Einblicke in die Verpackungsproduktion – Werksbesichtigung bei Constantia Teich

Am 5. Jänner 2017 um 11 Uhr traf ein Bus mit 22 START-StipendiatInnen aus Wien, Nieder- und Oberösterreich  bei Constantia Teich in Weinburg (NÖ) ein um mehr über den Standort des START-Paten Constantia Flexibles zu erfahren und sich vor Ort ein Bild von der Produktion von Verpackungsmaterialien zu machen.

Constantia Flexibles unterstützt  österreichweit seit diesem Schuljahr 20 Jugendliche im Rahmen des START-Stipendienprogramms für engagierte SchülerInnen mit Migrationsgeschichte.

Dr. Gerald Hummer, General Manager von Constantia Teich, nahm sich Zeit für die Jugendlichen, stellte in einem spannenden Vortrag die Tätigkeitsbereiche der Firma vor und erklärte die Produktionsschritte, die vor Ort durchgeführt werden. Denn in dem traditionsreichen Werk werden zahlreiche flexible Verpackungen für verschiedene Produkte großer Firmen der Lebensmittel- und Tiernahrungsindustrie sowie Pharmakonzerne hergestellt.

Nach einer kurzen Stärkung teilten sich die StipendiatInnen in zwei Gruppen auf und machten sich auf den Weg zur Werksbesichtigung. Dafür war allerdings ein kleiner Garderobenwechsel in die entsprechende Sicherheitskleidung notwendig. Ausgestattet mit Stahlkappenschuhen, Schutzmänteln und Haarnetzen betraten wir schließlich mit unsren Führern die großen Produktionshallen. Hier beeindruckten tonnenschwere Aluminiumwalzen, verschiedene Druckverfahren, zahlreiche Maschinen, welche die Verpackungen in verschiedene Formen bringen und einfach die Masse an produzierten Joghurtdeckeln, Tierfutterverpackungen und vielem mehr.

Mit rund 900 MitarbeiterInnen, die größtenteils im Schichtbetrieb arbeiten, ist Constantia Teich ein großer Arbeitgeber in der Region und bietet spannende Ausbildungsmöglichkeiten in verschiedenen Lehrberufen. Manche Jugendlichen nutzten gleich die Chance um sich über ein mögliches Praktikum in den Sommermonaten oder Lehrstellen-Möglichkeiten zu informieren.

 

Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Gerald Hummer für die interessante Firmenpräsentation, bei unsren beiden Führern für die vielen spannenden Infos zu den verschiedenen Produktionsschritten und bei Eva Mitteröcker für die Organisation des Besuchs!

Alle Bilder: (c) Constantia Teich AG

Abduls Engagement bei der Wasserrettung

Mein Name ist Abdul Razak Fakhouri. Ich bin 17 Jahre alt, stamme aus Syrien und bin im März 2015 nach Österreich gekommen. Ich wohne mit meiner Familie in St. Pölten und bin START-Stipendiat des ersten Jahrgangs in Niederösterreich. Schon in Damaskus war ich ein begeisterter Schwimmer und Wasserball-Spieler. Ich bin durch meinen Vater zu diesem Sport gekommen, weil er Tormann im Nationalteam und auch Schwimmer und Rettungsschwimmer war.

Im März 2015 bin ich in St.Pölten mit zwei Zielen angekommen: die Matura und dass ich die Aufnahmeprüfung für die Medizinische Universität schaffe. Ich war lange auf der Suche nach einem Wasserballverein in St. Pölten, aber leider habe ich nichts gefunden. In der Zwischenzeit habe ich Fußball gespielt um fit zu bleiben und dann bin ich auf die Wasserrettung aufmerksam geworden. Noch im Herbst habe ich den Helfer- und den Retter-Schein bei der Wasserrettung gemacht. Jetzt bin ich schon über ein Jahr bei der Wasserrettung und es macht mich sehr glücklich, dass ich dort so viele nette Leuten kennengelernt habe.

Eine tolle Notärztin bei der Wasserrettung hat mich auf die Sanitäter-Ausbildung beim Roten Kreuz aufmerksam gemacht und mir den Notärzte-Stützpunkt im KH St. Pölten gezeigt. Das hat mich sehr begeistert, weil ich schon immer Notarzt werden wollte.

