Soziales Engagement – Es lohnt sich Verantwortung zu übernehmen

Sabiha Moradi ist START-Wien Stipendiatin und besucht die HTL Donaustadt. Sie wurde kürzlich zur Abteilungssprecherin für Informatik im Bereich Software Engineering gewählt. Neben ihren schulischen Verantwortungen, engagiert sich Sabiha ehrenamtlich bei der Caritas Lebensmittelausgabeaktion.

Mehr Verantwortungen (für die Mitmenschen) zu übernehmen und als ein aktives Mitglied in der Gesellschaft zu sein, sind Herausforderungen, die die soziale Entwicklung ermöglichen bzw. fördern.

Da es seit letztem Jahr wegen Corona-Maßnahmen Vieles u. a. auch gewisse freiwillige Mitarbeit bei Caritas nicht stattfinden durfte, bin ich trotzdem sozial engagiert gewesen. Ich habe versucht ab und zu bei der Lebensmittelausgabeaktion von Caritas teilzunehmen, um meine sozialen Kompetenzen doch noch zu entwickeln und meine Zeit besser zu verbringen.

Weiters habe ich mich mehr für meine Schule eingesetzt.

Mädchen in der HTL sind eine Minderheit aber als ein Mädchen hat man viele Vorteile. Heuer bin ich (ganz unerwartet) als die Abteilungssprecherin in der Schule gewählt worden. Ich habe mich immer als Klassensprecherin vorgestellt bzw. kandidiert. Aber ich wusste nicht, dass ich die ganze Abteilung vertreten kann/würde. Außerdem wurde ich als ein Ersatzmitglied bei der SV gewählt und damit war ich auch Mitglied der Mädchenvertretung in der Schule. Die Kombination dieser Verantwortungen haben viele gute Erinnerungen mit sich gebracht, obwohl sie für einen im vierten Jahrgang eine Überforderung sein können.

Zum ersten Mal habe ich bei einer SGA-Sitzung teilgenommen und somit konnte ich meine Ideen als ein Mädchen für die Mädchen – die Minderheit in der Schule – mitteilen und mich dafür einsetzen. Weiteres wurde ich von meinem Lehrer eingeladen, bei dem virtuellen Schnuppertag (live Session) mitzumachen, welche gleichzeitig die Eröffnung des Videoaufnahmestudios meiner Abteilung war. Dadurch wurde eines bestätigt, dass Schule, und zwar das soziale Engagement in der Schule sehr lustig und voller süßen Erinnerungen ist.

Zu guter Letzt möchte ich sagen, es lohnt sich Verantwortung zu übernehmen und Zeit zu investieren, um für andere etwas Gutes zu tun. Just go for it!

STAR*K gegen Gewalt – Ein Projekt der Caritas

STAR*K ist ein Caritas Projekt, welches die Sensibilisierung von jungen Menschen (im Alter von 16 bis 24 Jahren) für die gravierenden Folgen von Gewalt an Frauen und Mädchen zum Inhalt hat. Die Teilnehmer*innen werden im Zuge dessen dazu ermutigt, sich gegen Gewalt einzusetzen und dieser mit Entschlossenheit entgegenzuwirken.

Damit Gewalt verhindert werden kann, soll zunächst verstanden werden, was Gewalt ist und warum es Gewalt überhaupt gibt. Man lernt in diesem Projekt, dass sich diese Verhaltensform aus verschiedenen Gründen ergibt, dass diese eigentlich durch gewisse Einflussfaktoren erworben und nicht nur durch die Ausschüttung von bestimmten Hormonen herbeigeführt wird – und genau hierin unterscheidet sich Gewalt von Aggression. Das Verstehen von solchen grundlegenden Tatsachen gilt als erster Schritt auf dem Weg zur Bekämpfung von Gewalt. Anschließend lernt man über die Arten und Formen von Gewalt, welche auf physischer, psychischer oder sexualisierter Ebene ausgeübt werden können. Darüber hinaus wird auch nahegebracht, wie man mit Gewaltsituationen effektiver umgehen kann, bevor die Lage eskaliert und sich zuspitzt. Eine der wichtigen und auch lobenswerten Aspekte dieses Projektes, ist die Einladung von verschiedenen Fachleuten, die den Teilnehmer*innen einen tieferen Einblick in das Thema verschaffen. Als Beispiel dafür hat uns eine sehr nette und aufgeschlossene Polizistin in einem Vortrag erklärt, an wen genau man sich in solchen schwierigen Situationen wenden kann, wenn Hilfe benötigt wird. Es gibt dazu noch viele effektive und hilfreiche Tipps und Informationen, die man sich unbedingt aneignen sollte, wenn man auch tastsächlich dazu bereit ist, sich diesem Problem zu widmen.

Am Ende der Ausbildung bekommen die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, dass aus dem Projekt erworbene Wissen in die Tat umzusetzen, indem sie ihre eigenen Projekte gestalten. Das geschieht durch die Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmer*innen. Das STAR*K-Team unterstützt diese Projekte auf verschiedene Art und Weise, um damit letztlich viele Menschen zu erreichen. Am Ende der Ausbildung ist man berechtigt, als Multiplikator*in weitere Workshops für andere Jugendliche zu halten.

Für mein eigenes Projekt – die Anfertigung eines Posters mit Kontaktdaten von Organisationen, die sich gegen Gewalt einsetzen und an die man sich bei Bedarf wenden kann – habe ich das Motiv selbst gezeichnet. Die Idee dieser Zeichnung – die Mona Lisa unserer Zeit – soll Menschen auf das Thema Gewalt an Frauen aufmerksam machen und die deprimierende Realität eines Großteils der Frauen verbildlichen.

Ich bin mir auch sicher, dass wir alle zumindest einmal in unserem Leben in irgendeiner Form Gewalt erfahren haben. Alle sind davon betroffen, jedoch sind wir uns leider nicht immer dessen bewusst, wie sich Gewalt auf unsere Persönlichkeit und auf unser Leben auswirken kann, weil wir auch nicht genau wissen, wie man Gewalt von anderen Verhaltensformen unterscheiden und damit erkennen kann, wie und wann dem ein Ende gesetzt werden muss. Und genau deswegen war ich sehr motiviert, an diesem Projekt teilzunehmen. Meiner Meinung nach ist es einer der positiven Aspekte dieses Projektes, dass essenzielles Wissen auf kreative und auch sehr angenehme Art und Weise vermittelt und gefördert wird, wie beispielsweise durch lustige Spiele oder amüsante Aktivitäten.

Aufgrund dessen möchte ich Menschen, deren Herz für dieses Thema brennt und die Veränderungen in sich selbst und in der Gesellschaft bewirken wollen, empfehlen, an diesem prächtigen Projekt teilzunehmen!

Ein Bericht von START – Stipendiat Mohammed Al-Hamadani