START-Wien: Konzert „Stimmt! Performing transformed music“

40 START-Wien StipendiatInnen spüren musikalisch „stimmigen“ Begegnungen nach

Am vergangenen Samstag, 17.5.2014, wurden die Ergebnisse des diesjährigen START-Wien Kunstprojekts „Stimmt! Performing transformed music“ im Konzertraum des Wiener Gasometer B präsentiert. Kooperationspartnerin von START-Wien war die JSBM POP Akademie (www.popak.at). Vierzig SchülerInnen begeisterten das Publikum mit selbst komponierten Songs, Klangkollagen, Loops und Beatbox-Stücken, die sich kritisch mit Themen wie Identität, Freiheit, Beziehungen/Ehe oder Rassismus auseinandersetzten. Zudem präsentierten die Jugendliche in einem Vokalensemble ihre Interpretation bekannter Lieder sowie eine Percussion-Einlage.

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Unter den ZuhörerInnen befanden sich unter anderem der Wiener Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch, Stifterin Ulrike Crespo sowie weitere PatInnen des Stipendienprojekts haben.

Über acht Monate haben die StipendiatInnen zusammen mit den KünstlerInnen der JSBM POP Akademie geprobt und experimentiert, die eigene Stimme verfremdet und damit ungewohnte Klänge erzeugt, sowohl durch Körper- als auch Computertechnik. Angeboten wurden Workshops zu Computerkomposition, Experimentalmusik, Studio/Aufnahme, Beatboxing, Percussion, Singer/Songwriter, Band, Klangcollage, Vokalensemble, Rhythmik und Studiotechnik. Es wurde übergreifend gearbeitet und die Grundidee der Vernetzung von Sprache – Stimme – Klang – Kultur – Musik zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Projekt. So lernten die Schüler die vielseitigen Facetten musikalischen Schaffens kennen.

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Kunst macht selbst-bewusst

Die Jugendlichen haben Songs und Performances geschaffen, in denen „stimmige Begegnungen“ thematisiert werden. Wie sich Menschen begegnen, welche Erwartungshaltungen sie an ihr Gegenüber haben und wieweit diese erfüllt werden. „Ich will – Ich bin – Ich soll – Ich muss“ war dabei der Rahmen, innerhalb dessen sich die Songtexte und Performances inhaltlich bewegen.

START Wien unterstützt Jugendliche generell mit seinen Bildungsseminaren dabei, ihr Selbst-Bewusstsein zu entwickeln. Beim „Stimmt! Performing transformed music“ war die Stimme das zentrale Thema. Es ging einerseits um den Mut, sich auszudrücken und sich auf Experimente mit der eigenen Stimme einzulassen. Andererseits ging es im Sinne einer ganzheitlichen Bildung auch darum, dass die SchülerInnen das, was sie in einem Kunstprojekt gelernt haben, auch in ihrem Leben umsetzen können – die Schulung des Auftretens, des Miteinanders und der Feinfühligkeit in sozialen Gefügen.

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Die StipendiatInnen haben in den Workshops und beim Konzert erfahren, welche Kraft in ihrer eigenen Stimme liegt, wie viel Kraft entsteht, wenn Stimmen gebündelt werden und ein stimmiges Miteinander entsteht.

START-Österreich Seminarwoche „Politische Bildung“ in Berlin

Von 14. – 18. April reisten 45 StipendiatInnen zusammen mit dem Team sowie Bill und Maude Dearstyne nach Berlin, um sich intensiv mit Politik auseinanderzusetzen. An vier Tagen konnten die SchülerInnen in zahlreichen Workshops und im Stadtbild selbst den historischen Weg Deutschlands von der Diktatur des dritten Reichs, über die zweite deutsche Diktatur der DDR und des geteilten Deutschlands bis hin zur parlamentarischen Demokratie heute nachvollziehen.

