Im Farbrausch – die ART-Night in Salzburg

Eine Leinwand auf dem Tisch, die Acryl-Farben auf dem Mischteller und drei Pinsel in verschiedenen Größen – so sah am Montag, den 25. Juli der Tisch jeder einzelnen Teilnehmerin zu Beginn der ART-Night aus.

Gemeinsam mit Künstlerin Stella Löninger (Künstlerin aus Salzburg) durften die kunstinteressierten Stipendiatinnen ein Portrait malen. Obwohl alle Teilnehmerinnen dieselbe Vorlage präsentiert bekamen, an der sie sich während ihres Malprozesses orientieren sollten, wurde schnell klar, dass die Portraits am Ende unterschiedlich aussehen würden.

Sowohl in der Farbauswahl als auch in der Darstellung des Gesichts ließen sich letztlich zahlreiche Unterschiede zwischen den Kunstwerken der Stipendiatinnen erkennen. Gemeinsam mit der Künstlerin lernten die Teilnehmerinnen, wie sie anhand von Schatten, Konturen und Mischtechniken das gewünschte Endergebnis erzielen.

Nach drei Stunden hielten alle Künstlerinnen ihr fertiges Kunstwerk in den Händen. Wie den Teilnehmerinnen der Workshop gefallen hat, lässt sich an den begeisterten Kommentaren erkennen:

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Am 25.07 sind wir mit Valentina zur Art-Night gegangen. Wir haben mit der Künstlerin Stella das Portrait einer Frau gemalt. Die Künstlerin hat uns Anweisungen gegeben und wir haben nachgemalt. Obwohl wir alle ihren Anweisungen gefolgt haben, war es sehr spannend zu sehen, wie das Portrait von jeder von uns aussehen wird. Einige von uns und auch ich hatten keine Erfahrungen, und haben uns nicht getraut, ein Portrait auf eine Leinwand zu malen. Außerdem haben wir jetzt einige Tricks erfahren – zum Beispiel, wie man mit dem Schatten und Licht arbeitet.
Ich würde mich sehr freuen wenn wir so was ähnliches nochmal wiederholen.

Fatema

Am 25.07.2022 waren wir bei der Art-Night in der ARGE. Die Künstlerin war uns sehr sympathisch und deswegen waren wir auch sehr motiviert. Als wir angefangen haben, wollten wir gar nicht mehr aufhören. Wir waren sehr konzentriert und es hat sehr viel Spaß gemacht. Und obwohl wir alle die gleiche Vorlage hatten, sind wir mit individuellen Werken nach Hause gegangen. Ich könnte mir vorstellen so etwas nochmal zu machen und freue mich schon darauf.

Jasmine

Ein Portrait mit nur acht Farben nachmalen? Ob das gut geht? Und wie!

Das durften wir bei der ArtNight mit einer Künstlerin feststellen. Grundsätzlich haben wir alle das gleiche Portrait gemalt, dennoch unterscheidet sich jedes von jedem völlig. Einige hatten langes Haar, einige ein grelles Top an und eine hatte ein Kopftuch. Zwar erkennt man, dass wir alle nach einem bestimmten Muster gearbeitet haben, und zwar nach jenem, mit welchem uns Stella führte, aber trotzdem hat jedes einzelne Bild seine eigenen Charaktereigenschaften.

Ich würde schon fast behaupten, dass man anhand bestimmter Merkmale der individuellen Portraits schnell den Künstler dazu zuordnen kann. Und das machte den Workshop für mich persönlich so besonders – die Feststellung, welche unterschiedlichen Wege wir trotz des gleichen Startes/Denkanstoßes gehen. 

Schabnaz

Am 25.7.2022 habe ich an der Art-Night teilgenommen. Wir haben eine Leinwand und verschieden Acrylfarben bekommen, wie zum Beispiel Lila und Schwarz. Wir dürften an diesem Abend eigene Portraits malen. Es hat mir sehr Spaß gemacht, weil ich zum erst mal mit Acrylfarben gemalt habe. Die Künstlerin war sehr nett und sie hat uns jeden Schritt erklärt und uns gezeigt. Wir haben alle unterschiedlichen Farben verwendet. Ich habe mein Portrait mit rotem Kopftuch gemacht. Zuerst war ich mir nicht sicher, wie es aussehen wird. Aber es ist sehr schön geworden.