Im Juli 2016 hatte ich einen Praktikumsplatz bei der Wasserrettung in St. Pölten am Ratzersdorfer See. Gleich in der ersten Woche hatte ich die ersten zwei Einsätze. Ich war sehr froh, dass ich sehr gut ausgebildet war und wir alles vorher geübt hatten. Meine Reaktion war so schnell! Ein junger Mann, den ich aus dem Wasser geholt habe, musste sogar wiederbelebt werden. In der zweiten Woche habe ich auch einen Einsatz am Viehofner See gehabt. Die letzten zwei Wochen gab es Gott sei Dank keine schweren Einsätze mehr. In dieser Zeit habe ich gespürt wie wichtig das Ehrenamt ist, weil ich vielen Menschen helfen konnte.

Bei der Wasserrettung und beim Roten Kreuz lernte ich auch, dass viele Menschen sich freiwillig engagieren für andere – weil gemeinsam sind wir stärker! Gleichzeitig merkte ich, dass bei uns in Syrien die Freiwilligkeit in der Gesellschaft fehlt und ganz wenige Menschen sich freiwillig engagieren. In Syrien hatten wir nämlich keine Rettungs-Organisationen, wo man sich als Privatperson freiwillig engagieren kann. In Syrien erlebte ich viele akute Situationen, wo die Leute ernsthaft Beistand benötigten. Sie haben aber keine Versorgung bekommen und mussten alles selbst machen. Ich konnte auch nichts machen außer zusehen, weil ich sehr jung war.

Im Oktober 2016 wurde das erste Mal in Niederösterreich der Henri Freiwilligenpreis vom Roten Kreuz und Club Niederösterreich verliehen an Menschen, die sich in verschiedenen Bereichen freiwillig engagieren. Ich war als eine von drei Personen in der Kategorie „Jugend unter 30“ nominiert und habe den Preis auch gewonnen. Das hat mich sehr gefreut und auch motiviert!

Ich engagiere mich weiterhin bei der Wasserrettung und beim Roten Kreuz und mache gerade die Sanitäter-Ausbildung. Ich möchte mich ganz herzlich bei meinen Eltern und den Leuten bedanken, die mir etwas beigebracht und mich unterstützt haben – und ganz besonders bei der österreichischen Wasserrettung St. Pölten.

(c) Titelbild: KURIER/Johannes Weichhart

START-Niederösterreich in der Weihnachtsbäckerei

Am 11. Dezember trafen sich die Jugendlichen von START-Niederösterreich zur gemeinsamen Weihnachtsfeier in Wien. Das Zusammentreffen wurde aber auch produktiv genutzt um Kekse zu backen – als weihnachtliches Dankeschön an unsre Paten und UnterstützerInnen.

Fleißig wurden Zutaten abgemessen, Keksteige geknetet, ausgerollt und ausgestochen und Marzipankugeln gerollt und verziert. Der Backofen war im Dauereinsatz und bald verbreitete sich der köstliche Duft von Prager Keksen, tschetschenischen МИНУТКА, Pistazien-Zitronen-Keksen, Schokoladenkeksen und vielen mehr.

Kekse backen und verzieren kann ganz schön anstrengend sein und so haben sich alle zu Mittag ihre Pizza redlich verdient.

Zu guter Letzt wurden auch noch Weihnachtskarten geschrieben um unsren Paten und UnterstützerInnen Danke zu sagen und ihnen Wünsche für Weihnachten und das neue Jahr zu schicken.

Adventzauber in Schönbrunn

Am Sonntag waren eine kleine START-Niederösterreich-Delegation am Adventmarkt in Schönbrunn um ein Konzert des Chors „Stimmbänd“ zu hören, bei dem START-Niederösterreich Landeskoordinatorin Stefanie Moshammer mitsang.

Neben der Tätigkeit  als lautstarker Fanclub, besichtigten wir noch vor dem Konzert  den Schlosspark, und lernten einiges über die Geschichte von Schloss Schönbrunn und ihren Bewohnern. Dank Kinderpunsch und heisser Schokolade trotzten wir der Kälte und erfreuten uns gemeinsam an der Musik und der der vorweihnachtlichen Stimmung.

 
Fein war´s!

