Einblicke von START Alumna Sümeyra Coskun

STILL ALIVE – START Vorarlberg Alumnis berichten

Selbst wenn die Matura bereits in der Tasche ist und meist sich die Wege von StipendiatInnen vom Ländle trennen ist es immer wieder schön den Ein oder Anderen durch die sozialen Medien mitzubefolgen. Dieses Mal war es ein Zeitraum über den Sommer, wo nicht nur die Sonne genossen wurde, sondern die Zeit sinnvoll genutzt wurde, um für das Studium oder den Beruf Erfahrung mittels Praktiken gesammelt wurde.

START Vorarlberg Alumna, Sümeyra Coskun, berichtet uns wie folgt:

Mai 2017: Gemeinsame Reise nach Prag für ein Achtsamkeitstraining mit START-Alumni Österreich
Für mich war das Achtsamkeitstraining in ihrer praktischen Ausführlichkeit etwas ungewohnt, aber interessant und hilfreich es zwei Tage lang mit vertrauten START-Alumni zu praktizieren und dabei sogar viel zu lachen und Spaß zu haben. Die Gruppe hatte eine ideale Größe, was auch den Austausch und die Reflektion nach jeder Übung gut ermöglichte, die ich für essentiell im Training hielt. Ich empfand die Achtsamkeitspraxis als eine Forderung und Förderung, meinen eigenen Körper besser wahrzunehmen und äußere Einflüsse da sein zu lassen. Besonders gefiel mir die Überlegung, wie man achtsam in all unseren alltäglichen Aktivitäten leben kann: beim Lernen, beim Essen, beim Spazieren, beim Kommunizieren, usw.

    
Achtsamkeit, engl. mindfulness – braucht nicht viel, um in uns und in unserem Leben Platz zu finden. Ein bewusstes Da-Sein im Moment, spüren, wie sich der Körper anfühlt, ein aufmerksames Hinhören und ein wohlwollender Umgang mit sich selbst.

   

Juni 2017: Hosting-Team bei der Projektschmiede in Vorarlberg
Ich bin seit Juni ein Teil des Hosting-Teams bei der Projektschmiede in Vorarlberg. Hier kann ich mein Erlerntes und Entwickeltes von der Art of Hosting Haltung und ihren Methoden– durch START mit 15 Jahren 2012 kennengelernt – anwenden und Menschen dabei unterstützen ihre Projekte zu „schmieden“. Es war eine tollt Erfahrung, zum ersten Mal als Co-Host eine Projektschmiede zu moderieren und neben einem inhaltlichen Input über das Zuhören den Rahmen der Projektschmiede zu „halten“.

 

August 2017: Sommeruniversität in St. Malo/Frankreich
Auch diesen Sommer durfte ich als Teilnehmerin der youngCaritas Vorarlberg/Österreich Delegation für vier Tage bei der Sommeruniversität in St. Malo/Frankreich teilnehmen. Diese intensiven Tage dienten dazu, mich zu engagieren, Erfahrungen zu sammeln, mich weltweit zu vernetzen, Österreich zu vertreten und mir Wissen im Bereich der Migrationsforschung und des interkulturellen und interreligiösen Dialogs anzueignen.
Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, ein zweites Mal an der Sommeruniversität teilzunehmen. Verschiedene Übungen in der Fraternité Gruppe und auch die Atmosphäre im Allgemeinen zeigten, dass sehr viele Menschen sich Frieden und Liebe wünschen. Dass sich dies aus den Ereignissen der Sommeruniversität sagen lässt, wo es um Kulturen, Religionen und Spiritualität ging, zeigt für mich, dass diese Aspekte (Kulturen, Religionen, Spiritualitäten, usw…) zum Frieden beitragen können und dass der Dialog nicht auf der theoretischen Ebene bleibt, sondern auch praktisch wirklich spürbar und erlebbar sein kann. Wenn wir wollen… wie es der Gründer Samuel Grzybowski von der Organisation Coexister in seinem Buch sagt: „Die Frage, die sich an uns heute wirklich stellt, ist nicht zu wissen, ob wir zusammenleben können, sondern vielmehr uns zu fragen, ob wir zusammenleben wollen.“

