START-Salzburg Newsletter – Oktober 2022

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Laurine Almohammad – Gedicht und persönliche Worte

„Unglück“ von Peter Spielbauer

Wenn die Zeit vergeht

Und es bei dir nicht weiter geht

Wenn die Sonne scheint

Und sie dich damit nicht meint

Wenn der Regen fällt

Und er dir kein Lied erzählt

Wenn der Mond in der Nacht

Dich nur blöd anlacht

Dann glaube mir

Du bist nicht allein

Das kann von Zeit zu Zeit

Bei jedem von uns sein.

Als ich 14 war, neu in Österreich, erhielt ich die Nachricht, dass einer meiner Mitschüler im Libanon, gestorben sei. Diese Nachricht war ein schwerer Schlag für mich. Eineinhalb Jahre litt ich unter Schlafstörungen. Es war eine sehr schwierige Zeit. Es ging mir so schlecht, dass ich mir nicht vorstellen konnte, irgendwann wieder ein normales Leben zu führen.  
Das Gedicht, das Sie gerade gehört haben, erinnert mich an diese Zeit zurück: „Wenn die Zeit vergeht, und es bei dir nicht weiter geht … Damals dachte ich wirklich, mein Leben wird nicht weitergehen.    
Die Zeit hat mich aber geheilt. Ich habe es überstanden. Nicht zuletzt, weil meine ganze Familie – vor allem meine Eltern – immer an meiner Seite waren und sind. Ich bin überzeugt, dass ich die besten Eltern der Welt habe.

Mit Hilfe eines pensionierten Lehrers, der mich unterstützt, seit ich in Österreich bin, habe ich die Mittelschule mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen und bin jetzt Schülerin der 4. Klasse in der HAK Feldkirch. Ich kannte keinen Menschen in der neuen, höheren Schule – aber dank meines Klassenvorstandes habe ich die Herausforderung meistern können. 

In den vergangenen Sommerferien hatte ich dank meines Direktors die Möglichkeit, mein Praktikum in einem Feldkircher Baumarkt zu machen, in der Verwaltung: So viele nette Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Chefs! Ich habe wertvolle Erfahrungen gesammelt, für das Schul- wie für das Privatleben.

Seit einem Jahr bin ich nun Stipendiatin bei START. Nach fünf recht einsamen Jahren in Österreich spüre ich nun endlich eine gute Gemeinschaft. Beim START-Jahrestreffen habe ich während unserer abendlichen Spiele nach langer Zeit wieder von Herzen gelacht.

So geht es uns Menschen, wir werden immer schlechte, aber auch gute Zeiten haben.

Deshalb ist es wichtig, dass wir unserem Glauben vertrauen und uns davon tragen lassen. Darum ist es wichtig, dass wir füreinander da sind, in Kontakt bleiben und andere daran erinnern, dass sie nicht alleine sind.

Danke!

Amal Ibrahim, Armine Tamoian, Maya Ankoud, Osama Al Farwan, Ruqaya Al-Musawi, Sofia Petrova und Zahraa Al-Musawi – Interviews

Armine: „Mein Name ist Armine. Ich bin Teil des 14. START-Jahrgangs. Um uns Ihnen vorzustellen, haben wir uns ein paar Fragen überlegt. Diese wollen wir für Sie beantworten.

Liebe Ruqaya, START ist ein Förderprogramm zur Integration. Wann ist Integration für dich erfolgreich?“

Ruqaya: „Eine erfolgreiche Integration bedeutet sich einer Gemeinschaft zugehörig zu fühlen. Durch die verschiedenen Programme, die START uns bietet, lernen wir so viel für unsere Persönlichkeit und unser Selbstbewusstsein – vieles das wir in unserem Umfeld brauchen können.
Als ich mitbekam, dass ich bei START teilnehmen darf, habe ich mir Sorgen gemacht, wie ich in die Gruppe passen werde und ob ich mit allen klar kommen werde. Beim Bildungsseminar war ich sehr nervös, obwohl meine Schwester dabei war. Doch so wie die Stipis mich behandelt haben, waren all meine Sorgen umsonst. Ich fühlte mich willkommen und um ehrlich zu sein, niemand gab mir das Gefühl, dass ich neu bin, also noch nicht dazu gehöre. Im Gegenteil, schon beim ersten Treffen, hatte ich das Gefühl, dass START meine zweite Familie ist und das ist für mich genau der richtige Anfang einer erfolgreichen Integration.

Zahraa, START sieht verschiedene Kulturen als Bereicherung für unsere Gesellschaft. Welchen Beitrag kannst du zu unserer Gesellschaft leisten?“

Zahraa: „Als Beitrag für unsere Gesellschaft will ich nach meiner Matura Medizin studieren. Die Gesundheit anderer Menschen ist mir ein großes Anliegen. Darum will ich besonders denen helfen, die sich nicht so viel leisten können. Ich möchte etwas dazu beitragen, um den Schmerz und das Leid der Menschen zu reduzieren. Da ich als Muttersprache Arabisch spreche, kann ich mich als Ärztin dann auch mit manchen Patienten verständigen, die nicht so gut Deutsch sprechen.

Liebe Sofia, warum bist du bei START? Was erwartest du dir vom Stipendienprogramm?“

Sofia: „Danke für die Frage Zahraa! Warum bin ich bei START? Leben ohne ständiges Lernen macht keinen Sinn für mich. START ist ein Programm, das mehrere Möglichkeiten für vielseitige Persönlichkeitsentwicklung bietet. Außerdem sind bei START nur engagierte und voll motivierte Menschen, die genau wissen, welche Ziele sie verfolgen. Diese zwei Monate habe ich schon die Gelegenheit gehabt, mich mit dem Programm vertraut zu machen und meine Erwartungen wurden übertroffen.

Amal, was sind deine Ziele für die kommenden Jahre?”

Amal: „Ich möchte ein erfolgreicher Mensch in meinem Leben sein, der respektiert und dem zugehört wird. Ich will unabhängig sein. Ich will eine starke Person aus mir machen.

In meiner Familie hat es in der Vergangenheit schon ein paar gesundheitliche Schwierigkeiten gegeben. Dadurch wusste ich schon früh, dass ich Ärztin werden möchte. Mein Name „Amal“ bedeutet auf Deutsch „Hoffnung“. Ich möchte anderen Menschen helfen und ihnen Hoffnung schenken. Ich möchte ein Vorbild für andere Mädchen und junge Frauen sein und ihnen Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben geben.

Lieber Osama, warum willst du studieren gehen nach der Matura? / Was bedeutet ein höherer Bildungsabschluss für dich?“

Osama: „Die Matura ist für mich ein sehr großer und wichtiger Schritt in meinem Leben. Denn die Matura eröffnet mir viele Wege für die Zukunft. So ist sie für mich nicht nur der Abschluss meiner schulischen Laufbahn. Sondern die Matura eröffnet mir die Möglichkeit studieren zu gehen. Ein Jus-Studium, Pathologie oder Journalismus – meine Interessen sind vielfältig und mein Ehrgeiz kennt keine Grenzen, wenn es um meine Weiterbildung geht. Für mich ist das Studium eine finanzielle Sicherheit für die Zukunft und sich Wissen anzueignen ist für mich ein immer laufender Prozess zum Erfolg.

Maya, was wünschst du dir für die Zukunft?”

Maya: „Mein Wunsch ist, meine Matura zu schaffen. Ich denke das betrifft einige hier im Raum. Denn das ist der Wunsch, den alle Stipis haben. Ich wünsche mir ein erfülltes Leben voller Glück und Erfolg. Aber um das zu erreichen, muss ich an mir selbst arbeiten. Wer später ein erfolgreicheres Leben möchte, muss etwas dafür tun., denn von nichts, kommt nichts. Die meisten Herausforderungen in meinem Leben habe ich bisher erfolgreich gemeistert. Das ist es auch, was ich mir für meine Zukunft wünsche.

Für mich bedeutet Erfolg, das zu tun, was ich gern tue, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Mein Wunsch ist es, diese Leidenschaft und Interessen bald zu entdecken, damit ich mir schon weitere Ziele stecken kann.

Liebe Armine, Wem verdankst du, dass du heute da stehst, wo du bist?“

Armine: „Vor allem verdanke ich es meinen Eltern. Sie haben sich für das tolle Land Österreich entschieden und haben für mich und meine 3 Geschwister hier eine Zukunft gesehen. Sie sind es auch, die uns immer zur Seite stehen und durch die ich eine neugierige und interessierte Person geworden bin. Ein herzliches Dankeschön schulde ich aber auch der Familie Rüdisser. Sie haben in Schruns eine Plattform gegründet, um Flüchtlingen zu helfen. Und dann möchte ich mich auch noch bei Elke Martin bedanken. Sie machte mich auf das START-Stipendium aufmerksam und half mir bei meiner Bewerbung. Ohne all diese Personen würde ich heute nicht hier stehen. Danke!”

Maya: „Das war es von unserer Seite. Danke für Ihre Aufmerksamkeit!“

PRESSEINFORMATION: Unterstützung für zehn neue Stipendiat:innen in Oberösterreich

Zehn Schüler freuen sich über die Aufnahme in das begehrte START-Stipendienprogramm für engagierte Jugendliche mit Migrationsgeschichte in Oberösterreich. Sie konnten die Jury mit ihrer schriftlichen Bewerbung und im persönlichen Gespräch überzeugen und zählen nun schon zum 10. Jahrgang der START-Stipendiaten. Nach 2-jähriger coronabedingter Pause konnte dieses Jahr wieder die feierliche Begrüßungsfeier in der Raiffeisenlandesbank Obersterreich stattfinden. Am 19. Oktober 2022 wurden die Jugendlichen offiziell in das START-Stipendienprogramm aufgenommen und erhielten ihre Stipendienurkunden.

Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich ist Mitinitiator und zählt neben dem Land Oberösterreich zu den größten Unterstützern des Stipendienprogramms. Bereits 68 Jugendliche konnten in Oberösterreich seit 2013 auf ihrem Weg zur Matura erfolgreich unterstützt werden.


Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ: „START fördert talentierte, ambitionierte Jugendliche, die ihre Wurzeln in den unterschiedlichsten Regionen der Welt haben und zeigt, wie Integration als Win-Win-Situation für alle Seiten funktioniert. Jeder Einzelne von ihnen hat eine besondere Begabung und zeigt Engagement für sein gesellschaftliches Umfeld. Das Programm leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Talente und Stärken erkannt und auch gefördert werden. Darüber hinaus hilft diese Initiative den Stipendiaten dabei, Kontakte zu knüpfen.“


Das Rahmenprogramm für die offizielle Urkundenübergabe wurde von den Stipendiaten selbst gestaltet und moderiert. Für Chorgesang, Videos, Redebeiträge und Moderation wurden schon wochenlang vorher geübt und geprobt und so konnten die Jugendlichen den rund 180 Gästen einen abwechslungsreichen und bunten Abend bieten.


„Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft unseres Landes liegt in den Köpfen unserer Kinder. Wir stehen für die besten Chancen für die Schülerinnen und Schüler, dafür dass sie ihre Potenziale nutzen ihre Stärken und Talente entfalten. Deshalb unterstützt das Land Oberösterreich START-Oberösterreich sehr gerne und mit der Überzeugung, hier in ein Zukunftsprojekt zu investieren“, so Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander.

Stpendiatin Maya Sabsabi mit Bildungsdirektor Alfred Klampfer (Foto: RLBOÖ/Strobl)


Zehn neue Stipendiaten
Eine der aufgenommenen Jugendlichen ist die aus der Mongolei stammende Schülerin Yalguun Erdene-Ochir. Sie besucht sie die 8. Klasse des BG/BRG Schauerstraße in Wels. Yalguun überzeugt nicht nur aufgrund ihres außerordentlich guten Notenschnitts von 1,1. Sie engagiert sich neben der Schule auch ehrenamtlich. Sie arbeitete im Rahmen des Projektes „Youthpower 4 Wels“ im Kindergarten und in Seniorenheimen mit und setzt sich im „JustAct“-Projekt für Klimaschutz ein. Nach ihrer Matura möchte Yalguun ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Yalguun zeigt besonderes Interesse für ein Studium der Rechtswissenschaften. Die Patenschaft für die Schülerin wurde von der Raiffeisenlandesbank OÖ übernommen.


Eine weitere Stipendiatin ist die 17-jährige Maya Sabsabi aus Wels. „Ich gehe in die 7. Klasse des ORG der Franziskanerinnen in Wels und bin somit im vorletzten Schuljahr vor der Matura. Später will ich studieren. Welchen Weg oder Berufsrichtung ich einschlagen werde, habe ich noch nicht entschieden. Mich für Andere einzusetzen, für Andere da zu sein und mit anderen zu kommunizieren, ist mir besonders wichtig. Und genau das einander Helfen und Unterstützen reflektiert sich für mich bei START wieder. Wir sind eine bunte Gruppe mit verschiedenen Herkünften, Lebensgeschichten, Erfahrungen, Stärken und Schwächen und das macht uns aus. Wir sind engagierte junge Menschen mit Zielen. Menschen, die das Beste aus sich herausholen wollen und ihre Ziele immer vor Augen haben“, so Maya Sabsabi in ihrer Rede zur Begrüßungsfeier. Das Stipendium für Maya Sabsabi wird von der Constantia Flexibles Group finanziert.

Stipendiatin Maya Sabsabi (Foto: RLBOÖ/Strobl)



Sieben erfolgreiche Absolvent:innen
Mit der Begrüßung der neuen Stipendiaten wurden auch sieben erfolgreiche Absolventen verabschiedet. Absolventin Maryam Sediqi aus Suben lässt ihre Zeit bei START Revue passieren. Bei zahlreichen Bildungsseminaren und Workshop sei sie über sich selbst hinausgewachsen, habe vieles gelernt und Freundschaften geschlossen. START werde sie vermissen, aber gleichzeitig sei sie gespannt, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Derzeit arbeitet sie bei der Firma Bernsteiner in Schärding, um Berufserfahrung zu sammeln. In einem Jahr möchte Maryam Global Marketing and Sales an der FH Steyr studieren.

Absolventin Maryam Sediqi (Foto: RLBOÖ/Strobl)


Begehrtes Stipendium
Neben guten schulischen Leistungen, waren auch gesellschaftliches und soziales Engagement, als auch die Einkommenssituation in der Familie die Hauptkriterien für die Auswahl der neuen START-Stipendiaten. Ziel des Programms ist es, den Jugendlichen einen höheren Bildungsweg zu ermöglichen und ihnen auf ihrem Weg zur Matura beratend und unterstützend zur Seite zu stehen. Neben der ideellen Unterstützung erhalten die Stipendiaten auch monatlich ein Bildungsgeld von 100 Euro, um ihnen schul- und bildungsrelevante Ausgaben zu erleichtern.


✓ Derzeit im Programm: 24 START-Stipendiaten, 9 START-Freunde und 68 START-Alumni
✓ Die Stipendiaten kommen aus 12 verschiedenen Herkunftsländern: Afghanistan, Iran, Irak, Mongolei, Nigeria, Polen, Rumänien, Syrien, Tunesien, Türkei, Tschetschenien, Ungarn
✓ Schultypen: AHS Gymnasium, HAK, HTL, Abend-HTL, Abend-Gymnasium
✓ Wohnorte: Amstetten, Braunau, Enns, Gallneukirchen, Gramastetten, Kirchdorf an der Krems, Leonding, Linz, Mauthausen, Schwand im Innkreis, Steyr, St. Georgen an der Gusen, Wels
✓ 14 Paten bestehend aus Unternehmen und Privatpersonen: Austria Metall AG, Constantia Flexibles, Ehepaar Artmann, Energie AG, Industriellenvereinigung OÖ, MIBA, Raiffeisenlandesbank OÖ, Rosenbauer, Rotary Club Traun, Rotary Club Wels Nova, Rotary Club Linz, Round Table 15 Linz, Allgemeine Sparkasse – Anteilsverwaltung, Vivatis


Die zehn neuen START-Jugendlichen kommen aus fünf verschiedenen Nationen. Sie sind zum Teil erst vor kurzem nach Österreich zugewandert, zum Teil mit ihren Eltern migriert oder aber auch hier geboren. Eines haben alle gemeinsam: sie sind talentiert und sozial engagiert. Bei der Begrüßungsfeier gaben sie uns einen kleinen Einblick in ihr Leben, ihre Erwartungen und Wünsche.

