Seminar politische Bildung in Berlin

Wie jedes Jahr fuhren alle START-Österreich Stipendiat*innen die 1 Jahr vor der Matura stehen nach Berlin um an einer Seminarwoche zum Thema politische Bildung teilzunehmen. Hier der ausführliche Bericht:

Tag 1 – Anreise mit Bus, Flugzeug und Bahn nach Berlin

Während die Salzburger Stipis elegant mit der 1.Klasse mit der Bahn nach Berlin fuhren, flogen START-Wien, NÖ, OÖ von Wien Schwechat nach Berlin-Tegel. Die Vorarlberger fuhren mit dem Bus nach Zürich und flogen von dort aus nach Berlin. Für einige Stipendiat*innen war es der erste Flug überhaupt.

Nachdem alle gut angekommen waren, checkten wir in unserem Hostel in der Nähe des Bezirks Prenzlauer Berg ein. Dann gingen wir gemeinsam in Kleingruppen essen und machten uns mit der Umgebung vertraut.

Tag 2 – Thema: Nationalsozialismus

Wir haben als erstes das Denkmal für die ermordeten Juden Europas besucht. Die 2711 quaderförmigen Beton-Stelen erinnern an die rund 6 Millionen Juden, die unter der Herrschaft Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten ermordet wurden. Hier erfuhren wir nicht nur über die Hintergründe dieses Platzes sondern auch über die Architektur und eigenen Interpretationen des Denkmals. Danach gingen wir hinunter ins Museum und wurden in 2 Gruppen aufgeteilt.

Wir sprachen viel über den Nationalsozialismus, vor allem über den Einmarsch in Polen und über die Vernichtungslager die 1942 erbaut wurden. Wir wurden in kleinere Gruppen aufgeteilt und haben Aufgabenstellungen bekommen, die wir mit Hilfe des Bildmaterials im Museum beantworten mussten.

Nach der Mittagspause gingen wir zum Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung wo uns Sana von den Geschehnissen 1933 berichtete und zur neuen Wache – einer Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Dort erzählte uns Mahdi über die Widerstandsbewegung der Geschwister Scholl.

Anschließend besuchten wir das deutsche historische Museum und sprachen wieder über den Nationalsozialismus, wobei wir mehr auf die Details, wie zum Beispiel die Hitler-Spielzeuge der Kinder, eingingen. Am Abend besuchten wir auch noch das Maxim Gorki Theater und schauten uns „Die Nacht von Lissabon“ an. Das Thema des Theaters spezialisierte sich hauptsächlich auf die Flucht und die emotionale Belastung die dahinter steckt.

Eishah: Ich fand es sehr gut, dass wir nicht nur über Fakten gesprochen haben, wie wir es in der Schule machen, sondern auch zum Beispiel auf familiäre Hintergründe der Juden eingegangen sind.

 

Mehdi: Mir hat vor allem das deutsche historische Museeum gut gefallen, da es Materialen der NS-Zeit zeigte und ich mir somit besser vorstellen konnte, was alles passierte. Von den anderen Programm-Tagen konnte ich mir auch viel Information mitnehmen.

 

Afra: Ich habe schon relativ viel zum Nationalsozialismus in der Schule gemacht und trotzdem konnte ich mir sehr viel neues mitnehmen. Ebenso die Wiederholung von den Sachen, die ich schon gekonnt habe, war für mich hilfreich es mir noch besser einzuprägen. Die Berlin-Reise ist eine tolle Möglichkeit um sich politisch weiterzuentwickeln und hat allen Beteiligten einen großen Spaß gemacht.

Bericht der START-Sbg Stipendiat*innen

Theaterbesuch

Gegen Mittwochabend hatten wir die Möglichkeit das Theaterstück ‚Die Nacht von Lissabon‘ nach dem Roman von Erich Maria Remarque zu besuchen. Selbst in diesem Stück handelte es sich von der Flucht. Eine tragische Geschichte eines Paares, die gegen ihr Schicksal kämpfen und Widerstand zeigen mit der Hoffnung zu Überleben.

