Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

START-Wien und START-Niederösterreich treffen sich zum ersten digitalen Theaterabend bei START.

Da ein “offline” Theaterbesuch aktuell leider nicht möglich ist und die Stipendiat*innen aus Wien & NÖ sehr gerne ins Theater gehen, haben wir uns umso mehr gefreut, dass das Volkstheater in Wien einen Online-Spielplan anbietet. Jeden Tag um 18h ist ein anderes Stück als Stream für 24h verfügbar. Wir haben die Möglichkeit gleich genutzt und spontan einen digitalen Kulturabend geplant. Um 17.30 haben wir uns via Zoom getroffen um das Theaterstück “Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran” vorab zu besprechen, einige kannten bereits das Buch bzw. die Verfilmung mit Omar Sharif. Pünktlich um 18h haben wir alle Mikrofone und Kameras ausgeschalten und auf Play gedrückt.

Nach dem gebührenden, virtuellen Applaus folgte die Nachbesprechung und Diskussion. Dabei wurde über Selbstfindung, die Eltern-Kind-Beziehung, Freundschaft, Religion und Mehrsprachigkeit u.a. ausgiebig gesprochen. Besonders die Schlichtheit der Bühne (eine schwarze Tafel und Kreide) und die wenigen Requisiten wurden erwähnt, denn “die Simplizität vermittelt ein schönes Gefühl, als würden wir alle um ein Lagerfeuer sitzen und einer Geschichte zuhören.” Wir freuen uns schon auf den nächsten digitalen Theaterabend, es hat uns sehr gefallen. Ein herzliches Dankeschön geht an das Volkstheater, die diesen Abend mit ihren Aufzeichnungen ermöglicht haben und mit uns (und der Welt) ihre langjährige Theaterarbeit virtuell teilen.

Das Theaterstück “Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran” war für mich nicht sehr einfach zu verstehen. Viele Kenntnisse aus der Religion waren für mich unbekannt. Trotzdem habe ich die andere Themen, wie Eltern-Kind-Beziehung, Freundschaft, Selbstfindung zur Kenntnis genommen. Die Inszenierung habe ich interessant gefunden, weil die Schauspieler nur eine Tafel mit Kreide und 2 Sesseln zur Verfügung hatten. -Mariana

Ich fand das Theaterstück wirklich schön und interessant. Am meisten hat mir jedoch die Diskussionsrunde gefallen, da jede/r seine/ihre Interpretation und Meinung mit der Gruppe teilen konnte und wir so auch leichter das Stück verstanden haben! Ich freue mich schon auf das nächste Theaterstück! -Jovana

Ich fand das Theaterstück toll und in der Umsetzung einzigartig. Theaterabende sind generell was Schönes und etwas worauf man sich freuen kann. -Mariana

Das Teatherstück “Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran” hat mich sowohl den Inhalt als auch die Kunst super gut gefallen. Da ich das Buch vor zwei Jahren gelesen habe, hatte ich den Inhalt fast vergessen, aber durch dieses Teatherstück wurde ihn erfrischt. Danke für das Angebot. -Abbas

Theaterbesuch “Bang Bang You’re Dead”

Am Dienstag, den 17.12.2019, besuchten einige START-OÖ Stipendiat*innen am Abend das englischsprachige Theaterstück “Bang Bang You’re Dead” im Kornspeicher in Wels, um Stipendiatin Irma, welche eine der fünf Toten in dem Stück spielt, zu unterstützen.

Stipendiatin Samar berichtet:

“Beim Theater angekommen wurden wir herzlich von Irmas Lehrerin, welche sich sehr über unseren Besuch freute, begrüßt. Gespannt nahmen wir unsere Plätze ein. Vor dem Stück gab es eine kleine Einführung, worum das Stück handelte, und weshalb dieses Stück geschrieben wurde.

In dem Stück ging es um einen Amoklauf in den USA. Josh, ein 17-jähriger Junge, saß in einer Zelle – es war der Tag nachdem er den Amoklauf in der Schule begannen hatte. In der Nacht erschienen ihm seine 5 Opfer und fragten ihn immer wieder “Why me, Josh?” Doch Josh reagierte immer sehr flapsig auf diese Frage, und sie bekamen anfangs keine richtige Antwort. Daraufhin wurde die Tat in Rückblende erzählt:

Josh wurde von seinen Eltern immer sehr verwöhnt, und er bekam jedes Geschenk, das er woltle. Ein Schlüsselmoment in Josh’s Leben veränderte alles- als ihn sein Opa zur Jagd mitnahm, und er zum ersten mal einen Hirschen erlegte. Ab diesem Zeitpunkt änderte sich Josh’s Leben. Seine Freundin trennt sich nicht nur von ihm, sondern kommt auch noch mit seinem besten Freund, mit dem er schon im Kindergarten zusammen gespielt hat, zusammen. In der Schule wird er immer mehr zum Außenseiter, die anderen Jugendlichen lachen zunehmend über ihn. Auch seine Eltern setzen Josh zunehmend unter Druck. Josh sagt daraufhin zu seinen Eltern, er wolle eine Waffe, und bekommt diese nach langen Diskussionen um seine Schulnoten auch.

Und dann beginnt Josh auch noch, Stimmen zu hören, doch auch eine Psychotherapeutin dringt nicht zu Josh durch. Und so nimmt das Drama seinen Lauf. Zuerst ermordet er seinen Vater, gefolgt von seiner Mutter, und schließlich fünf Schulkolleg*innen. Darunter sind seine Exfreundin, seine besten Freunde und zwei Schulkolleginnen, die eigentlich kaum etwas mit Josh zu tun hatten.

Am Ende nimmt das Theaterstück eine emotionale Wendung. Die fünf Toten führen Josh vor Augen, was er ihnen alles genommen hat. Sie erklären, was sie alles aus ihrem Leben vermissen, welche Zukunftspläne sie hatten, und wozu sie nicht mehr in der Lage sein werden.

Die harte Fassade von Josh bricht daraufhin zusammen. Er sagt, er hätte nicht gedacht, dass es für immer sein würde, wenn er sie umbringt. Er hatte nicht daran gedacht, was er ihnen alles nehmen würde. Und wenn er könnte, würde er es rückgängig machen.

Das Theaterstück war sehr ergreifend und emotional und die Schauspieler*innen, allesamt Schüler*innen der HAK 1 Wels, haben unglaubliches schauspielerisches Talent – noch dazu in einer Fremdsprache – gezeigt. Wir gratulieren allen Beteiligten zu der hervorragenden Aufführung und bedanken uns bei Irma und ihrer Professorin für die Einladung!”

Weitere Infos zum Stück finden Sie auf dieser Website.