Foto: RLBOÖ/Strobl


Über START-Oberösterreich:
Der Verein wurde 2013 von der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich gemeinsam mit dem Land Oberösterreich initiiert und wird aktuell von 16 Paten wie Unternehmen, Institutionen und einigen Privatpersonen unterstützt.


Strukturförderer sind die Raiffeisenlandesbank OÖ und das Land OÖ

Fotos: RLB OÖ/Strobl


Kontakt:
Anna Wiespointner, BSc
Projektkoordinatorin START-Oberösterreich
Factory 300
Peter-Behrens-Platz 10 I 4020 Linz
Email: wiespointner@start-stipendium.at
Tel.: +43 (0) 676 56 000 52

Mag. Magdalena Rainer
Projektmitarbeit START-Oberösterreich
Factory 300
Peter-Behrens-Platz 10 I 4020 Linz
Email: rainer@start-stipendium.at
Tel.: +43 (0) 650-9506101

PRESSEINFORMATION: START-Vorarlberg: Bildung eröffnet Chancen und Perspektiven

Sechzehn Stipendiat:innen aus fünf Nationen werden diesen Herbst in das START-Vorarlberg Förderprogramm aufgenommen 

Bregenz, am 20. Oktober 2022 – Die Freude war groß und unübersehbar: Nach zwei Jahren Pause konnte gestern Abend im WIFI Dornbirn endlich wieder eine persönliche Aufnahmezeremonie für die neuen START-Vorarlberg Stipendiat:innen stattfinden. Zahlreiche Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und den Vorarlberger Schulen begrüßten die 16 engagierten Jugendlichen in der START-Familie, die sie in den kommenden Jahren auf dem Weg zur Matura unterstützen wird.

„Wir haben in Vorarlberg so viel bekommen – darum ist es uns wichtig, etwas zurückzugeben. Eine gute Ausbildung sehen wir als Schlüssel zum Erfolg, darum wollen wir junge Menschen auf dem Weg zur Matura begleiten. Das ist ein Türöffner zu vielen Möglichkeiten – sei es eine Arbeitsstelle oder ein Studium“, betonte START-Vorarlberg Gründer William Dearstyne, gebürtiger Amerikaner und seit über zehn Jahren in Vorarlberg ansässig, in seiner Begrüßungsrede. Mustafa Can von der Bildungsdirektion Vorarlberg und Ariel Lang, Direktor am Borg Egg, konnten sich dem nur anschließen: Bildung eröffnet Chancen und ist in vielen Fällen die Basis für einen guten Platz in der Gesellschaft. 

Schulische und soziale Ziele erreichen
Das können auch zahlreiche START-Absolvent:innen bestätigen. Masouma Ramazan aus Afghanistan hat dieses Jahr am Borg Lauterach maturiert, im Frühjahr möchte sie die Aufnahmeprüfung für Internationale Rechtswissenschaften an der Universität Wien machen: „Es ist nicht gelogen, wenn ich sage, dass ich ohne START-Stipendium die Matura nicht bestanden hätte. Zuallererst habe ich finanzielle Hilfe erhalten, damit ich mir Nachhilfestunden leisten konnte. Aber ich bekam auch von Anfang an moralische Unterstützung vom START-Team und meiner Patin, wofür ich mich von ganzem Herzen bedanke.“ 

Osama Al Farwan aus Syrien, Schüler an der HTL Dornbirn, ist neuer START-Stipendiat und freut sich darauf, seine Ziele mit Hilfe des Stipendiums besser und einfacher zu erreichen – seien es schulische wie die Matura, aber auch soziale Ziele wie Kontakte zu anderen engagierten Schüler:innen oder das Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen. 

Ganzheitlicher Bildungszugang
Das START-Programm verfolgt einen ganzheitlichen Zugang zu Bildung: Neben der intensiven schulischen und sprachlichen Förderung wird ein Schwerpunkt auf soziale Integration und Persönlichkeitsbildung gelegt. Wie wichtig das ist, betonte START-Vorarlberg Projektkoordinatorin Lisa Pfanner: „In den letzten zwei Jahren sehen wir deutlich, dass sich Jugendliche schwer tun mit der Zukunftsplanung. Die vielen Unsicherheiten und Ängste – sei es durch Corona, den Ukraine-Krieg oder die Energiekrise – wirken sich auf die jungen Menschen aus. Viele fühlen sich allein und überfordert. Unsere Aufgabe ist es, auch das abzufangen. Neben der schulischen Unterstützung bieten wir mit Freizeitveranstaltungen einen Ausgleich an – eine Möglichkeit, sich auszutauschen und Freundschaften zu schließen. Beim Jazzbrunch in der Poolbar, der crossculture night im Festspielhaus oder dem Kennenlerntag am Pfänder bei unserem START-Paten der ersten Stunde, Thomas Kinz.“ 

Shirin Shekh Rashid aus Syrien, die im Juni an der HLW Riedenburg maturierte und diesen Herbst ihr Pharmazie-Studium in Innsbruck beginnt, sieht in START eine zweite Familie: „Das START-Stipendium hat mir alles ermöglicht. Ich bin ein selbstbewusster Mensch geworden. Dazu gehören Persönlichkeitsentwicklung und Offenheit.“ 

Auch START-Schirmherrin und Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink betont die Bedeutung der Initiative für die persönliche Entwicklung der Jugendlichen und für ein gutes Miteinander in der Gesellschaft: „Die Initiative START leistet einen wesentlichen Beitrag, dass möglichst viele junge Menschen ihre persönlichen Talente erkennen und sie weiter stärken. Im Dialog mit anderen wachsen sie in ihrer Persönlichkeit und werden damit wichtige Vermittler:innen für unseren sozialen Zusammenhalt.“

Über START-Vorarlberg 
Seit 2009 setzt sich START-Vorarlberg dafür ein, dass alle engagierten Jugendlichen die Chance auf einen höheren Bildungsabschluss erhalten – unabhängig vom sozialen Status, dem Herkunftsland oder der Religionszugehörigkeit. Im Rahmen eines Stipendienprogramms werden talentierte Schüler:innen bis zu drei Jahre lang auf dem Weg zur Matura unterstützt. START-Stipendiat:innen erhalten einen Laptop und Drucker, hundert Euro monatliches Bildungsgeld für schulische Zwecke sowie Zugang zu Deutschkursen und Nachhilfeunterricht. Voraussetzungen für ein Stipendium sind soziales und schulisches Engagement, Migrationshintergrund und das familiäre Einkommen. 

Die Vorarlberger Initiative wurde vom Gründer-Ehepaar William und Elizabeth Dearstyne mit der Piz Buin Stiftung initiiert. Österreichweit ist START in fünf Bundesländern vertreten: Neben Vorarlberg gibt es Standorte in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg. 

Derzeit werden 29 Jugendliche in Vorarlberg im Rahmen des START-Stipendiums gefördert. Die ökonomische Absicherung der jungen Talente wird durch die Unterstützung von 24 regionalen Pat:innen ermöglicht (Unternehmen, Privatpersonen, das Land Vorarlberg sowie Städte und Gemeinden).  Neue Pat:innen für das erfolgreiche und wichtige Förderprojekt sind herzlich willkommen. Alle Spenden sind steuerlich absetzbar. 

Allgemeine Informationen unter www.start-stipendium.at.
Kontakt:
START-Vorarlberg
Lisa Pfanner, BA
E: pfanner@start-stipendium.at
T: +43 664 886 573 56
 
 Pressekontakt:
clavis Kommunikationsberatung
Veronika Gmeiner
E: veronika.gmeiner@clavis.at
T: +43 5574 53 333
Dornbirn 19.10.2022 START-Aufnahmezeremonie, Stipendiant:innen
Dornbirn 19.10.2022 START-Aufnahmezeremonie, StipendiantIn, Ehepaar Dearstyne

Bericht: Aufnahmezeremonie START-Vorarlberg 2022

Seit September erhalten 16 neue Jugendliche ein START-Stipendium. Ihre Begrüßung in das Stipendienprogramm und die Verabschiedung der Maturant:innen wurde am 19. Oktober im WIFI Dornbirn gebührend gefeiert. Die beiden Stipendiatinnen Khadiga Shekh Rashid und Sherin Ahmo führten mit ihrer Moderation durch den Abend.

Mustafa Can von der Bildungsdirektion Vorarlberg sprach im Auftrag der Schirmherrin von START-Vorarlberg, Landesstatthalterin Dr. Schöbi-Fink, und der Bildungsdirektorin Dr. Marte-Stefani die Begrüßungsworte. Auch Bill Dearstyne, Gründer der Piz Buin Stiftung sowie von START-Vorarlberg, gab einen kurzen Einblick in die Geschichte von START-Österreich und erwähnte dabei die Werdegänge ein paar erfolgreichen Alumni.

Ariel Lang, Direktor vom Borg Egg, sprach über die Wichtigkeit Brücken zu bauen, um die vielschichtigen Gräben unserer Gesellschaft zu schließen. Dabei betonte er den essenziellen Beitrag, den das START-Stipendium dabei leistet.

Im Anschluss durften Amal Ibrahim, Armine Tamoian, Maya Ankoud, Osama Al Farwan, Ruqaya Al-Musawi, Sofia Petrova und Zahraa Al-Musawi zu Wort kommen. Sie sind alle Teil des 14. Jahrgangs, der heuer aufgenommen wurde.

Sie sprachen über eine gelungene Integration, welchen Beitrag sie dafür leisten können, über ihre Ziele und Wünsche. … MEHR

Laurine Almohammad beeindruckte mit einem vorgetragenen Gedicht von Peter Spielbauer und ihren sehr persönlichen Worten dazu. … MEHR

Da die letztjährige Aufnahmezeremonie aufgrund der damaligen Corona-Lage kurzfristig abgesagt werden musste, wurden zuerst die Stipendiat:innen vom Jahrgang 2021/22 mit ihren Urkunden auf die Bühne gebeten.

13. START-Jahrgang vom Schuljahr 2021/22

Danach erhielt der neue Jahrgang ihre Urkunden von ihren Paten. Die Paten, die leider nicht anwesend sein konnten, wurden von Lisa Pfanner, START-Vorarlberg, bei der Urkundenübergabe vertreten.

Zu guter Letzt wurden die 11 START-Absolvent:innen verabschiedet, die heuer maturiert haben. Herzliche Gratulation zur bestandenen Matura und alles Gute für die weiteren Schritte!

Maturant:innen und START-Absolvent:innen 2022 mit Bill und Maude Dearstyne

Vielen Danke an alle Förderer und Unterstützer:innen – ohne Sie würde es kein START-Stipendium geben!

Eindrücke der Stipendiat:innen

Iman:Die Aufnahmezeremonie war unbeschreiblich schön, besser als in meiner Vorstellung. Alles war perfekt. Ich persönlich hab viele neue, erfolgreiche und nette Menschen kennengelernt. Das Beste war aber, alle Stipis und meine Patin wiederzusehen. Ich kann gar nicht glauben, dass ich mittlerweile schon länger als einem Jahr bei START bin. Dafür bin ich unglaublich dankbar. DANKE START!

Raoushan:Auf diesen Tag haben sich bestimmt viele gefreut und ich gehöre auch dazu. Ich habe mich sehr gefreut, dass meine Patin kommen konnte und ich die Möglichkeit hatte sie kennenzulernen. Außerordentlich freute ich mich auch, meine KV und Lehrpersonen im Publikum zu sehen. Das Abendprogramm und Essen waren sensationell. Alle waren schön und elegant angezogen.“

Khadiga:Für sehr lange Zeit waren wir alle sehr aufgeregt und gestresst. Wir hatten große Angst, dass die AZ wie die letzten zwei Jahre abgesagt wird. Unser großes Glück: Am 19.10.2022 konnten alle Stipendiatinnen und Stipendiaten, einige Patenfirmen, Lehrpersonen, Direktor:innen, Familienmitglieder, etc. an der Feier teilnehmen. Die Feier war großartig. Ich durfte mit Sherin moderieren und gemeinsam den Abend führen. Besser konnte die Feier nicht werden, denn alles hat gut gepasst. Wir hatten keinen Stromausfall :), keine technischen Probleme, Streitereien, und alles andere. Die Nacht war sehr schön gestaltet, das Essen hat sehr gut geschmeckt (natürlich nach der Aufregung genießt man das Essen und die Unterhaltung sehr), alle waren angemessen und elegant gekleidet.“

Armine:Als ich beim WIFI ankam war ich ziemlich aufgeregt. Als ich im Saal war, kam mir der Raum ziemlich klein vor, auch die Tribüne war ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Doch es war super so. Das Highlight des Tages war es, wieder meine Freunde von START zusehen. Ich habe alle voll vermisst und hatte wieder einmal eine super Zeit mit ihnen. Ich lernte auch meinen Paten kennen und ich fand ihn sehr nett. Ich war an dem Tag sehr glücklich und konnte viele neue Erinnerungen mitnehmen.

Amal: Es war voll schön. Wir durften persönlich Personen einladen, mit denen wir dann viel Spaß hatten. Wir hatten die gute Gelegenheit mehrere neue Leute, unter anderem die START-Paten, kennenzulernen. Es war eine tolle Idee, dass wir zu Wort kommen durften und unsere Kreativität bei den Antworten freien Lauf lassen konnten. Das Essen war auch sehr gut und hat auch gut geschmeckt. Es war in kleinen süßen Tellerchen hergerichtet. Es war im allgemeinen sehr toll, wie es geplant wurde. Vielen Dank, START, dass ihr uns die Möglichkeit gegeben habt, an so einer tollen Zeremonie teilnehmen zu dürfen.“

Hadel: „Die Aufnahmefeier war meiner Meinung nach sehr schön gestaltet. Dass fast jeder neue Stipi die Möglichkeit hatte, auf der Bühne zu stehen und etwas zu sagen, finde ich sehr gut. Das Essen und allgemein die Umgebung nach dem Vortrag waren toll. Man konnte sich gut mit alten und neuen Stipis unterhalten, ebenfalls mit Vertretern der Patenfirmen. Ich bedanke mich bei Larissa und Lisa herzlich für den schönen Abend!“

Hafizullah: Was bedeutet das START-Stipendium für mich?

Verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,

mein Name ist Hafizullah Mohibi und ich komme aus Afghanistan. Ich bin seit 09. Oktober 2016 in Österreich, seitdem wohne ich auch in Linz. Kurz danach konnte ich die NMS 11 (Diesterwegschule) in Linz besuchen. Ich kam in eine offene Sprachklasse und genau da hat meine Reise angefangen. Ich werde diesen Moment nie vergessen, als mein Mathe Lehrer in Anfängersprache und Gebärdensprache mir die Frage gestellt hat, was ich in Zukunft werden will. Mit einer Übersetzerapp sagte ich ihm, dass ich mich besonders für Technik interessiert und will Ingenieur werden. Im Laufe des Semesters versuchte er mir zu erklären, was eine HTL ist und wie ich dorthin kommen kann. Er hat ein geschrieben und sagte: „Du brauchst sehr gute Noten und du wirst das sicher schaffen“. Ich habe mir diese Worte zum Ziel gemacht und schaffte immer lauter 1er. Nach der Diesterwegschule fing ich mit der HTL in der Paul-Hahn-Straße im Bereich Mechatronik an und war 1,5 Jahr in der Tagesschule, bis ich meine Asylbescheid bekommen habe. Nachher wechselte ich in die Abendschule, da es Mechatronik in der Abendschule nicht gab, habe ich Maschinenbau- Automatisierungstechnik ausgewählt und bin derzeit im vierten Semester des 7-semesterigen Lehrplans. Mit dem Wechsel der Schule fing ich gleichzeitig mit der Teilzeitarbeit in der Firma SANO Transportgeräte GmbH in Neulichtenberg an, um mein Leben selbst zu finanzieren und ein Einzelzimmer zu haben, damit ich besser lernen kann. 

