Online im Theater: Gandhi – Der schmale Grat

Auch wenn das Landestheater Niederösterreich aufgrund der Corona-Maßnahmen leider schon länger geschlossen ist, gab es doch ein sehr spannendes Angebot für die START-NÖ StipendiatInnen: Wir konnten uns online das Theaterstück „Gandhi – Der schmale Grat“ ansehen und danach mit Theaterpädagoginnen des Landestheaters das Stück nachbesprechen. Da ging es um verschiedene Formen des Protests, wofür wir auf die Straße gehen (würden), wie mutig wir uns einschätzen bzw. was Mut überhaupt bedeutet und was wir von Gandhi lernen können. Auch die Schauspielerin des Stücks, Bettina Kerl, nahm sich extra für uns Zeit und kam für eine Fragerunde in die Videokonferenz dazu.

Wir bedanken uns vielmals für den interessanten Theater-Nachmittag!

Mir hat es gut gefallen. Für mich persönlich war es ein neues Erlebnis. Jetzt habe ich ein klareres Bild, wie es eigentlich im Theater läuft. Sehr bemerkenswert waren die kleinen Besprechungen mit den Trainerinnen und die kurze Aufklärung von der Schauspielerin. (Salam)

Das Theaterstück fand ich sehr abwechslungsreich, da Historie mit etwas Neuem zusammenverbunden wurde, eine Erzählerin oder auch der „Gandhi-Fan“ im Stück hat die Geschichte Gandhis in einer neuen und frischen Form über Video rübergebracht. Ebenfalls fand ich die einzelnen Übungen, wie das Besprechen der Lektionen im Stück sehr hilfreich und auch gut, um diese nochmal zu wiederholen und besser zu merken. Letztlich war natürlich auch ein Highlight die Fragerunde mit der Schauspielerin des Stückes Bettina Kerl, denn es war interessant zu wissen was im Hintergrund eines so aufwendigen Stückes passiert und wie man sich als einzige Schauspielerin in einer Aufführung fühlt. (Genti)

Das Theaterstück über Gandhi war sehr spannend, die Fragerunde mit der Schauspielerin fand ich auch toll, da wir alle unsere Fragen ihr stellten und die Unklarheiten klären konnten. Es gefällt mir immer, ein gutes Theaterstück zuschauen zu dürfen, natürlich es wäre sehr schön, wenn es live stattfindet und nicht nur online, aber im Großen und Ganzen hat mir sehr gefallen, nach längerer Zeit, wieder Zuschauer eines guten Theaterstücks zu sein. (Navid)

Ich fand das Theaterstück sehr interessant. Ich habe zum ersten Mal ein Monolog Theaterstück angeschaut, also es war etwas Neues. Es war auch gut, dass wir am Ende mitarbeiten konnten und über das Stück gesprochen haben. Dass geschichtliche Inhalte dabei waren, war auch gut, so habe ich Vieles aus der Geschichte von Indien gelernt, das ich nicht wusste. (Sara)

Das war das erste Mal für mich, eine derartige Performance mir anzuschauen, und ich kann nun sagen, dass ich es echt bereue, dass ich vorher zu keinem Theater gegangen bin. Obgleich es Corona-bedingt nicht möglich war, das Theaterstück „live“ zu sehen, war ich nicht in der Lage, es aus dem Auge zu lassen, da jeder Moment äußerst hinreißend war.. Jedes einzelne Detail war von Bedeutung und enthielt essentielle Fakten über Gandhi. Was mir auch besonders gefiel war die Nachbesprechung und, dass die tolle, talentierte und auch nette Schauspielerin Bettina Kerl auch dabei war, wodurch es möglich geworden war, ihr persönlich Fragen über ihre Erfahrungen im Bezug auf Schauspielen zu stellen! (Mohammed)

SOLLEN SIE DOCH PLASTIK FRESSEN! Ein Fest zum Weltuntergang

Am Freitag dem 09.10. haben wir, die Wiener Stipendiaten und Stipendiatinnen beim Museumsquartier getroffen. Dort haben wir uns die Vorstellung „Sollen sie doch Plastik fressen!“ im Dschungeltheater Wien angesehen.

