Albertina: Monet bis Picasso

Dieses Schuljahr hat START-Wien das Format Mixed Media Art für das Kunstprojekt fortgesetzt. In diesem Rahmen haben Stipendiat:innen die Ausstellung “Monet bis Picasso” in Albertina besucht. Anschließend haben sie an einem kreativen Workshop teilgenommen, in dem sie selbst etwas zeichnen bzw. malen durften. Unser Stipisprecher Omran berichtet darüber:

“Ich liebe Ausstellungen in Museen und diese hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte viele AHA-Momente, weil viele Bilder erst nach genauer Betrachtung Sinn ergeben oder weil wir nicht nur die Werke sondern auch die Künstler/innen und ihr Leben und Umfeld allgemein und kritisch betrachtet haben.
Ich habe gelernt, dass Kunststücke und ihre Erschaffer:innen manchmal schöner und ideralisierter dargestellt werden, als sie eigentlich sind. Oft gerät die menschliche Seite des Künstlers/der Künstlerin in Vergessenheit. Wir haben auch etwas über die Geschichte und Entstehung der Albertina erfahren.
Am meisten gefallen hat mir der Teil des Workshops, wo wir selbst etwas malen durften.
Ich hatte die Möglichkeit, den ganzen Stress, die Verwirrung in meinem Kopf und Müdigkeit auf Papier zu bringen. Kombiniert mit Musik war das sehr beruhigend und eine große Erleichterung und Abwechslung vom stressigen Schulalltag. 10/10″

Ausstellungsrundgang

Statements unserer Stipis

Ich habe mir schon lange gewünscht in die Albertina zu gehen und die hervorragende Kunstwerke zu betrachten. Heute bin ich dort gewesen. Es hat mir sehr gut gefallen, weil wir uns eben nicht nur eine Kunstrichtung angeschaut haben, sondern verschiedene. Vor allem der Impressionismus hat mich begeistert. -Mohid

Es war sehr spannend, jedoch sehr informativ, man konnte viel Wissen davon entnehmen und dies auch auf eine unterhaltsame Art und Weise. Schließlich hat man die Möglichkeit, einer Kunstart beim Zeichnen/Malen nachzumachen, was sehr lustig gewesen ist! Wirklich empfehlenswert! -Ibo

Dieser Kunstworkshop war für mich eine neue und schöne Erfahrung. Da ich davor noch nicht im Albertina gewesen bin, haben mir die Ausstellungen viel gefallen. Die Führerin hat das Ganze sehr aufschlussreich erklärt. -Mostafa

Ich fand die Ausstellung sehr gut. Wir hatten eine Führung durch Albertina. Es war sehr gut aufgebaut, wir haben zuerst über die Geschichte erfahren und danach die moderne Zeit. Zum Schluss konnten wir selbst malen und unsere Ideen einsetzen. Ich bin echt froh, dass ich teilnehmen durfte. -Narges

Ausstellungsrundgang war super, ich war erste Mal in Albertina, mir hat es gefallen. Kreativ Workshop war auch gut, obwohl ich nicht gut malen kann. -Sandor

Kreativer Workshop

Eine Reise in die Sammlung Batliner – Monet bis Picasso.

Am letzten Freitagnachmittag haben die Wiener Stipendiat*innen an der online Führung4 Kunstvermittlung von der Albertina teilgenommen. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte des Hauses, startete die virtuelle Reise in den Prunkräumen des Museums, wo sich auch die “Mona Lisa” der Albertina, der weltberühmte Feldhase von Albrecht Dürer, befindet.

Seit 1850 besteht eine Änderung der Malerei, die vom Realismus durch die Nutzung der Kamera abgekommen ist, welche Momentaufnahmen vereinfachte. Die Fotografie hätte das Ende der Malerei bedeuten können, dennoch entstanden neue Malweisen. Die Sammlung vom Ehepaar Batliner beinhaltet einer der bedeutendsten Werke der europäischen Malerei bis hin zur Klassischen Moderne. Eines dieser Werke ist Der Seerosenteich von Claude Monet, welches wir uns einer genaueren Betrachtung unterzogen haben. Monet wechselte seinen Arbeitsort, nahm seine Ölfarben in Tuben mit zur Natur ―  zum eigentlichen Geschehen, das unüblich zu seiner Zeit war. Das Werk Der Seerosenteich ist innerhalb von drei Stunden auf einer über ein Meter großen Leinwand entstanden, welche mit Lichtverhältnissen und Farbverläufen spielt, um einen Eindruck der Wirklichkeit zu erwecken.

Unsere fachkundige Führung, Nadja, bewegte uns ins nächste Zimmer und somit auch weiter in eine Zeit, in der wir die Gelegenheit hatten uns ein Werk von Paul Signac betrachten zu dürfen. Dieser nutzte das Festhalten des Momentes durch die Fotografie und folgte nicht so ganz der impressionistischen Malweise, in dem er nur mit den Grundfarben malte. Stattdessen nutzte er das Farbphänomen in der Optik und malte mit Mischfarben mosaikartige Momentbilder, das uns an Pixel erinnert. Diese neue Technik setzte den Beginn des Neoimpressionismus.

In weiterer Folge betrachteten wir uns eine expressionistische Arbeit von Amedeo Modigliani, ein weiblicher Halbakt, worin die Farben auf blau und grau reduziert sind. Wir erfuhren, dass der Maler aufgrund seiner schwierigen Kindheit unter einer psychischen Krankheit litt, welche sich in seiner Kunst wiederspiegelt. Die Muse in dem Bild war auch seine Partnerin, eine Prostituierte.

Im nächsten Raum durften wir eine Künstlerin kennenlernen, die leider zu ihrer Zeit und der Heutigen keine besondere Bekanntheit erlangte ― Marianne von Werefkin. Sie hingegen benutzte kräftige und fließende Farben. So wurde uns mitgeteilt, dass zur damaligen Zeit eine Diskrepanz in der Bepreisung der Kunstwerke von Männern und Frauen bestand.

Der krönende und zum Teil verwirrende Abschluss der Führung war ein Werk Picassos. Wir betrachteten uns ein kubistisches Spätwerk von ihm. Der Torso und das Gesicht sind von allen Seiten präsentiert und wir haben dank interaktiver Technik über die verschiedenen Perspektiven besprechen können. Das Werk entstand im Jahr 1947, geprägt von der Nachkriegszeit ―  das performative und die Reduktion wurden nicht gut aufgenommen. Gegen dem Ende meinte Mostafa, “Jetzt habe ich Picasso verstanden.”

Wir beendeten unsere Führung mit einer Feedbackrunde und den folgenden Statements:

Der Workshop war für mich sehr informativ und die Dame hat sehr deutlich gesprochen, aber leider wollte ich gerne die Bilder von der Nähe sehen 🙂 – Esmatullah

Die Online-Führung durch das Albertina Museum war für mich sehr spannend, beeindruckend und informativ. Früher habe ich mich nicht wirklich für Kunst interessiert. Aber als ich beim Workshop die Werke von Claude Monet, Paul Signac und Pablo Picasso gesehen habe, hat das mein Interesse an Kunst geweckt. Auch die Möglichkeit der Technik, dass die Workshopleiterin  uns das ganze Museum online gezeigt hat, hat mich sehr beeindruckt. Ich möchte unbedingt noch einen Workshop vor Ort im Museum Albertina besuchen. Danke für dieses tolle Angebot. – Abbas