Wie ich zu START- Familie kam?

Am Anfang der Corona-Pandemie und vor dem ersten Lockdown, als wir Schülerinnen und Schüler nicht wussten, wie es weitergeht, kam meine Klassenvortand zu mir und sagt, dass ich einmal ins Sekretariat gehen soll. Im Sekretariat habe ich die Bewerbungsunterlagen für das START-Stipendium bekommen und der Abteilungsvortand sagte, dass das etwas für mich ist und das mich auf dem Weg zu Matura sehr unterstützen wird. Er motivierte mich immer wieder und sagte: „Gib nie auf, du wirst die Schule schaffen“. Ich habe mich beworben und seitdem bin ich Teil der START-Familie. Ohne START-Stipendium wäre ich heute nicht da und hätte (vielleicht) nie eine Rede halten dürfen.

Was bedeutet das START-Stipendium für mich?

Da meine Kernfamilie nicht in Österreich ist, ist das START- Stipendium für mich wie meine Familie, die ich in Österreich habe. START ist für mich ein Platz, wo ich neue Menschen aus unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlichen Sprachen kennengelernt habe, die das gleiche Ziel verfolgen wie ich. Das Stipendium ermöglicht es mir zudem meine Interessen zu verfolgen und unterstützt mich dabei Neues auszuprobieren. Durch die Unterstützung von START (finanzielle) kann ich mir Nachhilfestunden organisieren, um mich vor der Reifeprüfung in bestimmten Fächern wie Deutsch und Englisch zu verbessern. Erst vor kurzem konnte ich durch START bei einem Seminar für „Sprechtechnik“ mitmachen. Die Möglichkeit so viele unterschiedliche Erfahrungen sammeln zu können, wird mir nicht nur in meiner Schullaufbahn behilflich sein, sondern auch bei der Arbeit. Ich möchte nämlich keine Gelegenheit verpassen, die sich mir bietet, um mich weiterzubilden.

Ich wurde am Anfang des zweiten Semesters im letztem Schuljahr zum Stipisprecher gewählt. Es ist mir eine große Freude, dass ich als Stipisprecher die Ideen von den Stipendiatinnen und Stipendiaten für Lernprogramme und Freizeitaktivitäten sammeln und diese mit unseren Projektleiterinnen Anna und Alena besprechen und organisieren zu können.

Durch START habe ich Freunde fürs Leben gefunden, ich kenne mich jetzt in meiner Umgebung besser aus und ich führe ein selbstständiges Leben mit zahlreichen Zielen. Diese vielen Kleinigkeiten bedeuten für mich sehr viel.

Was ich in Zukunft erreichen will?

Ich will in Zukunft vieles erreichen. Aber ganz besonders wichtig ist es mir gerade, dass ich die Matura absolviere und anschließend studiere. Großen Wert lege ich auch auf Abwechslung und Offenheit für Neues in meinem zukünftigen Beruf. Es würde mich zudem auch freuen, wenn ich mein Wissen anschließend teilen könnte. Eventuell auch durch Seminare und Workshops für die nächsten START-Stipendiaten. Denn Bildung öffnet neue Türen.

Meine Leistungen widme ich euch, meiner START-Familie und allen, die dazu beigetragen haben, dass es mir gelungen ist, so zu sein, wie ich heute bin.

In dieser Stelle möchte ich mich aus tiefstem Herzen bei Firma Constantia Flexibles für die übernommene Patenschaft und bei allen unsere Sponsorinnen und Sponsoren, die den Verein START- Stipendium unterstützen, bei Frau Katrin Bernd unserer Geschäftsführerin, bei Anna und Alena, die immer dafür arbeiten, dass die START-Familie erfolgreich bleibt und wir unsere Ziele mit ausgezeichnetem Erfolg erreichen, bedanken.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Das war die START-OÖ Begrüßungsfeier 2022

Nach 2-jähriger coronabedingter Pause konnte die Begrüßungsfeier der neuen START-OÖ Stipendiat:innen dieses Jahr wieder in der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich stattfinden. Zehn Schüler:innen freuen sich über die Aufnahme in das begehrte START-Stipendienprogramm für engagierte Jugendliche mit Migrationsgeschichte in Oberösterreich. Sie konnten die Jury mit ihrer schriftlichen Bewerbung und im persönlichen Gespräch überzeugen und zählen nun schon zum 10. Jahrgang der START-Stipendiaten. Am 19. Oktober 2022 wurden die Jugendlichen offiziell in das START-Stipendienprogramm aufgenommen und erhielten ihre Stipendienurkunden.

Das Rahmenprogramm für die offizielle Urkundenübergabe wurde von den Stipendiat:innen selbst gestaltet und moderiert. Für Chorgesang, Videos, Redebeiträge und Moderation wurden schon wochenlang vorher geübt und geprobt und so konnten die Jugendlichen den rund 180 Gästen einen abwechslungsreichen und bunten Abend bieten.

Eröffnet wurde der Abend mit einem künstlerischen Beitrag von Zahra Almadfai (Gesang) und Estera Calin (Gitarre). Durch den Abend führten die Stipendiat:innen Zahra Almadfai und Samar Elsoudany. Zahlreiche Ehrengäste durften begrüßt werden, und Prokurist Dr. Bernhard Marckhgott von der Raiffeisenlandesbank und Bildungsdirektor Dr. Alfred Klampfer sprachen inspirierende Grußworte.

Stipendiatin Maya Sabsabi und Stipendiat Hafizullah Mohibi beeindruckten mit bewegenden Reden über das START-Stipendium, ihren Weg in Österreich und ihre Zukunftspläne.

Maya Sabsabi

„Ich gehe in die 7. Klasse des ORG der Franziskanerinnen in Wels und bin somit im vorletzten Schuljahr vor der Matura. Später will ich studieren. Welchen Weg oder Berufsrichtung ich einschlagen werde, habe ich noch nicht entschieden. Mich für Andere einzusetzen, für Andere da zu sein und mit anderen zu kommunizieren, ist mir besonders wichtig. Und genau das einander Helfen und Unterstützen reflektiert sich für mich bei START wieder. Wir sind eine bunte Gruppe mit verschiedenen Herkünften, Lebensgeschichten, Erfahrungen, Stärken und Schwächen und das macht uns aus. Wir sind engagierte junge Menschen mit Zielen. Menschen, die das Beste aus sich herausholen wollen und ihre Ziele immer vor Augen haben.”
Die Rede von Maya können Sie hier nachlesen.

Hafizullah Mohibi

Da meine Kernfamilie nicht in Österreich ist, ist das START- Stipendium für mich wie meine Familie, die ich in Österreich habe. START ist für mich ein Platz, wo ich neue Menschen aus unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlichen Sprachen kennengelernt habe, die das gleiche Ziel verfolgen wie ich. Ich will in Zukunft vieles erreichen. Aber ganz besonders wichtig ist es mir gerade, dass ich die Matura absolviere und anschließend studiere. Großen Wert lege ich auch auf Abwechslung und Offenheit für Neues in meinem zukünftigen Beruf. Es würde mich zudem auch freuen, wenn ich mein Wissen anschließend teilen könnte. Eventuell auch durch Seminare und Workshops für die nächsten START-Stipendiaten. Denn Bildung öffnet neue Türen.”
Die Rede von Hafizullah können Sie hier nachlesen.

Anschließend sangen alle Stipendiat:innen gemeinsam das Lied “Raindrops keep falling an my head”. Ein großes Dankeshcön geht an unsere Chorleiterein Sabine Rechberger, welche das Lied mit den Stipendiat:innen einstudierte, dirigierte und auf dem Klavier begleitete.

Der Höhepunkt der Veranstaltung war die Urkundenübergabe: 10 Schülerinnen und Schüler bekamen von ihren Paten die Urkunde zur Aufnahme in das START-Stipendium und wurden so offiziell zu START-Stipendiaten und START-Stipendiat:innen. Die zehn neuen START-Jugendlichen kommen aus fünf verschiedenen Nationen. Sie sind zum Teil erst vor kurzem nach Österreich zugewandert, zum Teil mit ihren Eltern migriert oder aber auch hier geboren. Eines haben alle gemeinsam: sie sind talentiert und sozial engagiert. Bei der Begrüßungsfeier gaben sie uns einen kleinen Einblick in ihr Leben, ihre Erwartungen und Wünsche.

Mayam Sediqi

Jede Aufnahme bedeutet gleichzeitig auch Abschied: 7 erfolgreiche Jugendliche wurden aus dem START-Programm verabschiedet. Sie berichteten auf der Bühne über ihre Zukunftspläne und ihre Ziele. Absolventin Maryam Sediqi aus Suben lässt ihre Zeit bei START Revue passieren: Bei zahlreichen Bildungsseminaren und Workshop sei sie über sich selbst hinausgewachsen, habe vieles gelernt und Freundschaften geschlossen. START werde sie vermissen, aber gleichzeitig sei sie gespannt, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Derzeit arbeitet sie bei der Firma Bernsteiner in Schärding, um Berufserfahrung zu sammeln. In einem Jahr möchte Maryam Global Marketing and Sales an der FH Steyr studieren.

Ausklang fand der Abend schließlich mit Getränken, leckeren Brötchen und vielen anregenden Gesprächen zwischen Paten, Stipendiat:innen und deren Familien. Wir bedanken uns bei allen Paten und Sponsoren von START-OÖ, dem Land Oberösterreich und der Raiffeisenlandesbank, bei den Familien, Freunden und Lehrer:innen der Stipendiat:innen, sowie allen anderen anwesenden Gästen!

Fotocredits: RLBOÖ/Strobl
Videocredits: amago GmbH

Auch LT1 hat einen Beitrag über die Begrüßungsfeier veröffentlicht:

Maya: Was bedeutet das START-Stipendium für mich?

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Paten, liebe Alumni!

Ich freue mich, Sie herzlich begrüßen zu dürfen. Ich bin Maya Sabsabi und bin 17 Jahre alt. Ich bin erst seit diesem Schuljahr eine Stipendiatin bei START und trotzdem habe ich schon viel miterleben und lernen dürfen.

Dass ich START kennengelernt habe, verdanke ich meinem Klassenvorstand, Herrn Professor Wojna. Er ist eines Tages, mittlerweile ist das 1,5 Jahre her, in die Klasse gekommen und hat uns über das START-Stipendium informiert. Das Erste, was ich nach der Schule gemacht habe, war es, mich mit meiner Freundin Lema (die leider heute nicht dabei sein kann) mehr über das START-Stipendium zu erfahren. Je mehr wir gelesen haben desto größer war unser Interesse. Wir haben uns letztendlich dazu entschieden, eine Bewerbung abzugeben. Unser erster Gedanke war: „Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert“. Tatsächlich sind wir im Freundeskreis aufgenommen worden. Wir sind zwar nicht Stipendiatinnen geworden, aber wir haben trotzdem die Möglichkeit bekommen, ein Teil von START zu werden und an Veranstaltungen teilzunehmen.

Somit konnte ich einen Überblick über das START Stipendium bekommen. Bei jedem besuchten Workshop oder bei gemeinsamen Veranstaltungen, hatte ich die Gelegenheit neue Menschen kennenlernen, die ihre persönlichen und einzigartigen Geschichten erzählten. Auch sie sind wie ich auf dem Weg, trotz aller Schwierigkeiten, die Matura zu schaffen. Genau das hat mich noch mehr motiviert weiter an mir zu arbeiten und meine Ziele zielstrebiger zu verfolgen.

Am Ende des Schuljahres war ich davon überzeugt, dass es sinnvoll wäre, mich noch einmal zu bewerben. Diesmal wurde ich wirklich aufgenommen. Und hier steh ich heute, als Stipendiatin des START-Stipendiums.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass START für mich ein Ort ist:

  • wo ich neues lerne
  • mich weiterbilden und entwickeln kann zum Beispiel in den vielen Workshops, die angeboten werden und die Bildungsseminare, welche für uns zur Verfügung stehen
  • unterstützt werde sowohl von den Sponsoren als auch von START-Kontaktpersonen
  • Spaß habe und
  • mich unter tollen, jungen Menschen aufhalten kann

Diese haben es wie ich nicht leicht, aber ich kann von ihnen viel lernen und mitnehmen.

Ich gehe in die 7. Klasse des ORG der Franziskanerinnen und bin somit im vorletzten Schuljahr vor der Matura. Später will ich studieren, welchen Weg oder Berufsrichtung ich einschlagen werde, habe ich noch nicht entschieden, aber eines ist klar, ich will mit Menschen arbeiten. Mich für Andere einzusetzen, für Andere da zu sein und mit anderen zu kommunizieren ist mir besonders wichtig. Und genau das einander Helfen und Unterstützen reflektiert sich für mich bei START wieder. Wir sind eine bunte Gruppe mit verschiedenen Herkünften, Lebensgeschichten, Erfahrungen, Stärken und Schwächen und das macht uns aus. Wir sind engagierte junge Menschen mit Zielen. Menschen, die das Beste aus sich herausholen wollen und ihre Ziele immer vor Augen haben.

Zum Schluss bedanke ich mich ganz besonders bei den Paten von der Constantia Flexibles, aber auch bei der Raiffeisenlandesbank und dem Land OÖ, die das ganze für uns finanzieren und es uns damit überhaupt möglich machen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!!

Vorschau auf die Begrüßungsfeier in Linz

Am Mittwoch, den 19. Oktober 2022 ist es soweit! Wir nehmen wieder 10 neue Kandidat:innen als START-Stipendiat:innen auf und wir verabschieden unsere diesjährigen Absolvent:innen! Die Veranstaltung ist bereits bis auf den letzten Platz ausgebucht! Damit wir dem großen Publikum auch heuer wieder ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm bieten können, sind die Vorbereitungen im vollen Gange!

Von Chorproben mit Musikerin Sabine Rechberger, über einen Videodreh mit dem AMAGO Filmteam, Redebeiträgen und anderen Einlagen – alles wird gemeinsam gemacht! Mehr wollen wir aber noch nicht verraten ;).

Wir freuen uns auf diesen ganz besonderen Abend, bei dem wir START mit all seinen Unterstützer:innen und Förderer:innen gebührend hochleben lassen!

Jovana: Über meine Zeit bei START

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Freunde/Freundinnen, liebe Mama,
Liebe START Familie,

mein Name ist Jovana Crnic und es freut mich Sie heute alle hier begrüßen zu dürfen! Hätten Sie mir vor drei Jahren gesagt, dass ich auf dieser Bühne mit knapp 200 Menschen meine Geschichte teilen würde, hätte ich geglaubt, dass wir nicht über dieselbe Person sprechen. Mein Umkreis beschreibt mich oft als zielstrebig, hilfsbereit, aber auch als schüchtern. Mit dieser Rede schließe ich nicht nur mein Stipi-Sein ab, sondern führe auch meine Persönlichkeitsentfaltung fort, die durch START gefördert wurde.

Fangen wir aber mit dem Start meiner START-Story an. Das erste Mal, dass ich von dem Stipendium gehört habe, war von meiner Klassenvorständin, die mich dazu ermutigt hat, mich zu bewerben. Um ganz ehrlich mit Ihnen zu sein, hätte ich nie erwartet in die engere Auswahl zu kommen – und dann wurde ich zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Damals war ich nervöser als jetzt gerade, doch an dem Tag, wie auch heute, hat mich Aleks unterstützt und ermutigt. Als ich den Chemieunterricht verlassen habe, um den Anruf entgegenzunehmen, der mir bestätigt hat, dass ich aufgenommen wurde, konnte ich mir nicht vorstellen, was auf mich zukommen würde.