Nach einem kulturellen Start in die Woche – wir waren auf der Museumsinsel, im DDR-Museum sowie dem Deutschen historischen Museum – ging es am Dienstag bereits mit einer großen Herausforderung los: Die Jugendlichen versetzen sich im Planspiel des deutschen Bundestages in die Rolle von Parlamentariern, bekamen dafür fiktive Lebensläufe zugeteilt und diskutierten anschließend „wie in echt“ als VertreterInnen der derzeit im Bundestag vertretenen Parteien einen neuen Gesetzesvorschlag bis hin zur Abstimmung. „Ich habe den Besuch in den Bundestag wirklich genossen. Ich bin eigentlich kein Politikmensch, aber endlich habe ich die Gesetzgebung durch das Planspiel, welches wir als Abgeordnete vollziehen durften, verstanden.“, so Stipendiatin Sümeyra.

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Und Mehanaz, Bundestagspräsidentin für einen Vormittag, führt aus: „Nach dem Organisatorischen begann es auch schon mit der ersten Fraktionssitzung, bei der alle Fraktionen ihre persönlichen Positionen miteinander besprachen und eingeteilt wurde, wer in welchem Fachausschuss sitzen sollte. Auch musste die die personenstärkste Fraktion, in unserem Fall die CVP, den/die BundestagspräsidentIn stellen.  So wurde ich von meiner Fraktion aufgestellt und in der anschließenden ersten Plenardebatte zur Bundestagspräsidentin gewählt. Meine Aufgabe war es jedoch lediglich die Gesetzesvorschläge vorzulesen und zu bestimmen, wer wann, wie lange, seine Rede halten durfte. Auch wurde dort der Gesetzesentwurf bezüglich Alkoholverbot für Jugendliche an die drei Ausschüsse (Wirtschaft, Recht/Verbraucherschutz sowie Familien, Senioren, Frauen und Jugend) weitergegeben. Nach dieser Plenardebatte fanden Verhandlungen in den Ausschüssen statt. Diese erarbeiteten Stellungnahmen wurden in die zweite und letzte Fraktionssitzung gebracht, bei der es noch letzte Verhandlungen mit anderen Fraktionen gab und auch eine Rede für die Abschlussplenardebatte geschrieben wurde. Die Plenardebatte bestand aus der zweiten und dritten Lesung, bei denen SprecherInnen verschiedener Fraktionen Stellung nahmen und Änderungsvorschläge gestellt werden können. Danach wurde abgestimmt. Uns wurde natürlich auch klar gemacht, dass dieser ganze Prozess, den wir in 3 Stunden durchgespielt hatten, in Wirklichkeit mehrere Monate dauert.“

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Als Abschluss dieses Tages besuchte die Gruppe am Abend noch das Stück „Süpermänner“ im Theater Ballhaus Naunynstraße, bekannt als eines der ersten „postmigrantischen“ Theater in Deutschland. Nach einer ersten Irritation, da das Hinterhoftheater nicht ganz den Vorstellungen und Erwartungen entsprach, war die Begeisterung jedoch groß: „Dort angekommen wirkte das Theater etwas heruntergekommen. Doch drinnen angekommen wurde man von der warmen Atmosphäre des kleinen Alternativtheaters erfasst. Zum Stück: 5 Türkische Männer erzählen ihre Lebensgeschichten, von Filmdirektoren bis zu Häftlingen, und brechen somit die Stereotypen der ,,türkischen Machomannes“ und geben nebenbei auch einen Einblick in die türkische Kultur. Nach dem Stück durften wir den Schauspielern noch Fragen stellen die sie mit großer Freude ehrlich beantworteten. Daumen hoch!:)“ (Ema)

