
Über drei Termine hinweg verwandelte sich der Fotoworkshop „Selbstbild, Medien & Fotografie“ in einen intensiven Denk‑ und Experimentierraum. Zwischen Theorie, Diskussion und Kameraarbeit setzten sich START‑Stipendiat*innen mit einer Frage auseinander, die im digitalen Alltag oft untergeht: Wie beeinflussen Bilder, die wir sehen – und jene, die wir von uns selbst veröffentlichen – unser Selbstbild?
Ein Auftakt, der unter die Haut ging
Schon am ersten Termin wurde klar: Dieser Workshop würde tiefer gehen als klassische Fotografie‑Basics. Die Gruppe diskutierte über Beautyfilter, Schönheitsideale und digitale Selbstdarstellung – Themen, die viele aus dem eigenen Alltag kennen, aber selten bewusst hinterfragen.
Ein Satz aus der Runde blieb hängen: „Manchmal erkenne ich mich auf meinen eigenen Bildern nicht wieder.“
Mit Übungen wie „Unposed Selfies“ und Wahrnehmungsexperimenten näherten sich die Teilnehmenden der Frage, wie stark Normen und Erwartungen ihre Selbstinszenierung prägen. Die Stimmung war offen, neugierig – und manchmal auch überraschend ehrlich.

Porträtfotografie als Spiegel der Emotionen
Beim zweiten Termin rückte die Kamera in den Mittelpunkt. Nach einem Einblick in die Geschichte der Porträtfotografie experimentierten die Jugendlichen mit Licht, Perspektive und Mikroexpressionen.
Die Aufgabe: eine Bildsequenz aus 15–25 Aufnahmen, in der kleinste Bewegungen und Emotionen sichtbar werden.


Was zunächst technisch klang, entwickelte sich schnell zu einer sehr persönlichen Auseinandersetzung: Wie zeigt man Verletzlichkeit? Wie viel Inszenierung steckt in einem Porträt? Und wie fühlt es sich an, wenn andere einen durch die Linse betrachten?
Zwischen konzentrierter Stille und spontanen Lachern entstanden Bildserien, die später die Grundlage für das analoge Endprodukt bildeten.

Vom Bildschirm zum Papier: Das Daumenkino als Abschluss
Der dritte Termin führte die Gruppe bewusst weg vom Digitalen. Drucken, schneiden, sortieren, binden – Schritt für Schritt entstanden individuelle Daumenkinos, die die zuvor fotografierten Sequenzen in Bewegung setzten.
Viele Teilnehmende beschrieben das analoge Arbeiten als wohltuenden Gegenpol zur schnellen, filterbaren Onlinewelt. Hier gab es kein „Rückgängig“, kein Retuschieren – nur Papier, Schere und die eigene Geduld.
Bei der abschließenden Präsentation wurde deutlich, wie unterschiedlich die Ergebnisse waren: humorvoll, poetisch, nachdenklich, experimentell. Und doch hatten alle etwas gemeinsam – sie erzählten etwas über die Person dahinter.
Ein Workshop, der Spuren hinterlässt
Der Fotoworkshop verband Medienkritik, Selbstreflexion und kreative Praxis zu einem Format, das weit über technische Fotografie hinausging. Die Stipendiat*innen nahmen nicht nur neue Fähigkeiten mit, sondern auch ein geschärftes Bewusstsein dafür, wie Bilder wirken – auf andere und auf sie selbst.
Und vielleicht war das größte Learning: Ausdruckskraft entsteht nicht nur durch das perfekte Bild, sondern durch den Prozess, der dorthin führt.
Das sagen die Stipendiat:innen:
Anna: Wir hatten drei Termine zu je vier Stunden. Am Anfang ging’s um Selbstbild und Filter auf Social Media, danach wurde es praktisch: Porträts und Daumenkinos machen, sowohl mit dem Handy als auch mit der Kamera. Beim Basteln im letzten Teil war ich dann leider nicht mehr dabei. Meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Die Mischung aus Theorie und Praxis hat super gepasst, die Leiterin war total nett und die Stimmung angenehm. Obwohl wir Ähnliches schon in der Schule hatten, konnte ich richtig viel Neues mitnehmen. Da ich Fotografie auch als Schulfach habe, war das die perfekte Ergänzung. Ich habe auf jeden Fall Lust, das Thema noch weiter zu vertiefen!
Risvan: Der Workshop war auf drei Termine aufgeteilt. Ich fand dass die Leiterin das ganze gut strukturiert hat und man sich auskannte. Außerdem hat es auch Spaß gemacht sein eigenes daumenkino zu machen da man sein Ergebnis in der Hand hatte und auch nach Hause mitnehmen konnte
Dunja: Der dreiteilige Foto-Workshop von Helena war eine sehr interessante Geschichte und Idee. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, teilzunehmen und was Neues über Fotografie zu erfahren. Am Ende des Programms haben wir auch unser eigenes Daumenkino gebastelt, das wir uns als Erinnerung an die tollen Workshops nach Hause mitnehmen konnten. Ich würde mich auf mehrere solche Workshops freuen!
Imani: Es war sehr interessant und man konnte sich frei entfalten und reden. Es war generell sehr gemütlich miteinander und dabei konnte man in die Geschichte der Fotografie reinkippen und dann am Ende seinen eigenen Daumekino machen. Würde ich weiterempfehlen
Xiaoyun: Sehr guter Workshop, dabei haben wir nicht nur Wissen über Portrait gelernt, sondern auch viele praktische Teile, zum Beispiel eigene Portrait von selbst oder von anderen machen, und eigenes Daumenkino produzieren. Man fühlt sich ganze Zeit, das man damit teilnehmend ist.