Wafa

Wir bedanken uns bei der Künstlerin Stella Löninger (Contemporary magical fine art | Stella Löninger Magical Fine Art | Salzburg (stellaloeninger.com), die uns in den drei Stunden dabei geholfen hat, eigene Kunstwerke zu erschaffen.

Die Stipendiatinnen mit der Künstlerin Stella (ganz rechts)

„Die Kunst muss nichts. Die Kunst darf alles.“

Am vergangenen Samstag, den 9. April 2022 machten sich sieben Salzburger Stipendiaten und Stipendiatinnen auf, um gemeinsam mit START-Mitarbeiterin Valentina das Museum ‘Kunst der verlorenen Generation’ zu besuchen. Im Zuge unterschiedlicher Workshops erhielten die Stipendiaten und Stipendiatinnen bereits des Öfteren die Möglichkeit, sich mit Themen der Geschichte und der Politik auseinanderzusetzen.

Der Besuch eines Salzburger Kunstmuseums war der erste Termin in diesem Schuljahr zum Themenbereich Kunst. Um die einzelnen Themenschwerpunkte zu verbinden und den Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Gelegenheit zu schaffen, in die Kunstwelt reinzuschnuppern, wurde das Museum ‘Kunst der verlorenen Generation’, das zahlreiche Kunstwerke von Künstler und Künstlerinnen besitzt, die im Zuge des Nationalsozialismus verfolgt oder verstärkt in ihrer künstlerischen Ausübung eingeschränkt wurden, ausgewählt.

Nach einer theoretischen Einführung seitens Projektmitarbeiterin Valentina durften sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen alleine durch das Museum bewegen, um sich die Kunstwerke näher anzusehen. Hierbei kam Kunsthistorikerin Marie-Christine Gebhardt immer wieder dazu und gab den Stipendiaten und Stipendiatinnen interessante Hintergrundinformationen zu den einzelnen Kunstwerken mit auf dem Weg. Im Anschluss daran wurde gemeinsam über die Bildinhalte diskutiert. Die Stipendiatinnen Naya, Fatema und Rusul berichten folgend über ihre Eindrücke im Kunstmuseum.

Stipendiatin Naya

„Die Kunst muss nichts. Die Kunst darf alles.“ Kunst und Kultur haben eine große Bedeutung für die Gesellschaft und sind Ausdruck des menschlichen Daseins. Im Museum „Kunst der Verlorenen Generation“ haben wir uns die verschiedenen Gemälde der Künstlerinnen angeschaut und einiges über die damalige Zeit erfahren. Es steckt vermutlich hinter jedem Bild eine spannende Geschichte!

Stipendiatin Fatema

Am Samstag waren wir im Museum “Kunst der verlorenen Generationen”. Wir hatten die Möglichkeit, die Kunstwerke von KünstlerInnen näher zu betrachten, welchen es während des II Weltkrieges verboten war, zu veröffentlichen.
Mir persönlich hat der Workshop sehr gut gefallen. Da ich mich noch nie wirklich mit so was beschäftigt habe, konnte ich sehr viel mitnehmen wie z. B. die Technik, wie KünstlerInnen gemalt haben und was sie gebraucht haben, um zu malen.
Besonders gut fand ich auch, dass oft hinter jedem Kunstwerk eine persönliche Geschichte von der Künstlerin vom Künstler steckt bzw. ein Hintergrund zur Zeit des Nationalsozialismus zu finden ist.

Stipendiatin Rusul

Es gibt keine bessere Idee als die Osterferien mit einem kurzen, aber auch ewig in Erinnerung bleibenden Besuch im Museum der Verlorenen Generation zu starten. Ich habe zwar mehrere Museen und Ausstellungen besucht, aber dieser Besuch liegt mir besonders am Herzen. Das war kein normaler Museumbesuch, wo man sich entspannt Gemälde bzw. Werke ansieht, sondern ein Museumbesuch, wo das Adrenalin seine Höchstgrenzen überschreitet. Dies liegt daran, dass man sich Gemälde ansieht, hinter denen wahre Geschichten stecken. Außerdem wurden manche Gemälde ein Jahr oder zwei Jahre vor der Deportation und der Ermordung von Maler*innen oder der portraitierten Person gemalt, was mich persönlich Nachdenken gebracht hat. Man denkt daran: Wie haben sich die jeweiligen Personen während des Malens gefühlt? Wussten sie gar nicht, dass sie sich bald von ihrem Leben verabschieden werden müssen? All diese Fragen treten auf und man fühlt sich im Museum und in der Zeit der Verlorenen Generation sehr eingeschlossen. Was ich noch gerne erwähnen oder besser gesagt zugeben möchte, dass ohne die ausführliche Einführung von Valentina und ihrer Kollegin, mir einzelne Sachen gar nicht klar und verständlich gewesen wären.

