Wie sieht moderne Medizin aus? Dieser Frage gingen die START-Stipendiatinnen und Stipendiaten bei ihrem Besuch im 3D-Drucklabor des Uniklinikums Salzburg nach. Dabei erhielten sie spannende Einblicke in ein hochmodernes Arbeitsfeld, in dem Technik, Medizin und Innovation präzise ineinander greifen.
Das 3D-Drucklabor ist Teil des Zentrums für Rekonstruktive Chirurgie der SALK. Hier werden klinische Modelle, Operationsschablonen (Splints) und patientenspezifische Implantate geplant, designt und produziert. Besonders beeindruckend: Im Labor entstehen jährlich rund 600 Modelle und 50 Implantate. Verwendet werden dabei modernste Harz- und FFF-Drucker sowie ein spezieller PEEK-Implantatdrucker, mit dem individuelle Implantate hergestellt werden können. Seit Herbst 2023 dürfen die im Labor produzierten Implantate nach erfolgreicher MDR-Zertifizierung sogar direkt bei Patient:innen eingesetzt werden.
Besonders beeindruckend war für die Jugendlichen zu sehen, wie Medizin, Technik und Digitalisierung zusammenwirken. Anhand konkreter Beispiele erfuhren sie, wie Ärzt:innen Operationen bereits vor dem eigentlichen Eingriff an gedruckten Modellen üben können. So wurde etwa für die Entfernung eines Gehirntumors ein individuelles Schädelmodell erstellt, um die Operation bestmöglich vorzubereiten.
Auch die Geschichte eines Salzburger Patienten zeigte das Potenzial dieser Technologie: Ihm wurde als erstem Patienten eine im Uniklinikum selbst entwickelte und produzierte Hinterhaupt-Prothese eingesetzt – eine medizinische Sensation.
Der Besuch bot den START-Stipendiat:innen nicht nur faszinierende Einblicke in die Medizin von morgen, sondern auch die Gelegenheit, neue Berufs- und Studienfelder kennenzulernen. Herr OA DDr. Enzinger stellte zunächst die Universitätsklinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie vor und vermittelte Einblick in die Tätigkeitsbereiche seiner Abteilung. Anschließend wurde von Hern Werner Wurm MSc die Entstehung unseres 3D-Drucklabors sowie dessen Betrieb und Einsatzmöglichkeiten präsentiert. Ein inspirierender Nachmittag, der gezeigt hat: Innovation kann Leben verändern – und entsteht manchmal Schicht für Schicht im 3D-Drucker.
Wir bedanken uns sehr herzlich bei Dr. Enzinger und Herrn Werner Wurm MSc von den Salzburger Landeskliniken und bei Frau Dr. Lechner, dass sie diesen Nachmittag möglich gemacht haben.
Das sagen unsere Stipendiat:innen:
Masooma: „Heute war ich gemeinsam mit START Salzburg und einigen weiteren Stipendiatinnen und Stipendiaten aus anderen Bundesländern zu Besuch in den SALK. Dort wurden wir von Herrn Wurm und Herrn Dr. Enzinger empfangen. Sie haben uns die Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie das 3D-Drucklabor vorgestellt und uns einen spannenden Einblick in ihre Arbeit und die verschiedenen Berufsmöglichkeiten gegeben.
Besonders interessant fand ich den Schwerpunkt des Besuchs – den Einsatz von 3D-Druck in der Medizin. Herr Wurm und Herr Dr. Enzinger haben uns erklärt, wie das 3D-Drucklabor entstanden ist, wie viel Zeit und Arbeit dahintersteckt und welche Pläne sie für die Zukunft haben. Außerdem haben sie uns von einigen echten Fällen erzählt, bei denen der 3D-Druck eine wichtige Rolle gespielt hat. Durch die gedruckten Modelle und Implantate können Operationen besser vorbereitet werden, wodurch sie einfacher durchgeführt werden können und sogar Zeit eingespart wird. Besonders spannend fand ich, dass wir auch einige 3D-gedruckte Schädel- und Knochenmodelle anschauen und in die Hand nehmen durften.
Zum Schluss haben wir noch das 3D-Drucklabor besucht. Dort wurde uns gezeigt, wie die Drucker funktionieren und wie aus den Daten der Patientinnen und Patienten die Modelle hergestellt werden. Ich persönlich fand den Besuch sehr interessant, weil ich später gerne im medizinischen Bereich arbeiten möchte. Mir ist heute auch bewusst geworden, wie wichtig die IT in der Medizin geworden ist und wie viel moderne Technologien zur Verbesserung der Behandlung beitragen können. Insgesamt hat mir der Besuch sehr gut gefallen und ich habe viele neue und spannende Eindrücke mitgenommen.“
Sumaja: Es war ein absolut fantastisches Programm! Ich habe so viel technisches und medizinisches Wissen erworben. Ich habe Geräte gesehen, die ich vorher noch nie gesehen hatte, und es war beeindruckend zu sehen, wie diese Techniken das Leben der Patienten verbesserten.
Anna: Der Workshop „Medizin und Technik“ im 3D-Drucklabor der SALK war eine tolle Möglichkeit, sich im Bereich der Kiefer-, Mund- und Gesichtschirurgie besser auszukennen. Es war spannend, sich über die unterschiedlichen Berufe in diesem Bereich zu informieren und echte Vorher-Nachher-Resultate von Patientinnen und Patienten bei verschiedenen Fällen und Behandlungen zu sehen. Natürlich wurde uns auch erklärt, wie Informatikerinnen und Chirurginnen zusammenarbeiten und wie die Prozesse generell funktionieren. Es war sehr lehrreich und spannend.„
Nora: „Der Workshop im 3D-Drucklabor der SALK war für mich das bisher spannendste START-Event. Da ich die HTL im Bereich Biomedizin und Gesundheitstechnik besuche, hat mich dieses Thema besonders interessiert. Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie 3D-Druck in der Medizin eingesetzt wird und wie Implantate hergestellt werden. Die Führung war sehr interessant und alles wurde verständlich erklärt. Ich habe viel Neues gelernt und der Workshop hat mein Interesse an Biomedizin noch weiter gestärkt. Vielen Dank für die tolle Organisation!„






