Ein Bilderbuch über die Reise zu Zielen

Start-Stipendiat_innen zeichnen und malten über Wege zu hohen Gipfeln und in ferne Galaxien.

„Nicht diejenigen, die die gleiche Sprache sprechen, sondern diejenigen, die die gleichen Gefühle teilen, können einander verstehen.“ So betitelte Saida Rezai ihren Bildzyklus, in dessen Mittelpunkt ein Elefant und ein Kind stehen. Eindeutig völlig geborgen fühlt sich das Kind in jedem der Bilder, die eine weite Reisezeigen, auf dem Rücken des Elefanten. „Ich liebe Elefanten, für mich stehen sie auch für Indien und ich liebe indische Kultur“, so die jugendliche Zeichnerin zum Kinder-KURIER. Am Ende, im achten Bild, liegt das Kind nach Überwindung eines Berges, in (s)einem Bett. Ob der Elefant es hier sanft abgelegt hat, oder das Kind vielleicht auch die ganze Reise nur geträumt hat? „Das bleibt jeder und jedem selbst überlassen“, meint die junge Künstlerin, die natürlich selbst schon eine Vorstellung hat. „Aber das soll sich jede und jeder selber ausmalen!“

Internationale Jugendliche

13 Jugendliche des jüngsten Wiener Start-Stipendien-Durchgangs haben in einem einwöchigen Workshop in der „Zeichenfabrik“ (künstlerische Aus- und Weiterbildungsstätte in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus) mit Ana Paola CastroVillegas an Bildzyklen gearbeitet. „Zuerst haben wir alle möglichen Zeichen- und Maltechniken ausprobiert – Monotypien, Stempel, Collagen, mit Bleistiften und Buntstiften zeichnen, mit Aquarellfarben malen…“, beginnen einige der Schüler_innen mit Migrationsgeschichte, die über das genannte Stipendienprogramm gefördert werden, zu schildern. „Wir haben auch über das gemeinsame Thema geredet, eine Reise zum Planeten Mars und eine andere Galaxie über den Mount Everest.“ Deshalb finden sich in fast allen der 13 Bildzyklen Berge. Aber die Berge stehen nur für einerseits ein Ziel, aber auch für Anstrengung und Schwierigkeiten, die es zu überwinden gilt, um dorthin – oder/und darüber hinaus – zu kommen.

Nach Vorskizzen machten sich die 13 Jugendlichen dann an ihre Werke – höchst unterschiedliche sind trotz gemeinsamen Themas dabei herausgekommen. Aus den Bildern, die bewusst ohne Worte auskommen, um sprachliche Barrieren erst gar nicht aufkommen zu lassen, ist ein buntes Bilderbuch – neudeutsch „Silent Book“ – entstanden, „Die Reise“.

Autor: Heinz Wagner, KIKU – Kinder KURIER

Dieser Bericht ist eine von START Wien gekürzte Fassung. Der originale und vollständige Bericht ist in der Tageszeitung KURIER am 03.06.2018 erschienen und online nachzulesen unter: https://kurier.at/kiku/ein-bilderbuch-ueber-die-reise-zu-zielen/400045142

START Wien Künstler*innen erzählen von der Kunstbuchpräsentation „Die Reise“ (Zeichenfabrik, 31.05.2018) und schildern ihre Eindrücke:

Das Kunstprojekt des START-Stipendiums ist ein einzigartiges Erlebnis, das jeder einmal machen sollte. Diese eine Woche, in der wir an unserem Kunstprojekt gearbeitet haben, hat mir besonders viel Spaß gemacht. Dank Anna, unsere Künstlerin, habe ich viele Methoden, die ich bei meinen Bildern angewendet habe, gelernt. Bei der Präsentation unseres Buches ,,Die Reise” habe ich die Möglichkeit bekommen, den BesucherInnen meine Bilder vorzustellen und ihnen meine Geschichte zu erzählen. –Samira