Herzlich bedanken möchten wir uns bei Marie-Christin Gebhardt für die überaus spannenden Hintergrundinformationen und den Blick “hinter die Bilder”.

Comics erstellen #2 – mit Soso

„In jeder Person steckt ein künstlerisches Potential – man muss es nur etwas herauslocken“ – so motivierte START-OÖ Alumna Soso uns am 13.06.2021 für den 2. Teil des Comic Workshops. Nachdem wir im 1. Teil die Geschichte und die Basics zum Thema Comics erhalten haben, ging es beim 2. Teil um die Ideenfindung, den ersten Entwurf und das Gestalten unseres Comics.

“Genauso interessant war der zweite Comics-Workshop wie der erste. Ich habe immer gedacht, dass ich nicht zeichnen kann, aber mit Soso habe ich gelernt, wie ich meine Kreativität heraushole und dass das Zeichnen nicht unbedingt komplex sein muss. Mit wenigen Strichen und Punkten kann man einen Charakter entwickeln und mit wenigen Punkten kann man dem Charakter Emotionen zuteilen. Mir ist auch bewusst geworden, dass ich eigentlich mit Comics aufgewachsen bin. Das hätte ich nicht gedacht, weil ich mich für Comics nie interessiert habe oder mich damit beschäftigt habe, aber alle Cartoons, die ich als Kind gerne angeschaut habe, fallen tatsächlich unter Comics. Mir hat es viel Spaß gemacht dabei zu sein und aus meiner Komfort-Zone herauszukommen und mal was Neues zu machen. Ich bin auf mein Werk so stolz, auch wenn es nicht das Beste ist, aber für mich bedeutet es viel. Danke Soso für diesen Workshop!” – Rahma

“Mir hat der Workshop sehr gefallen, denn ich liebe kreative Aufgaben im Allgemeinen, aber Soso konnte uns eine sehr kompetente und praktische Begleitung dazu bieten. Es war lustig, entspannt und wir hatten viele kreative Freiheit, was meiner Meinung nach in so einem Prozess sehr wichtig ist. Am Anfang haben wir sogar über die Geschichte der Comics gelernt, was sehr interessant war und was mir geholfen hat die Essenz der Comics zu verstehen: Die Botschaft deiner Bilder zählt, ob du zeichnen kannst oder nicht, nicht wirklich.” – Grace

Beim Workshop sind viele super Comics entstanden. Vielen Dank an unsere Alumna Soso für diesen tollen und kreativen Workshop 🙂

START-OÖ wird kreativ beim Portraitzeichnen

Am Sonntag, den 21.02.2021 hatten wir einen Portraitzeichnen Workshop mit Soso, welcher mir sehr gut gefallen hat.

Wir haben mit einfachen Schritten das Portraitzeichnen gelernt. Soso hat uns mit Hilfe von zwei unterschiedlichen Schwierigkeitsleveln beigebracht, wie jeder ein schönes Portrait zeichnen kann. Zuerst haben wir mit dem ersten Level begonnen, wo wir die Grundlagen des Zeichnens lernten. Es gab drei verschiedene Bilder mit unterschiedlichen Personen, um so auch besser zu lernen auf die unterschiedlichen Details zu achten. Wir haben ganz einfach mit den Grundzügen angefangen, um uns so auf das nächste Level vorzubereiten. Beim zweiten Level haben wir die gleichen Personen noch einmal gezeichnet, nur mit mehr Details und Schattierungen, um unser Portrait realistischer aussehen zu lassen. Bereits nach dem zweiten Level haben wir tolle Portraits gezeichnet. Teilweise haben wir Stipis zum ersten Mal ein Portrait gezeichnet und nach diesem Workshop hat jeder von uns drei tolle Zeichnungen hinbekommen.

Soso hat diesen Workshop sehr gut gemacht. Danke Soso, dass du dir für uns Zeit genommen hast 🙂

Ein Bericht von Stipendiatin Samar.