Der Mittwoch Stand unter dem Thema „Anderssein im Dritten Reich – Nationalsozialismus, Verfolgung und Widerstand“ und begann mit einem Besuch in der Gedenkstätte KZ Sachsenhausen. In drei verschiedenen Workshops konnten die StipendiatInnen sich vertiefend mit dem KZ als historischer Ort, der Situation von Kindern und Jugendlichen im KZ oder Kunst und Kultur als Überlebensformen auseinandersetzen. Ein Rundgang über das Gelände mit vielen allgemeinen Informationen aber auch zahlreichen Details aus dem großen Wissens- und Erfahrungsschatz der WorkshopleiterInnen stand am Anfang aller Workshops. Anschließend wurden in Kleingruppen anhand von Biografien einzelne Aspekte der Gefangenschaft erarbeitet und der Gruppe vorgestellt. Sowohl der Ort selbst, als auch die Auseinandersetzung mit einzelnen persönlichen Schicksalen hat bei den StipendiatInnen bleibenden Eindruck hinterlassen, wie der folgende Bericht von Snežana verdeutlicht: „Die Mauern, Stacheldrähte, Warnungen und Wachtürme im KZ Sachsenhausen zeigen uns, unter welcher Beobachtung und Gefangenschaft die Häftlinge gelebt haben. Der Satz beim Eingangstor „Arbeit macht frei“ nimmt jeden sofort mit und gibt Gründe zum Nachdenken. Es zeigt auf, mit welchen Gedanken die SS-Leute manipulieren wollten. Kann man durch Arbeit frei sein? Oder fällt man immer weiter in ein tiefes Loch bis in den Tod. Die jetzige Leere, wo früher Baracken standen, und jeder einzelne Sonnenstrahl an diesem Tag, haben die Quälereien und Erniedrigungen der Gefangenen für die Zuhörer erträglicher gemacht. Mit diesen heftigen Sachen konfrontiert zu werden ist nicht leicht, wenn man bedenkt, dass einige Menschen in anderen Ländern auch in Gefangenschaft gehalten werden. Jedoch nicht so, wie in einem KZ, was einen Grund zur Beunruhigung liefert. In eine Baracke mit über 200 Leuten zusammengesteckt zu werden, oder die Gefangenschaft in einer Isolationszelle zu verbringen… Diese Möglichkeiten gab es damals. Sowohl bei Hitze als auch Kälte. Die Foltermethoden der damaligen Zeit sind für uns heute nur schwer vorstellbar. Gequält zu werden, obwohl man nichts weiß, als „Versuchskaninchen“ für Waffen, Medikamente betrachtet zu werden oder sogar Schuhe mit 15 kg schweren Säcken auf dem Rücken zu testen, ist unmenschlich und moralisch nicht vertretbar. Die Ermordung und die Tötungsmethoden, die durch eine banale Arztuntersuchung angeleitet wurden, nur um sie entweder sofort in die Gaskammer oder in den Erschießungsraum zu führen, waren für mich schockierend und den Beweis- die Trümmer mit eigenen Augen zu sehen. Die Überreste dieses KZs zeigen uns bis heute, dass wir nicht vergessen sollten, was sich früher abgespielt hat, und welche Qualen jeder einzelne Häftling in jedem KZ ertragen musste. Ich fand die Führung und den Rundgang durch das ganze KZ Sachsenhausen sehr informativ und lehrreich. Durch unsere vielen Fragen und die wenige Zeit, konnte nicht jede beantwortet werden. Aber die Eindrücke die wir sammeln durften, werden wir durch Fotos und die Gespräche nicht vergessen.“

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Nach einem längeren Mittagsessen, das für den Austausch über den Vormittag und für eine verdiente Pause genutzt wurde, ging es am späteren Nachmittag noch ins jüdische Museum, um sich mit weiteren Aspekten der Zeit des dritten Reichs und der Verfolgung von Juden als religiöser Minderheit auseinanderzusetzen. Wiederum in drei Wahlworkshops wurden nun Gemeinsamkeiten verschiedener religiöser Traditionen (Judentum, Islam und Christentum) herausgearbeitet, die Frage nach Anpassung und Selbstbestimmung jüdischer BürgerInnen im historischen Deutschland diskutiert sowie anhand der Biographie des Jazzmusikers Coco Schumann nachvollzogen, inwieweit „Überleben mit Musik“ funktionieren kann. Und auch die berühmte Architektur hat Eindruck hinterlassen: „Das jüdische Museum hat mir am besten in Berlin gefallen, da es mich architektonisch begeistert hat und mich auch inhaltlich überzeugt hat. Das Museum wird unterirdisch betreten und dann hat man die Möglichkeit zwischen zwei Wegen zu wählen, die der Entscheidung der Juden während dem Holocaust ähneln. So führte der eine Weg in einen Raum, der hoch, grau und vorne hin immer spitzer wird. In diesem Raum ist ebenfalls eine Leiter die scheinbar nicht zu ergreifen ist, man fühlt sich verloren und in die enge gezwungen. Der andere Weg führt zu der Ausstellung. In unserem Workshop haben wir uns nur mit einem sehr kleinen Teil der Ausstellung beschäftigt, aber dafür ausführlicher und es blieben am Ende keine Fragen offen.“ (Mierna)

