Uraufführung MY BODY IN ME – Das Kunstprojekt der START-Wien StipendiatInnen

Ich lebe in einem Land, in dem Kleidung dazu dient die Persönlichkeit zu unterdrücken.
Ich lebe in einem Land mit Sixpack – Kultur.
Ich lebe in einem Land, in dem jeder mit seinem Körper tun kann was er will.
Ich lebe in einem Land voller Stolz.
Ich lebe in einem Land voller Vorurteile.
Ich lebe in einem Land, das auf zwei Kontinenten liegt.
Ich lebe in einem Land, in dem mein Körper das Eigentum meiner Eltern ist.
Ich lebe in einem Land, in dem man für Cremes wirbt, die einen heller machen sollen.
Ich lebe in einem Land, in dem Eltern nicht nur für ihre Kinder leben.
Ich lebe in einem Land, in dem jeder die Möglichkeit zur Bildung bekommt.
Ich lebe in einem Land, in dem man den Bauch nicht einziehen muss.
Ich lebe in einem Land, in dem Rede- und Meinungsfreiheit teilweise nur auf dem Blatt existieren.
Ich lebe in einem Land, in dem es wichtiger ist geschminkt zu sein, als eine Meinung zu haben.
Ich lebe in einem Land, in dem mein Körper einem Mann gehört, den ich nicht liebe.

WHEN MY BODY JUMPS THEN TIME STANDS STILL

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Vierzig StipendiatInnen von START-Wien haben unter der künstlerischen Leitung von Mirjam Sögner und Julia Perschon des Theater DSCHUNGEL WIEN in den letzten Monaten ein multimediales Tanztheater erarbeitet. Die ausverkaufte Uraufführung von „My Body in Me“ fand gestern mit über 180 begeisterten Zuschauern statt.

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Modewelt, Fitnesstrends und Rollenbilder: Auf der Suche nach dem „Authentischen“

Die Modewelt, neue Fitnesstrends und Gesundheitsansätze sind nur einige Einflüsse, die den Körper zum Spielball von Eigen- und Fremdbildern machen und verschiedene Empfindungen auslösen können. Oft geht dabei das Wahrnehmungsgefühl für den eigenen Körper verloren und wir werden von Rollenbildern geprägt. Doch wollen wir diesen Rollenbildern denn entsprechen? Tun sie uns gut? Verhält sich mein Körper in der Öffentlichkeit anders?

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Auf die Suche nach dem „Authentischen“ haben sich die StipendiatInnen des START-Wien Programms im Rahmen des diesjährigen Kunstprojekts gemacht. Während der Proben zu „My Body in Me“ haben sich die jungen KünstlerInnen diesen Fragen tänzerisch, schauspielerisch, in Worten und mit Videokameras ausgestattet genähert. Das Ergebnis ist ein multimediales Theaterstück in vier Akten, das am 8.4.2015 im DSCHUNGEL WIEN einem begeisterten Publikum präsentiert wurde.

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„Die Arbeit mit Mirjam Sögner und Julia Perschon vom DSCHUNGEL WIEN war eine Herausforderung und wertvolle Erfahrung für unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten“, erzählt Dipl.-Soz. Katrin Triebswetter, Projektkoordinatorin von START-Wien „Unsere Jugendlichen, wie alle anderen auch, sehen sich starken Normierungserwartungen in Bezug auf ihren Körper ausgesetzt. Zu sehen, wie sie diese im Verlauf Stück für Stück in Frage gestellt und dadurch Selbstbewusstsein gewonnen haben, bestätigt auch unseren Ansatz, künstlerischen Perspektiven in unserem Bildungsprogramm einen breiten Raum zu geben. Die Stärke, die sie dadurch gewonnen haben, wurde auch für das Publikum spürbar.“

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Das Stück wird am Wochenende noch viermal aufgeführt:
Do. 9. April 19:30 Uhr
Fr. 10. Apr. 10.30 und 19.30 Uhr (im Anschluss an die Abendvorstellung am Freitag findet ein öffentliches Publikumsgespräch statt).
Sa. 11. Apr. 19.30 Uhr
Weitere Infos zum Stück, den KünstlerInnen und die Möglichkeit zur Kartenreservierung finden Sieauf der Seite des Theater DSCHUNGEL WIEN.
Und eine erste Kritik zum Stück gibt es bereits im Kurier – danke!

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