Das Theaterstück war für mich eine traurige Geschichte, weil die Paare immer verfolgt wurden und sie haben im Angst gelebt. Das Leben für sie eine große Herausforderung, weil sie immer auf der Flucht waren. wegen dieser Verfolgung konnten sie nicht ein schönes Leben führen. – Shah-Ali

Die ‚Nacht von Lissabon‘ die im Rahmen ein Theaterstück gespielt wurde, war Liebesgeschichte von zwei geliebten die nicht einfach hatten zusammen zu kommen und immer ihnen die steine vor ihren Weg geworfen wurde. Sie hatten nicht so einfach ein schönes Leben zu führen. Allgemein war das Theaterstück für mich sehr interessant und hat mich fasziniert. -Milad

Das Theaterstück zeigt vor allem auch, dass die Menschen damals sehr schwer hatten. Ich persönlich war von dieser Geschichte sehr berührt und hoffe, dass die Gesellschaft endlich es schafft in einer toleranteren Atmosphäre miteinander in Frieden zu leben.  – Nasiba

Auch ich habe das Theaterstück sehr interessant gefunden. Vor allem die Parallelen, die man zu unserer Gesellschaft herstellen kann, haben mich fasziniert. Sicherlich muss man in Österreich (!) keine Angst haben, mit einer Person zusammen zu sein, unabhängig von deren Religion, Geschlecht oder Herkunft. Dass das jedoch so ist, ist absolut nicht selbstverständlich und in anderen Ländern teilweise gar nicht möglich. – Chirin

Ich fand das Stück sehr gut und unterhaltsam, da die Schauspielergruppe nicht nur die Probleme in der Vergangenheit sondern auch die Schwierigkeiten, welche man heute in einer fremde Gesellschaft bzw. Kultur bekommen kann, gut und deutlich dargestellt hat. Iman

Bericht der START-Vbg Stipendiat*innen

Tag 3 – DDR, geteiltes Berlin

Wir haben in der Schule zwar einiges über das geteilte Deutschland gelernt, doch erst als wir am zweiten Vormittag unserer Berlin-Reise die ehemalige DDR Haftanstalt Berlin-Hochschönhausen besuchten, wurde uns die schlimme Menschenrechtslage im Osten bewusst. In der DDR wurden die Bürger mit einer Politik der Angst und Vertrauenslosigkeit regiert. Hier haben wir auch eine Führung von einem Zeitzeugen gemacht. Er hat uns die ehemalige zentrale Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit der DDR gezeigt. Es war sehr emotional die traurigen Geschichten zu hören.

Am Nachmittag besuchten wir den ehemaligen Flughafen Tempelhof. Seine Architektur ist ein Beispiel der Gigantomanie zur NS Zeit. Es ist aber nicht übertrieben zu sagen, dass er als die „Mutter aller Flughäfen“ gilt. Mit unserer sympathischen Tourguide erkundigten wir die verschieden Facetten dieses Flughafens angefangen von den Zwangsarbeitern, die dieses Gebäude errichten mussten, bis hin zu seiner vitalen Rolle bei der Luftbrücke und schlussendlich zu seiner Schließung 2008.“

Bericht START-OÖ Stipendiat*innen

Alumni - Infoabend

Am Abend besuchten uns 3 START-Alumni, die in Berlin leben und dort studieren oder arbeiten. Sahire Bozkurt und Sonya Puthuparambil (START-Wien) und Luka Prskalo (START-OÖ) informierten über Studieren und Arbeiten in Deutschland. Speziell Luka wurde mit Fragen gelöchert, da er an der Charité in Berlin Medizin studiert. Vielen Dank fürs Zeitnehmen!