 

Seit November 2015: youngCaritas Speakerin
Als youngCaritas Speakerin von Vorarlberg engagiere ich mich im Rahmen der „Vielfalt (er)leben“-Workshops mit Kindern und Jugendlichen an Schulen, Vereinen und Unternehmen zum Thema Anti-Diskriminierung. Nebenbei erhalten wir auch Fortbildungen als Teammitglieder und Reise- und Vernetzungsangebote wie z.B. die Sommeruniversität in St. Malo/Frankreich.
https://www.caritas-vorarlberg.at/mithelfen/youngcaritas/youngcaritas-speaker/

 

September 2017: Teilstipendium bei der Zusammen-Österreich Akademie
Ich habe für mein kommendes Studienjahr 2017/18 ein Teilstipendium bei der Zusammen-Österreich Akademie erhalten. Am 29.09.17 war unsere Stipendienverleihung. Insgesamt sind es 89 studierende StipendiatInnen aus ganz Österreich mit 40 Studienrichtungen und verschiedenen Herkunftsländern. Es freute mich ebenso, dass ehemalige StipendiatInnen aus Salzburg und Wien auch ein Stipendium erhielten. Es erwarten uns dieses Jahr Coachings, Kulturprogramme, Bildungsreisen, Vernetzungsmöglichkeiten und vieles mehr…

 

Oktober 2017: Beginn meines 2. Studienjahres
Ich beginne mein 3. Semester meiner Bachelorstudien: Vergleichende Literaturwissenschaften (Komparatistik) und Erziehungswissenschaften an der Universität Innsbruck.

Sümeyra Coskun,
20 Jahre, START-Alumna Vorarlberg, Jahrgang IV, Matura 2015

Ein Jahr in Spanien: Ein Erfahrungsbericht von START-Wien Alumna Josipa Cvitic

Spanien. Zehn Monate. Arbeit in einem Kulturzentrum. WG-Leben. Gap-Year.

Das wusste ich als ich die Zusage für meinen Freiwilligendienst in der nordspanischen Stadt Santiago de Compostela bekommen habe. Zehn Monate sind es nun her, als ich meine Koffer gepackt und dieses neue Kapitel begonnen habe. Das habe ich erlebt.

 

  • Tätigkeiten und Aufgaben

Nachdem ich mein Projekt gefunden, Papierkram erledigt und mein Spanisch-Vokabular aufgepeppt habe ich mich auf den Weg nach Santiago de Compostela gemacht. Die Landeshauptstadt der Region Galicien im Nordwesten von Spanien ist bekannt für die etlichen Pilger, die den Jakobsweg zu Fuß oder Fahrrad erzwingen um zur Kathedrale zu gelangen, wo die Reliquien des Apostels Jakobus gefunden wurden.

Ich hingegen sollte da als Freiwillige in dem Kulturzentrum „O Ensanche“ (Galicisch für „die Erweiterung“) arbeiten. Meine Tätigkeiten haben sich im Laufe der Zeit langsam vermehrt und verbessert. Wegen meinem gebrochenen Spanisch in den ersten Monaten verbrachte ich meine Zeit, indem ich die unterschiedlichen Aktivitäten des Zentrums kennen lernte und dabei assistierte. Exkursionen, Schachunterricht, ein Lesezirkel, Bastel- und Spielstunden mit Kindern waren alles Teil des Programms. Später konnte ich meine eigenen Kurse starten  und initiierte Deutsch- und Englischkonversationskurse, sowie einen wöchentlichen Schachclub. Im Juli endeten sämtliche Kurse, denn es startete das Feriencamp „Pequenos Reporteiros“ (Kleine Reporter) für Kinder. Ich arbeitete als Betreuerin und organisierte Spiele und Aktivitäten.

  • Regionalsprache, Pilger und Dudelsack – Willkommen in Galicien

Die Region Galicien, die meine neue Heimat für die kommenden Monate sein würde, erschien mir zunächst als die vergessene, erstaunlich nicht-spanische Region des Landes. Anstatt Sonnenschein, rechnet man manchmal mit wochenlangem Regen. Dudelsack findet man anstelle der typisch spanischen Gitarre und die Regionalsprache Galicisch klingt mehr nach Portugiesisch als nach Spanisch. Einige Dinge bleiben jedoch gleich; die Freundlichkeit der Menschen, sowie ihre positive und entspannte Einstellung.