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Nach einem freien Abend bildete am Donnerstag das Thema „DDR und das geteilte Berlin“ den Abschluss. Amela zeigt sich besonders beeindruckt vom Besuch im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen: „Das Stasigefängnis ist nicht nur ein verlassenes, altes und graues Gebäude, nein, es ist ein Gebäude, das eine Geschichte erzählt. Es ist ein Ort, der viel Folter mitansehen musste und es ist ein Ort, der Zeuge von schlimmen Verbrechen ist. Durch die Erzählungen eines Zeitzeugen können wir uns nun vorstellen, welch grausame Taten dort passierten.“ Und auch Lisa betont die besondere Qualität dieses Workshops durch die sehr persönliche Vermittlung der Inhalte durch Zeitzeugen: „Die Führung in Hohenschönhausen hat mich echt beeindruckt, es ist echt viel hängen geblieben und dadurch das der Führer ein Zeitzeuge war kam das einem viel näher.“  Das erfolgreiche Konzept „Geschichtsvermittlung durch ZeitzeugInnen“ begleitete eine Gruppe auch durch den Nachmittag. Im Museum des ehemaligen Stasi-Hauptquartiers lernten die StipendiatInnen im Gespräch mit einem Zeitzeugen mehr über den Aufbau der SED-Diktatur und ihres Geheimdienstes. Unter dem Titel „Unterdrückung und Widerstand in der DDR“ erhielten wir viele anschauliche Informationen zum Alltag in der DDR, dem Ausmaß der Unterdrückung der Bevölkerung mittels Agenten und Bevölkerung sowie auch originaler Operativtechnik und den schwierigen Versuchen, Widerstand zu leisten. Abschließend wurden auch die Ereignisse, die letztendlich zum Mauerfall führten nachvollzogen. Die Berliner Mauer stand im Mittelpunkt des zweiten Nachmittagworkshops in der Gedenkstätte an der Bernauer Straße. Dort begaben sich die Jugendlichen auf fotografische Spurensuche entlang des ehemaligen Grenzstreifens. Ausgestattet mit historischen Fotos suchten sie die Originalschauplätze auf, verglichen Perspektiven und Aussehen des Ortes und lernten so nicht nur viel über Berlin, in das die Teilung auch heute noch wahrnehmbar eingeschrieben ist, sondern auch über Fotografie als Methode „Realität“ abzubilden. Ungeplantes Highlight: Maude Dearstyne, die zu Beginn der 1960er selbst in Berlin lebte, hatte eigene Fotografien von damals dabei, begab sich ebenfalls auf die Suche nach diesen Orten heute und lies die StipendiatInnen daran teilhaben. So wurden die Bilder und Orte für die StipendiatInnen nicht nur als historische Artefakte, sondern auch in Form ganz persönlicher Geschichte lebendig.

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Den Abschluss bildete ein gemeinsames Abendessen, bei dem wir die Woche noch einmal Revue passieren ließen, noch offene Fragen besprechen konnten und das Team Anregungen und Tipps für die nächste Reise 2015 sammelte.