Tag 4 – Demokratie und Europa

Donnerstag waren wir beim europäischen Haus. Dort hatten wir die Möglichkeit, die Rolle der Parlamentsmitglieder zu spielen, wo wir eine Diskussionsrunde über Plastikbechern und Umweltverschmutzung durchgeführt haben. Wir hatten viel Spaß beim Rollenspiel. Es war ein wunderbares Erlebnis. Nachher hatten wir Freizeit. Dann hatten wir die Chance, uns mit uns im deutschen Dom mit der Geschichte des Parlaments auseinanderzusetzen. (Khlod)

Am vierten Tag unserer Reise durften wir den deutschen Dom besuchen. Da haben wir uns mit der Funktionsweise des Bundestags beschäftigt und haben die Rolle von „Bundestagsabgeordneten“ übernommen, um einen besseren Überblick zu bekommen, wie Entscheidungen getroffen werden. Außerdem wurden Infos über die Arbeit von Bundestagsabgeordneten, den Gang der Gesetzgebung, den Ablauf einer Sitzungswoche, die Struktur und Sitzordnung im Plenarsaal, die Funktionen der handelnden Parlamentarier sowie den Ablauf einer Plenarsitzung vermittelt.

Mir hat es sehr gefallen, weil ich mich dadurch einen sehr guten Überblick über verschiedene Dinge im Bundestag verschaffen konnte. (Ahmad)

Bericht: START-NÖ Stipendiat*innen

Tag 5 – Abreise

Die ersten, die Berlin verlassen mussten, waren die Salzburger Stipendiat*innen, die mit dem Zug nach Salzburg fuhren. Da in Deutschland der Karfreitag ein Feiertag ist, fuhren die U-Bahnen nur unregelmäßig und es gab dazu noch eine Störung, so dass wir den Zug nur knapp erreichten!

Die restlichen Stipendiat*innen hatten dann ebenfalls mit Verkehrsproblemen zu kämpfen, aber alle kamen rechtzeitig am Flughafen an und kamen gut und wohlbehalten wieder nach Hause.

Berlin wir kommen wieder!

Eine unvergessliche, lehrreiche, aber auch spaßige Reise, mit diese drei Wörter würde ich die Berlinreise 2018/2019 beschreiben. Die Reise war vom ersten- bis zum letzten Tag sehr gut organisiert. Ich danke allen für die Ermöglichung dieser Reise. - Atila Bamyani

Atila

Während der Berlinreise konnte ich nicht nur meine politische Bildung erweitern, sondern auch meinen Freundeskreis. Trotz oft langer Erklärungen und Erzählungen hat man durch die dort besuchten Workshops sowohl die Geschichte Deutschlands, als auch die Funktion des europäischen Unions besser kennengelernt. Unsere Betreuerinnen haben uns tatkräftig unterstützt, sodass wir uns wie zuhause fühlten. Ich hatte dort zahlreiche schöne Momente und Erinnerungen, die ich nie vergessen werde. DANKE START FÜR DIESE TOLLE UND INFORMATIVE REISE!

Jihan

In Berlin haben wir viele Workshops und wichtige Gebäuden besucht. An diese Reise würde ich wieder mit allen Stipendiaten und Stipendiatinnen und Betreuerinnen teilnehmen.

Shehab

Die Berlinreise war für mich von Anfang an schon cool und interessant und die beste Reise mit Stadt bis jetzt, da ich zum ersten mal mit Flugzeug geflogen bin.

Mahdi

„Zu unterstützen ist keine ‚Einbahnstraße‘“

Interview mit START-OÖ-Pate Mag. Gerald Hackl,Vorstandsvorsitzender der VIVATIS Holding AG.

Die Vivatis Holding AG ist START-Oberösterreich Pate seit der ersten Stunde. Patenschülerin Paola Todorova nutzte, kurz vor ihrem Schulabschluss, nicht nur die Gelegenheit sich zu bedanken, sondern auch dafür ihren Paten mal nach seiner Motivation für die Unterstützung zu fragen.

Paola: Lieber Herr Hackl, Sie unterstützen START-OÖ seit dem ersten Jahr. Warum haben Sie sich dazu entschieden?