START-Niederösterreich zu Besuch im Landtag

Am 17.11.2016 besuchten die Jugendlichen von START-Niederösterreich den Landtag in St. Pölten. Ein Bericht von START-Niederösterreich Stipendiat Amin Alizade:

Letzten Donnerstag am frühen Nachmittag trafen wir uns in St. Pölten, denn Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll hatte uns freundlicherweise in den Landtag eingeladen. Zu Beginn erfuhren wir viele spannende Details über die Geschichte des Landtags von unsrer Landhaus-Führerin Frau Gretel König. Nach der offiziellen Begrüßung durch Landesrätin Mag. Barbara Schwarz und einem netten Zusammentreffen mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Johanna Mikl-Leitner gingen wir in den Landtagssitzungssaal. Zur selben Zeit fand nämlich die Landtagsitzung statt und wir durften als ZuhörerInnen daran teilnehmen. Das gehörte Thema war die Kürzung bzw. Deckelung der Mindestsicherung in Niederösterreich. Dieses Thema war sehr interessant und auch wichtig für uns, weil der größte Teil unserer Gruppe aus Flüchtlingen besteht. VertreterInnen der verschiedenen Parteien präsentierten ihre Positionen und es gab auch Zwischenrufe und Applaus. Es war sehr spannend live dabei zu sein!

Ebenso besuchten wir an diesem Nachmittag den Klangturm, eines der Wahrzeichen von St. Pölten. Das Wetter hat gut mitgespielt und so hatten wir von der Aussichtsplattform ein wunderschönes Panorama in alle Himmelsrichtungen. Am Schluss gab es noch eine Jause vom Landeshauptmann und ein gemütliches Zusammensein. Es war ein schöner Tag mit vielen verschiedenen Eindrücken für uns!

Wir danken Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll für die Einladung zu diesem interessanten Nachmittag und das gute Essen und unsrer Landhaus-Führerin Gretel König für die spannenden Infos und Einblicke in das Regierungsviertel von St. Pölten!

„Ein Hoch auf uns!“ – Eindrücke der ersten Begrüßungsfeier von START-Niederösterreich

START-Niederösterreich begrüßt die ersten StipendiatInnen!

Nach Wien, Vorarlberg, Salzburg und Oberösterreich wurden dieses Jahr – Dank des Landes Niederösterreich und den Sinnstiftern – erstmals auch Jugendliche aus Niederösterreich in das START-Stipendienprogramm aufgenommen. Die 13 frischgebackenen niederösterreichischen START-StipendiatInnen wurden bei einem rauschenden Fest im Panoramasaal der HYPO Landesbank NÖ in St. Pölten feierlich begrüßt!

Nach der Begrüßung durch die ModeratorInnen und START-Niederösterreich StipendiatInnen Nikola Gregusova und Abdul Razak Fakhouri richteten Landesrätin Mag. Barbara Schwarz – in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll – und Mag. Katharina Turnauer von den Sinnstiftern Grußworte an die StipendiatInnen und die zahlreichen Gäste.

Mag. Barbara Schwarz, Landesrätin für Soziales, Bildung und Familie, machte den Jugendlichen, die aus acht verschiedenen Nationen stammen und größtenteils erst 2015 als Flüchtlinge nach Österreich gekommen sind, Mut ihre Ziele zu verfolgen: „Es ist völlig unwesentlich wo jemand herkommt und welche Nationalität jemand hat, wichtig ist, dass Menschen Chancen bekommen. Und die START-Stipendien sind dazu da um jungen Menschen Chancen zu geben. Es ist schwierig in ein Land zu kommen, das man nicht kennt, dessen Sprache man nicht kennt, wo vieles anders ist, wo die Kultur anders ist, wo man manchmal auch auf Unverständnis stößt, wo natürlich auch jene, die hier leben, manchmal Schwierigkeiten haben anderes zu verstehen. Aber mit gutem Willen und aufeinander zugehen, glaube ich, sind alle diese Probleme zu lösen. Ich wünsche den Stipendiatinnen und Stipendiaten alles Gute für Ihre Zukunft und einen Weg, der – das wäre unehrlich es nicht dazu zu sagen – nicht frei von Holpersteinen sein wird, aber einen Weg, wo ihr alles bewältigen könnt, was sich euch in den Weg stellt. Ich bin mir sicher, dass wir hier junge Menschen sitzen haben, die mit vollem Elan und mit viel Willen und mit viel Fleiß und mit allem, was ihnen zur Verfügung steht, ihren Weg gehen wollen. […] Und ich freue mich darauf diese Wege ein bisschen zu beobachten, da dabei zu sein. […] Es ist ein gutes Programm und ich freue mich, dass eure Zukunft hier in diesem Land stattfinden darf. Alles, alles Gute für euren weiteren Weg!