Kunst ist etwas Essentielles für Menschen die sich aufgeklärt nennen, denn allgemein Bildung besteht nicht nur aus Formeln und Daten, sondern auch aus einer kreativen Seele, die das freie Denken ermöglicht. –Yunadi

Endlich! Nach 6 anstrengenden Tagen, war es endlich soweit, die Buchpräsentation. Es war ein sehr gelungener Tag, da man – bzw. ich persönlich – mit der Reise abschließen, aber auch andere dazu motivieren, konnte, einen Silent Book Workshop in Erwägung zu ziehen. Außerdem war es sehr interessant meine Geschichte mit anderen zu teilen und auch die Einschätzung bzw die Interpretation anderer zu erfahren. –Erem

Ich war am Anfang sehr nervös, dachte ich, dass ich es nie schaffe aber wie am meisten was man denkt, passiert es nicht. Ich habe es geschafft. –Stella

Die Präsentation war eine tolle Erfahrung und hatte das Projekt toll abgerundet! –Nenad

Die Buchpräsentation hat mir sehr gut gefallen, da meine Freunde auch dabei waren und das Start Stipendium mehr kennengelernt haben. Mich hat es gefreut dass viele Menschen da waren und sich unsere Kunst anschauen wollten. -Nour

Am anfang waren wir nervös, weil viele leute dabei waren aber es war großartig, die Werke haben den Besuchern gefallen. -Mohamad

Da ich leider nicht beim Abschluss des Projekts dabei sein konnten, haben sich die anderen Stipendiaten und ich uns gedacht „Lassen wir Salma selbst wenn sie physisch nicht da ist, daran teilnehmen“. Aus diesem Grund hatten wir für ein paar Minuten einen Videochat und ich bin unglaublich froh darüber doch dieses Erlebnis mehr oder weniger mit den anderen Stipis erleben zu dürfen. -Salma

Die Ausstellung war interessant zu beobachten und eine neue Erfahrung für mich. Amüsant fand ich, dass die Leute, die zu den Originalwerken gekommen sind, erwartet haben, dass der Künstler/die Künstlerin die Geschichte erzählt. Was gegenüber dem Silentbook steht und der eigenen Interpretation der Geschichte. -Saida

Ich fand die Buchpräsentation echt toll, weil ich viele neue Sachen dazu gelernt habe und ich mein Wissen in Richtung Kunst erweitern konnte. Das beste war, aber das Menschen etwas was ich kreiert habe toll gefunden habe und das ich die Chance hatte für einen Tag Künstlerin zu sein. -Munira

Die Buchpräsentation war Informative. Ich habe die Gelegenheit gehabt meine Geschichte durch mein Malen zu mehrere Leute erzählen and liebe und interessante Feedback von ihnen bekommen. -Reshad

Die Buchpräsentation war ganz spannend. Als Katrin gesagt hat, wir sollten etwas zu unseren Zeichnungen erzählen, wusste ich nicht, was ich sagen werde. Aber als die Leute zu mir gekommen sind und Fragen gestellt haben, hab ich lange und frei geredet. Ich habe gerne meine Geschichte erzählt. Die Fragen, die die Anderen gestellt haben, haben mich meistens zum nachdenken gebracht. Ich habe Sachen über meine Geschichte erfahren, die ich vorher nicht kannte. z.B. Dass ich meine Figur so gezeichnet habe, dass sie ihr Ziel beobachtet. Ich habe vieles aus meiner Geschichte gelernt. Auch die Anderen haben etwas daraus gelernt. Nämlich, dass man nie aufgeben darf. -Sana

Naja, es war ein wunderschöner Gefühle, weil man sich wie ein Künstler fühlte. Obwohl habe ich ja nicht viel über meine Kunst erzählt, aber trotzdem haben die Leute haben es gute verstanden. Ich bedanke mich bei euch, weil ihr mich die Möglichkeit gegeben, wo ich meine innere Kunst auf wegen könnte. -Ahsan

Fotos ©Verein START Stipendien Österreich