Kunstprojekt: Express Yourself With Poetry, Chapter I

“Es ist nicht genug”
Es ist nicht genug zu wissen
Du musst auch lernen
Es ist nicht genug zu wollen
Du musst auch üben und können
Es ist nicht genug über deine Ziele zu erzählen
Du musst sie auch erreichen
Es ist nicht es von dir zu hören
Du musst es auch zeigen und anwenden

Gedichte zu lesen und auswendig zu lernen, ist mein Hobby, trotz der Liebe, die ich zu Gedichte habe, habe ich vorher nicht versucht mein Eigenes zu schreiben. START hat mir ermöglicht eine tolle Workshop zu besuchen. In dem ich verschiedene Arten der Gedichte gelernt habe, dazu Tipps, um mir zu helfen, mein eigenes Gedicht zu schreiben. Der Workshop war sehr motivierend und voller Energie, außerdem die Themen der Gedichte, die wir diskutiert haben, waren sehr anspruchsvoll. -Asmaa


“Ohne Titel” (ein Auszug)
Dein Lächeln ist mir alles
Dein Dasein ist mir alles
Du existierst und so existiere ich

Mir hat der Workshop sehr gut gefallen, denn es war sehr lehrreich und ich konnte mein Wissen im Bereich Poesie erfrischen, und auch dieses verbessern. Nach dem Workshop konnte ich mein Gefühle in Wörtern besser umwandeln. Und diese Wörter klingen jetzt auch noch besser. Und auch fand ich die Workshopsleiterin sehr sympathisch. Sie hat Ihre Bestens gegeben, um den Workshop lebendiger zu halten. Für so wenige Zeit habe ich vieles von ihr gelernt. Danke für alles liebe Betül. 🙂 -Sakaria


Das Workshop war eine wirklich gute Möglichkeit wieder zu schreiben und auch die Art, die Leidenschaft der Moderatorin hat mich wirklich motiviert etwas zu schreiben. Ein Safe Space hat sie super gut kreiert, deshalb haben sich auch alle wohlgefühlt ihre slams vorzustellen und dass war super cool! Was wir alle in 10min zu Stande gebracht haben, ich bin immer noch absolut beeindruckt von den anderen Stipis, bin mir absolut sicher, dass eine oder die andere sicherlich irgendwann, etwas in die Richtung machen wird! -Sihaam


“Zusammenhalt und Menschlichkeit”
Unsere Welt ist verloren
Die Menschen sind verdorben
Das Geld regiert die Welt
Die Reichen dirigieren diese Welt
Die Armen leiden und reichen ihre Hände nach Hilfe
jedoch die Reiche meiden diese Bitte
Wir versprechen uns Zusammenhalt und Menschlichkeit
Doch setzen es nicht um, wir machen uns etwas vor
und all die schlimmen Ereignisse bekommen wir auch zu Ohr
Solidarität ist gefragt, denn nur so bekämpfen wir das Leid
somit sorgen wir für mehr Menschlichkeit

Der Workshop „Express yourself with poetry“ mit Betül Tomakin war sehr amüsant und interessant. Davor hatte ich mich nicht mit Gedichten auseinandergesetzt, da sie mich nie wirklich interessiert haben. Heuer in der Schule hatten wir welche gelesen, aber das war es dann auch. Jedoch habe ich gestern herausgefunden, dass es sehr viele Möglichkeiten und Stilmittel gibt, wie man Gedichte schreiben kann. Ich selber bevorzuge es, wenn viele Reime verwendet werden, sowie eine gute Message vermittelt wird. Am Ende des Workshops haben wir auch eines selber geschrieben. Anfangs dachte ich mir, das es schwer sein wird, aber im laufe der Vorbereitungszeit habe ich mich sehr gut geschlagen. -Eray


Gestern war eine tolle Erfahrung. Vorher habe ich mir immer gedacht, dass das Gedicht zu schreiben etwas Unmögliches für mich ist und dass ich keine Fähigkeit dafür habe. Aber gestern habe ich bemerkt, dass es kein richtig oder falsch bei dem Gedicht zu schreiben gibt, und man seine Vorstellung, wie weit er/sie möchtet, benutzen kann. Vor allem waren die Schritten beim Schreiben sehr hilfreich für mich. Ich habe mich nicht verloren gefühlt. Deswegen, Danke dass ihr uns so eine Möglichkeit ermöglicht habt. Ich bin sehr dankbar dafür. -Seymanur


“Personifikation des Krieges” (ein Auszug)
Der Krieg hat keine Identität
Er schafft nur Unordnung
Vielleicht ist die Anarchie seine Identität
Der Krieg ist unfähig
Er kann gar nichts, außer Seelen wegnehmen
Wäre der Krieg ein Mann, hätte ich ihm seine Seele weggenommen