Mag. Katharina Turnauer, Sinnstifterin und Stifterin der Katharina Turnauer Privatstiftung, berichtete wie es zur Unterstützung des Verein START-Stipendiums und im Speziellen START-Niederösterreich gekommen ist und betonte die Potenziale, die in den StipendiatInnen stecken und die es zu fördern gilt: „Wir sehen dieses Projekt sich entwickeln, ich würde sagen, wie eine wachsende Blume – langsam und stetig und es wird immer schöner. Und ich bin sehr berührt jetzt hier heute stehen zu dürfen und euch hier zu sehen. Ich sehe so viele Migrationsprojekte oder Projekte, die Menschen helfen wollen, und viele, viele von denen sind sehr gut. Das, was mir an START so gefällt, ist, dass so eine Energie drinnen steckt und dass ihr nicht gesehen werden als ‚die brauchen etwas‘, sondern ‚die haben etwas zu geben, die muss man fördern und unterstützen‘ und ich glaube, dass ihr für unser Land ganz, ganz wichtig seid.

 

Anschließend begrüßte Außenminister und START-Schirmherr Sebastian Kurz die StipendiatInnen mittels einer Videobotschaft. Er hob die Wichtigkeit von Bildung für Integration hervor und ermutigte die Jugendlichen ihre Talente zu erkennen und mithilfe des START-Stipendiums bestmöglich zu entfalten.

Von den Talenten, die in den START-Niederösterreich StipendiatInnen stecken, konnten sich die Gäste daraufhin selbst ein Bild machen. Zwei der Jugendlichen, Amir Saleh Mohebi und Amin Alizade, haben nämlich ein Video gedreht und bearbeitet, in dem die START-StipendiatInnen sich und ihre Ziele vorstellen.

Zwei StipendiatInnen, die wohlbemerkt erst im letzten Jahr als Flüchtlinge nach Österreich gekommen sind, beeindruckten anschließend durch bewegende Reden.

Dalia Al-Wardi ist 16 Jahre alt, lebt in Großrußbach und geht ins Gymnasium Korneuburg. In ihrer Rede erzählte sie von ihren Zielen: „Ich möchte Ärztin werden, das ist mein Traumberuf. Ich würde mich auf diese Weise für andere einsetzen, mich um kranke Menschen kümmern und vielen Leuten helfen, ein gesundes und glückliches Leben zu führen. Es ist mir klar, dass ich lang und hart studieren muss, um eine gute Ärztin zu werden, aber ich möchte alles geben um meinen Traum zu erreichen.“

Amin Alizade ist 18 Jahre alt, lebt in Baden und geht ins BG Biondekgasse. Er hat von seinen ersten Erfahrungen als Teil einer österreichischen Familie berichtet – z.B. von seinen neuen kleinen Brüdern und dem ersten Mal auf Skiern. Seine Rede hat er mit diesen motivierenden Worten beschlossen: „Ich möchte Ihnen eine Weisheit mitgeben, die ich in meinen ersten Tagen in Österreich, als ich noch perspektivlos war, gelesen habe: ‚Das Leben ist ein Spiel. Wenn man spielt, kann man gewinnen oder verlieren, aber wenn man nicht spielt, ist man immer ein Verlierer.‘ Jetzt spiele ich.“

Dann waren wir auch schon am Höhepunkt der Feier angelangt – der feierlichen Übergabe der Urkunden an die neuen StipendiatInnen durch ihre Paten: Constantia Flexibles vertreten durch Wolfgang Schwaiger, die US Embassy Wien, das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres sowie das Land Niederösterreich vertreten durch Landesrätin Mag. Barbara Schwarz.

Stolz nahmen die StipendiatInnen ihre Urkunden entgegen und posierten für die zahlreichen gezückten Kameras ihrer Familien und Freunde.