Berlin ist definitiv eine Reise wert und das Besondere der START-Gruppe, wurde auch hier wieder einmal spürbar, findet auch Stipendiatin Mehanaz: „Diese zwar wirklich von vorne bis hinten durchgeplante und stressige Woche war eines der  informativsten und lehrreichsten Seminare bisher. Zwar wusste ich schon viel vom Geschichtsunterricht und Vorbereitungsworkshop, dennoch ist es anders, alles an den Orten zu erfahren, an denen es stattgefunden hat, als irgendwo dazusitzen und sich mit Informationen „berieseln“ zu lassen. Auch habe ich nicht nur viel Wissen erhalten, sondern auch einige StipendiatInnen aus anderen Bundesländern näher kennengelernt. Diese Woche hat uns definitiv enger zusammengeschweißt. Obwohl ich eine bekennende Langschläferin bin, war es mir möglich trotz der frühen Uhrzeiten immer topmotiviert zu sein. Verantwortlich dafür war auf der einen Seite die neue und aufregende Stadt Berlin, die überhaupt nicht so war, wie ich sie mir vorgestellt hatte, auf der anderen Seite die liebenswerten StipendiatInnen, die man zum Teil nur jedes halbe Jahr sieht.“

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Zuzana und Davids Auftritt im Konzerthaus

Samstag Abend durften 9 START-Wien StipendiatInnen im Wiener Konzerthaus ihre Mit-StipendiatInnen Zuzana und David bei ihrem Auftritt im Rahmen des Musikfestes 2014 als Fans unterstützen.

Die Chöre und das Orchester des Wiener Musikgymnasiums präsentieren Haydns Spätwerk «Die Jahreszeiten», eines der schönsten Oratorien der Musikgeschichte. Zuzana spielte Geige und durfte im letzten Teil die Rolle der Konzertmeisterin übernehmen, David sang im mehr als 400 Personen fassenden Chor. Insgesamt  500 MusikerInnen und SängerInnen auf der Bühne sorgten für ein einzigartiges Klangerlebnis!
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Alle StipendiatInnen waren ebenso wie die anderen Musikfreunde im Rahmen der ausverkauften Vorstellung begeistert von der Aufführung, auch wenn diese länger als geplant dauerte.
Gratulation an Zuzana und David und ihre KollegInnen vom Musikgymnsasium, die sich schon das ganze Schuljahr auf diese Vorstellung vorbereitet haben.

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PRESSEINFORMATION: Start-Wien schreibt aus

Start-Wien schreibt aus: zwölf Stipendien für Jugendliche mit MigrationshintergrundBis 30. April 2014 bewerben – Unterstützung auf dem Weg zur Matura

Wien, 24. März 2014 – Alle Kinder und Jugendlichen sollten gleiche Bildungschancen haben. Viele Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sind jedoch auf ihrem Bildungsweg aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt. Oft haben sie zudem das Potenzial, aber nicht die Möglichkeit, eine AHS, BMS oder BHS zu besuchen und die Matura erfolgreich abzuschließen. Das Stipendienprogramm START-Wien unterstützt solche jungen Wiener Schülerinnen und Schüler, indem es ihnen Schlüsselqualifikationen für ihre schulische und berufliche Laufbahn vermittelt und sie durch die Schulzeit begleitet.

Jetzt werden die Stipendien für das Schuljahr 2014/2015 ausgeschrieben. Bis 30. April 2014 kann man sich auf www.start-stipendium.at informieren und auch die Bewerbungsunterlagen downloaden. Bei Fragen kann man die START-Wien Projektkoordinatorin Dipl.-Soz. Katrin Triebswetter auch persönlich via Telefon oder E-Mail (Kontaktdaten auf www.start-stipendium.at) kontaktieren.

Wer eines der heißbegehrten Stipendien von START-Wien bekommen will, muss einige Voraussetzungen mitbringen:

* Besuch einer AHS- oder BHMS-Oberstufe in Wien, mindestens zwei, idealerweise drei Jahre vor der Matura
* gute schulische Leistungen (Notendurchschnitt 1 bis 2,5)
* Leistungsvermögen und Motivation
* gesellschaftliches bzw. soziales Engagement (z. B. Redakteurin der Schülerzeitung, Klassensprecherin u. Ä.)
* Teamgeist und soziale Kompetenz
* ein starkes Persönlichkeitspotenzial
* mindestens ein Elternteil hat nicht Deutsch als Muttersprache
* mangelnde finanzielle Unterstützungsmöglichkeit durch die Eltern

Die Projektkoordinatorin von START-Wien weiß aus Erfahrung: „Oft scheitert der Schulbesuch nicht nur an den fehlenden finanziellen Mitteln.“ Auch beengte Wohnverhältnisse, Aufgaben in der Familie (z. B. Betreuung der kleineren Geschwister) und fehlende Unterstützung durch die Eltern können Gründe sein, warum lernfreudige Jugendliche keine Chance haben, die Matura zu machen. „Ich lade ausdrücklich auch Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen ein, sich zu bewerben. Viele unserer Jugendlichen haben anfangs kaum Deutsch gesprochen und konnten dann durch START erfolgreich die höhere Schule absolvieren“, betont die START-Wien Projektkoordinatorin.