G.H: Weil ich es für eine tolle Idee halte, junge Menschen, die es im Leben nicht immer leicht hatten, und ihre Talente zu fördern. Es macht mir einfach Freude, sie zu begleiten und ihnen zu helfen. Darüber hinaus sehe ich die Unternehmen generell in der Pflicht, soziale Verantwortung zu übernehmen und solche Projekte zu unterstützen. Das ist ja auch keine „Einbahnstraße“. Man sieht im Laufe der Zeit, wie sich diese jungen Menschen entwickeln und weiterkommen wollen. Ich merke das ganz deutlich bei unserer aktuellen Patin Paola. Aber auch bei unserem ersten Patenschüler Elias war von Anfang an spürbar: Er will das wirklich. Ich bin auch mit ihm noch in Kontakt und wir tauschen uns aus. Für mich ist das faszinierend und schön, mitzuverfolgen.

Das meine ich damit, wenn ich sage: Das ist keine ‚Einbahnstraße‘. Sondern wir gehen ein Stück des Weges gemeinsam. Wir bekommen als Paten viel zurück von unserer Patenschülerin.

Auch die Kollegen bei uns im Unternehmen haben Paola sehr ins Herz geschlossen. Sie hat hier ein Praktikum gemacht und wird heuer wieder eines absolvieren. Ich sehe es aber langfristig: Wenn Elias und Paola auch in Zukunft einmal Unterstützung brauchen, freue ich mich, wenn sie sich melden und wir in Kontakt bleiben.

Das erste Mal von START erfahren habe ich von RLB-OÖ-Generaldirektor Dr. Heinrich Schaller. Er sagte zu mir, dass er die Initiative aus Wien kennt und sie ein ganz tolles Projekt ist. Also habe ich mir das genauer angeschaut. Und ich war sofort begeistert. Was wir da bei der ersten Veranstaltung – es war die Begrüßungsfeier in der RLB – gesehen haben, war faszinierend. Diese jungen Menschen zu sehen, die sich vor Publikum trauen, zu präsentieren und über die schwierigen Dinge zu sprechen, die sie schon erlebt haben. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie man selber damit umgegangen wäre, wenn man so etwas erlebt hätte. Dass sie dann diesen Mut fassen, neu zu beginnen und so viel selbst dafür tun, beeindruckt mich sehr.

Paola: Welche Erfahrung und Erlebnisse haben Sie mit START gemacht?

G.H: Bisher nur gute und schöne Erlebnisse. Als ich zum Beispiel Elias kennen lernte, war er ein junger Bub. Ich hatte auch Kontakt mit seinem kleinen Bruder und der gesamten Familie. Das zu erleben und die Entwicklung des Patenkindes zu sehen, ist einfach schön. Ich kann mich auch gut erinnern, als ich Paola und ihre Eltern kennen gelernt habe – ganz nette, bescheidene Menschen. Und ich habe gemerkt, wie stolz sie auf ihre Tochter sind, dass sie hier jetzt dabei ist. Ihre Entwicklung zu sehen, ist auch für uns eine tolle Erfahrung.

Es ist einfach faszinierend zu sehen, was man mit ein klein wenig Unterstützung – es geht ja um keine großen Geldbeträge – bewirken kann. Wie sehr man jemandem helfen kann. – Wir werden START auch weiterhin unterstützen.

Paola: Würden Sie diese Form der Unterstützung auch anderen Unternehmen empfehlen?

G.H: Auf jeden Fall. Ich muss es nochmal sagen: Es ist nicht einfach nur eine Spende und eben auch keine „Einbahnstraße“

Ich sehe es als eine Art Startkapital, um jemanden zu unterstützen und ihm die Chance zu geben, sich weiterzuentwickeln.

Und es ist auch bewegend, zu sehen, wie die Paten dieses Vertrauen, das in sie investiert wird, mehr als zurückgeben. Ich hoffe, dass auch viele andere Unternehmen START unterstützen. Ich kann es nur empfehlen.

Paola: Vielen Dank für das nette Gespräch und Ihre Unterstützung!