Obwohl START-Niederösterreich in diesem Jahr erst beginnt, konnten bereits Alumni präsentiert werden – zwei ehemalige START-StipendiatInnen aus Salzburg und Wien, die mittlerweile in Niederösterreich arbeiten und studieren. START-Geschäftsführerin Katrin Bernd lud Oluwatomi Ibukuoluwa Adesanya und Attaulah Naseri zu einem kurzen Gespräch über ihre Zeit bei START auf die Bühne. Ihr Tipp an die neuen StipendiatInnen: Nutzt die Chancen, die euch START bietet, und gebt niemals auf!

Krönender Abschluss des Programms bildete die Darbietung eines von den frischgebackenen StipendiatInnen gemeinsam einstudierten Chorstücks. Mit strahlenden Gesichtern sangen die Jugendlichen „Ein Hoch auf uns!“ und feierten ihren besonderen Abend!

Der Abend war aber noch nicht vorbei, denn bei Buffet und Getränken wurde noch geplaudert, ausgetauscht und gemeinsam gefeiert.

Wir danken allen Paten, Unterstützerinnen und Unterstützern sowie den zahlreichen Gästen, die den Abend zu einer gelungenen Premiere für START-Niederösterreich gemacht haben!

Alle Bilder: (c) Carolina Frank, http://www.carolinafrank.net/

PRESSEINFORMATION: START-Niederösterreich begrüßt die ersten StipendiatInnen

Am 9.November 2016 fand im Panoramasaal der HYPO Landesbank NÖ in St. Pölten die feierliche Begrüßung des ersten Jahrgangs an START-Niederösterreich StipendiatInnen statt. Eröffnet wurde die Feier von Landesrätin Mag. Barbara Schwarz – in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll – und Mag. Katharina Turnauer von den Sinnstiftern.

START-Niederösterreich startet das Programm mit 13 engagierten Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, die auf ihrem Weg zur Matura unterstützt werden. Die Jugendlichen stammen aus Afghanistan, Armenien, Iran, Irak, Kirgisistan, Syrien, Tschetschenien und Tschechien. Elf von ihnen sind erst 2015 als Flüchtlinge nach Österreich gekommen und zwei leben schon seit mehreren Jahren in Niederösterreich.

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Die Stipendiatinnen und Stipendiaten gestalteten die Moderation des Abends und stellten in einem selbst gedrehten Video und in Reden sich selbst und ihre Ziele vor.

Dalia Al-Wardi ist 16 Jahre alt, stammt aus dem Irak und kam 2015 mit ihrer Familie als Flüchtling nach Österreich. Heute lebt sie in Großrußbach und geht ins Gymnasium Korneuburg. Dalia erzählte in ihrer Rede von ihren Zielen: „Ich möchte Ärztin werden, das ist mein Traumberuf. Ich würde mich auf diese Weise für andere einsetzen, mich um kranke Menschen kümmern und vielen Leuten helfen, ein gesundes und glückliches Leben zu führen. Es ist mir klar, dass ich lang und hart studieren muss, um eine gute Ärztin zu werden, aber ich möchte alles geben um meinen Traum zu erreichen.“

Amin Alizade ist 18 Jahre alt und kam 2015 alleine als Flüchtling aus Afghanistan nach Österreich. Er lebt jetzt in Baden bei einer Familie und geht ins BG Biondekgasse. Er hat bei der Begrüßungsfeier eine Rede gehalten und mit diesen Worten beschlossen: „Ich möchte Ihnen eine Weisheit mitgeben, die ich in meinen ersten Tagen in Österreich, als ich noch perspektivlos war, gelesen habe: ‚Das Leben ist ein Spiel. Wenn man spielt, kann man gewinnen oder verlieren, aber wenn man nicht spielt, ist man immer ein Verlierer.‘ Jetzt spiele ich.“

Den Höhepunkt der Feier bildete die feierliche Übergabe der Urkunden an die StipendiatInnen durch ihre Paten – Constantia Flexibles vertreten durch Wolfgang Schwaiger, die US Embassy Wien, das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres sowie das Land Niederösterreich vertreten durch Landesrätin Mag. Barbara Schwarz.