  • Freizeit und WG-Leben

Gelebt habe ich in einer Wohnung mit vier anderen Freiwilligen. Sie kamen aus Dänemark, Deutschland, Kroatien und der Türkei und arbeiteten für ähnliche Projekte. Umgangssprache war Englisch, da wir es anfangs deutlich einfacher als Spanisch fanden. Wenn man mit Menschen aus anderen Ländern lebt, lernt man die Kultur und das Land auf eine ganz eigene Weise kennen. Erst beim Zusammensein bemerkt man Werte und unscheinbare Aspekte der Kultur, die bei kurzen, oberflächlichen Begegnungen oft untergehen. Neben der Arbeit blieb uns auch meist viel Zeit um unseren Hobbys nachzugehen, zu reisen und Neues auszuprobieren.

Das eigene Leben in dem anderen Land unterscheidet sich stark zu seinem alten. Ich zum Beispiel schätze diese Erfahrung sehr, da es mir einen Einblick in die spanische, aber auch andere Kulturen ermöglicht hat. Ich lernte Spanisch und verstehe nun auch etwas Galicisch. In vielen Situationen war ich auf mich alleine gestellt, sei es in der Arbeit, im Alltag oder auf Reisen. So lernte ich selbstständig zu sein und mich Schwierigkeiten oder Herausforderungen anzunehmen. Kurz gesagt würde ich einen Freiwilligendienst allen jungen Menschen empfehlen, die Auslandserfahrungen sammeln, etwas Neues erleben und sich weiterentwickeln möchten!

 

  • EFD – Ein Überblick

Was ist der EFD? „Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) bietet jungen Menschen die Möglichkeit, für einige Zeit ins Ausland zu gehen und sich dort in einem gemeinnützigen Projekt oder in einer Organisation zu engagieren. Es sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich und die Liste der möglichen Einsatzorte ist vielfältig.“ (vgl. Webseite von JugendinAktion)

Wer kann mitmachen? Jugendliche zwischen 17 und 30 Jahren. In Österreich kann man den EFD auch als Zivildienst absolvieren!

Wie lange dauert der Aufenthalt? Je nach Projekt kann man für zwei bis zwölf Monate im Ausland tätig sein.

Was bietet der EFD?

Youthpass – ein Zertifikat, das man selber auf mehreren Sprachen schreiben kann. Der gesamte Aufenthalt ist finanziert, daher sind der Großteil der Reisekosten, Unterkunft,Versicherung,  sowie Verpflegung in Form von Essens- und Taschengeld mitinbegriffen. Alle Freiwillige besuchen außerdem  Seminare mit anderen Freiwilligen im eigenen Land und im Gastland, um besser auf ihre Arbeit vorbereitet zu werden.

Übrigens haben Freiwillige weiterhin Anspruch auf die Familienbeihilfe, da man sich im Zuge des Freiwilligendienstes weiterbildet.

Was hat man davon? Eine einmalige Auslandserfahrung, Erwerb einer neuen Sprache, neue internationale Bekanntschaften und Freunde, sowie die Chance etwas Positives in der Gesellschaft zu bewirken.

Mehr Informationen zum EFD und zum Bewerbungsprozess findet man auf:

http://europa.eu/youth/eu/article/46/894_de

 

Hatice Ertürk über ihr Soziales Engagement

Meine Freizeit nutze ich indem ich die Menschen im Altersheim besuche. Es gibt eine bestimmte Dame, die ich regelmäßig alle zwei Wochen besuche. Sie ist der eigentliche Grund, warum ich mich entschied öfters ins Altersheim zu gehen.