START OÖ bereitet sich auf die Berlinreise vor

Am 6. April hatten wir, die START-OÖ Stipis, einen Vorbereitungs-Workshop für unsere Berlinreise in Linz. Hauptsächlich haben wir uns mit Themen wie die Geschichte Deutschlands und auch die Politik auseinandergesetzt.

Am Anfang haben wir uns vorgestellt und erzählt, wann wir mit der Politik etwas zu tun hatten. Danach haben wir über die Demokratie gesprochen und einige Merkmale davon wie zum Beispiel freies Wahlrecht, Sicherstellung von Bürger-, Menschenrechte oder Volkssouveränität auf einer MindMap aufgeschrieben.

Wir bekamen auch dann einen kurzen Überblick über die politische Lage Deutschlands in der Geschichte:

  • Monarchie bis 1918
  • Weimarer Republik von 1919 bis 1933
  • faschistische Diktatur bis 1945
  • Gründung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR); die Aufteilung in West- und Ostberlin 1949
  • Baubeginn der Berliner Mauer 1961
  • Mauerfall 1989

Wir konnten sehr viele Fragen stellen, die uns über das Thema Politik und Geschichte interessiert haben. Es war ein sehr interessanter Workshop und ich habe es sehr informativ und hilfreich für unsere Berlinreise gefunden. Ich will mich ganz herzlich beim unseren Referenten Thomas Stornig bedanken für diesen Workshop.

Ein Bericht von Stipendiatin Neni

„Wir möchten ein Signal setzen“

Interview mit START-OÖ Pate, GF der Firma Nemak, Andre Gröschel

Die START-Oberösterreich Stipendiat*innen wurden von der Patenfirma Nemak eingeladen, um den Produktionsbetrieb des Automobilzulieferers in Linz zu besichtigen. Patenschülerin Neni nutze die Gelegenheit um ihren Paten, Herrn Gröschel, zu interviewen.

Neni: Lieber Herr Gröschel, Sie unterstützen mich
seit fast zwei Jahren. Warum haben Sie sich dazu entschieden? Was waren Ihre
Gründe?

A.G: Wir haben von START erfahren und nach der Erstpräsentation spontan gesagt: Das machen wir, das ist etwas Gutes und Richtiges! Wir haben einen sehr großen Respekt vor Menschen, die aus schwierigen Bedingungen gekommen sind, ihre Heimat verlassen mussten und dennoch eine enorme Energie aufbringen, Durchhaltewillen und große Zielorientierung zeigen und sagen: „Ich will trotzdem etwas erreichen!“, und die dann nachhaltig so eine Leistung erbringen. Das hat uns enormen Respekt abgerungen und wir sind der Überzeugung, dass man dies schlicht honorieren muss. Dafür fühlen wir uns verantwortlich.

Darüber hinaus möchten wir hier ein Signal setzen, – für uns intern – sprich unsere Belegschaft: Wir wollen mitteilen, welch großen Respekt wir empfinden. Auch in anderen Unternehmen und Organisation kommunizieren wir das.

„Zusammengefasst ist der Grund warum wir START unterstützen: Verantwortung, Respekt und Signalwirkung!“

Neni: Welche Erfahrungen mit START haben Sie
bereits gemacht?

A.G: Das erste schöne Erlebnis war die Veranstaltung zum gemeinsamen Fastenbrechen in der Tabakfabrik. Das war ein schöner Abend und gut, diese Vielfalt von Menschen zu erleben, die aus aller Herren Länder kommen, und zu wissen, ich bin hier in einer Gemeinschaft und jeder hat einen riesen Schatz an Lebensgeschichte, den er mitbringt. Und das gemeinsam Verbindende ist, dass alle hier sitzen und Teil der START-Initiative sind und heute Abend jeder aus seiner Heimat was mitgebracht hat zum gemeinsamen Essen. Das war einfach schön. Wir haben dort auch gleich die Stipendiatin Yusra kennengelernt, die dann ein Praktikum bei uns gemacht hat. Weiters waren wir auch mit „unserem Patenkind“ Neni einmal gemeinsam Essen und bei der Begrüßungsfeier natürlich dabei.

