Hands Up: Eintauchen in die Welt der Gehörlosen

Am 29. März 2019 besuchten die Stipendiat*innen die neue Ausstellung Hands Up von Dialog im Dunkeln. Zunächst legten wir Ohrenstöpsel und Noise-Canceling-Kopfhörer an, um unseren Sinn für die nächste Stunde einzudämmen. Durch die Ausstellung führte uns ein Guide, der selber gehörlos ist. Die erste Station zeigt auf wie wichtig Mimik und Körpersprache für Gebärdensprache und auch grundsätzlich fürs Kommunizieren ist. Da wir als Hörende meistens nicht darauf angewiesen sind, vergessen wir das oft. Danach lernten wir ein paar Gebärden, manche waren in ihrer Bedeutung leicht zu erkennen, manche nicht eindeutig. Durch Stille Post auf Gebärden, wurde uns klar wie ungewohnt für uns Situationen sind wo wir uns nicht durch Sprechen verständigen können. Am Ende lernten wir noch ein paar praktische Dinge kennen, die entwickelt wurden um Gehörlosen ihr Leben im Alltag zu erleichtern. Der Guide zeigte uns wie die Teilhabe von gehörlosen Personen immer noch durch viele Hürden geprägt ist und die Förderung einer besseren Zugänglichkeit immer noch keine Selbstverständlichkeit. Einige Eindrücke der Stipendiaten:

Ich fand die Ausstellung echt gut! Man hat einen Einblick in das Leben von Gehörlosen bekommen, was einem einfach surreal vorkommt, weil man sich das heute einfach nicht vorstellen kann. Auch wie sie mit Schwierigkeiten zurecht kommen, haben sie uns gezeigt, was ich echt faszinierend fand.
Sinem

Viel zu oft übersehen wir die alltäglichen Schwierigkeiten der gehörlosen Menschen und die Ausstellung Hands Up war die perfekte Lösung um zu verstehen, was gehörlose Menschen alles durchmachen und was sie von uns erwarten. Da wir bei der Führung selbst auch nichts hören konnten, war es ideal für uns, um uns in die Rolle der Gehörlosen zu versetzen. Viele Basic Informationen waren dabei wie z.B. wie man mit ihnen kommuniziert, die Grundlagen der Gebärdensprache, Musik der Gehörlosen, usw. Die Ausstellung ist sbsolut empfehlenswert.
Aylin

Ich habe mir nie wirklich Mühe gegeben, den Alltag von gehörlosen Menschen kennenzulernen. Wie hören Gehörlose Musik, die Türklingel oder das weinende Baby? Was ist diese Gebärdensprache und ist es einfach für Gehörlose Lippen zu lesen?
Der Workshop „Hands up“ hat sich mit all diesen Fragen beschäftigt und vieles mehr.
Sana

Das Coole daran war, dass der Trainer selbst ein Gehörloser war und konnte uns dessen Alltag sehr gut näher bringen. Zum Beispiel, wie sie sich durch spezielle Technologie-Geräte über Gefahren (Notfälle) alarmieren lassen. Wie sie miteinander kommunizieren und dabei wurde uns die Gebärdensprache auch beigebracht, was nicht so leicht war. Für mich war es sehr schwierig, ein Tag nichts hören zu können. Schwieriger war nichts sprechen zu dürfen. Aber trotz allem ist es empfehlenswert, einmal zu sehen und selbst zu erfahren, wie es ausschaut, gehörlos und stumm zu leben.
Sabiha

Ich fand die Gebärdensprache schon immer interessant ohne Worte mit jemand anderen zu kommunizieren. Ich stelle mir sie ziemlich kompliziert vor, doch sie ist einfacher als gedacht. Mit simplen Handbewegung die sehr logisch scheinen, konnten wir miteinander sprechen. Durch den Besuch bei Hands Up ist mein Interesse gestiegen. Ich habe mir vorgenommen mich mehr mit dieser Sprache auseinander zusetzen und sie zu lernen.
Salma