Der Workshop „Poetry“ war sehr inspirierend und hilfreich. Ich habe in der letzten Zeit teilweise aufgehört Gedichte zu schreiben. Nach diesem Workshop kann ich mich besser darauf konzentrieren. Mit Hilfe der 5 Schritte, die die Trainerin Betül uns gezeigt hat, beginne ich wieder zu schreiben. Das hat mich sehr gefreut und ich habe sehr viele Ideen, die ich während meinem Schreibprozess berücksichtigen werde. Ich danke Betül für diesen Workshop sehr! -Banan

Ich fand den Workshop richtig interessant, da ich null Ahnung von Gedichte hatte und uns wurde so gut erklärt, wie man ein Gedicht schreibt oder über was man alles schreiben kann und wie man das schreibt. Am schönsten fand ich als wir selbst Gedichte geschrieben haben und es dann vorgelesen haben. Da kamen sehr viele schöne Gedichte raus, wo ich mit den Gedichten mitgefühlt habe. Der Workshop war wieder mal richtig schön gestaltet, was mir richtig gut gefällt und ich so am besten was dazulerne und es mir merke. -Anni

Wir möchten uns bei unserer Kunstprojektleitung Betül Tomakin, START-Alumna & Fellow bei Teach for Austria, sehr herzlich für diesen Workshop bedanken! Wir haben uns viel Inspiration mitgenommen und werden bestimmt unsere Gedanken zukünftig dichtend wiedergeben.

Kunstprojekt: Objekte erzählen

Im Rahmen des START-Wien Kunstprojekts das heuer mit vielen unterschiedlichen Workshops zu den unterschiedlichsten Kunstformen stattfindet, fand knapp nach Weihnachten die Workshops: Objekte erzählen mit START-Alumna, Künstlerin und Autorin Luna Al-Mousli statt.

Objekte erzählen – Online Workshop

“Wir sind umgeben von Erinnerungen. Manche an die wir uns erinnern, andere die tief versteckt sind. Wir fangen diese Erinnerungen in Objekte ein, die wir über die Jahre gesammelt haben,: Fotos, Postkarten, Dinge die wir aufhängen oder in Regalen.”

Vielen Dank an Luna für die spannenden Workshops!

Hier können Sie 3 Texte nachlesen, die während der Workshops entstanden sind:

Jasmin

Ich weiß, das klingt frech und abgehoben.
Aber ich bin mir sicher, ich sehe sehr schön aus. Genauso rieche ich außerdem.
Als Bestätigung dafür gelten seine Gespräche mit dem Mond auf dem Balkon, wo ich übrigens die ganze Zeit wohne.

Ich weiß, das klingt dumm und sinnlos.
Aber ich bin eifersüchtig. Nur manchmal.
Dafür kann ich aber nichts, wenn er meine Nachbarn auch mag und um Gottes Willen auch isst. Nur dass er sie isst, ist ja vorteilhaft für mich, da mir das Rosmarin schon langsam auf den Stängel geht.

Ich war mit ihm immer da in diesem Land.
Jetzt in Wien und ursprünglich in der Steiermark, wo ich ihn zum ersten Mal traf, als mich eine nette, hilfsbereite Dame seinem Vater schenkte, weil er meine Art verehrt und liebt. Das ist sogar verständlich, denn ich bin eine schöne Erinnerung und eine feste Verbindung zu seiner Heimat. Auch wenn Omrans Verbindung zur Heimat nicht die stärkste ist, gibt es diese aber.

Neben Heimat zählt die Verbindung zur Familie auch zu meinen besonderen Eigenschaften. Meinen Namen tragen Personen, die er mag. Dies erinnert ihn an andere Personen, die er über alles liebhat.

Alles schön und gut, aber auch äußerst langweilig.
Ich meine, wer bitte gibt Jasmin in einem Plastikeimer rein. Ich bin ein Klettergehölz und brauche Freiheit und Natur.
Ich will nicht jämmerlich klingen, aber ohne den Mond, der mich von meiner Langeweile mit netten Gesprächen rettet, wäre ich nicht sonderlich grün in diesem kalten Winter.

Omran Almasri

Ein Objekt, tausende Erinnerungen

 Ich war ein ganz wichtiger Bestandteil von seinem Alltag, mit mir konnte er eine sowohl wichtige als auch unterhaltsame Kindheitsphase erschaffen. Denn er verbindet mich mit vielen Geschichten, meistens traurige, aber vor allem verbindet er mich mit seinen alten vermissten Freunden, besonders denen, die aus seiner Gasse oder generell Nachbarn waren. Und immer, wenn er mich nur anschaut, erinnert er sich direkt an seine Heimat, wonach er sich so sehr sehnt und wovon er immerhin träumt.