Neni: Würden Sie die Unterstützung auch anderen
Unternehmen empfehlen?

A.G: Ein klares Ja, wir würden es empfehlen. Ich denke, das ist ein gutes Konzept. Das ist für ein Unternehmen eine sehr überschaubare Sache. Es gibt einen klaren Rahmen. Man weiß, man hat konkret ein Patenkind und man weiß, was mittels der Unterstützung geschieht. Die Unterstützung bei START ist mit einem bestimmten Menschen verbunden. Mit diesem kann man unmittelbar sprechen und ihn fragen, was es gebracht hat. Weiters bekommen wir auch die halbjährlichen Berichte. Da kann man lesen, wie das wirkt, was wir da tun. Die Förderung ist auch zeitlich gut kalkulierbar, – Start und Ende sind klar definiert. Das ist für Unternehmen gut, dass das klar und abgegrenzt ist und das Engagement und Auswirkung gut erkennbar sind. Das macht die Entscheidung auch leichter. Ich kann davon nur positiv berichten. Wenn wir bei einem anderen Unternehmen zum Erfahrungsaustausch sind, dann kann ich das so sagen. Wir unterstützen START und das ist eine gute Sache.

„Da haben wir eine soziale Verantwortung, – wenn man so helfen kann, dann sollte man das auch tun. Da kommt Hilfe direkt an. Diese konkrete Form der Unterstützung ist für uns genau das Richtige.“

Ein weiterer Aspekt ist für mich, dass wir leider in einer Zeit leben, wo es viele Vorurteile und Rassismus etc. gibt und unschöne Dinge passieren. Das widerstrebt mir sehr. Umso wichtiger ist es, ein Signal zu setzen: „So nicht!“ Wir sitzen da auch mit unserem „Patenkind“ in einem Boot, denn ein Mensch wie Neni setzt auch selbst ein deutliches Signal,
dass all diese Vorurteile nicht stimmen. Das freut mich. Das hat ausstrahlende Wirkung für viele und wir wollen mit unserer Unterstützung auf dieses Signal reagieren und geben als passende Antwort, dass man das Fördern muss.

Stipendiatin Bahara beim Rome Business Game 2019

Stipendiatin Bahara beim Rome Business Game 2019

Von 9.-12. März 2019 war ich in Rom. Ich hatte die Möglichkeit, am Rome Business Game teilzunehmen und eine Welt voll neuer Erfahrungen zu sammeln und Diversität in einer anderer Form zu erleben.

Das Rome Business Game ist ein Teil von der Rome International Career Festival. Dieses Festival findet jährlich in fünf Plattformen in Rom statt: Rome Business Game, Rome Press Game, RomeMUN und Rome International Career Course sowie International Careers Fair. Dort nehmen hunderte Studenten von der ganzen Welt teil, um ihren Horizont zu erweitern bzw. eine Herausforderung anzunehmen. In Rome Business Game geht es hauptsächlich um wirtschaftliche Themen. Jeden Tag, am Anfang des Tages, gibt eine Firma den Teilnehmergruppen ein anspruchsvolles echtes Business Case auf und am Ende des Tages werden die Gruppenpräsentationen von der Jury beurteilt. Es wird natürlich eine Gewinnergruppe geben, die bei der Abschlusszeremonie gelobt wird.

Begrüßt wurden alle Teilnehmer in der Eröffnungszeremonie in der Luiss Guido Carli Universität. Da möchte ich gerne ein paar Zitate schreiben, die den Inhalt der Reden bei der Zeremonie zusammenfassen.

„Life and diversity are complex but let them not be complicated! … The new Einstein will be a collective collaboration, not individuals….” Lorenzo Fioramonti, Deputy Minister for Education, University and Research.