Das Theaterstück hat ungefähr eine Stunde gedauert. Es wurde von jungen Schauspielern und Schauspielerinnen vorgeführt und es bestand eine sehr angenehme Atmosphäre im Raum. Das Theaterstück war sehr musikalisch, man hatte auch das Gefühl wirklich angesprochen zu werden von den Schauspielerinnen und sie haben einen danach zum kritischen Denken verleitet. Zu Beginn des Stückes wurde warmes Fanta an die unterste Reihe ausgeteilt. Auch an drei Stipendiaten. Was doch eigentlich nett klingt.

 

Worum geht es eigentlich in dem Stück? Fragen sich bestimmt schon einige.

Die Hauptthematik in „Sollen sie doch Plastik fressen!“ ist der exzessive Konsum unserer Gesellschaft, welche die jungen Akteure versucht haben klarzustellen. Ebenso durch ironische Anmerkungen wie zum Beispiel, dass sie wissen Fliegen ist nicht gut, aber sie haben schon ihren nächsten Urlaub gebucht. Durch diese Anmerkungen wollten sie auch vermitteln, dass den meisten Menschen in der westlichen Welt, bewusst ist welche Folgen ihr Konsumverhalten mit sich trägt, jedoch sehen sie die Auswirkungen in erster Linie zu weit von ihnen selbst entfernt. Um die Liebenswerte Verteilung von dem Fanta klarzustellen. Dabei ging es hauptsächlich darum, dass sie dann gleich mal zum Beginn des Stückes mindestens 15 verschiedene Fanta Geschmacke aufgezählt haben und es einer Stipendiatin bewusstwurde, dass es nicht nötig ist so viele verschiedene Arten von Fanta zu produzieren und konsumieren.

Gegen Ende der Vorstellung wo es einen Zeitsprung ist Jahr 2100 gab, wurde eine Menge an Plastikflaschen ausgeleert, um das ganze nochmal zu verdeutlichen. Nach und nach haben sie auch vermittelt, dass es immer mehr Menschen bewusstwurde, wie die Lage ist, weil die Probleme, welche soweit davor entfernt schienen, mittlerweile in der westlichen Welt angelangt sind.  Doch dann wurde auch schnell klar, dass es nun zu spät ist.

 

Bericht:  Edison Baardies, Stipendiat

Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

START-Wien und START-Niederösterreich treffen sich zum ersten digitalen Theaterabend bei START.

Da ein „offline“ Theaterbesuch aktuell leider nicht möglich ist und die Stipendiat*innen aus Wien & NÖ sehr gerne ins Theater gehen, haben wir uns umso mehr gefreut, dass das Volkstheater in Wien einen Online-Spielplan anbietet. Jeden Tag um 18h ist ein anderes Stück als Stream für 24h verfügbar. Wir haben die Möglichkeit gleich genutzt und spontan einen digitalen Kulturabend geplant. Um 17.30 haben wir uns via Zoom getroffen um das Theaterstück „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ vorab zu besprechen, einige kannten bereits das Buch bzw. die Verfilmung mit Omar Sharif. Pünktlich um 18h haben wir alle Mikrofone und Kameras ausgeschalten und auf Play gedrückt.

Nach dem gebührenden, virtuellen Applaus folgte die Nachbesprechung und Diskussion. Dabei wurde über Selbstfindung, die Eltern-Kind-Beziehung, Freundschaft, Religion und Mehrsprachigkeit u.a. ausgiebig gesprochen. Besonders die Schlichtheit der Bühne (eine schwarze Tafel und Kreide) und die wenigen Requisiten wurden erwähnt, denn „die Simplizität vermittelt ein schönes Gefühl, als würden wir alle um ein Lagerfeuer sitzen und einer Geschichte zuhören.“ Wir freuen uns schon auf den nächsten digitalen Theaterabend, es hat uns sehr gefallen. Ein herzliches Dankeschön geht an das Volkstheater, die diesen Abend mit ihren Aufzeichnungen ermöglicht haben und mit uns (und der Welt) ihre langjährige Theaterarbeit virtuell teilen.