Tagtäglich war er  daran gewöhnt, mit mir und seinen Freunden in der Nachbarschaft zu spielen. Nicht nur mit mir, sondern auch mit meinen Freunden und Bekannten, die immer mehr wurden, hat er auch gespielt, weil er die Sammlung von uns stets angestrebt hat, wobei er immer wieder andere gewann. Wir waren seine einzige Unterhaltung, realisierte er später, denn er hat mit uns vor der Schule, nach der Schule, auch manchmal in der Schule gespielt, also fast die ganze Zeit. Und obwohl wir klein waren, konnten wir ihn von den alten Kriegszeiten ablenken und ihm hingegen viel Spaß und Freude bereiten. Ich wohne aber jetzt in einer Tasse, in seinem Regal, worein er tagtäglich hinschaut aber mich leider selten erblickt, und den Rest schenkte er seiner Tante zum Dekorieren seiner neuen Wohnung in seiner Heimat, nachdem er sich von allen verabschiedete. Wer ich bin? Eine Murmel! Ein schönes glänzendes Kügelchen, so nannte er mich auch immer…

Ibrahim

Ich bin für Dekoration zuständig – irgendwann erfüllte ich meinen Nutzen wohl nicht mehr, irgendwann war ich meinem Nutzen nicht mehr getreu. Ich wurde weggeschmissen – doch eines Tages entdeckte mich eine Familie, entdeckte meinen Wert – ja sie bewunderte mich sogar und lud mich zu sich nach Hause ein – seitdem dekoriere ich ihr zu Hause.

Doch die Frage ist wie lange, wie lange bin ich was Besonderes, ab wann werde ich selbstverständlich und wann bin ich nicht mehr genug? Irgendwann wurde mir ein Kratzer zugefügt, der meinen Wert massiv verringerte – die Familie versuchte den Kratzer zu heilen und zu vertuschen aber vergeblich. Trotzdem hänge ich noch an der Wand – aber wie lange noch? Jahrelang hing ich nur da, mit wenig Beachtung, mehr Verachtung.

Meine eigentliche Besitzerin, in dessen Zimmer ich hänge wurde von dem Sonnenuntergang, den ich abbildete, gelangweilt und ermüdet. Sie entschloss meine Abbildung zu verändern – sie verlieh mir eine Frische, sie verlieh mir eine neue Persönlichkeit, sie verlieh mir ein neues Leben, sie verlieh mir eine neue Bedeutung.

Ich bin nichts und ich bin alles – es kommt ganz auf dich an. Es kommt auf dein Wissen an, es kommt auf deine Erfahrungen an, es kommt darauf an wer du bist. Du siehst dich selbst in mir – jeder sieht etwas anderes, denn ihr Menschen seid alle individuell. In mir wird deine Seele, dein Weltbild widergespiegelt. Und genau deswegen ist niemand berechtigt über andere zu urteilen, denn jeder handelt entsprechend seinem Weltbild.

Während die Mutter meiner Besitzerin Bäume und Vögel in mich erkennt, erkennt meine Besitzerin Emojis, Buchstaben und Zahlen.

Ich bin nichts und ich bin alles – ich spiegle die Wahrheit wider – die Wahrheit ist für jeden etwas anderes. Die Wahrheit ist etwas so Simples aber doch so Komplexes. Wahrheit ist so simple, weil alles Wahrheit ist, weil all deine Wahrnehmungen Wahrheit sind, aber Wahrheit ist auch so komplex, weil jeder über eine andere Wahrheit verfügt, aber niemand über das große Ganze.  

Ich bin nichts und ich bin alles – es kommt ganz auf dich an. Jeder sieht etwas anderes – es gibt kein richtig und kein falsch – jeder Mensch verfügt über die Wahrheit und zugleich verfügt kein Mensch darüber. Wenn mehrere Menschen dasselbe in mir sehen, fühlen sie sich bestätigt, doch das ist nicht die Wahrheit, sondern ein Stück davon. Social Media ist so aufgebaut, dass ihr in eurem Wissen, eurer Meinung und eurer Perspektive bestätigt werdet, doch gibt acht, denn das ist nicht die Wahrheit – nur ein Stück davon.

