Bildungsseminar im Schloss Puchberg – Art of Hosting

Wer das Start Stipendium kennt, hat sicherlich schon mal etwas vom jährlichen Bildungsseminar im Schloss Puchberg gehört. Das Bildungsseminar zählt zu den zentralen Ereignissen des Jahres, da es die einzige Gelegenheit ist, bei der sich die Stipendiat:innen aus ganz Österreich an einem Ort versammeln. Dementsprechend herrscht auch rund um dieses Event jedes Mal eine große Vorfreude. Der Veranstaltungsort des diesjährigen Bildungsseminars war das Renaissanceschloss aus dem 17. Jahrhundert Puchberg in Wels, Oberösterreich. Heutzutage beherbergt dieses wunderschöne Schloss ein Bildungshaus, das sowohl als Seminarort als auch als Hotel genutzt wird.

Autor: Kerem START-Wien Stipendiat

Fotos Copyright: Semih Morel

Am Freitag, dem 13. Februar 2026, reisten die Stipendiat:innen aus allen Bundesländern an, um gemeinsam im Schloss Puchberg einzutreffen. Als wir am Nachmittag dort ankamen, ging es nach der Ankunft und dem Abendessen los. Das Seminar wurde dieses Jahr von einem fünfköpfigen Team, namens„Art of Hosting“, geleitet, dabei begleiteten Semih, Emilija, Marlon, Pete und Judith uns durch die zweieinhalb intensiven Tage. Thematisch drehte sich das gesamte Seminar um Zukunftskompetenzen, welche menschlichen Fähigkeiten, die in unserer ständig im Wandel stehenden Welt immer wichtiger werden. Diese Kompetenzen wurden dabei in fünf Kategorien eingeteilt: Sein, Denken, Zusammenarbeit, Beziehungen und Handeln. Fotos Copyright: Semih Morel

Neu war der Ansatz, dass zum ersten Mal alle Stipendiat:innen gemeinsam in einem einzigen Seminar arbeiteten, anstatt wie in früheren Jahren in verschiedene Gruppen zu verschiedenen Seminaren (wie beim Bildungsseminar Februar 2025) aufgeteilt zu werden. Außerdem erhielt jede:r von uns ein persönliches Journalheft, in dem wir am Ende jeder behandelten Zukunftskompetenz Zeit zum Reflektieren des Gelernten hatten (Journaling). Nach einem Kennenlernen, durch einige Kennenlernspiele mit den Trainer:innen sowie innerhalb der START-Familie machten die sogenannten „Dorfnews“ den Ausklang des Abends. In Ihnen konnten die Stipis verschiedene Aktivitäten vorschlagen, die von Karaoke über Zeichnen und Stricken bis hin zum Werwolf Spiel erstreckten, vorgeschlagen, die man entweder noch am Abend oder am nächsten Tag nachgehen konnte. Viele nutzten diese Gelegenheit, andere ließen den Abend gemütlich in den Zimmern ausklingen.

Am nächsten Tag ging es endlich mit dem Seminar los: In der Station mit der Zukunfskompetenz „Sein“ haben wir zunächst einen theoretischen Input bekommen und anschließend fünf persönliche Werte für uns definiert. Danach haben wir uns in 4er-Gruppen auf fünf gemeinsame Werte geeinigt. Zwischendurch lockerte ein Bingo-Spiel die Atmosphäre auf, in dem wir gemeinsame Werte in die großen Runde gerufen haben. Semih und das Team sammelten die Werte und zum Abschluss gestalteten wir die „Wall of Sein“ und reflektierten unsere Erkenntnisse im Journaling.

Bei der Zukunftskompetenz „Denken“ arbeiteten wir in Gruppen an verschiedenen Thementischen: Weltlage, Gerechtigkeit und Respekt, KI & Social Media, Schule und Ausbildung, Stress und mentale Gesundheit, Familie und Beziehung, Mitreden und gehört werden sowie Identität und Zugehörigkeit. Insgesamt gab es drei Diskussionsrunden: In der ersten Runde diskutierten wir in unseren Startgruppen, in der zweiten Runde wechselten die Personen die Tische, um neue Perspektiven kennenzulernen, und in der dritten Runde kamen die gleichen Personen aus der ersten Runde wieder zusammen, um die Themen zu vertiefen und weiterzudenken. Die erarbeiteten Plakate wurden gesammelt und füllten die Zukunftskompetenz „Denken“.

Bei der Zukunftskompetenz „Zusammenarbeit“ absolvierten wir ein Seil-Puzzle-Spiel, bei dem wir – ohne loszulassen und ausschließlich nonverbal – gemeinsam einen Knoten bilden mussten. Anschließend versuchten wir, diesen wieder zu lösen. Eine Beobachtergruppe verfolgte dabei die verschiedenen Teams, analysierte ihre Strategien und Vorgehensweisen und stellte ihre Eindrücke am Ende vor. In der gemeinsamen Reflexion sprachen wir über Vertrauen, Kommunikation und Teamdynamik, bevor es in die Pause ging.

