Oblivion

Im Rahmen der Wiener Festwochen 2019 besuchte START-Wien die Kunstperformance „Oblivion“ der Künstlerin Sarah Vanhee. Die Künstlerin hatte ein Jahr lang ihren virtuellen und realen Müll gesammelt, welchen sie aus den Kartons ausräumte, während sie mit dem Publikum sprach.

START-Wien Stipendiat hat seine Eindrücke der Kunstperformance fest gehalten: „Das Oblivion, ein unvergessliches Theater. Die Schauspielerin sprach durchgehend auf Englisch, zeitweise auch auf Spanisch und Französisch. Nach und nach entleerte sie mit Müll gefüllt Kartons. Zu Beginn konnte man davon ausgehen, dass sie den Kontinent Nordamerika formt, jedoch wurde dieser Gedanke schnell wiederlegt. Die Schauspielerin hat die gesamt Fläche mit ihrem Abfall befüllt. Müll, den sie über ein ganzes Jahr gesammelt hat. Müll, der schnell ins Vergessene gerät. Müll, den man gar nicht als Müll zählen würde. Das Stück an sich hatte ein gutes Konzept, denn es soll das Publikum dazu animieren mehr auf die eigene Müllproduktion zu achten. Die Umsetzung bzw. die Performance konnte diesen Gedanken aber nicht übermitteln. Hierzu hatte das Stück auch noch unnötige Länge, die dem Ganzen eine fadisierende Eigenschaft gab. Trotz der eher schlechteren Umsetzung, muss ich auch sagen, dass ich zu meinem Teil auch ein besseren Bewusstsein für meine Müllproduktion habe.“

Ein paar Gedanken unserer START-Wien Stipendiat*innen zu ihrem eigenen Konsum und der Müllvermeidung:

Dieses Jahr war ich zum ersten mal bei den Wiener Festwochen und ehrlich gesagt war ich etwas enttäuscht, weil die Erzählungen von den Vorstellungen viel interessanter waren als wie die, die ich besucht habe. Es war heftig mit anzusehen das ein Mensch in einem Jahr der relativ nachhaltig bereits lebt, trotzdem so viel Müll verursacht. Jedoch war die Art der Präsentation sehr öde. Es war trotzdem schön wieder Stipis zu sehen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. -Edison

Mein eigener Konsum für Müll ist, dass ich versuche, wie weit ich kann, Papier Müll und Bio Müll von anderen Müll trenne. Ich habe eine nette Bekannte und wir tauschen unsere Kleidung und Schuhe, um unsere Umwelt schützen und weniger Sache kaufen. Ich muss sagen, dass wir nicht nur Kleidung und Schuhe tauschen, sondern auch andere Dinge zum Beispiel Bücher, DVD usw.
Ich benutze die alte Zeitungspapier als Papier Geschenk. Mit solchen Kleinigkeiten versuche ich wenigstens etwas gutes zu tun. -Stella

Ich bin der Meinung, dass das Konzept interessant ist, jedoch die Umsetzung nicht, wobei ich sagen muss, dass die Idee, die Menge an produziertem Müll innerhalb eines Jahres zu zeigen, an und für sich gar nicht so schlecht ist, allerdings zu lang gedauert hat, dass es einem irgendwann auf die Nerven ging. Ich bin ein Typ, der Sachen mehrmals verwendet, d.h. ich verzichte nicht ganz auf Plastik, aber ich versuche die Sachen so oft zu verwenden, bis sie wirklich kaputt gehen (z.B. meine Wasserflasche, Plastiksackerl, usw…). Also ich kaufe mir keine neuen Sachen bevor die alten wirklich alt werden. Ich konsumiere auch nicht sehr viel Fleisch. Einerseits weil es mir nicht wirklich schmeckt. Andererseits weil man Fleisch durch zahlreiche Lebensmittel ersetzen kann, die keinem Lebewesen schaden. -Rosetta

Das Konzept der Kunstperformence fand ich toll, aber die Ausführung könnte besser sein. Auch wenn die Ausführung etwas holprig war, ist mir während der ganzen Performance mein eigener Konsum bewusst geworden und wie viel ich eigentlich an Müll einsparen könnte. Anstatt zum Supermarkt und dort Tomaten in einer Plastikschale zu kaufen, könnte ich mit einer Stofftasche zum Bauernmarkt gehen und mir dort verpackungslose Tomaten holen. Anstatt mir neue Zahnbürstenköpfe für die elektronische Zahnbürste zu kaufen, könnte ich den jetzigen Kopf mit heißem Wasser übergießen oder in den Kühlfach legen, sodass die Bakterien absterben. Anstatt … und so weiter. Es gibt so vieles an dem ich etwas verbessern kann und das hat mir die Kunstperformance gezeigt. -Ebru