START meets Nedžad Moćević

Bei unserer START meets Talkreihe im März hatten wir die Möglichkeit Nedžad Moćević, MA näher kennenzulernen. Als gebürtiger Deutscher mit bosnischen Wurzeln erzählte er uns viel über seine Arbeit in Salzburg und wie er dazu kam als Trainer, Berater und Forscher tätig sein. Vor allem sein Umgang mit den Konflikten und die Umorientierung während dem Informatik Studium waren für die Stipendiat*innen sehr motivierend. Wir konnten insgesamt sehr viel von ihm mitnehmen und bedanken uns für das inspirierende Gespräch!

Das Gespräch mit Nedžad Moćević war sehr interessant und motivierend, da er viele seiner Erfahrungen von seiner Jugend mit uns geteilt hat, die so gut wie jeder von uns allzu gut kennt. Damit verbunden hat er uns auch Ratschläge gegeben wie beispielsweise, dass wir uns kein Stress machen sollen, wenn es um die Zukunft und das Älter werden geht und das wir so viel ausprobieren sollen wie möglich, wenn wir keine Ahnung haben, was wir später mal beruflich machen wollen. Weiters hat er auch gemeint, dass „zweiheimisch“ sein, so wie er es nennt, nichts negatives an sich hat und das die Gesellschaft uns nur glauben lässt, dass es etwas schlechtes wäre. Mehrere Sprachen zu kennen ist cool und wir sollten uns nicht schämen diese auch in der Öffentlichkeit zu sprechen – denn wenn wir uns selbst respektieren und stolz drauf sind diese weiteren Sprachen zu können, wird die Gesellschaft es auch akzeptieren. Im Allgemeinen war die lässige, humorvolle und persönliche Atmosphäre in diesem Talk sehr erfrischend und unterhaltsam. Gentijana

Danke für die Organisation! Mir haben Nedžads Charisma und Ehrlichkeit sehr gut gefallen. Die Art und Weise wie er seine Lebensgeschichte erzählt hat, ist sehr lehrreich gewesen. Ich habe mich in den 19-jährigen Nedžad versetzen können, weil ich derzeit auch an einer Straßenkreuzung stehe. Durch seinen Ratschlag, sich Zeit zu nehmen, auszuprobieren und keine Angst vor etwas Neuem zu haben, hat mich sehr motiviert. Mariana

Mein soziales Engagement beim Jugendrotkreuz

Omran ist HTL-Schüler und START-Wien Stipendiat. Neben seinem Engagement als Klassensprecher ist er auch ehrenamtlich beim Jugendrotkreuz und  Team Österreich Tafel in Wien tätig. 

Seit mehr als einem Jahr bin ich ein freiwilliges Mitglied beim Jugendrotkreuz Wien. Selbst der Gedanke, ein freiwilliges Mitglied bei einer weltweiten Organisation zu sein, die sich für das Wohl der Menschheit tätigt, macht mich stolz. Die rote Uniform und die damit verbundene Verantwortung zu tragen, erzeugt ein exquisites Gefühl in mir.

Beim Jugendrotkreuz lernt man die sieben Grundsätze des Roten Kreuzes (Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität) kennen und verinnerlicht sich diese. In weiterer Folge absolviert man einen Erste-Hilfe-Kurs, um für gewisse Situationen einsatzbereit zu sein.

Weiters treffen sich die Jugendlichen alle zwei Wochen am Mittwoch, um sich Ideen und Gedanken auszutauschen sowie über aktuelle Themen zu sprechen. Alle Aktivitäten des Jugendrotkreuzes fördern die Entwicklung von Eigeninitiative, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Verantwortung für einen selbst und den Mitmenschen. Nebenbei entstehen gute und langhaltende Freundschaften, für die ich dankbar bin.