Und was und was mich im Endeffekt erwartet hat, waren viele lehrreiche Workshops – von Kunst bis zur Politik – als auch Freizeitaktivitäten, die von unseren Stipi-Sprecher-Team organisiert wurden. Durch die konnten wir als Stipendiat:innen Freundschaften knüpfen und sich als Teil einer Community fühlen. An dieser Stelle noch ein Dankeschön an Rawina und Omran, die alles auf die Beine gestellt haben (und an Katrin und Aleks, die das alles genehmigt haben ;)).

Die Bildungsseminare sind mir schön in Erinnerung geblieben, und das nicht nur, weil wir Stipendiat:innen Zeit miteinander verbringen konnten, sondern auch weil die Seminare an sich, spannend waren. Ich hatte noch das Glück, dass ich in meinem ersten Jahr zweimal nach Wels für die Seminare fahren konnte, wo sich alle Stipendiat:innen ganz Österreichs getroffen haben und sich vernetzen konnten. Von meinem allerersten Bildungsseminar „Rhetorik und Präsentation“ konnte ich mir viele Tipps mitnehmen, um meine Präsentationen selbstsicherer zu halten – ich hoffe das sieht man heute auch ;).

Die Weiterbildung hat nicht bei den vielfältigen Angeboten von START aufgehört – einer der vielen Workshops – die Hands-Up Ausstellung – erweckte mein Interesse für die Gebärdensprache, was mich wiederum dazu motiviert hat einen Gebärdensprachen-Kurs zu besuchen. Durch START habe ich meine Begeisterung gefunden und durch START wurde es mir ermöglicht meinem Interesse nachzugehen.

Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere – nach der Matura, die ich mit einem ausgezeichneten Erfolg abgeschlossen habe – fängt nun mein Studentenleben an. Ich wurde an der WU angenommen und habe meinen Bachelor in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften angefangen. Vor der Begrüßungsfeier hatte ich sogar meine erste Prüfung – drücken Sie mir also bitte alle die Daumen! Ich wurde auch im Leistungsstipendiumsprogramm der WU aufgenommen, die mich jetzt während der Studienzeit begleitet!

Mir wurden viele Türen durch START geöffnet – und ich hoffe dass auch in Zukunft vielen diese Möglichkeit gegeben wird. Meine START-Story endet jetzt zwar offiziell, aber die Erlebnisse und Erinnerungen mit START werden mich weiterhin auf meinem Lebenspfad prägen. An alle neue und verbleibenden Stipendiat:innen: Genießt die Zeit mit START und nützt diese bis zur Gänze aus, denn so eine Chance sollte man schätzen und nutzen!

Zum Schluss möchte ich noch den Unterstützer:innen/Paten/Patinnen von START danken, da ohne Sie all dies nicht möglich wäre!
Dankeschön START! (+ in ÖGS)

Amir “Meine Zukunft das bin ich”

Sehr geehrte Damen und Herren!

Mein Name ist Amir Rajabi und komme aus Afghanistan. Ich lebe seit 2015 in Österreich und es ist mir eine große Freude, heute vor Ihnen stehen zu dürfen.

Als ich am 30.09.2015 in Österreich angekommen bin, war alles für mich fremd, neue Sprache, neue Menschen, neues Land und neue Kultur. Ich war ein kleiner junger Mann und machte mir immer Gedanken, wie mein Leben hier in Österreich sein wird?

Eines Tages wurde ich mit einem Polizei- Autobus in eine Unterkunft gebracht. Dort habe ich zum ersten Mal die deutsche Sprache wahrgenommen, ich war ganz ehrlich sehr erschrocken und verwirrt. Ich habe mir in meinem Kopf sofort die Frage gestellt „wäre es für mich überhaupt möglich, die deutsche Sprache in der Zukunft fließend und problemlos sprechen zu können?“

Im Oktober 2015 begann mein erster Schultag in Österreich. Meine erste Schule war die Volksschule Losenstein. Losenstein ist ein kleiner Ort in OÖ. Nach einiger Zeit kamen noch andere Flüchtlingskinder in meinem Alter zu dieser Schule und ein Deutschkurs wurde für uns organisiert. Erstaunlicherweise konnte ich nach einem Jahr Deutsch sprechen und schaffte es sogar, das letzte Jahr in der Volksschule bzw. die 4. Klasse positiv abzuschließen und somit ging es für mich mit einer anderen Schule weiter. Ich besuchte 2 Jahre lang die Neue Mittelschule Losenstein und nach diesen zwei Jahren habe ich mich entschieden in ein Gymnasium zu wechseln. Ich bin echt froh, dass ich damals diese Entscheidung getroffen habe.

Das erste Lernjahr im Gymnasium war sehr schwierig für mich. Am Anfang musste ich mit vielen Herausforderungen kämpfen und ich habe auch direkt festgestellt, dass der Schulalltag anders ist, z.B. im Vergleich zur Mittelschule musste ich mehr lernen. Aber im Laufe der Zeit habe ich mich an das Schulsystem gewohnt und somit konnte ich auch meine Schulnoten verbessern.

Im Jahr 2019 habe ich meinen positiven Asylbescheid erhalten. Danach traf ich die Entscheidung, nach Wien zu übersiedeln, mein Grund dafür war, dass ich in Wien im Gegensatz zu den anderen Orten in Österreich mehrere Gelegenheiten habe, um aufzusteigen bzw. meine Lebensqualität zu verbessern. In Wien besuche ich das Gymnasium „Ettenreich“ und ebenfalls habe ich die Ehre, ein Teil der START-Familie geworden zu sein. Ich kenne START seit letztem Jahr. Am Beginn wurde ich im Freundeskreis von START aufgenommen und jetzt bin ich ein offizieller Stipi. Obwohl ich im Freundeskreis war, durfte ich an mehreren lehrreichen und wunderbaren Workshops teilnehmen und somit habe ich viele großartige und integrierte junge Menschen aus verschiedenen Nationalitäten kennengelernt. START hat mich immer unterstützt, wenn Hindernisse auf meinem Bildungsweg lagen. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich nun ein Teil der START-Familie bin, und an dieser Stelle möchte ich mich bei START aber auch Patinnen und Paten bedanken, dass Sie durch Ihre Unterstützung uns immer zur Seite stehen.

Mein Hauptziel ist, an allererste Stelle die Matura zu schaffen. Was ich danach machen möchte, weiß ich leider nicht, weil ich momentan nur auf meine Reifeprüfung fokussiert bin. Jedoch weiß ich aber eines, und zwar, dass ich in der Zukunft dank Ihrer bemerkenswerten Unterstützung meinen Beitrag zur Gesellschaft leisten und infolgedessen nützlich für Österreich im Einsatz sein werde.

Herzlichen Dank fürs Zuhören und wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Amir RAJABI
BG 10 Ettenreichgasse

Elnaz “Meine Zukunft das bin ich”

Guten Abend meine sehr geehrte Stipendiatinnen und Stipendiaten, Patinnen und Paten und Freundinnen und Freunden, zuerst möchte ich mich bei allen bedanken, die uns ihre wertvolle Zeit geschenkt haben. Mir wurde die Gelegenheit gegeben, über meine Zukunft und über mich zu reden. Ich heiße Elnaz und komme aus Afghanistan. Ich bin seit 7 Jahren in Österreich und bin Schülerin der Antonkriegergasse.

Ich möchte über mich und meine Erfahrungen erzählen.

Am Anfang in Österreich war es mir nicht leicht. Ich konnte die Sprache nicht und hab mich ausgeschlossen gefühlt, aber ich habe nicht aufgegeben. Ich habe in der Schule Schwierigkeiten in verschiedenen Fächer gehabt, aber ich habe mir vorgenommen es zu schaffen. Es gab viele Menschen, die an mich geglaubt haben, aber auch einige die nicht an mich geglaubt haben. Ich vergesse es nie, was meine Direktorin in der Mittelschule gesagt hat, dass ich es niemals schaffen werde in ein Gymnasium zu gehen. Aber heute stehe hier und damit habe ich das Gegenteil bewiesen. Ich fühle mich geehrt hier zu sein und das Recht auf Bildung zu haben, dennoch ist nicht überall verständlich. Ich möchte die Gelegenheit nutzen über Frauen und Mädchen zu reden, sie haben es nie einfach gehabt. Sie können sich nicht so anziehen wie sie wollen sonst werden sie getötet sowie Mahsa Amini in Iran, die nur weil sie angeblich nicht sich angemessen gekleidet hat, getötet wurde. Viele Frauen haben nicht das Recht zur Schule zu gehen oder zu arbeiten. Seit der Übernahme von den Taliban in Afghanistan dürfen Mädchen nicht zur Schule gehen. Vor wenigen Tagen in Afganistan gab es ein Terrorangriff in eine Mädchenschule. Die Mädchen wollten Maturaprüfung machen, aber sie wurden getötet, nur weil sie ihre Träume folgen wollten. Die Ungerechtigkeit für Frauen gibt es überall und ich wünsche, dass es sich bald ändern wird.

In meiner bisherigen Schulkarriere habe ich unterschiedliche Interessen und Berufswünsche gehabt. Aber letzendes habe ich mich für Rechtwissenschaft entschieden. Ich habe seit Kindheit immer den Wunsch gehabt für Frauenrechte zu kämpfen da ich es in selbst in meine Gesellschaft erlebt habe. Ich habe vor am Anfang in Wien zu studieren, aber mein Wunsch ist, später in Großbritannien zu studieren. In meine Freizeit genieße ich lesen und klassische Musik zu hören. Ich möchte noch neben mein Studium in ein Frauenrechtsorganisation arbeiten, damit ich meinen Beitrag zur Gesellschaft leiste und versuche, die Welt noch schöner zu gestalten.

Ich möchte mich bei START bedanken, wegen deren vielfachen Unterstützungen. Ich möchte mich bei all unseren Patinnen und Paten, Organisationen, die mit START zusammenarbeiten und einzelne Personen bedanken. Sie haben vielen jungen, motivierten und eifrigen Menschen, aber auch mir die Möglichkeit gegeben, unsere Interessen zu vertreten, unser Wissen zu erweitern und die Welt mit anderen Perspektiven zu sehen. Ich hoffe, dass ich durch dies großartige Gelegenheit meine Ziele erreiche.

Das ist die Botschaft, die ich weitergeben möchte. Egal aus woher man kommt oder welche Schwierigkeiten man hat, man soll nie aufgeben dennoch wir lernen aus unseren Fehlern.

Vielen Dank für das Zuhören und ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Elnaz SHAHROKHI
BRG Anton Kriegergasse Wien 23

Bericht: Begrüßungsfeier START-Wien 2022

Der Höhepunkt des START-Stipendiumjahres ist die Begrüßungsfeier der neuen Stipendiat:innen! Gleichzeit werden die erfolgreichen Absolvent:innen verabschiedet. Heuer konnte die Feier ohne Einschränkungen stattfinden und mit insgesamt 200 Gästen stattfinden.

Nach einer Begrüßung durch START-Geschäftsführung Katrin Bernd übernahmen die beiden Stipisprecher:innen Omran und Rawina die Moderation, sie führten gemeinsam durch den Abend.

Die Festrede hielt Frau Dipl.-Ing. Dr. Heidrun Schmid, Vice President für Internationale Beziehungen, Analysen & Nachhaltigkeit der oesterreichischen Kontrollbank. Frau Schmid erzählte über das Engagement der OeKB, die aktuell 2 Patenschaften übernommen hat und auch Praktika und Workshops für alle START-Wien Stipendiat:innen anbietet.

Heidrun Schmid - OeKB
Unsere Moderator:innen

Danach hielten drei neue Stipendiat:innen eine Rede über ihre Zukunftspläne und über ihre Erwartungen an das START-Programm:

Elnaz SHAHROKHI: … Ich möchte über mich und meine Erfahrungen erzählen. 
Am Anfang in Österreich war es mir nicht leicht. Ich konnte die Sprache nicht und hab mich ausgeschlossen gefühlt, aber ich habe nicht aufgegeben. Ich habe in der Schule Schwierigkeiten in verschiedenen Fächer gehabt, aber ich habe mir vorgenommen es zu schaffen. Es gab viele Menschen, die an mich geglaubt haben, aber auch einige die nicht an mich geglaubt haben. .MEHR

Mein Name ist Amir RAJABI und komme aus Afghanistan. Ich lebe seit 2015 in Österreich und es ist mir eine große Freude, heute vor Ihnen stehen zu dürfen.

Als ich am 30.09.2015 in Österreich angekommen bin, war alles für mich fremd, neue Sprache, neue Menschen, neues Land und neue Kultur. Ich war ein kleiner junger Mann und machte mir immer Gedanken, wie mein Leben hier in Österreich sein wird? …. MEHR

Dalae MESHAKEA 

.…. Ich möchte der Gesellschaft auch beweisen, dass eine Frau mit Migrationshintergrund eine erfolgreiche Führungskraft sein kann und sogar besser als Männer die Position vertreten würde. Frauen sollten in der IT-Branche mehr gefördert werden, da ist eine Veränderung dringend notwendig. … .MEHR

Nach den bewegenden Reden, die mit viel Applaus bedacht wurden, erhielten die Stipendiat:innen iher Urkunden von ihren Paten überreicht:

L`Oréal Österreich & Deutschland

L`Oréal Österreich & Deutschland

Allgemeine Mittelschulstipendienstiftung (MA40)

Allgemeine Mittelschulstipendienstiftung (MA40)

Crespo Foundation

Crespo Foundation

Wiener Börse

Wiener Börse

Familie Gantenbein

Familie Gantenbein

Oesterreichische Kontrollbank

Oesterreichische Kontrollbank

ÖBB-Technische Services

ÖBB-Technische Services

Rotary Wien-Nestroy

Rotary Wien-Nestroy

Constantia Flexibles

Constantia Flexibles

Alumni-Stipendium

Alumni-Stipendium

Die neuen START-Stipendiat:innen 2022!

Neben dem START-Stipendium gibt es auch die Möglichkeit im START-Freundeskreis unterstützt zu werden. Hier besteht die Möglichkeit an kostenlosen Workshops teilzunehmen oder freie Plätze zu nutzen. Eine gute Chance des Programm und die Gruppe kennenzulernen. Heuer sind besonders viele aktive START-Friends dabei, daher holten wir sie auf die Bühne und sie erhielten ein kleines Geschenk!

Dieses Jahr gab es keinen expliziten künstlerischen Beitrag, weil wir in den letzten 2 START-Jahren so viele Workshops zum Thema Kunst und Kultur angeboten haben, das wir beschlossen haben diese in Form eines Kurzvideos zu präsentieren (leider ohne Ton 🙂

Stellvertretend für alle Absolvent:innen berichtete Jovana Crnic, die heuer mit Auszeichnung maturiert hat über ihre Zeit bei START und ihre Zukunftspläne:

Jovana CRNIC – START-Absolventin 2022

Mir wurden viele Türen durch START geöffnet – und ich hoffe dass auch in Zukunft vielen diese Möglichkeit gegeben wird. Meine START-Story endet jetzt zwar offiziell, aber die Erlebnisse und Erinnerungen mit START werden mich weiterhin auf meinem Lebenspfad prägen.    
…. MEHR

 

Wir gratulieren unseren Absolvent:innen 2022!

Vielen Danke an alle Förderer und Unterstützer:innen, ohne die es kein START-Stipendium geben würde!
Unten können Sie mithilfe eines kleines Videos die Stimmung der Feier und den START-Spirit erleben!