Ich bedanke mich herzlich dafür, dabei sein zu dürfen!! Es hat mir eine Freude gemacht und schöne Erinnerungen an die alten Zeiten und auch meine Kindheit hervorgebracht. Außerdem lernte ich die Sachen von anderen Perspektiven zu beobachten und über sie zu erzählen❤️ // Ibrahim

Der Workshop “Objekte erzählen” hat mir besonders viel spaß gemacht, da die Luna (Unsere Workshop Leiterin) uns viel erzählen konnte und ich fande die ganzen Übungen sehr cool und spannend, da wir etwas gemacht haben, was man nicht in der Schule macht und Zuhause auch nicht. Ich habe eindeutig was neues dazugelernt. // Anni

Ich habe gelernt, dass ich kreativer sein kann als ich eigentlich dachte. Ich kann zwar schreiben, aber kreatives Schreiben war nie mein Ding.  Ich hab heute entdeckt, dass es doch etwas spannendes und lustiges ist.  Ich hatte die Möglichkeit Dinge in meiner Umgebung zu finden, zu betrachten und darüber nachzudenken. Dinge, von denen ich wusste, dass sie existieren und dass sie für mich wichtig sind, obwohl ich sie mir nie genauer angeschaut habe und über ihren Wert und Wichtigkeit nicht reflektiert habe. Außerdem haben wir über Kulturkreisen, Probleme in der Gesellschaft und ihrer Lösungen gesprochen.
Hat mir gut gefallen, danke! // Omran

Heute morgen war sehr besonders, ich habe drei Stunden mit einer jungen engagierten Grafik Designerin und Autorin verbracht. Als Sie das Buch vorgelesen hat, habe ich bemerkt, dass wir die selbe Schmerz und Gedanken haben. Es hat mich gefreut sie persönlich anzusprechen, nach dem ich ihr erstes Buch letztes Jahr von Start geschenkt bekommen, seit dem war ich ein Fan von ihr und nach dem heutigen Workshop bin ich mehr noch in ihr verliebt. Sie könnte mich mit ihrer Übungen zu schreiben gebracht, außerdem heute konnte ich mir wieder über mein Lieblingsstift erzählen. Eines werde ich heute sicher noch machen, ihre restlichen Bücher zu kaufen. //Asmaa

Der heutige Kunst-Workshop war sehr spannend, beeindruckend und informativ für mich. Am besten hat mir gefallen, dass wir selber eine Geschichte geschrieben und vorgelesen haben. Von dem heutigen Workshop habe ich gelernt, dass das Schreiben auch macht und es führt uns in anderen Welt, wenn man beim Schreiben ist. Danke für tolles Angebot. //Abbas

Ich fand die Geschichte so schön und es hat micht aus mein Platz gerissen und die Buchswelt gebracht. Man fühlt, was sie gefühlt hat, man erlebt, was erlebt hat, man bekommt mit, was sie geteilt hat. Sehr empfehlenswert! //Mahdi

Mir hat sehr gut gefallen, dass Luna so offen war und uns von ihrem Buch auch vorgelesen hat. Aber mir hat das 3-Buchstaben-Spiel sehr Spaß gemacht. Wir sollten mit 3 Buchstaben, die dieselbe Anfangbucjstabe haben einen Satz bilden, der Sinn des Satzes war aber komplett egal. Dadurch kann man innerhalb sehr kurzer Zeit Vokabular wiederrufen, um in das schreiben rein zu kommen. //Sahar

Es hat mich sehr gefreut Luna kennenzulernen 🙂 wegen der Schule habe ich das Schreiben von Texten immer gehasst, aber Luna hat mir gezeigt wie viel Spaß das machen kann. Das war das erste Mal, dass ich Schreiben genossen habe. Ich freue mich Lunas Buch zu kaufen und zu lesen. //Nuaar

Der Workshop hat mir eine sehr schöne Perspektive auf Dinge und Ereignisse geschenkt und ermöglicht, die mich geprägt haben. Sehr empfehlenswert. //Zahra

Der workshop war sehr gut für Menschen, die sich noch nie mit Kunst (fokussiert auf Schreiben) auseinander gesetzt haben. Kunst erweckt Emotionen, die tief in einem steckt, die auch manchmal raus müssen. // Jasmeet

Der Workshop war wirklich interessant. Denn einem ist nicht wirklich bewusst das fast jedes einzelne Objekt eine Geschichte erzählt. Erst als wir kurz im Workshop Zeit hatten uns umzuschauen um uns ein Objekt auszusuchen worüber wir dann schreiben wurde mir das richtig klar. //Tracy

Eine Reise in die Sammlung Batliner – Monet bis Picasso.