Das Theaterstück „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ war für mich nicht sehr einfach zu verstehen. Viele Kenntnisse aus der Religion waren für mich unbekannt. Trotzdem habe ich die andere Themen, wie Eltern-Kind-Beziehung, Freundschaft, Selbstfindung zur Kenntnis genommen. Die Inszenierung habe ich interessant gefunden, weil die Schauspieler nur eine Tafel mit Kreide und 2 Sesseln zur Verfügung hatten. -Mariana

Ich fand das Theaterstück wirklich schön und interessant. Am meisten hat mir jedoch die Diskussionsrunde gefallen, da jede/r seine/ihre Interpretation und Meinung mit der Gruppe teilen konnte und wir so auch leichter das Stück verstanden haben! Ich freue mich schon auf das nächste Theaterstück! -Jovana

Ich fand das Theaterstück toll und in der Umsetzung einzigartig. Theaterabende sind generell was Schönes und etwas worauf man sich freuen kann. -Mariana

Das Teatherstück „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ hat mich sowohl den Inhalt als auch die Kunst super gut gefallen. Da ich das Buch vor zwei Jahren gelesen habe, hatte ich den Inhalt fast vergessen, aber durch dieses Teatherstück wurde ihn erfrischt. Danke für das Angebot. -Abbas

Theaterbesuch „Bang Bang You’re Dead“

Am Dienstag, den 17.12.2019, besuchten einige START-OÖ Stipendiat*innen am Abend das englischsprachige Theaterstück „Bang Bang You’re Dead“ im Kornspeicher in Wels, um Stipendiatin Irma, welche eine der fünf Toten in dem Stück spielt, zu unterstützen.

Stipendiatin Samar berichtet:

„Beim Theater angekommen wurden wir herzlich von Irmas Lehrerin, welche sich sehr über unseren Besuch freute, begrüßt. Gespannt nahmen wir unsere Plätze ein. Vor dem Stück gab es eine kleine Einführung, worum das Stück handelte, und weshalb dieses Stück geschrieben wurde.

In dem Stück ging es um einen Amoklauf in den USA. Josh, ein 17-jähriger Junge, saß in einer Zelle – es war der Tag nachdem er den Amoklauf in der Schule begannen hatte. In der Nacht erschienen ihm seine 5 Opfer und fragten ihn immer wieder „Why me, Josh?“ Doch Josh reagierte immer sehr flapsig auf diese Frage, und sie bekamen anfangs keine richtige Antwort. Daraufhin wurde die Tat in Rückblende erzählt:

Josh wurde von seinen Eltern immer sehr verwöhnt, und er bekam jedes Geschenk, das er woltle. Ein Schlüsselmoment in Josh’s Leben veränderte alles- als ihn sein Opa zur Jagd mitnahm, und er zum ersten mal einen Hirschen erlegte. Ab diesem Zeitpunkt änderte sich Josh’s Leben. Seine Freundin trennt sich nicht nur von ihm, sondern kommt auch noch mit seinem besten Freund, mit dem er schon im Kindergarten zusammen gespielt hat, zusammen. In der Schule wird er immer mehr zum Außenseiter, die anderen Jugendlichen lachen zunehmend über ihn. Auch seine Eltern setzen Josh zunehmend unter Druck. Josh sagt daraufhin zu seinen Eltern, er wolle eine Waffe, und bekommt diese nach langen Diskussionen um seine Schulnoten auch.

Und dann beginnt Josh auch noch, Stimmen zu hören, doch auch eine Psychotherapeutin dringt nicht zu Josh durch. Und so nimmt das Drama seinen Lauf. Zuerst ermordet er seinen Vater, gefolgt von seiner Mutter, und schließlich fünf Schulkolleg*innen. Darunter sind seine Exfreundin, seine besten Freunde und zwei Schulkolleginnen, die eigentlich kaum etwas mit Josh zu tun hatten.

Am Ende nimmt das Theaterstück eine emotionale Wendung. Die fünf Toten führen Josh vor Augen, was er ihnen alles genommen hat. Sie erklären, was sie alles aus ihrem Leben vermissen, welche Zukunftspläne sie hatten, und wozu sie nicht mehr in der Lage sein werden.

Die harte Fassade von Josh bricht daraufhin zusammen. Er sagt, er hätte nicht gedacht, dass es für immer sein würde, wenn er sie umbringt. Er hatte nicht daran gedacht, was er ihnen alles nehmen würde. Und wenn er könnte, würde er es rückgängig machen.

Das Theaterstück war sehr ergreifend und emotional und die Schauspieler*innen, allesamt Schüler*innen der HAK 1 Wels, haben unglaubliches schauspielerisches Talent – noch dazu in einer Fremdsprache – gezeigt. Wir gratulieren allen Beteiligten zu der hervorragenden Aufführung und bedanken uns bei Irma und ihrer Professorin für die Einladung!“

Weitere Infos zum Stück finden Sie auf dieser Website.