Ich habe sie im Februar 2016 durch meine alte Nachbarin kennengelernt. Im Sommer ist unsere Beziehung zu einander stärker geworden, weil ich sie, während meiner Ferialtätigkeit, einmal die Woche – in der Mittagspause – besucht habe. Immer wenn ich dort bin, ladet sie mich zu einem Kaffee ein und kommen meistens in ein tiefes Gespräch. Leider können wir nicht hinausgehen um zu spazieren, weil sie an Übergewichtig leidet und leider blind ist. Sie wünscht sich daher nur jemanden zum Reden. Sie muss auf ihre Ernährung achten und darf deswegen nichts Süßes essen. Daher bringe ich ihr hin und wieder einen Plunder aus der Konditorei mit.

Am Meisten vermisst sie das türkische Essen. Selbst dann kocht meine Mutter manchmal für sie. Wenn ich eine längere Zeit sie nicht besuchen kann, weil ich für meine Schule lernen muss, ruft sie meistens meine Mutter an und fragt nach warum ich nicht vorbeigekommen sei. Auch ich fühle mich sehr wohl und glücklich bei ihr, weil ich das Gefühl bekomme, dass ich so jemanden etwas Gutes leisten kann.

Mein soziales Engagement hat auch beim Bewerbungsgespräch zu START eine wichtige Rolle gespielt. Ich, Hatice Ertürk, bin seit September 2016 beim START-Stipendium dabei und gehöre zu dem 8. Jahrgang. Durch das START-Stipendium habe ich sehr viele nette und begabte Jugendliche aus verschiedenen Kulturen kennengelernt. START gibt uns auch die Möglichkeit uns weiterzubilden und uns weiterhin sozial zu engagieren. Ich finde das Programm sehr nützlich, weil man sehr hilfreiche Tipps für das zukünftige Leben erhalten kann. Da das START-Team an uns glaubt und hinter uns steht, bekommt man mehr Selbstvertrauen.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim Herrn Mag. Braun für die Patenschaft, bei der Familie Dearstyne und bei dem START-Team bedanken, die mir das alles ermöglicht haben. Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Ein Bericht von START-Stipendiatin Hatice Ertürk

START-Stipendiatin als Lehrerin

START-Stipendiatin Paola spendet ihre Freizeit anderen Menschen und das nicht nur, weil START von seinen Jugendlichen soziales Engagement erwartet, sondern, weil sie gerne anderen hilft und ihr Wissen anderen zur Verfügung stellen will.

Paola erzählt von ihre Tätigkeit als Lehrerin in der Bulgarischen Schule „Dunav“:

 

Hallo,

ich bin Paola und komme aus Bulgarien. Ich habe die ersten 15 Jahre dort verbracht und habe dadurch ausreichende Hintergrundskenntnisse für mein Engagement als Hilfslehrerin in der Bulgarische Schule „Dunav“ in Linz.

„Dunav“ bedeutet auf Deutsch „Donau“. Dieser bekannte Fluss ist ein Symbol für die Verbindung zwischen Bulgarien und Österreich. Wie Donau durch Österreich und Bulgarien fließt, so gibt es in der bulgarische Schule Kinder in verschiedenen und einzigartigen Situationen. Einige sind in Österreich geboren und können von ein bisschen bis perfektes Bulgarisch, andere kommen in Österreich erst jetzt und haben große Schwierigkeiten Freunde zu finden und sich hier zu integrieren. Durch gemeinsames Lernen und Feiern bulgarischer Traditionen findet jeder seinen neuen Platz in dem neuen Umfeld.

Nach diesen allgemeinen Informationen will ich euch über mein Engagement erzählen. Ich helfe in der ersten und zweiten Klasse, das bedeutet, dass meine Aufgabe ist, bei dem Aufbau der Grundlagen einer Sprache zu helfen.

Sehr schwierig ist es besonders für die Kinder in der ersten Klasse, weil sie nicht nur eine neue Sprache lernen, sondern auch ein neues Alphabet. In Bulgarien schreiben wir, ähnlich wie in Russland mit kyrillischen Buchstaben und die kleinen Schüler haben die Herausforderungen 30 neue Buchstaben zu lernen.