Am letzten Freitagnachmittag haben die Wiener Stipendiat*innen an der online Führung4 Kunstvermittlung von der Albertina teilgenommen. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte des Hauses, startete die virtuelle Reise in den Prunkräumen des Museums, wo sich auch die “Mona Lisa” der Albertina, der weltberühmte Feldhase von Albrecht Dürer, befindet.

Seit 1850 besteht eine Änderung der Malerei, die vom Realismus durch die Nutzung der Kamera abgekommen ist, welche Momentaufnahmen vereinfachte. Die Fotografie hätte das Ende der Malerei bedeuten können, dennoch entstanden neue Malweisen. Die Sammlung vom Ehepaar Batliner beinhaltet einer der bedeutendsten Werke der europäischen Malerei bis hin zur Klassischen Moderne. Eines dieser Werke ist Der Seerosenteich von Claude Monet, welches wir uns einer genaueren Betrachtung unterzogen haben. Monet wechselte seinen Arbeitsort, nahm seine Ölfarben in Tuben mit zur Natur ―  zum eigentlichen Geschehen, das unüblich zu seiner Zeit war. Das Werk Der Seerosenteich ist innerhalb von drei Stunden auf einer über ein Meter großen Leinwand entstanden, welche mit Lichtverhältnissen und Farbverläufen spielt, um einen Eindruck der Wirklichkeit zu erwecken.

Unsere fachkundige Führung, Nadja, bewegte uns ins nächste Zimmer und somit auch weiter in eine Zeit, in der wir die Gelegenheit hatten uns ein Werk von Paul Signac betrachten zu dürfen. Dieser nutzte das Festhalten des Momentes durch die Fotografie und folgte nicht so ganz der impressionistischen Malweise, in dem er nur mit den Grundfarben malte. Stattdessen nutzte er das Farbphänomen in der Optik und malte mit Mischfarben mosaikartige Momentbilder, das uns an Pixel erinnert. Diese neue Technik setzte den Beginn des Neoimpressionismus.

In weiterer Folge betrachteten wir uns eine expressionistische Arbeit von Amedeo Modigliani, ein weiblicher Halbakt, worin die Farben auf blau und grau reduziert sind. Wir erfuhren, dass der Maler aufgrund seiner schwierigen Kindheit unter einer psychischen Krankheit litt, welche sich in seiner Kunst wiederspiegelt. Die Muse in dem Bild war auch seine Partnerin, eine Prostituierte.

Im nächsten Raum durften wir eine Künstlerin kennenlernen, die leider zu ihrer Zeit und der Heutigen keine besondere Bekanntheit erlangte ― Marianne von Werefkin. Sie hingegen benutzte kräftige und fließende Farben. So wurde uns mitgeteilt, dass zur damaligen Zeit eine Diskrepanz in der Bepreisung der Kunstwerke von Männern und Frauen bestand.

Der krönende und zum Teil verwirrende Abschluss der Führung war ein Werk Picassos. Wir betrachteten uns ein kubistisches Spätwerk von ihm. Der Torso und das Gesicht sind von allen Seiten präsentiert und wir haben dank interaktiver Technik über die verschiedenen Perspektiven besprechen können. Das Werk entstand im Jahr 1947, geprägt von der Nachkriegszeit ―  das performative und die Reduktion wurden nicht gut aufgenommen. Gegen dem Ende meinte Mostafa, “Jetzt habe ich Picasso verstanden.”

Wir beendeten unsere Führung mit einer Feedbackrunde und den folgenden Statements:

Der Workshop war für mich sehr informativ und die Dame hat sehr deutlich gesprochen, aber leider wollte ich gerne die Bilder von der Nähe sehen 🙂 – Esmatullah

Die Online-Führung durch das Albertina Museum war für mich sehr spannend, beeindruckend und informativ. Früher habe ich mich nicht wirklich für Kunst interessiert. Aber als ich beim Workshop die Werke von Claude Monet, Paul Signac und Pablo Picasso gesehen habe, hat das mein Interesse an Kunst geweckt. Auch die Möglichkeit der Technik, dass die Workshopleiterin  uns das ganze Museum online gezeigt hat, hat mich sehr beeindruckt. Ich möchte unbedingt noch einen Workshop vor Ort im Museum Albertina besuchen. Danke für dieses tolle Angebot. – Abbas