Eindrücke unserer Stipis:

Ich fand die Feier wirklich toll. Es hat mir sehr gut gefallen, wie organisiert und einwandfrei alles gelaufen ist. Die Reden von den Stipis waren sehr rührend und motivierend. Ich bewundere sie für ihren Mut, weil es ist nicht einfach vor so einem großen Publikum zu reden. Mein Lieblingsteil der Feier war das Video. Es hat viele schöne Erinnerungen in mir geweckt. Ich freue mich schon jetzt aufs nächstes Jahr. 🙂

Fatema

Der Begrüßungsfeier war einfach aus meinem Sicht perfekt und was mir noch sehr gut gefallen hat, waren die Fotos die gezeigt wurden.🤩

Sajad

Ich fand es echt sehr schön, mir hat das ganze echt sehr viel Spaß gemacht. Ich konnte dadurch alle Stipis kennenlernen und die Reden von den neuen Stipis und von den Absolventen waren echt berührend!

Berivan

Ich bin dankbar dafür, dass ich so feierlich zum Stipendium aufgenommen wurde. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht und ich bin auch froh, dass meine Mutter und meine Schwester als Unterstützung da waren.

Roqia

Ich finde die Begrüßungsfeier war echt toll. Wir hatten genug Zeit um zu Proben, uns umzuziehen und eine lange Pause zu machen. Der Saal war wunderschön und das Buffet hatte tolles Essen. Alles lief super ab und so konnte jeder Spaß haben, weil alles so großartig geplant wurde. 🙂

Sapna

Begrüßungsfeier war wie immer perfekt. Unsere Paten und Patinnen waren da, die Moderation war perfekt und das Essen war lecker. Wir waren alle emotional und traurig weil wir uns von alte stipis verabschieden mussten, waren aber auch glücklich weil wir die neue Stipis begrüßen durften. Ich freue mich wenn ich jedes Jahr bei Begrüßungsfeier dabei sein darf, auch wenn ich nicht mehr Stipi bin. Für die neue Stipis war es bestimmt ein guter Start mit Start.

Narges

Begrüßungsfeier, sie war ziemlich schön und gut vorbereitet wie immer ! Muss zugeben das Video von dem ganzen Workshops und Aktivitäten war sehr schön, die Reden von den Stipis waren sehr gut und natürlich auch von den Absolventinnen. Es war auch sehr schön da ich mein Paten kennenlernen konnte (letztes Jahr war sie nicht da ) ich danke Start für die Möglichkeit die sie uns schenken bei solche schöne Events teilzunehmen. Danke

David

Die Begrüßungsfeier war extrem schön. Ich liebe die Begrüßungsfeier, weil alle sich versammeln und miteinander Zeit verbringen können. Man lernt neue Menschen kennen aus andere Bundesländer. Ich freue mich immer die Paten zu sehen. Ich wünschte es gäbe öfters solche Veranstaltungen. Es ist immer so gut und schön organisiert.

Sahar

Impressionen der Begrüßungsfeier

Alle Fotos von der Veranstaltung finden sie wenn sie aufs Bild klicken

Presseinfo: 20 Jugendliche mit Migrationshintergrund STARTen ins neue Schuljahr

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START-NÖ Begrüßungsfeier & 5-jähriges Jubiläum

Die diesjährige Begrüßungsfeier der neuen START-NÖ Stipendiat:innen war in mehrfacher Hinsicht besonders und außergewöhnlich: Da die Feier im letzten Jahr leider Corona-bedingt ausgefallen ist, wurden zwei Jahrgänge begrüßt und auch die erfolgreichen Absolvent:innen aus zwei Matura-Jahren (und darüber hinaus) verabschiedet. Zusätzlich gab es den besonderen Anlass des 5-jährigen Bestehens des START-Programms in Niederösterreich zu feiern!

Die Stipendiat:innen trafen sich bereits am Nachmittag im Panoramasaal der HYPO NOE in St. Pölten – nicht nur für Vorbereitungen, sondern auch für ein Treffen mit Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Aufgrund der zeitgleich stattfindenden Landtagssitzung war die Landesrätin leider am Abend verhindert, ließ es sich aber nicht nehmen für einen kurzen Besuch in der HYPO NOE vorbeizuschauen – was uns sehr gefreut hat!

Dann stand natürlich alles im Zeichen der Feier am Abend, die mit entsprechendem COVID-Präventionskonzept, begrenzter Teilnehmer:innen-Zahl und Einhaltung der 2G-Regel (doch) stattfinden konnte!

Durch die Feier führte unser charmantes Moderations-Team Sara und Patalapon!

In seiner Begrüßung nahm Wolfgang Viehauser, Vorstand der HYPO NOE Landesbank für Niederösterreich & Wien und Gastgeber der Feier, Bezug auf die beiden Gruppen an Stipendiat:innen, die an diesem Abend gefeiert würden. Einerseits die neu ins Programm aufgenommenen Jugendlichen und andererseits diejenigen, die das Programm bereits erfolgreich absolviert haben, wobei er hier den Beginn eines neuen, spannenden Lebensabschnitts hervorhob. „Wir wollen natürlich sehr gut ausgebildetes Personal. Das ist genau die Phase, in der ihr jetzt seid und mit den Voraussetzungen, die ihr habt, und auch mit der Unterstützung durch dieses Stipendium werdet ihr auch diesen Teil sehr gut meistern. Und das heißt ihr seid dann hervorragend vorbereitet für ein spannendes Berufsleben und dann steht die Welt, auch die Wirtschaftswelt, euch offen.“

In ihrer Videobotschaft gratulierte Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister dem START-Programm zum 5-jährigen Bestehen und zeigt sich beeindruckt „von euch [den Stipendiat:innen], die ihr mit so einer vielfältigen Geschichte aus allen Ländern der Erde zu uns kommt, die ihr so viel zu erzählen habt und die ihr so bereit seid auch in Österreich ganz Großartiges zu leisten. Einerseits schulisch, ihr seid ganz großartig in der Schule unterwegs. Andererseits auch in ehrenamtlichen Engagements, ihr helft einander, ihr seid füreinander da, ihr lernt aneinander und miteinander auch Rückschläge einzustecken, sich Hindernissen zu stellen, mit dem österreichischen Bildungssystem zu Rande zu kommen […] und das finde ich einfach wirklich bewundernswert!

Zwei aktuelle Stipendiat:innen und ein START-Absolvent beeindruckten an diesem Abend mit ihren berührenden Reden:

Rana ist vor 6 Jahren aus Afghanistan nach Österreich gekommen und berichtete von anfänglichen Herausforderungen. Auch dank START ist sie motiviert ihren Weg zu gehen: „Jede und jeder hier hat ein Ziel. Mein Ziel ist es, ein glückliches Leben aufzubauen, mich weiterzubilden und auch anderen zu helfen. Ich werde hart für mein Zukunft arbeiten. So hart bis ich eines Tages mein Traum erreiche und aus mir eine selbstständige Frau wird, die sich auch für andere einsetzt.

Auch Ragad hat große Pläne – im Bereich der Neurologie. Nachdem sie mit ihrer Familie aus Syrien geflohen ist, fand sie in St. Pölten eine neue Heimat, wo sie die Freiwillige Feuerwehr für sich entdeckte. Sie freut sich nun bei START zu sein: „START gibt mir die Möglichkeit mehr über die Welt zu erfahren und mein Wissen zu erweitern. Ich muss auch sagen, dass ich bei jedem START-Meeting auf neue Sachen treffe, die mich faszinieren. Mir hilft auch der Austausch mit anderen Jugendlichen und die gezielte Unterstützung bei schulischen Herausforderungen.“

Ahmad ließ in seiner emotionalen Rede die letzten beiden Jahre mit START Revue passieren – prägende Jahre, in denen er sich viel vom START-Programm mitnehmen konnte: “All dies habe ich nicht in der Schule gelernt, sondern hier in verschiedensten und sinnvollsten Arten. Sei es durch Workshops und Ausflüge in unterschiedlichen interessanten Bereichen, oder durch das regelmäßigen Bildungsseminar. Die Tipps und Tricks, die wir dort von professionellen Trainern erlangen, sind unglaublich und um ehrlich zu sein, ohne ihre Hilfe hätte ich heute gar nicht den Mut gehabt, hier zu stehen.”

Ein Höhepunkt des Abends war die Urkunden-Überreichung durch die Paten und Patinnen an die neu aufgenommenen Stipendiat:innen – aus zwei Jahrgängen.

Als künstlerische Beiträge wurde von Melania und Mohammed ein Gitarrenstück zum Besten gegeben und auch ein im letzten Schuljahr von den Stipendiat:innen erarbeiteter Film fand an diesem Abend seine Premiere vor Publikum:

Das START-Programm feiert in diesem Jahr sein 5-jähriges Bestehen in Niederösterreich – Geschäftsführerin Katrin Bernd warf gemeinsam mit START-Stipendiaten der ersten (und zweiten) Stunde Amin und Adham einen Blick zurück zu den Anfängen – bevor zu guter Letzt noch den erfolgreichen Absolvent:innen gratuliert wurde!

Vielen Dank an unsre Paten, Förderer und Unterstützer! Unserer besonderer Dank für diesen schönen Abend gilt der HYPO NOE, bei der wir zu Gast sein durften!

Impressionen 15 Jahre START-Stipendium Wien

47 Stipendiat:innen werden dieses Schuljahr gefördert, davon wurden 25 im Rahmen des Jubiläums neu aufgenommen. Mit rund 180 Gästen blicken wir auf unsere START-Anfänge zurück, verabschieden feierlich unsere 35 Absolvent:innen aus 2020 und 2021 und erfreuen uns an den tollen Reden und einem wundervollen musikalischen Beitrag. Und unser Highlight: zwei Stipendien wurden zum ersten Mal in der START-Geschichte von unseren Absolventinnen übernommen! 

Fatema “Was bedeutet START für mich?”

Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Unterstützer*innen und Förder*innen des START-Stipendiums! Liebe Freundinnen und Freunde und liebe Katrin, liebe Aleks und liebe Samira, ich möchte meine Rede mit einem kurzen Zitat aus den Menschenrechten beginnen: Ganz einfach: “Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung.” Bereits 1948 haben 160 Länder die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte unterschrieben.

Mein Name ist Fatema Ahmadi, ich bin 20 Jahre alt und komme aus Afghanistan. In meiner Heimat ist es nicht selbstverständlich, dass alle Menschen gleichberechtigt werden, z.B. dass alle dieselbe Chance haben, eine Schule zu besuchen und schon gar nicht eine höhere Bildung zu absolvieren. Und für Mädchen und Frauen ist es sowieso umso problematischer.

Ich bin mit meiner Familie seit 2013 in Österreich und bin in der 3. Klasse Mittelschule in das österreichische Schulsystem eingestiegen, ohne ein Wort deutsch sprechen zu können. Heuer habe ich im Juni an der HLW 10 Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe die Matura absolviert und nun studiere ich Gesundheits- und Krankenpflege an der Fachhochschule Campus Wien.

Ich möchte jetzt kurz noch einmal ein paar Jahre zurückblicken, damit ich die Bedeutung, die die Matura und mein Studienbeginn für mich haben, auch Ihnen und euch deutlich machen kann. Aber auch zeigen möchte, wie wichtig die Unterstützung, vor allem durch das START Stipendium und alles was dazu gehört für mich war.

Wie kam ich überhaupt zu START:

Vor 6 Jahren besuchte ich die Tanmu Nachhilfe – ich wollte unbedingt nach der Mittelschule eine höhere Schule besuchen und bereits damals war mein Ziel, die Matura zu absolvieren. Ich hatte mich erkundigt, welche Möglichkeiten es gibt und entschied mich für eine BHS – also eine Schule wo ich Matura habe und gleichzeitig aber schon eine Berufsausbildung, in meinem Fall im Bereich Gastronomie und Hotellerie.

Beinahe scheiterte meine Schullaufbahn gleich vor dem Beginn, nicht weil ich nicht aufgenommen wurde, sondern, weil ich für die Ausbildung Berufskleidung benötigte, die sich meine Eltern nicht leisten konnten. Schon seit immer war ich als älteste Tochter für die behördlichen Sachen zuständig und mir war klar, dass sich das nicht ausgehen wird. Ich war traurig und hoffnungslos und musste akzeptieren, dass meine Eltern sich das nicht leisten können und somit ich die Schule nicht besuchen kann.

Durch Tanmu bin ich auf den Verein START-Stipendium gestoßen.  Durch die Gespräche mit Katrin Triebswetter und Katrin Bernd bekam ich wieder Hoffnung.  START übernahm nämlich die Kosten für meine Berufskleidung und hat mir somit den Zugang zur Schule ermöglicht.

Ich bin so froh, dass so etwas wie das START in Österreich existiert. Manchmal können kleine finanzielle, aber auch emotionale und persönliche Unterstützungen die Zukunft eines jungen Menschens im Positiven verändern und beeinflussen. Wie bei mir!

Aber nicht nur die finanzielle Unterstützung durch den Verein START-Stipendium hat mich positiv in meiner Weiterentwicklung beeinflusst. Ich konnte mich ebenso im Bereich Bildung weit über das Schulische hinaus weiterentwickeln, aber auch meine Persönlichkeitsentwicklung wurde sehr unterstützt. Ganz wichtig vor allem die Exkursionen haben mir Einsicht in Dinge gebracht, die ich sonst wahrscheinlich nie bekommen hätte. Und vieles mehr…

In diesen 5 Jahren habe ich so vieles geschafft, dass ich es immer noch nicht glauben kann:

  • Alle wollten, dass ich in die 3-jährige Fachschule wechsele – also ohne Matura, weil ich in so vielen Fächern Deutch, Englisch und vieles mehr Schwierigkeiten hatte.
  • Jedoch habe ich alle Fächer mit viel Kraftaufwand von mir jedes Jahr ohne Nachprüfungen geschafft, sogar durch die schwierige Zeit der Pandemie.
  • Und dann war es so weit im Mai 2021 hatte ich dann die Matura in der Tasche! Wer hätte das jemals gedacht – ich zwischendurch manchmal nicht
  • Und jetzt bin ich seit September eine Studentin, noch dazu eine berufstätige, da ich im Sommer auch von zu Hause ausgezogen bin und muss ich nun weitgehend für mich selbst sorgen.

Die letzten Jahre waren nicht einfach für mich, ich bin oft an meine Grenzen gekommen. Auch die Sorge um meine Familie, meine Eltern meine Schwestern – wie es immer weitergehen wird, haben mich stark gefordert.

Nun habe ich alles in der Hand und bin stolz, dass ich so weit kommen konnte, und da haben das START-Stipendium und die Menschen, die ich dadurch kennenlernen durfte, zum einen meine beste Freundin Samira und auch Menschen in meinem Privatleben (hier bedanke ich mich persönlich bei ihr die Ruth- meine große Heldin) einen großen Anteil dran. START hat mich in schulischer, finanzieller aber manchmal auch privater Hinsicht unterstützt. Meine beste Freundin und die Ruth haben mich vor allem im privaten Leben durch dick und dünn in jede Situation unterstützt. Sie waren in meinem Glück, in meiner Trauer, an jeder neuen Erfahrung beteiligt und haben mich unterstützt. Ich bin so dankbar und stolz, dass ich von solchen wunderbaren und einzigartigen Menschen umgeben bin. Das macht mich glücklich, jede Erinnerung macht mich glücklich und ich fühl mich wertgeschätzt.

Dafür möchte ich auch hier heute Danke sagen!

Sahar “Meine Zukunft, das bin ich!”

Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Patinnen und Paten, Stipendiatinnen und Stipendiaten, liebe Familienmitglieder! Es ist mir eine große Ehre, hier vor euch zu stehen. Ich heiße Sahar, bin 18 Jahre alt und komme aus Afghanistan und möchte euch einiges über Sahar erzählen.