I strongly reject the idea that says, ‘You cannot collaborate until you are equal’. We are diverse and unequal, and collaboration means sharing inequalities.” Ms Wendy Wiver -First Counsellor and Bilateral and Foreign Policy, British Embassy.

Die Reden haben mich sehr fasziniert.

Drei Tage gab es intensive Arbeit. Gleich am ersten Tag nach der Eröffnungszeremonie haben sich alle Teilnehmer mit dem theoretischen Teil durch eine 3-stundige Präsentation auseinandergesetzt. Dabei habe ich gelernt, wie man einen Business Plan erstellt, welche Marketing Tools angewendet werden, und wie man einen Startup gründet.

Am nächsten Tag musste ich das Gelernte umsetzen. Alle Teilnehmer wurden in kleinere Gruppen aufgeteilt. Neue Marketing Strategien sollten in Form einer Präsentation ausgearbeitet werden. Die Teamarbeit war sehr erfreulich, da jeder wusste, was er/sie zu tun hat.

Am drauffolgenden Tag bekamen wir die Aufgabe, ein Startup zu gründen, das innovativ ist. Dieser Startup musste eine neue Auflade-Methode für elektronische Geräte schaffen, und zwar möglichst umweltfreundlich und anwenderfreundlich. (als Vorlage diente: Energy for Oscar – Plug Me).

Die Zeit war sehr spannend. Jedes Team hat innovative Ideen entwickelt. Die Preisverleihung fand in der Abschlusszeremonie statt. Unterschiedliche Themenbearbeitung hatte es natürlich erschwert, eine Gewinnergruppe zu sein. Aber jeder hat das gewonnen, was er wollte – Erfahrung!

Neben diesen neuen Erfahrungen hab ich auch Freunde fürs leben gefunden. Den letzten Tag sind wir durch die Stadt gereist. Ob Pizza, Pasta oder Gelato- wir hatten schöne Momente miteinander erlebt und Rom entdeckt. Meine erste Reise mit einem Flugzeug, die entspannte Italienkultur und die freundlichen italienischen Leute werden mir in Erinnerung bleiben.

Dank der Unterstützung von START, die mir ermöglicht, meine Träume in Erfüllung zu bringen.

Zu Besuch im Frauengesundheitszentrum

Stipendiatin Viola berichtet:

Am 30. März 2019 trafen sich alle Mädchen von START-OÖ beim Linzer Frauen Gesundheitszentrum, um dort zwei wertvolle Stunden zusammen zu verbringen.

Wertvoll deshalb, weil wir durch diesen Workshop vor allem als Gruppe mehr zusammengewachsen sind, aber auch als Frauen zusammenhalten können und uns jetzt viel besser kennen. Neben motivierenden und schönen Worten, die uns Helga Speigner, die Workshop-Leiterin, mitgegeben hat, haben wir auch gelernt, wie wir mit unserer persönlichen Situation als Frau in der Gesellschaft umgehen und wertschätzen können. Dass wir uns trotzdem durchsetzen sollen, auch wenn es einmal schwieriger wird, war nur eine der vielen Botschaften, die wir an diesem Tag zu hören bekamen.

Weiters haben wir ein Spiel gespielt, bei dem jede von uns eine zufällige Rolle bekommen hat, um später zu diskutieren was für Chancen und „Nachteile“ diese Person in unserer Umgebung hat.

Gegen Schluss durfte sich jede von uns einmal in die Mitte des Kreises setzen und die Personen rundherum sagten der Person in der Mitte, was man an ihr bewundert und schätzt. Dass es dabei sogar zu Tränen kam, war nicht wunderlich. Wir beendeten den Workshop mit einer kurzen Zusammenfassung von jedem, wie wir diesen Raum verlassen würden. Meine war: „Man fühlt sich so positiv und hat das Gefühl diese Positivität, wenn man nachhause fährt, gleich an die nächste Person weitergeben zu müssen, damit sie sich auch so fühlt.“

Danke an das Linzer Frauengesundheitszentrum für diesen bereichernden Workshop.