START-Wien öffnet den jungen Menschen Türen

Die Initiative START unterstützt Stipendiatinnen und Stipendiaten über mehrere Jahre – sowohl in materieller, als auch ideeller Hinsicht, unabhängig von Nationalität, Religionszugehörigkeit und Aufenthaltsstatus. Das monatliche Bildungsentgelt in Höhe von 100 Euro und ein Laptop sollen dabei helfen, die laufenden Kosten für den Schulbesuch abzudecken. Noch wichtiger aber ist die ständige Begleitung und Betreuung der Jugendlichen. So gibt es bei START-Wien Bildungsangebote, die ergänzend zur Schulausbildung wirken und auch die Persönlichkeitsbildung positiv beeinflussen. Es werden Bildungsseminare, Workshops, Exkursionen sowie Beratungen zur Studien- und Berufswahl und zur Lebensplanung angeboten. Wesentlich sind auch der regelmäßige Austausch mit Mentorinnen und Mentoren und die Vernetzung mit den anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten.

START in Wien und Österreich

In Österreich gibt es START derzeit in Wien, Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg. Für die Mitfinanzierung des Programms, insbesondere für die Gründung von START-Stipendienprogrammen in weiteren Bundesländern, und für die Übernahme zusätzlicher Stipendien werden weiterhin Förderer in Österreich gesucht.

START-Wien ist ein Projekt der Crespo Foundation, das nach dem Konzept der START-Stiftung GmbH gemeinsam mit weiteren österreichischen Partnern – darunter das BMI – umgesetzt wird. In Wien werden heuer bereits zum neunten Mal Stipendien an engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund vergeben. Die Bewerbungsfrist für das Schuljahr 2014/2015 läuft noch bis 30. April 2014.

Nähere Informationen unter www.start-stipendium.at

Fotos
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Quelle: START-Österreich, frei für die redaktionelle Verwendung

Kontakt START-Wien

Dipl.-Soz. Katrin Triebswetter
Projektkoordinatorin START-Wien
M: +43 664 886 22140
triebswetter@start-stipendium.at
www.start-stipendium.at

Eva Käßmayer
communication matters
T: +43 1 503 23 03-31
kaessmayer@comma.at
www.communicationmatters.at

 

Do’s and Don’ts rund um das Thema Job/Praktikum

Wie verhalte ich mich bei einem Bewerbungsgespräch? Was ziehe ich an?
Und wenn ich das Praktikum/den Job bekommen habe, was ziehe ich ins Büro an?
Wie gehe ich mit KollegInnen, Vorgesetzten, Kunden korrekt um? Was ist z.B., wenn gerade
Ramadan ist und ich zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen werde? Wie sage ich, daß ich mich langweile oder zuviel zu tun habe?
Kurz: Was sind die Do’s and Don’ts rund um das Thema Job/Praktikum?

In einem Workshop berichteten letzten Freitag Mitglieder des Rotary Clubs Wien Nestroy aus ihrem Joballtag,
erzählten worauf Sie selbst bei der Auswahl von MitarbeiterInnen und PraktikantInnen achten,  erzählten von
gutem und schlechte Erfahrungen mit ihren PraktikantInnen und gaben so den Jugendlichen von START-Wien wertvolle Infos.