Sahar hat es nie im Leben leicht gehabt. Sie musste sich immer mehr anstrengen als die anderen. Sie musste immer mehr tun und alles geben als die anderen, denn das Leben war für sie nie einfach. Von klein auf musste sie eine Kämpferin sein. Von Klein auf musste sie die Rolle eins älteren und vernünftigen Mädchens spielen. Ich durfte nie ein Kind sein, nicht nur ich, sondern die meisten Kindern aus meiner Heimat. Die Kinder, die eine schwere Vergangenheit hatten, haben von klein auf gelernt ein Kämpfer/eine Kämpferin zu sein. Ich bin stolz auf mich, dass ich so weit gekommen bin. Es war nicht leicht, es war überhaupt nicht leicht, aber ich habe es geschafft. Ich habe sehr vieles in meinem Leben erreicht, worauf ich stolz und dankbar bin.

Danke an alle, die mich auf meinem bisherigen Weg begleitet haben, Insbesondere meinen Eltern. Mein Vater hat mich mit 13 Jahren in Kickboxen angemeldet. Ich hatte bis jetzt viele Kämpfe gehabt. Ich habe ein paar von denen Gewonnen und ein paar verloren. Naja, verloren ist das falsche Wort für mich. Denn ich habe nie verloren, sondern gelernt und Erfahrung gesammelt.

Ich bin sehr dankbar, dass ich eine START-Stipendiatin sein darf, denn solche Gelegenheit bekommt nicht jeder. Wir alle Stipendiat*innen können mit Unterstützung von START und unseren Paten wachsen und unser Wissen erweitern.

Mein nächstes Ziel, das ich unbedingt erreichen möchte, ist die Matura. Danach möchte ich Wirtschaft mit Schwerpunkt Global Business oder Marketing Studieren. Ich liebe Sprachen und kann mir auch gut vorstellen, Sprachen zu studieren wie z.b Russisch, Französisch oder Englisch. In der Zukunft will ich unbedingt viel reisen und die Welt entdecken.

In Österreich bekam und bekomme ich Chancen, die es in Afghanistan leider nicht für mich gibt. In meinem Leben möchte ich zu einem Punkt kommen, wo ich anderen Menschen helfen und diese inspirieren kann, wie Mohammad Ali oder Malala mich inspiriert haben. Ich werde mein Bestes geben, um eine schöne Zukunft für Sahar zu gestalten. Danke für eure Aufmerksamkeit.

Mohid “Meine Zukunft, das bin ich!”

Guten Abend meine sehr geehrte Stipendiatinnen und Stipendiaten, Patinnen und Paten und Freundinnen und Freunden, zuerst möchte ich mich bei allen bedanken, die uns ihre wertvolle Zeit geschenkt haben. Mir wurde die Gelegenheit gegeben, über meine Zukunft und über mich zu reden. Für diejenigen, die mich nicht gut kennen, stelle ich mich kurz vor. Also, ich bin der Mohid. Ich bin 17 Jahre alt, auch wenn ich älter aussehe (Witz). In Österreich lebe ich seit 8 Jahren und besuche das Gymnasium am Augarten, 7. Klasse. Die Reifeprüfung steht sozusagen vor der Tür.

Ich erzähle Euch über meine Erfahrung in Österreich und bei START. Wie ich schon erwähnt habe, bin ich seit mehr als 8 Jahren in Österreich. Allerdings lebte ich vorher in Wolfsberg in Kärnten. Ich war von Bergen und Tälern und Flüssen und Feldern umgeben und genau da habe ich bemerkt, wie sehr ich die Natur liebe. Weil mir aufgefallen ist, dass ich in einer Großstadt bessere Möglichkeiten habe, bin ich nach Wien umgezogen und lebe hier seit März 2015. 2019 habe ich meine Pflichtschule abgeschlossen und bin seitdem in einem Gymnasium.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bin eine Person, die ständig was tun muss. Ich kann nicht ruhig sitzen. Ich brauche ständig Menschen, mit denen ich über meine Ideen diskutieren kann. Leider gab es Mangel an neugierigen Menschen, die die Absicht hatten, etwas Gutes für die Gesellschaft zu leisten. Aber dann habe ich ein Programm entdeckt, in dem wissbegierige junge Menschen diskutieren, philosophieren und ihre Erkenntnisse erweitern lassen.

Das Programm heißt START. Ich bin seit 3 oder 4 Monaten ein START-Stipendiat. In dieser Zeit habe ich unzählige Workshops besucht und an Veranstaltungen teilgenommen, die mich nicht interessiert haben und dann später habe ich irgendwas Neues dabei gelernt. In meiner heutigen Rede möchte ich alle meine START-Stipendiatinnen und -stipendiaten bedanken, weil ich gute neue Freunde bekommen habe. Von diesen habe ich unzählige neue Dinge gelernt. Ich habe neue Kulturen kennengelernt, ich habe neue Traditionen kennengelernt, ich habe neue Geschichten kennengelernt und ich habe durch sie einen Zugang zur Welt bekommen. In dieser kleinen Phase habe ich viele schöne Erfahrungen gesammelt und ich hoffe, dass ich diese weiterhin machen werde.

In meiner bisherigen Schulkarriere habe ich unterschiedliche Interessen und Berufswünsche gehabt. Von Theologe bis Diplomat wollte ich alles werden. Das ist auch der Grund, warum meine Freunde mich kaum verstehen (Witz). Ich habe unterschiedliche Ideen im Kopf und deswegen weiß ich auch nicht, was ich nachher machen werde.

Ich möchte mich bei START bedanken, weil sie viele unterschiedliche Workshops organisieren, und somit wir, die Stipendiaten, neue Dinge lernen dürfen. Auf jeden Fall möchte ich mich bei all unseren Patinnen und Paten, Organisationen, die mit START zusammenarbeiten und einzelne Personen bedanken. Sie haben vielen jungen, motivierten und eifrigen Menschen, aber auch mir die Möglichkeit gegeben, unsere Interessen zu vertreten, unser Wissen zu erweitern und die Welt mit anderen Perspektiven zu sehen. Ich hoffe, dass ich mithilfe von START einen guten Plan für meine Zukunft entwerfen kann.

Das ist die Botschaft, die ich weitergeben möchte. Ich weiß nicht, was ich genau später machen werde, aber eines weiß ich: ich werde meinen Beitrag zur Gesellschaft leisten und versuchen, die Welt noch schöner zu gestalten. Vielen Dank für das Zuhören und ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Urkundenverleihung START-Salzburg

Freitag, 22.10.21 – Landesrätin Andrea Klambauer übergibt Urkunden an engagierte Schülerinnen und Schüler aus dem Bundesland Salzburg.

Ausgezeichnet mit einem umfangreichen START-Schülerstipendium samt Urkunde werden heuer fünfzehn ambitionierte junge Salzburgerinnen und Salzburger. Alle haben sich schon früh durch ihr aktives schulisches oder soziales Engagement hervorgetan. In Anerkennung dafür erhalten die Jugendlichen nun von Landesrätin Andrea Klambauer eines der begehrten Stipendien. Diese Förderung soll es ihnen ermöglichen sich noch intensiver auf den Schul- oder Ausbildungsabschluss vorzubereiten. Denn ihre Wurzeln haben die Stipendiatinnen und Stipendiaten in zehn verschiedenen Ländern. Was sie verbindet ist die Freude am Lernen, der Wunsch Vorbild für andere zu sein und das Ziel alles für einen guten Bildungsabschluss zu tun.

Ein Newcomer bei START Salzburg ist Yousef, er besucht die HTL in Itzling und erzählt: „Eine Lehrerin hat mir das START-Stipendium empfohlen. Sie fand, dass ich wirklich motiviert und fleißig bin, aber noch weitere Unterstützung gebrauchen könnte, um das Beste aus mir herauszuholen. Auch meine Eltern waren gleich sehr interessiert und haben mich bei der Bewerbung unterstützt. Ich freue mich sehr, dass es geklappt hat!“

„Beim START Stipendium sehe ich direkt an den Jugendlichen, wie positiv sich dieses Programm auf sie auswirkt und wie es die Chancengerechtigkeit erhöht. Die jungen Menschen haben große Potenziale, und mit dem Mentoring und der Unterstützung werden ihnen die Flügel gehoben. Es ist Beratung und Motivation auf dem Weg zur nächsten Bildungsstufe. Und sie schaffen gemeinsam ein Netzwerk, in dem sie miteinander wachsen.“ Erklärt Landesrätin Klambauer. Seit mehr als 10 Jahren fördert das Land Salzburg daher schon das Stipendienprogramm START, um Jugendliche mit Migrationsbiografie im Bundesland dabei zu unterstützen einen Schul- oder Ausbildungsabschluss zu erlangen. Weiterbildungsangebote für den Schulalltag, aber auch Beratung in Schulfragen gehören genauso zum Angebot von START wie die finanzielle Unterstützung, um den Schulalltag zu meisten. START ermutigt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms auch zu einer aktiven Mitwirkung am gesellschaftlichen Leben.

Seit zwei Jahren dabei ist Rusul. Für die Schülerin des Abendgymnasiums ist START ein Ort, „wo man auf den Punkt kommt, weil das gemeinsame Lernen zählt und die gegenseitige Motivation.“ „Ich fühle mich rund um unterstützt, finanziell, aber auch mental. Eigentlich habe ich nur nach zusätzlicher Deutschförderung gesucht und bei START viel mehr gefunden. Es ist die gegenseitige Wertschätzung unter den Stipendiaten, die mich so bestärkt an meinen Zielen festzuhalten!“

START Stipendium Urkundenverleihung, durch Andrea Klambauer Landesrätin, mit im Bild Elisabeth Ramp Prokektkoordinatorin und die Stipendiaten, 22.10.2021 Foto: Land Salzburg / Susi Berger CS

Die Urkunde macht es offiziell!

Begrüßung der neuen START-Stipendiatinnen und Stipendiaten durch Landesrätin Andrea Klambauer in Salzburg – 09.10.202

„Das START-Stipendium ermutigt die Jugendlichen, ihre Potenziale zu entfalten. Sie bekommen Unterstützung, um sich weiterzuentwickeln und ihren Weg zu gehen. Bildung ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben!“ weiß Landesrätin Klambauer. Sie hieß insgesamt zwölf ambitionierte junge Menschen im START-Stipendienprogramm in Salzburg willkommen. Die frisch gebackenen START-Stipendiatinnen und Stipendiaten besuchen unterschiedliche Schulen im Bundesland oder machen Lehre mit Matura. Ihre Wurzeln reichen in acht verschiedene Länder. Eines haben sie aber gemeinsam: Freude am Lernen und das Ziel alles für einen guten Bildungsabschluss zu tun.

Eine von den Newcomern bei START-Salzburg ist Maryam, sie besucht das Abendgymnasium und erzählt: „Meine Freundin Omaima hat mir von START erzählt und mir letztes Jahr schon empfohlen, mich für dieses Stipendium zu bewerben. Ich war gleich sehr interessiert, denn ich hatte viele Fragen zum Thema Schule und wusste zu dieser Zeit auch nicht, wie meine Zukunft aussehen soll. Ich freue mich sehr, dass es geklappt hat.“

Seit mehr als 10 Jahren fördert das Land Salzburg nun schon das Stipendienprogramm START, um Jugendliche mit Migrationsbiographie im Bundesland dabei zu unterstützen einen Schul- oder Ausbildungsabschluss zu erlangen. Weiterbildungsangebote für den Schulalltag, aber auch Beratung in Schulfragen gehören genauso zum Angebot von START wie die finanzielle Unterstützung um den Schulalltag zu meistern. START ermutigt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms auch zu einer aktiven Mitwirkung am gesellschaftlichen Leben.

„Das START-Stipendium macht genau das, was ich für mich als ein Traumziel halte und das liebe ich an diesem Stipendium. Es ist nicht nur ein Stipendium, welches den Stipendiaten finanzielle Unterstützung gibt. Es handelt sich um viele mehr. Die Stipendiaten lernen was für ihr Leben. Dinge, die man nicht verlieren kann. Die Treffen mit den anderen Stipendiaten haben mich immer motiviert, weiter an meinem Ziel zu arbeiten. Dafür danke ich allen die das Programm ermöglichen.“ berichtet Absolvent Maisam von seiner zeit bei START. Nach drei Jahren im Stipendienprogramm geht es für ihn jetzt auf dem direkten Weg zum Abschluss der Fachschule an der HTL Hallein.  

Jubiläum: Wir feiern 10 Jahre START-Salzburg!

Mit Kerzen, Musik und Torte feiert das Stipendienprogramm START seinen ersten runden Geburtstag am 07.11.2019 in der Wirtschaftskammer Salzburg. An diesem Abend werden mit großem Applaus auch zehn ambitionierte junge Menschen offiziell als zehnter START- Salzburg Jahrgang aufgenommen. Die Verleihung des Salzburger Ehrenzeichens „Pro Caritate“ an Katharina Turnauer, sie unterstützt das Schülerstipendium von Beginn an, ist ein weiterer Höhepunkt der Jubiläumsfeier. Die Auszeichnung für ihr außerordentliches karitatives Engagement übergab Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf gemeinsam mit Landesrätin Andrea Klambauer.

Vor den Vorhang gebeten – Jugendliche bei START erzählen

„Ich möchte später nach der Lehre studieren und deswegen habe ich mit der Matura angefangen. Mit dem START-Stipendium kann ich den Weg, den ich seit vier Jahren gehe, weiterverfolgen und noch besser für meine Ziele arbeiten. Wir haben interessante Projekte, Workshops und Nachhilfe-Kurse. START unterstützt uns auch finanziell, aber wichtiger noch ist die Begleitung und Unterstützung auf unserem weiteren Weg in Österreich.“, erzählt Mohammad in seiner Rede. Mohammad ist einer von zehn Jugendlichen, die an diesem Abend offiziell Teil des Stipendienprogrammes START in Salzburg werden. Als Stipendiat der Wirtschaftskammer erhällt er seine Urkunde aus den Händen von Vizepräsidentin Marianne Kusejko und Dr. Andreas Obauer. Mohammad macht eine Lehre zum Zerspannungstechniker bei der Firma EMCO in Hallein. In seiner Freizeit fährt er beim Roten Kreuz Hof ehrenamtlich als Rettungssanitäter Einsätze. Über seine Anfänge in Österreich berichtet er weiter: „Als ich nach Österreich kam, war alles für mich fremd, die Sprache, die Leute, die Kultur, das Bildungssystem und natürlich das Wetter und allgemein das Land und die Gesetze. Das war für mich eine große Herausforderung ein neues Leben zu beginnen und Wurzeln zu schlagen. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“

START-Tradition: die künstlerischen Beiträge der Stipendiaten_innen

Auch das Lied „Sowieso“ von Mark Forster, das die gesamte START-Gruppe am Beginn der Feier zum Besten gab, bringt genau diesen Gedanken zum Ausdruck. „Es geht darum nicht aufzugeben und den Mut nicht zu verlieren!“ fasst es Stipendiatin Rasia zusammen. Im Mittelpunkt stehen an diesem Abend die START-Stipendiatinnen und Stipendiaten mit ihren Talenten, Ambitionen und Zielen und weil ihnen die Proben im Vorfeld des Jubiläums so viel Spaß gemacht haben, studierten sie mit dem Musiker Duo Johanna Buchmayer und Stefan Wagner gleich noch ein zweites ein!