Immer wieder sind wir bei Veranstaltungen und Einsätzen dabei, die uns für menschliche Solidarität und Hilfsleistungen auf verschiedener Art und Weise anregen. Ich helfe immer wieder gerne bei der Team Österreich Tafel mit, wo man die Möglichkeit hat in einem Team zu arbeiten, dabei Lebensmitteln rettet und Menschen in Armut hilft.

Ich bin froh, dass ich beim Jugendrotkreuz freiwillig tätig sein darf und sehe es als eine großartige Chance, sich nicht nur den Weg zu ebnen, um dann künftig beim Roten Kreuz ehrenamtlich richtig tätig sein zu können, was ich auch vorhabe, sondern schätze es als wertvolle Selbstweiterentwicklung für mein Leben.

PRESSEINFORMATION: „… als wäre man Teil einer riesigen Familie!“

Durch das START Stipendium bekommen engagierte junge Menschen nicht nur die Chance auf eine höhere Ausbildung, sondern werden auch bei ihrer Herzensbildung unterstützt. Das Projekt HEROES ist eines der Angebote im Rahmen des Stipendiums, wodurch junge Männer wie Qodratullah Miakhel oder Roni Ali ihre Persönlichkeit stärken können.

Vor wenigen Wochen waren Roni Alis Tage noch ziemlich vollgestopft. Zwischen Lehrbetrieb, Wifi, Fitnessstudio, dem Jugendverein akzente Salzburg, wo er die Workshops von HEROES besuchte, und Kurdischem Kulturzentrum (KKZ), welches er mitbegründete, war es manchmal schon ziemlich stressig. Doch jetzt ist alles anders. Wie bei uns allen, hat auch beim jungen Mann aus Syrien die Corona-Krise einen entschleunigenden Effekt. „Gerade verbringe ich die meiste Zeit mit Lesen, Mathematik üben und Nachrichten verfolgen“, so der 23-Jährige. Auch Qodratullah Miakhel, ebenso wie Roni ein Stipendiat von START Salzburg, hat sich mit der Situation ganz gut abgefunden. „Zuerst dachte ich, es wird voll schlimm. Keine Freunde treffen, immer Zuhause sitzen, nicht raus dürfen … Aber durch die Krise habe ich die kleinen Dinge mehr zu schätzen gelernt, unser Familienleben zum Beispiel,“ erzählt der 21-Jährige aus Afghanistan, der mit seiner Familie vor fast 6 Jahren nach Salzburg gekommen ist.

Beide jungen Männer sind START-Stipendiaten. Das bedeutet, dass sie nicht nur finanzielle Unterstützung für ihre schulische Bildung erhalten, sondern sich auch in anderer Hinsicht weiterbilden können. Unter anderem besuchen die beiden Workshops der HEROES Salzburg. Das Projekt wird vom Jugendverein akzente Salzburg durchgeführt und richtet sich an junge Männer mit Migrationsgeschichte, die sich aktiv für das gleichberechtigte Zusammenleben von Männern und Frauen einsetzen und etwas verändern wollen. „Die HEROES besprechen in wöchentlichen Treffen mit ihren Gruppenleitern, die selbst Migrationshintergrund haben, die unterschiedlichsten Themen, zum Beispiel Diskriminierung, Frauenrechte, Rassismus oder Sexualität, also oft auch Themen, die in ihren Familien oder in ihrem Freundeskreis Tabu sind,“ erklärt Manuela Pleninger, Projektleiterin von HEROES Salzburg. Roni gefällt am besten der ungestörte Meinungsaustausch: „Einfach Diskussionen führen ohne Hindernisse. Wir bekommen neue Sichtweisen, man hört uns zu, wenn wir Probleme haben und wir werden darin gestärkt, freier zu denken.“

Jetzt bewerben!