Die Wissenschaft des Lebens

Am Samstag, den 23. März 2019, besuchten die START-OÖ Stipendiat*innen einen spannenden Workshop zum Thema Molekularbiologie im Axis Linz. Stipendiatin Karmina berichtet:

„Unsere Workshopleiterin Tamara brachte uns in einem 4-stündigen Workshop sehr interessante Fakten rund um Molekularbiologie bei. Als Studentin der Molekularbiologie gab sie uns zuallererst einen Einblick in das Studium, die Inhalte und die Dauer, sowie das Arbeitsumfeld. Danach brachte sie uns in Quiz-Form interessante Informationen über Zelle, Genetik, Antibiotika und Pestizide bei. Wir besprachen beispielsweise die Merkmale des Lebens (die Organisation der Zellen, den Stoffwechsel, Homöostase, Wachstum, Fortpflanzung, Reizbarkeit, Evolution), den Aufbau und die Eigenschaften der DNA, und den Unterschied zwischen Viren und Bakterien.

Besonders interessant
fanden wir Stipis, dass 99,5 % des Erbguts aller Menschen identisch ist, und
wir uns also gar nicht so sehr unterscheiden, wie oftmals gedacht.

Tamara zeigte uns Videos, wodurch wir alles besser verstanden haben, und beantwortete alle unsere unzähligen Fragen. Doch nicht nur, dass wir durch den Workshop sehr viel lernten, wir hatten auch unheimlich Spaß und lachten viel in der lockeren Umgebung mit Tamara. Danke an unsere Workshopleiterin Tamara für diesen wirklich sehr spannenden Einblick in die Welt der Molekularbiologie.“

Besuch in der Patenfirma Nemak

Besuch in der Patenfirma Nemak

Bei einem spannenden Treffen mit dem GF der START-OÖ Patenfirma Nemak, Andre Gröschel, bekamen die Jugendlichen einen Einblick in die Tätigkeit des Weltmarktführers für Motorenguss. Ein Highlight war klar zu sehen wir ein Zylinderkopf produziert wird.

START-Stipendiatin Negha berichtet:

In der Nähe der Straßenbahnhaltestelle Simonystraße befindet sich der Österreich Standort der Firma Nemak. Nachdem ich ein kurzes Interview mit dem Geschäftsführer Herr Dipl.-Ing Andre Gröschel machte, empfing er uns alle um uns einiges über die Firma zu erzählen. Wir haben viele spannende Fakten gelernt. So gehört die Nemak zur Alfa-Gruppe und hat den Hauptsitz in Mexico. Außerdem ist sie der Weltmarktführer im Motorenguss. Herr Gröschel erzählte sehr leidenschaftlich von seiner spannenden Aufgabe und davon, wie wichtig die Mitarbeiter sind und dass sie es im Krisenjahr 2008 schafften sie zu halten. Außerdem beliefern sie beinahe alle großen Automarken die man so kennt. Und er erzählte noch was lustiges, nämlich dass sie Zylinderköpfe für die Queen hergestellt und geliefert haben. Nämlich 12 Zylinderköpfe. Warum die wohl so viel braucht?

Nach einer kleinen Stärkung fing der spannendste Teil, nämlich die Führung durch das Gebäude, an. Wir wurden mit Schutzmänteln und Schutzbrillen ausgestattet und durften dann bei der Produktion des Zylinderkopfes zuschauen. Es wurde geschmolzenes Aluminium in eine Gussform gebracht und unter hohem Druck gepresst. Am Ende durften wir noch Fragen stellen.

Insgesamt war der Besuch bei der Firma Nemak für uns alle sehr informativ und interessant. Alle konnten etwas neues Wissen für sich nach Hause mitnehmen. Es ist wirklich beeindruckend und faszinierend, wie alles mit modernster Technologie und vielen Robotern funktioniert.

Wir möchten uns sehr herzlich für die sehr spannende Führung bedanken! Und ein riesiges Dankeschön für den äußerst interessanten Vortrag und vorallem für die Patenschaft beim Herrn Gröschel!“