Zum Abschluss präsentierten die frischgebackenen StipendiatInnen ihre dynamische Interpretation eines gemeinsam einstudierten Chorstückes – „Ein Hoch auf uns!“

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Jugendliche auf ihrem Weg in die Zukunft unterstützen

„Es ist völlig unwesentlich wo jemand herkommt und welche Nationalität jemand hat, wichtig ist, dass Menschen Chancen bekommen. Und die START-Stipendien sind dazu da um jungen Menschen Chancen zu geben. […] Ich wünsche den Stipendiatinnen und Stipendiaten alles Gute für Ihre Zukunft und einen Weg, der – das wäre unehrlich es nicht dazu zu sagen – nicht frei von Holpersteinen sein wird, aber einen Weg, wo ihr alles bewältigen könnt, was sich euch in den Weg stellt. Ich bin mir sicher, dass wir hier junge Menschen sitzen haben, die mit vollem Elan und mit viel Willen und mit viel Fleiß und mit allem, was ihnen zur Verfügung steht, ihren Weg gehen wollen. […] Und ich freue mich darauf diese Wege ein bisschen zu beobachten, da dabei zu sein. […] Es ist ein gutes Programm und ich freue mich, dass eure Zukunft hier in diesem Land stattfinden darf. Alles, alles Gute für euren weiteren Weg!“ macht die Landesrätin Mag. Barbara Schwarz den Schülerinnen und Schülern Mut.

Talente fördern

„START ist ein Projekt, das dabei helfen soll, die Talente zu erkennen und zu fördern um sie dann auch bestmöglich zu nutzen. Ich darf ganz herzlich den 13 Stipendiatinnen und Stipendiaten gratulieren, dass sie bei diesem ersten Durchgang von START-Niederösterreich mit dabei sind.“ heißt der Integrationsminister Sebastian Kurz, Schirmherr von START-Niederösterreich, die neuen StipendiatInnen willkommen.

Sinnstifterin Mag. Katharina Turnauer zu START: „Wir sehen dieses Projekt sich entwickeln, ich würde sagen, wie eine wachsende Blume – langsam und stetig und es wird immer schöner. Und ich bin sehr berührt jetzt hier heute stehen zu dürfen und euch hier zu sehen. Ich sehe so viele Migrationsprojekte oder Projekte, die Menschen helfen wollen, und viele, viele von denen sind sehr gut. Das, was mir an START so gefällt, ist, dass so eine Energie drinnen steckt und dass ihr nicht gesehen werden als ‚die brauchen etwas‘, sondern ‚die haben etwas zu geben, die muss man fördern und unterstützen‘ und ich glaube, dass ihr für unser Land ganz, ganz wichtig seid.“

 

Anfragen an:

Mag. Stefanie Moshammer
Projektleitung START-Niederösterreich
Tel: 0043 664 8846 9652
Email: moshammer@start-stipendium.at

O sole nostro: Ein Benefizkonzert zugunsten von START und der St. Anna Kinderkrebsforschung

Am 2. November 2016 feierte Aki Nuredini, bekannter Gastronom aus Wien, seinen runden Geburtstag. Aber nicht irgendwie, sondern mit einem Benefizkonzert im Wiener Musikverein, zu dem u.a. Malin Hartelius, Anita Hartig, Ildikó Raimondi, Juan Diego Flórez, Ferruccio  Furlanetto,  Clemens Unterreiner,  Ramon Vargas, Rudolf Buchbinder uvm. zugesagt hatten.

Der Erlös der Veranstaltung kam zu gleichen Teilen unserem Stipendienprogramm sowie der St. Anna Kinderkrebsforschung zugute.

Wir waren natürlich mit einigen StipendiatInnen im Musikverein. Sehr beeindruckt waren die Jugendlichen nicht nur von den MusikerInnen, sondern auch von den zahlreichen Gästen. Darunter waren bekannte Persönlichkeiten wie der Bundespräsidentenkandidat Alexander van der Bellen. Dass so viele MusikerInnen für sie ehrenamtlich auftreten und damit ein solches Publikum anziehen, hat einen tiefen Eindruck hinterlassen.

Insofern bedanken wir uns nicht nur für die großzügige Spende, die unseren Sozialfonds füllt, der in Notlagen unbürokratisch unterstützen kann, sondern auch für die immaterielle Botschaft, die durch diesen Abend transportiert wurde: Ihr seid hier willkommen, wir unterstützen euch.

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