Mit START auf dem Weg zur Matura

Landesrätin Andrea Klambauer betonte in ihrer Festrede: „Der Weg zur Matura ist für Jugendliche mit Migrationshintergrund ohne Unterstützung oft sehr schwer. Das Start Stipendium legt neben der materiellen Unterstützung einen besonderen Schwerpunkt auf die ideelle Förderung, also Weiterbildung, Workshops zur Persönlichkeitsbildung und Beratung. Ich unterstütze dieses Programm sehr gerne, weil es ein wichtiger Schritt hin zu einer Chancengerechtigkeit ist. Jugendliche werden ermuntert, ihre Talente zu entfalten und jene Ausbildung zu absolvieren, die ihrer Begabung entspricht.“

Wiedersehen mit den Absolvent_innen aus 10 Jahren START-Salzburg

Aber nicht nur die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten werden herzlich willkommen geheißen. Nicht entgehen ließen sich die Party auch zahlreich Absolventinnen und Absolventen aus allen Jahrgängen seit der START-Gründung 2010. Für insgesamt 55 Absolventinnen und Absolventen spricht Tania. Als Stipendiatin der ersten Stunde schließt sie gleichzeitig drei Studienfächer – Publizistik, Jus und Wirtschafts – an der Universität Wien ab. „Das was START so besonders macht, ist dass es einen Rahmen schafft wo junge Schülerinnen und Schüler zusammenkommen, die mit einem ähnlichen Hintergrund ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen. Die Erfahrung mit diesen Herausforderungen nicht allein zu sein, macht Mut. Und das ist es, was junge Erwachsene brauchen, das ist das was ich gebraucht habe. Mut und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Talente zu haben.“

Standing Ovation: Ehrung für Katharina Turnauer

Ein ganz besonderes Highlight dieses Jubiläums ist die Würdigung der langjährigen START-Stifterin Katharina Turnauer durch das Salzburger Ehrenzeichen „Pro Caritate“. Mit ihrer Privatstiftung unterstützt sie nicht nur seit 10 Jahren das START-Programm in Salzburg, sondern auch viele weitere soziale Projekte im Bundesland. Für ihre zahlreichen Initiativen, ihr außergewöhnliches Engagement für den guten Zweck und für ihre  karitative Tätigkeit, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt, wird sie an diesem Abend von Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf und Landesrätin Andrea Klambauer ausgezeichnet – Standing Ovation inklusive! Katharina Turnauer dazu: „Sozial zu denken ist für mich etwas Natürliches und Persönliches. Denn dabei geht es immer um die einzelnen Personen. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, hat sein eigenes Leid – und da etwas zu tun, so dass sich etwas verändert, gibt mir große Freude. Weil letzten Endes nicht einer gibt und der andere nimmt, sondern beide geben und beide nehmen.” Mit großem Applaus wird die finale Einlage am Ende des Abends bedacht. Die START-Stipendiatinnen und Stipendiaten präsentieren einen Dance-Choreographie, die sie gemeinsam mi Tanztrainerin und START-Absolventin Zara Zaitova einstudiert haben.

Durch den Abend führten als charmantes Moderatoren-Duo Stipendiatin Ioana und Stipendiat Ali Akbar.

Wir bedanken uns ganz besonders bei der Wirtschaftskammer Salzburg, denn wir durften nun schon zum fünften mal unsere Begrüßungsfeier in den Räumen der WKS ausrichten!

Fotos: wildbild, Herbert Rohrer 2019

START-Wien Begrüßungsfeier & Verabschiedung der Absolvent*innen

Am 24. Oktober 2019 fand im Wifi Wien die 14 Begrüßungsfeier von START-Wien statt: 16 neue START Stipendiat*innen wurden im aktuellen Schuljahr willkommen geheißen. Gleichzeitig wurden 12 erfolgreiche Absolvent*innen des letzten Maturajahrgangs verabschiedet.

Die neuen START-Stipendiat*innen 2019/2020

Vertreter*innen der Stadt Wien, der US Botschaft, sowie Paten und Förderer und viele jugendliche Stipendiat*innen und Absolvent*innen mit deren Familien und Freund*innen waren letzten Donnerstag im Wifi Wien anwesend.  Über 230 Gäste genossen einen emotionalen und vielfältigen Abend.

Moderiert wurde die Veranstaltung souverän von den START Jugendlichen Atila Bamyani und Mariana Paunovic.

START-Geschäftsführerin Katrin Bernd begrüsste die Gäste, insbesondere die Paten und Förderer von START und gedachte der kürzlich verstorbenen Stifterin von START-Wien Ulrike Crespo mit einer persönlichen Rede.

Die Eröffnungsrede hielt dieses Jahr die Abteilungsleiterin der MA 40 – gleichzeitig Stiftungsorgan der allgemeinen Wiener Mittelschulstipendienstiftung -Frau Mag. Agnes Berlakovich.

Mag.Agnes Berlakovich (MA40)

“Die Stadt Wien hat über die Mittelschulstipendienstiftung in den vergangenen 10 Jahren 30 Stipendiat*innen unterstützt, und diese jungen Menschen sind wirklich beindruckende Wege gegangen.
Junge Menschen auf ihrem Bildungsweg begleiten zu können und die Erreichung der ersten grösseren Bildungsziele zu fördern ist eine besondere Aufgabe, zu der sich die Stadt Wien auch bekennt, denn die Jugend ist ein ganz wertvolles Kapital. Wir verfolgen mit der Verwendung der Stiftungsmittel unter anderem das Ziel Jugendliche und junge Erwachsene auf diesem Weg des sozialen Aufstiegs zu begleiten und ihre Berufschancen zu verbessern.
Ich selbst habe mein Jusstudium mit einem Stipendium gemacht und gratuliere allen Schülerinnen und Schülern die es durch ihren persönlichen Einsatz und durch ihr persönliches Engagement geschafft haben, das das START-Förderprogramm aufgenommen zu werden.”​ (Mag. Agnes Berlakovich)

Auch die US-Botschaft in Wien ist ein langjähriger Förderer von START.  Die US-Botschaft ist stolz darauf, dieses Programm seit 10 Jahren zu unterstützen, und einigen START-StipendiatInnen die einmalige Gelegenheit zu bieten, an einem vom US-Außenministerium finanzierten Austauschprogrammen, z.B. dem prestigeträchtigen Benjamin Franklin Transatlantic Fellows (BFTF) Summer Institute, teilzunehmen.

Dr. Daniel S. Mattern (US Botschaft Wien)
BFTF Alumnis

Der Botschaftsrat für öffentliche Angelegenheiten Dr. Daniel S. Mattern gratulierte den neuen START-Wien-Absolvent*innen, begrüßte die Stipendiat*innen 2019/2020 und unterstrich das Commitment der Botschaft für das START-Stipendienprogramm. Insgesamt 6 BFTF START/Alumnis konnten an dem Abend dabei sein, und sich nochmals persönlich für die tolle Chance bedanken.

Kamila Iliasova übernahm im Namen der neuen Stipendiat*innen die Begrüßung der Gäste :

Kamila Iliasova

“Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt das ich hier Heute eine Rede halten würde, hätte ich das nicht geglaubt und so ähnlich war es auch beim Gedanken eines Tages dieses Stipendium zu bekommen!
Ich habe schnell verstanden dass eine Teilnehmerin von Start zu sein bedeutet von Menschen umgeben zu sein die ein Ziel und eine Vision verfolgen. Das wir mehr sind als ein Stipendium und vor allem das wir keine gewöhnlichen Jugendliche sind. Wir sind junge Leute die nach Bildung streben.”​

Mit der feierlichen Übergabe der Stipendien-Urkunden wurden die Jugendlichen offiziell in das Stipendien und START:Hilfe-Programm von START-Wien aufgenommen. Wir bedanken uns bei den Vertreterinnen und Vertretern der Paten, die „ihren“ neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten die Urkunden überreichten:
Stephan Kühne von der Constantia Flexibles Group überreichte 4 Stipendien, Mag. Agnes Berlakovich von der MA40/Stiftungsverwaltung mit 3 Stipendiatinnen, Dr. Ludwig Nießen für die Wiener Börse übergab die Urkunden an die beiden neuen Börse-Stipendiat*innen, Mag. Gerald Faber für die  ÖBB Infra, Dr.Alexandra Pifl von L`Oréal Österreich, und Dr. Himal Trikha in Vertretung für Dr. Birgit Huemer. START-Geschäftsführerin Katrin Bernd übernahm in Vertretung der nicht anwesenden Paten die Überreichung der Urkunden an vier START-Stipendiat*innen.

Damit die Gäste mehr über die neuen Stipendiat*innen erfahren können, haben
Sahel Rustami, Farzana Mohammadi und Sara Badlah eine Rede über sich und ihre Zukunft vorbereitet.

Sahel Rustami
Farzana Mohammadi
Sara Badlah

…Ich habe schnell verstanden dass eine Teilnehmerin von Start zu sein bedeutet von Menschen umgeben zu sein die ein Ziel und eine Vision verfolgen.  Das wir mehr sind als ein Stipendium und vor allem das wir keine gewöhnlichen Jugendliche sind. Wir sind junge Leute die nach Bildung streben….
Link zur Rede

… Meine Familie hat mich immer unterstützt, egal in welcher Beziehung. Sie wollten immer das Beste für mich und jetzt trägt auch das Start-Stipendium einen Teil zu meinem Leben teil. Ich bin sicher, dass diese Unterstützung mir auf dem weiteren Lebensweg sehr helfen wird….
Link zur Rede

.. Heute geht es mir anders: heute sind meine Träume größer als meine Ängste, größer wie sie nie waren: ich träume davon, Zahnmedizin zu studieren und später meine eigene Praxis zu haben. Ich träume davon, die ganze Welt zu verreisen, ohne mir um Geld oder um meinen grauen Pass sorgen machen zu müssen. …
Link zur Rede

Ammar Laili

Nach den bewegenden Reden sorgte Ammar Laili mit einem musikalischen Beitrag für Abwechslung. Ammar hat sich selbst das Klavierspielen beigebracht und spielte für das Publikum zwei Stücke auf seinem Keyboard.

Weiter ging es zum zweiten Höhepunkt der Veranstaltung: Der Gratulation und Verabschiedung unserer 12 START-Wien Absolvent*innen. Dafür kamen Projektleitung Aleksandra Milosevic, ehemalige Projektleiterin Katrin Triebswetter, Projektmitarbeiterin Anna Eder und Programmleitung Katrin Bernd auf die Bühne um den frischgebackenen Absolvent*innen zu gratulieren. Als Geschenk erhielten die Absolvent*innen einen von START-Wien Stipendiat*innen selbst designten und selbst genähten Rucksack gefüllt mit Büchern geschenkt.

Samira Hemati

Stellvertretend für alle Absolvent*innen hielt Samira Hemati eine sehr bewegende Rede mit dem Titel “Mein Weg geht noch weiter!” Samira erzählte von ihren anfänglichen Schwierigkeiten und bedankte sich bei allen Menschen, die ihr auf ihrem Bildungsweg geholfen haben. Samira studiert aktuell an der Uni Wien Rechtswissenschaften.

Nach einem gebührenden Applaus für das Moderationsteam  ging die Veranstaltung zu Ende, und die Gäste nutzen das Buffet für zahlreiche Gespräche.

Begrüßungsfeier der neuen START-Vorarlberg Stipendiat/innen des 11. Jahrganges

Am Mittwoch, den 23. Oktober 2019 begrüßte START-Vorarlberg feierlich seinen 11. Jahrgang im Saal der Wirtschaft, des WIFI Dornbirns! 

Mit 180 Gästen, darunter die START-Vorarlberg Stifter, William und Elisabeth Dearstyne, unsere Schirmherrin und Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink, Ulrike Münst-Xander – Direktorin der HLW Rankweil, unseren geschätzten Patinnen und Paten, START-Österreich Geschäftsführerin Katrin Bernd, Freunde von START, sowie Familienmitglieder der Stipendiat/innen.

Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit allen Jugendlichen unter der Organisation von START-Vorarlberg-Koordinatorin Sandra Kunz erstellt. Somit fand ein sehr gelungener Abend statt – beinhaltend emotionale Reden, Videobeiträge, die Urkundenverleihung, Verabschiedung der diesjährigen Maturanten, sowie künstlerische Beiträge. Moderiert wurde der Abend von Stipendiat/innen des 10. Jahrgangs: Shahed Sheikh-Mustafa und Franciszek Pasion.

Während Direktorin Münst-Xander in Ihrem Impulsvortrag die Frage behandelte: „Schule und Gesellschaft – wer trägt die Verantwortung?“, diskutierten im Anschluss die Schüler Baris Can Sahin und Rima Tajelddin, rege über die Aussage „Meine Zukunft: Das bin ich!“

15 Stipendien wurden vergeben

15 START StipendiatInnen, welche ein Stipendium in der Höhe von monatlich 100 Euro für Bildungszwecke, Bildungsseminare und individuelle Beratung und Coaching bekommen, wurden aufgenommen:

Louai Hamdosh aus Syrien, BG Bludenz

Fatima Al Lababidi aus Syrien, BORG Schoren Dornbirn

Midia Al Rasho aus Syrien, BORG Egg

Osagie Osarumen aus Nigeria, HTL Dornbirn

Fatma Pilik aus der Türkei, HLW (Aufbaulehrgang) Marienberg

Masouma Ramazan aus Afghanistan, BORG Lauterach

Baris Can Sahin aus der Türkei, BORG Lauterach

Maya Salami aus Syrien, HLW Rankweil

Shirin Shekh Rashid aus Syrien, HLW Riedenburg

Rima Tajelddin aus Syrien, BORG Lauterach

Ümmü Nidal Eser aus der Türkei, BORG Schoren Dornbirn

Hala Zada aus Syrien, HLW Riedenburg

Hadel Al Farwan aus Syrien, HTL Dornbirn

Farzane Rezai aus Iran, HTL Rankweil

Moaawea Abu Nasser aus Syrien, HAK (Abendlehrgang) Bregenz

Österreichweit ist START bereits in 5 Bundesländern vertreten: Neben Vorarlberg gibt es das Programm auch in Wien, Niederösterreich, Salzburg und Oberösterreich. Derzeit werden in Österreich insgesamt 133 Stipendiatinnen und Stipendiaten gefördert, 382 Jugendliche haben das Programm bereits erfolgreich absolviert.

Über START Vorarlberg:

START-Vorarlberg fördert im Rahmen eines Stipendienprogramms engagierte Schüler und Schülerinnen mit Migrationsgeschichte bis zur Matura. Zu den Auswahlkriterien für die START-Stipendien zählen gute schulische Leistungen, soziales Engagement und das familiäre Einkommen. Der Verein wurde 2009 von der Piz Buin Stiftung initiiert und wird aktuell von 30 Paten wie Unternehmen, Institutionen und einigen Privatpersonen unterstützt.

Unsere Fotogalerie:

Unsere Strukturförderer: Piz Buin Stiftung, William & Elisabeth Dearstyne

PRESSEINFORMATION – Bildungschancen für neue Stipendiat*innen

Wien, Oktober 2019 – Am 24. Oktober 2019 ist es soweit: 16 neue START Stipendiat*innen werden im Schuljahr willkommen geheißen. Gleichzeitig werden 12 erfolgreiche Absolvent*innen verabschiedet. Bereits zum 14. Mal unterstützt der Verein START-Stipendien Österreich in Wien Jugendliche mit Migrationsgeschichte auf ihrem Weg zur Matura.

Türen öffnen. Insgesamt 166 Jugendliche haben bisher durch die Unterstützung von START-Stipendien Wien ihren Maturaabschluss geschafft. Seit wenigen Wochen ist nun der neue Jahrgang der Jugendlichen dabei. „Es ist von besonderer Bedeutung, dass junge Menschen in Wien auf dem Weg in ein selbstbestimmtes, erfolgreiches und nach den eigenen Vorstellungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten gestaltetes Leben unterstützt werden“, unterstreicht Mag.a Agnes Berlakovich, Abteilungsleiterin der MA 40 und Stiftungsorgan der Allgemeinen Wiener Mittelschulstipendien-Stiftung.
Aktuell werden insgesamt 37 Stipendiat*innen auf ihrem Weg zur Matura intensiv von START unterstützt, gecoacht und begleitet. Sie nehmen an Workshops, Sprachförderungen und Exkursionen teil, engagieren sich im gesellschaftlichen Umfeld und sind Teil der START-Familie. Die finanzielle Unterstützung von START und die intensive Betreuung sind auf dem Weg wichtige Bausteine, aber es braucht auch das Engagement und den Fleiß jedes Einzelnen. „Jugendliche mit Migrationsgeschichte müssen neben sprachlichen Barrieren noch weitere Hindernisse bewältigen“, weiß Katrin Bernd, Geschäftsführerin Verein START-Stipendien Österreich, „START kann zwar Türen öffnen, doch hindurchgehen müssen die Jugendlichen selbst.“

Ein engagierter Jugendlicher unter Vielen. Bei der diesjährigen Feier gibt es einen musikalischen Beitrag von Ammar Laili: Der 18-jährige Jugendliche spielt das Stück „Nuvole Bianche“ von Ludovico Einaudi auf dem Klavier. Das Besondere daran: Ammar ist Autodidakt, er hat sich selbst das Klavierspielen beigebracht, und er freut sich auf seinen großen Auftritt. Der junge Mann mit syrischer Migrationsgeschichte engagiert sich in Workshops der Kinderuniversität, beim Theaterprojekt von Uniclub und arbeitet beim Verein Weltkulturschule mit. Nach der Matura möchte er sich im Bereich Informatik weiterbilden. Sein Ziel ist es, Menschen zu helfen, indem er ein Programm erfinden möchte, welches das Programmieren erleichtert.

