START-Wien x Kunsthalle Wien: Das Private, das Politische und die Kunst

Es freut uns ganz besonders, als Kooperationspartner für das Kunstprojekt 2015/16 die Kunsthalle Wien eine der größten Institutionen für zeitgenössische Kunst und deren Vermittlung gewonnen zu haben.

In einem mehrmonatigen Projekt werden sich unsere SchülerInnen gemeinsam mit KunstvermittlerInnen der Kunsthalle sowie verschiedenen KünstlerInnen in Kleingruppen mit dem Zusammenhang zwischen Privaten und Politischem sowie der Rolle der zeitgenössischen Kunst in der Gesellschaft (und Politik insbesondere) auseinandersetzen. Am Ende dieses Prozesses werden eigene Arbeiten entstanden sein, die in einer Ausstellung im Frühsommer 2016 präsentiert werden.

Der erste Workshop fand am 11.9.15 in der Kunsthalle Wien statt. Gemeinsam besuchten wir die Ausstellung „individual stories“ und näherten uns anhand dieser der zeitgenössischen Kunst sowie den großen Fragen: Was ist Kunst und wer ist ein/e Künstler/in an. Fragen, die nicht einfach zu beantworten sind, denn, so zeigte sich schnell, zeitgenössische Kunst ist oft sperrig und widerständig. Oft provoziert sie, oft ist sie voller Bezüge und Verweise. Sie lässt sich nicht einfach durch Emotionen oder persönliche Zustände erfassen. Trotzdem handelt sie von Zeitgenossen, spricht Themen an, die jeder kennt. Sie ist sowohl fremd, als auch vertraut. Die Themen der Künstler/innen, ihre eingesetzten Medien und Strategien Aufmerksamkeit zu erreichen werden wir auch im weiteren Projektverlauf kritisch unter die Lupe nehmen. Die (unterschiedliche) Wirkung auf uns als Betrachter/innen werden wir hinterfragen.
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Vor dem Hintergrund der Ausstellung Politischer Populismus setzen sich die SchülerInnen mit weiteren aktuellen politischen und gesellschaftsrelevanten Fragestellungen auseinander, bringen ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen zu den Themen ein. Neben einer theoretischen Auseinandersetzung mit den Themen, die sie besonders interessieren, haben die Jugendlichen die Möglichkeit, die kreative Arbeitsweise unterschiedlicher Künstler/innen kennenzulernen und in weiteren Workshopeinheiten in Kleingruppen gemeinsam mit jeweils einem/r Künstler/in eine Arbeit im Medium ihrer Wahl zu entwickeln. Denn politischer Populismus ist nicht nur auf dem Vormarsch, er bedient sich auch wesentlich stärker popkultureller wie künstlerischer Verfahren und Ästhetiken als noch in früheren Jahren. Social Media, Werbeästhetik und mediale Inszenierung haben schlichten Parolen ein progressives Aussehen verliehen. Rappende Politiker, speziell auf Jugendliche abgestimmte Youtube Clips, Fernsehformate oder Popkonzerte, die politische Themen besetzen und Ressentiments gesellschaftsfähig machen wollen, gehören zum modernen Medienalltag. Künstlerische Werke wiederum reflektieren diese Tendenz, kommentieren sie oder geben ihr eine subversive zweite Ebene, welche die Mechanismen des politischen Populismus gegen diesen wendet

Je nach Interessensschwerpunkten der Jugendlichen können gemeinsam mit den Künstler/innen in den Kleingruppen Themen aufgegriffen und Strategien des Aufzeigens und Vermittelns gefunden werden.
Durch die Künstler/innen lernen die Jugendlichen eine kreative Arbeitsweise bzw. Schaffensprozess kennen, können zuerst im geschützten Rahmen experimentieren und arbeiten dann gezielt im Kleinteam an einer Arbeit im Medium ihrer Wahl, die in einer Endpräsentation einer Öffentlichkeit gezeigt wird.