Nicht jeder junge Mensch hat die gleich guten Voraussetzungen für Schule, Bildung und Karriere. Diese Ungleichheit hat die Corona-Krise sogar noch verstärkt, vor allem, weil die Schule oder das Jugendzentrum als Ort der Bildung und Zuflucht plötzlich nicht mehr zur Verfügung stehen. Das START Stipendium schafft daher ein bisschen „ausgleichende Gerechtigkeit“.

„Viele junge Menschen wie Roni und Qodratullah sind klug, zeigen Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen und engagieren sich in ihrem Umfeld. Diese Jugendlichen möchten schulisch und in weiterer Folge auch beruflich weiterkommen und gleichzeitig etwas der Gesellschaft zurückgeben. Leider haben sie oft nicht die finanziellen Möglichkeiten, ihr Potential auszuschöpfen“, erklärt Elisabeth Ramp von START Salzburg. „Unser Stipendium hilft daher jungen, motivierten Menschen mit Migrationshintergrund, die eine höhere Schule besuchen, um sie auf dem Weg zur Matura zu unterstützen. Sie bekommen ein monatliches Bildungsgeld und haben die Möglichkeit, verschiedene Kurse und Workshops für ihre Persönlichkeitsentwicklung zu besuchen.“

Qodratullah ist froh, dass er ein START-Stipendiat ist. „Es ist ein gutes Gefühl, als wäre man Teil einer riesigen Familie mit tollen und freundlichen Menschen! Egal ob vor Corona oder jetzt während der Krise: Die Unterstützung von START ist da, sowohl finanziell als auch geistig,“ ist der junge Mann überzeugt. Dank der Hilfe von START sind die Weichen für seinen HTL-Abschluss und das anschließende Studium gestellt.

Auch Roni blickt positiv in die Zukunft. „Meine Ziele für die kommenden Jahre sind erstens, meine Lehre mit sehr gutem Erfolg abschließen, zweitens, die Matura zu schaffen, drittens, mich so zu entwickeln um selbst Workshops zu halten und mein Wissen zu teilen, und viertens, eine Freundin zu finden, auch wenn das eher ein Wunsch als ein Ziel ist.“

Noch bis 29. Mai 2020 kann man sich für das START-Stipendium bewerben. Bei der Auswahl der Stipendiaten wird nicht nur auf die schulischen Leistungen geachtet. „Die BewerberInnen müssen sich auch sozial engagieren und mindestens ein Elternteil soll Deutsch nicht als Muttersprache haben. Natürlich spielt die wirtschaftliche Situation der Eltern ebenfalls eine Rolle und wird in der Auswahl berücksichtigt“, erklärt Ramp weiter. Weitere Informationen zu START Salzburg gibt’s auf der Homepage www.start-stipendium.at/bewerben

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START Österreich …

… das sind über 160 aktive START-Jugendliche und rund 262 engagierte Alumni/ae, die ihre Wurzeln in über 70 Nationen haben. Zusammen bilden sie die START-Österreich Gemeinschaft in Wien, Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich.

Vision und leitender Gedanke dieses einzigartigen Förderprogramms ist eine chancengerechte, offene, sozial durchlässige Gesellschaft in der Interkulturalität als Bereicherung erlebt wird. START-Österreich leistet als nachhaltige Initiative dazu einen Beitrag, indem Bildungskarrieren begabter SchülerInnen mit Migrationsgeschichte begleitet, ihr soziales Engagement unterstützt und ihr gesellschaftliches Engagement bestärkt werden. Seit dem Jahr 2007 wird das Stipendienprogramm in Österreich gemeinsam mit rund 100 Kooperationspartnern realisiert.

Alle Infos zum Programm gibt’s auf www.start-stipendium.at

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Elisabeth Ramp
START-Salzburg
Mirabellplatz 9/3, 5020 Salzburg
+43 (0) 676/460 42 32
ramp@start-stipendium.at

PRESSEFOTO IN ORIGINALQUALITÄT ZUM DOWNLOAD

Nähere Infos zum Projekt HEROES unter www.akzente.net/heroes