Informationen zur Veranstaltung. Die Begrüßungsfeier findet am 24. Oktober 2019, um 18 Uhr, im Karl-Dittrich-Saal – WIFI Wien, Währinger Gürtel 97, in 1180 Wien statt.

Über START-Stipendien. Das START-Stipendienprogramm fördert engagierte Schüler*innen mit Migrationsgeschichte auf ihrem Weg zur Matura. START steht als Förderprogramm für eine chancengerechte, offene und sozial durchlässige Gesellschaft, in der Interkulturalität als Bereicherung gesehen wird. 2006 in Wien von der Crespo Foundation initiiert, gibt es das Stipendienprogramm mittlerweile auch in Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg. Seit 2013 ist START-Stipendien Österreich ein gemeinnütziger, mildtätiger Verein, Förderungen und Spenden an das START-Programm sind daher steuerlich absetzbar. 
Nähere Infos unter www.start-stipendium.at


Rückfragehinweis:

Verein START-Stipendien Österreich
Aleksandra Milosevic, Projektkoordination START-Wien
M: +43 664 214 4637
E: milosevic@start-stipendium.at
www.start-stipendium.at
 
communication matters
Mag.a Eveline Bottesch
T: +43 1 503 23 03 – 32
E: bottesch@comma.at
www.communicationmatters.at

Eindrücke von der 4. START-NÖ Begrüßungsfeier

Am Dienstag, den 22. Oktober 2019, wurden bei einer glanzvollen Feier 14 neue Stipendiatinnen und Stipendiaten bei START-NÖ begrüßt und 6 erfolgreiche AbsolventInnen verabschiedet. Gastgeber der Abends war die Arbeiterkammer Niederösterreich in St. Pölten.

In den Begrüßungsworten des Gastgebers AK NÖ Vizepräsident Michael Fiala, der in Vertretung des Präsidenten Markus Wieser der Feier beiwohnte, wurde die Wichtigkeit von einer guten Ausbildung betont, denn nur mit einem guten Berufs- bzw. Bildungsabschluss habe man heutzutage die besten Chancen auf einen guten Arbeitsplatz. Die AK NÖ engagiere sich deshalb besonders im Bereich der Berufsorientierung, beispielsweise mit Bewerbungstrainings und vielfältigen Beratungsangeboten. Zuletzt gab er den StipendiatInnen noch auf den Weg: „Sie stehen vor oder mitten in spannenden Herausforderungen und ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg beim Lernen und generell alles Gute auf ihrem weiteren Weg in die österreichische Gesellschaft!

In Vertretung der Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner nahm Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister an der Feier teil. In ihren Grußworten erinnerte sie sich an die letztjährige Begrüßungsfeier und auch verschiedene Begegnungen mit StipendiatInnen über das letzte Schuljahr hinweg: „Es beeindruckt mich, dass es Leute wie Sie gibt, die es, wie wir schon gehört haben, nicht immer ganz leicht hatten auf dem Weg hierher und die extrem viel daraus machen, aus diesen Chancen, die Ihnen START bietet. Und viele von Ihnen sind mir seither einige Male über den Weg gelaufen […] immer wieder im Zusammenhang mit Preisen, mit Talenteförderungen, mit Sprachpreisen. Sie sind immer besonders positiv aufgefallen, weil Sie engagierte, motivierte junge Menschen sind.“ Die Landesrätin lobte auch den Spirit und die Energie der StipendiatInnen. „Und wenn man Ihre Wege ein bisschen beobachten darf, dann sieht man, dass Sie nicht nur mit einer Bildungslaufbahn begonnen haben, hineingewachsen sind in das für Sie teilweise völlig fremde österreichische Bildungssystem, dass Sie andere überflügelt haben, dass Sie mehr gemacht haben, als Sie machen müssen, und dass Sie wirklich, wirklich viel mit dieser START-Hilfe anzufangen gewusst haben. Und ich darf Ihnen auch auf Ihrem Weg hinaus aus dem Stipendium alles Gute wünschen. Als ob ich etwas dafür könnte, bin ich stolz auf Sie.“

Cynthia-Melania Moldovan und Burte-Ujin Otgonkhuu führten als Moderatorinnen souverän durch den Abend. Mit zwei stimmungsvollen Musikeinlagen begeisterten Tengyu Huang an der Geige und David Popescu an der Gitarre das Publikum.

Drei StipendiatInnen hielten beeindruckende und berührende Reden:

Abdul Hamid Ghani (21) ist seit 3,5 Jahren in Österreich, besucht die HAK Horn und wurde neu ins START:Hilfe-Programm aufgenommen. Er erzählte von seinen Zielen zu studieren um zukünftig Mathematik und Sport zu unterrichten. Auch hob er die Unterstützung und Gemeinschaft, die er seit dem ersten Tag bei START-NÖ erlebt habe, hervor. „START ist wie eine Familie für uns, die jedem wertvolle Möglichkeiten eröffnet. START unterstützt jeden von uns dabei eine klarere Vorstellung von der Zukunft zu bekommen und den Weg dorthin zu finden.

Basma Dallal-Bashi (17) verfolgt schon seit ihrer Kindheit das Ziel im medizinischen Bereich zu arbeiten. Nach ihrer Flucht aus Syrien ist sie diesem Ziel in Österreich einen großen Schritt näher gekommen. Mit viel Ehrgeiz und Unterstützung hat sie es nämlich in den Zweig Biomedizin und Gesundheitsverarbeitung an der HTL Mistelbach geschafft. Sie bedankte sich namentlich bei Freunden und Wegbereitern, die an sie glaubten und ihr zur Seite stehen.

Naqibullah Amini (17) musste nach seiner Flucht nach Österreich schnell lernen auf eigenen Beinen zu stehen. „Die erste Zeit war sehr schwer für mich. Ich konnte nicht Deutsch und hatte das Gefühl anders zu sein.” Doch seine Lehrer motivierten ihn und Naqibullah schloss nicht nur die NMS positiv ab, sondern schaffte auch den Übergang in die HTL Hollabrunn. In Österreich hat er nun die Möglichkeit seinen Traum ein Ingenieur zu werden zu verwirklichen.

Mit der feierlichen Übergabe der Stipendien-Urkunden wurden die Jugendlichen offiziell in das Stipendien und START:Hilfe-Programm von START-NÖ aufgenommen. Wir bedanken uns bei den Vertreterinnen und Vertretern der Paten, die „ihren“ neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten die Urkunden überreichten: Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister für das Land Niederösterreich (und in Vertretung für spendenfinanzierte Stipendien), Thomas Schulz von der Constantia Flexibles Group, Mag. Alexandra Höfer von der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Ursula Lütterfelds von den Sinnstiftern und Doris Niederwimmer von LISEC. START-Geschäftsführerin Katrin Bernd übernahm in Vertretung des SOLE Fonds die Überreichung der Urkunden an die vier START:Hilfe-StipendiatInnen.

Einige Jugendliche konnten im letzten Schuljahr das erklärte Ziel der Matura erreichen bzw. ihr START:Hilfe-Jahr erfolgreich absolvieren. Als Vertreter für die erfolgreichen MaturantInnen berichtete Hsam Aldeen Kwman in einer bewegenden Rede von seiner Zeit bei START.

Mit großem Stolz verabschiedete die Projektleitung von START-NÖ, Stefanie Moshammer, die MaturantInnen sowie die drei AbsolventInnen des START:Hilfe-Programms 2018/19 und wünschte ihnen allen viel Erfolg auf ihren weiteren Wegen.

Damit war die Zeit gekommen für den krönenden Abschluss der Feier. Die Jugendlichen hatten mit Gerhard Kero von der Beatfactory ein Trommel-Stück einstudiert, das sie nun zum Besten gaben. Die mitreißende musikalische Darbietung wurde bald vom begeisterten Klatschen des Publikums begleitet.

Der Abend war aber noch nicht vorbei, denn bei Buffet und Getränken wurde noch geplaudert, ausgetauscht und gemeinsam gefeiert.

Ein herzliches Dankeschön an alle Paten & Förderer sowie den Gastgeber, die Arbeiterkammer Niederösterreich!!

„Wir proben fleißig weiter!“ START-Salzburg bereitet sich auf die Begrüßungsfeier am 7.11.2019 vor.

Nicht nur Tanz- sondern auch Fortschritte wurden am dritten Probentag gemacht! Dabei sollen bei diesen Workshops künstlerische Einlagen für die 10. START-Salzburg Begrüßungsfeier entstehen, aber auch der Zusammenhalt und das Zusammenarbeiten innerhalb der Gruppe soll weiter gefördert werden. Am besten geht das im selben Rhythmus! Gemeinsam mit Choreografin und Street Dance Trainerin Zara Zaitova, die selbst das START-Stipendium als eine der Ersten absolviert hat, studiert ein Teil der START-Stipendiatinnen und Stipendiaten eine ambitionierte Choreo ein. Während der andere Teil der Gruppe mit Musikerin und Musikpädagogin Johanna Buchmayer einen Song von Mark Forster probt. Dabei zeigten sich schon jetzt ungeahnte Gesangstalente! Es wurden sogar Stimmen nach einem eigenen START-Chor laut! 😊

Herzlichen Dank auch ans Forum 1 Salzburg, dass wir den “Yes you can!” Raum für unsere Probe nutzen konnten!

Eindrücke von der 7. Begrüßungsfeier von START-OÖ

Am Montag, den 7. Oktober 2019, wurden bei der feierlichen Begrüßungszeremonie 10 neue Stipendiat*innen in das Stipendienprogramm aufgenommen und die Maturant*innen verabschiedet. Gastgeber des Festabends war die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, die neben dem Land Oberösterreich einer der größten START-Unterstützer ist.

Mit diesem Programm wird talentierten Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund auf hervorragende Weise unter die Arme gegriffen, sodass sie ihr Potenzial voll ausschöpfen können. Das vielfältige Angebot mit Workshops und Projekten holt die Talente und Begabungen der Jugendlichen hervor und zeigt ihnen, welche Möglichkeiten sich ihnen dadurch eröffnen. Durch ihr soziales und gesellschaftliches Engagement sind sie darüber hinaus großartige Vorbilder für andere junge Menschen, egal ob mit oder ohne fremden Wurzeln“, sagt Dr. Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ.

Frau Landtagsabgeordnete Mag. Regina Aspalter richtete sich mit folgenden Worten an die Gäste der Begrüßungsfeier: „Durch die gezielte Förderung von begabten und ehrgeizigen jungen MigrantInnen auf dem Weg zur Matura können wir ihnen die Integration in unsere Gesellschaft wesentlich erleichtern. Von den gut ausgebildeten und gesellschaftlich integrierten jungen Menschen profitiert auch das Land Oberösterreich. Denn die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft unseres Landes liegt in den Händen unserer Kinder.“

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Zweiter Tanzworkshop bei START-Salzburg

Mit vollem Schwung starteten die Salzburger Stipendiatinnen und Stipendiaten in den zweiten Tanzworkshop. Ziel ist es, für die Feier zu 10 Jahre START-Salzburg, die am 7. November über die Bühne gehen wird, ein attraktives Programm für die Gäste zusammenzustellen. Ein Teil der Stipendiat*innen hat sich dazu entschieden, im START Chor ihre gesanglichen Möglichkeiten auszuloten. Der andere Teil erarbeitet gemeinsam mit Tanzpädagogin Sara Zaitova einen attraktiven modernen Tanz. Dazu fand am 28. September der zweite Termin statt. Mit vielen spannenden Einlagen und schauspiererischen Elementen wird der Tanz sicher ein Highlight der kommenden Feier werden.

Mir hat der Tanzworkshop sehr gut gefallen, weil man durchs Tanzen seinen Körper besser kennenlernen kann. Wir haben ohne Probleme getanzt, es war voll super. Die Tanzlehrerin Zara hatte mehrere Lieder vorbereitet und ich freue mich schon sehr auf das Ergebnis.

START-Stipendiatin Ioana

Wir haben mit der neuen Choreographie angefangen und die habe ich sehr spannend gefunden. Ich tanze gerne, wenn ich nervös oder traurig bin, dann fühle ich mich besser.

START-Stipendiatin Hana

Einladung zur 7. Begrüßungsfeier von START-Oberösterreich

Das neue Schuljahr hat begonnen und wir freuen uns über 10 neue START-Jugendliche, die wir in unser Stipendienprogramm aufnehmen können. Gleichzeitig verabschieden wir uns von drei erfolgreichen Absolvent*innen, die ihren Weg im höheren Bildungsweg nun erfolgreich fortsetzen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie diese beiden Anlässe mit uns und unseren Jugendlichen gemeinsam feiern!

Am Montag, den 07. Oktober 2019 um 17.30 Uhr im Raiffeisensaal der RLB OÖ, Europaplatz 1a, 4020 Linz.

Durch den Abend führen unsere Stipendiat*innen, die auch mit Reden und künstlerischen Beiträgen einen Einblick in ihre vielfältigen Talente bieten.

Wir bitten Sie um Ihre Anmeldung unter oberoesterreich@start-stipendium.at . Wir freuen uns, wenn Sie Gäste mitbringen, die wir mit Ihnen im Anschluss an den Festakt zu einem Empfang einladen.

START-Oberösterreich freut sich auf Ihr Kommen!

START-OÖ dreht Videos für die Begrüßungsfeier

Am Freitag, den 6. September 2019 kam der 7. START-OÖ Jahrgang im Axis in Linz zusammen, um einerseits nochmals alle Unklarheiten zu den Regeln und Pflichten im Sitpendienprogramm zu klären, und andererseits um Videos für die 7. START-OÖ Begrüßungsfeier am 7. Oktober 2019 zu drehen.

Landeskoordinatorin Magdalena Rainer erklärte nochmals alle Regeln und Pflichten im START-Stipendienprogramm. Ein respektvoller Umgang, Toleranz gegenüber anderen Kulturen, die Teilnahme an Bildungsangeboten und Pünktlichkeit, sowie die Wichtigkeit des sozialen Engagements wurden besprochen. Wissbegierig stellten die neuen Stipis Fragen zum Ablauf des START-Jahres, zum Bildungsseminar und zu möglichen Praktikas bei Patenfirmen.

Zusätzlich drehte das Filmproduktionsteam von Amago wieder professionelle Videos für die Begrüßungsfeier mit unseren Stipis, in denen sie sich selber vorstellen und ihre Hobbies, Freizeitaktivitäten, Ziele und Berufswünsche mitteilen. Vielen Dank an das Team von Amago, dass sie auch dieses Jahr keine Zeit und Mühen für das tolle Video gescheut haben!

Wollen auch Sie unsere neuen Stipendiat*innen kennenlernen? Dann dürfen wir Sie ganz herzlich zu unserer 7. START-OÖ Begrüßungsfeier am 7. Oktober um 17:30 in der Raiffeisenlandesbank OÖ einladen.