Die 4. Zukunftskompetez und die letzte für den Smstag war: „Beziehungen“. Dabei standen Dialog, Diskurs und Bescheidenheit im Mittelpunkt. Wir beschäftigten uns mit Metafragen zu Beziehungen sowie mit Themen wie Wertschätzung, Verbundenheit und Mitgefühl. Jede:r hat sich für ein Thema entschieden und in der Gruppe darüber gesprochen. Dabei galt die Regel, nicht dazwischenzureden – sprechen durfte nur die Person, die das Redeobjekt in der Hand hielt. In der sogenannten „Ernte“ wurden die zentralen Aussagen gesammelt und zusammengefasst. Zum Abschluss präsentierten jene, die die Informationen geerntet hatten, die wichtigsten Erkenntnisse in einer kurzen Vorstellung. Am Ende gab es wieder die Möglickeit, eigene gedanken ins Jounalheft zu schreiben.

In der letzten Station „Handeln“ setzten wir uns mit unseren inneren Gegenspielern auseinander – zehn sogenannten „Entgegnern“: dem Perfektionisten, dem Schwarz-Weiß-Richter, dem Vergleichsgeist, dem Nebel, dem Ego-König, dem Harmonie-Wächter, der Misstrauensstimme, dem Zuschauer, dem Ohnmächtigen und dem Unsichtbaren. Jede Gruppe wählte einen dieser Entgegner aus und entwickelte dazu eine kleine Show in Form eines Mini-Theaterstücks. In den Präsentationen wurden die inneren Konflikte kreativ dargestellt und mögliche Wege gezeigt, wie man ihnen bewusst begegnen und ins Handeln kommen kann. Aus jeder Show wurden Ernte gesammelt und anschließend hat Semih die Wand mit Zeichnungen und den Ernten vervollständigt.

Neben den Aktivitäten und dem Seminar nutzten wir die Pausen und Freizeitangebote, um uns besser kennenzulernen, Spaß zu haben und uns im Austausch miteinander zu verbinden. Die Kombination aus Spielen, gemeinsamen Snacks (shared Snacks Tisch) und lockeren Gesprächen sorgte für eine angenehme und lebendige Atmosphäre.

Unsere Stipisprecher:innen aus allen Bundesländern haben am Samstagabend ein tolles Programm für die Stipis oraginiert: das START Game

Es gab insgesamt drei Spiele, bei denen die Teams gegen einander gespielt haben und am Ende gab es drei Gewinner:innen Teams, die Medaille und Geschenke bekomen haben!

Hier noch einige Eindrücke und Feedbacks

„In den letzten Wochen hatte ich viel Druck – sowohl in der Schule als auch zu Hause. Das START-Ö Seminar kam genau im richtigen Moment für mich. Das Wochenende hat mir geholfen, ein Stück Abstand vom Stress zu gewinnen und etwas zur Ruhe zu kommen. Ich konnte neue Energie tanken, mich austauschen und einfach den Moment genießen. Das hat mir wirklich gutgetan.“

„Das Seminar bot mir die Möglichkeit, neue Leute mit verschiedenen Interessen und aus unterschiedlichen Herkünften kennenzulernen. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, verschiedene Meinungen und Ansichten anzuhören. Außerdem habe ich gelernt, dass wir unsere Zukunft aktiv mitgestalten können.“

„Das START-Österreich Seminar war eine besondere Erfahrung für mich. Ich habe viele freundliche und offene Menschen kennengelernt, die mir geholfen haben, mich wohlzufühlen, obwohl ich wegen meiner Sprachkenntnisse anfangs etwas unsicher war. Der Seminarinhalt war sehr interessant und lehrreich – ich habe viel über meine Stärken, Fähigkeiten und die Zukunft gelernt. Besonders schön war es, Tänze aus verschiedenen Kulturen zu lernen und gemeinsam zu tanzen. Ich bin dankbar an die Organisator:innen und alle, die das Seminar ermöglicht haben. Alles – die Menschen, die Atmosphäre, der Ort und das Essen – war einfach wunderschön, und ich freue mich schon auf das nächste Jahr!“

„In diesem Seminar gab es viele sowohl positive als auch weniger schöne Momente. Dennoch war es für mich zweifellos eine wertvolle Erfahrung, da es mich mit all diesen neuen – und teilweise auch herausfordernden – vertieften Erkenntnissen, neuen Bekanntschaften und einfach wunderbaren Momenten bereichert hat, an die ich mich mit großer Dankbarkeit und etwas Wehmut erinnere!“

Fotos Copyright: Semih Morel

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