah, wie ein Vater seine kleine und
vergewaltigte Tochter weinend beerdigte.
Ich sah, wie der Krieg fünf Kinder und den Mann
von unserer Nachbarin umbrachte.
Arme Frau, sie konnte es nicht verkraften und zündete sich selbst an

Ich sah, ich sah, was du nicht sahst
Ich sah, wie eine Mutter ihre Tochter im Hochzeitskleid beerdigte.
Kannst du dir vorstellen, wie dies schmerzt?

Ich sah, ich sah, was du nicht sahst
Ich sah, wie unser Nachbar sein Baby verkaufte,
um ein wenig Geld zu verdienen,
damit seine Familie nicht verhungert.
In deinem Land aber sterben viele Leute an Überernährung.

Du siehst, du siehst, was ich nicht sehe
Ich meine Mutter und du deine Mutter
Ich meinen Vater und meinen Bruder
Und du deinen Vater und deinen Bruder

Ich weiß nicht, ob du es verstehst, wie es weh tut,
wenn du in jemanden verliebt bist und es vergessen musst,
nur weil du ein Flüchtling bist.

Aber ich weiß es sehr gut.
Ja. Ich bin ein Flüchtling.

Gul Ahmad Salimi

Die offizielle Überreichung der Preise wird vorraussichtlich im Dezember 2020 in Wien stattfinden.
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