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Von der Personalleiterin einer großen Bäckerei gab es eine zusammenfassende Präsentation aus der Sicht der Personalabteilung eines Unternehmens,
gespickt mit vielen Beispielen und guten Tipps und interessanten Auswahlstrategien: http://www.youtube.com/watch?v=HxeZ5uynyUc

Mit Brötchen  – Dank an Gastgeber Deloitte – konnten die START-Wien StipendiatInnen und Alumnis  im Anschluss noch Fragen stellen, und berichteten von ihren eigenen Erlebnissen (zB. Videobewerbungen) und Erfahrungen.

Danke an die Rotarys von Wien-Nestroy die uns wieder einmal ihre Zeit und ihr Wissen zur Verfügung stellten!

 

START StipendiatInnen besuchen das neue Außenministerium und Österreichs größte Bildungsmesse BEST

START StipendiatInnen besuchen das neue Außenministerium und Österreichs größte Bildungsmesse BEST.

Am Freitag den 07. März hatten START StipeniatInnen aus Wien, Salzburg und Oberösterreich die Gelegenheit das neu strukturierte Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten – kurz Bmeia – genau unter die Lupe zu nehmen. Drei Vertreter des Ministeriums standen ihnen dabei ganze zwei Stunden lang Rede und Antwort. Fragen zu Themen wie „Was ändert sich in der Integrationspolitik?“, „Gibt es neue Ansätze in der Asylpolitik?“ oder „Ist das Abkommen von Dublin fair und verhalten sich die EU-Mitgliedsländer solidarisch?“ und „Welche Rolle spielt Österreich bei den Vermittlungsversuchen in der Ukraine?“ wurden dabei ausführlich diskutiert.
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Wir danken Herrn Dr. Markus Benesch, Herrn Gesandten Mag. Martin Weiss sowie Herrn Mag. Michael Girardi für ihre Zeit und die spannenden Einblicke.

Hier der Eindruck von START-Wien Stipendiatin Josipa zu der Veranstaltung: 

„Nach einer allgemeinen Präsentation, die uns über die Aufgaben und Pflichten dieser Abteilung des Ministeriums erzählte, wurde die Fragerunde eröffnet. Aller Anfang ist schwer; so erging es einigen von uns vielleicht auch, da man nicht genau wusste, wie direkt, wie präzise man sich ausdrucken sollte und was man überhaupt fragen konnte. Dennoch sah man nach einer Zeit immer mehr Hände in der Luft und die Themen Migration in Europa, die aktuellen Konflikte in der Ukraine und die österreichische Situation, sowohl in der Politik, als auch in der Wirtschaft, wurden stark diskutiert. Bei diesem Interesse und Engagement war schon mit einer Verzögerung zu rechnen. Schließlich ging das Treffen dem Ende zu und sowohl das Ministerium, als auch die Stipendiaten wandten sich zufrieden dem kleinen Buffet zu.“

Gut ausgeschlafen und vor allem informationshungrig ging es für die StipendiatInnen am Samstag den 08.03.2014 dann zu Österreichs größter Bildungsmesse BEST,  um sich Rat und Orientierung im Ausbildungsjungel zu verschaffen. Gezielt wurden Stände von Unis und Fachhochschulen angesteuert, Experten mit Fragen gelöchert, aber auch gustiert was es sonst noch für Ausbildungsmöglichkeiten gibt, an die vielleicht gar nicht gedacht wurde.
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Mechanz Kabir, START-Stipendiatin aus Salzburg berichtet über die beiden Veranstaltungen:

„Freitag, 7. März 2014; 12:50 – die letzten Stipendiatinnen und Stipendiaten trudeln am Hauptbahnhof in Salzburg an, zur Begrüßung werden Umarmungen verteilt und dann geht’s auch gleich zum Bahnsteig um mit Zug nach Wien zu fahren. In Linz steigen die OberösterreicherInnen zu, die im Zug ebenfalls herzlich begrüßt werden, da man auch sie schon vermisst hat, obwohl es bei gerade mal zwei Wochen her ist, dass man ein ganzes Wochenende gemeinsam verbracht hat. Während der Zugfahrt steigt auch die Vorfreude aufs Programm in den kommenden Tagen: ein Besuch im Außenministerium und nach einer erfolgreichen Studienberatung vor drei Wochen ein Abstecher zur Messe für Beruf, Studium (BeSt)
In Wien angekommen, heißt es schnell zum Hostel, einchecken, Koffer ins Zimmer und schon wieder weiter, zumal man im Außenministerium erwartet wird. Vor dem Außenministerium wird man von den schon dort versammelten Wiener StipendiatInnen mit der nächsten Runde herzlicher Begrüßungsumarmungen empfangen. Doch auch dies ist nicht von langer Dauer, da man bald ins Ministerium hineingebeten wird. Im Ministerium wird sogleich um Verständnis gebeten, dass der Außenminister Kurz nicht anwesend sein könne, da er auf Grund der drastischen Situation in der Ukraine zu internationalen Konferenzen müsse. Obwohl man sich schon eine Begegnung mit dem Außenminister gefreut hatte, ist die Tatsache, dass er nicht hier ist natürlich verständlich und nachvollziehbar. Es gibt trotzdem eine kurze Präsentation darüber, was das Außenministerium macht, wie viele hier beschäftigt sind und was sich änderte und ändern wird. Die Vorstellung des neuen Zuständigkeitsbereichs des Außenministeriums, der Integration, fließt in eine offene Fragerunde über, bei der jede und jeder Antwort auf die diversesten Fragen bekommt. Dann geht’s noch für ein Abschlussfoto in den Marmorsaal, wo auch die Geschichte des Saales selbst erläutert wird.Nach diesem informativem Abend und einem Abendessen geht es bald ins Bett, da für den nächsten Tag auch ein Vormittag voller neuer Informationen geplant ist. Ein Besuch der BeSt steht nämlich auf dem Plan.

Nach dem Frühstück wird ausgecheckt und man fährt zur BeSt, wo sich jedeR individuell über ihren/seinen weiteren Schulweg informiert. Nach weiteren 3 ½ Stunden Informationen, hilfreichen Beratungen und vollen Taschen mit Broschüren, gewappnet für die richtige Studienwahl, heißt es Abschied von den WienerInnen nehmen, da es wieder zurück nach Linz bzw. Salzburg geht.
Nach diesem turbulenten Wochenende mit den StipendiatInnen freut man sich aber schon aufs Nächste!“

START- Eislauftreffen am Rathausplatz

Am 1. März trafen sich die Wiener Stipis, um sich einerseits einbisschen sportlich zu betätigen und andererseits die Chance zu nutzen und die Eislaufmöglichkeit beim Rathaus noch zu genießen. Knapp eine Woche später wurden die Holzdielen abgebaut, die Schneemaschinen weggebracht und die Strecke zwischen dem staatlichen Gebäude und der Hofburg wird in die alte Parkanlage zurückverwandelt. Davon haben wir beim Schlittschuhlaufen jedoch nichts gemerkt. An jenem sonnigen Nachmittag trommelten sich einpaar Stipendiaten, Freunde aber auch Menschen aus dem Freundeskreis von START zusammen, um ein paar schöne Stunden auf dem Eis zu verbringen.

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Nachdem die anfänglichen Ängste überwunden waren, fielen auch schon die ersten Stipendiaten hin und ärgerten sich über ihr nasses Gewand. Einige unter uns waren geübt darin und haben kleine Wettkämpfe oder Kunststücke veranstaltet, andere haben die Festhaltestange als ihren neuen besten Freund für die nächsten Stunden entdeckt. Später, als verschiedene Eislaufbahnen betrachtet und die zwei großen Eislaufplätze gründlich befahren wurden, fanden sich die meisten wieder zusammen und schossen gut gelaunt Gruppenfotos. Da sich der Tag schon langsam dem Ende nahte, ging ein Teil der Gruppe gemeinsam essen, der andere wollte sich noch auf weiterhin dem Eis versuchen und die Lichter, die den Park prächtig erleuchteten, bewundern. Im Großen und Ganzen ein schöner Nachmittag, der viel Gefallen bei allen fand und dringend wiederholt werden muss!

Danke an unsere StipisprecherInnen Lisa, Jaspal und Bogdan, welche diesen Nachmittag für uns organisierten.

Bericht: START-Wien Stipendiatin Josipa Cvitic