Zusätzlich verstehen nicht alle bulgarisch auf demselben Niveau und hier kommt meine Aufgabe. Ich arbeite mit den Kindern, die die Aufgaben schnell machen, damit sie Betreuung haben sobald sie mit ihren Aufgaben fertig sind und ihre Zeit in der Schule sinnvoll nutzen können, während die Lehrerin mit den anderen Schüler langsamer und manchmal individuell arbeitet.

Zweite Klasse lernt schon die Grundlagen der Grammatik und Rechtschreibregeln und da brauchen sie auch zusätzliche Hilfe, weil sie in Österreich für Bulgarisch mindestens zweimal weniger Zeit als in Bulgarien verwenden.

Obwohl Lernen in der Schule der Schwerpunkt ist, feiern wir auch unsere Traditionen, die sie teilweise von den österreichischen unterscheidet. Mit Basteln, Malen und Spielen fühlen sich die Kinder und ihre Eltern mit ihrer Heimat verbunden.

Besonders wichtig dabei sind die Theaterstücke, die einige Schüler mit Interesse in dieser Richtung, ausführen. Sie zeigen bulgarische Sitten und Bräuche oder spielen Szenen aus berühmten bulgarischen Werken und bringen sie so auch Österreichern näher.

Ich helfe auch dabei. Meine Rolle dort ist Betreuerin, vorher auch Schauspielerin. Es ist wirklich lustig, mit Kindern zu arbeiten und es gibt mir ein besonders Gefühl, nämlich etwas Sinnvolles zu tun. Ich helfe jeden Samstag von zehn bis zwei Uhr und diese vier Stunden pro Woche geben mir eine einzigartige Freude.

Und wie man sagt: ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Hier habe ich einige Fotos von der Schule in Linz und in Salzburg mitgebracht:

 

Freiwilliger Einsatz von Stipendiatin Chrislane

Als freiwillige Sanitäterin, Lesehilfe und Schulsprecherin ist Chrislane auch in ihrer Freizeit sehr gefordert. Die engagierte START-Stipendiatin setzt sich sehr für andere ein und ist somit ein wahres Vorbild für ihre AltersgenossInnen.

Sie berichtet selbst, was sie in ihrer Freizeit so macht:

Freiwillige Sanitäterin beim Roten Kreuz

Im Jänner begann ich die Ausbildung zur Rettungssanitäterin. Diese Ausbildung war schon seit langem ein großer Traum von mir und nun konnte ich sie finanzieren. Nach meinem ersten Nachtdienst wusste ich, dass ich sich der große Zeitaufwand lohnen würde. Ich bin in dieser Nacht das erste Mal mit Blaulicht gefahren und durfte einen ersten Einblick in die Notfallstationen in Linz werfen. Da ich noch in Ausbildung bin darf ich noch keine Patienten direkt behandeln, dennoch darf ich jederzeit assistieren und Fragen stellen. Inzwischen habe ich auch schon die erste Zwischenprüfung geschafft und bin somit eine offizielle Praktikantin mit denselben Aufgaben wie ein normaler Sanitäter. Ich darf nun Patienten selbst behandeln und über die entsprechende Weiterversorgung entscheiden.

Lesehilfe im Lerncafè Auwiesen

Seit dem 3. Oktober 2016 unterstütze ich das Lerncafè Auwiesen in dem ich den Kindern beim Lesen zuhöre und zwischendurch ein paar Fragen stelle. Ich besuche das Lencafè entweder Montags oder Mittwochs um ca 14:30 Uhr und suche mit den Kindern ein passendes Buch aus, das sie mir dann vorlesen können. Da viele von ihnen nicht die Möglichkeit haben, zuhause zu üben, helfe ich ihnen ihre Lesekenntnisse zu stärken. Zu meinen Aufgaben gehören auch das Korrigieren von Hausübungen, das Lernen von Vokabeln usw. Um ca 16:00 Uhr bekommen die Kinder eine Jause zur Stärkung, da sie meistens bereits erschöpft sind und sich bald auf den Heimweg machen. Deshalb ist meine Arbeit um ca 16:00 Uhr zu Ende und ich verlasse das Lerncafè.

Soziales Engagement in der Schule

In der Schule engagiere ich mich indem ich an so vielen freiwilligen Veranstaltungen wie möglich helfe und mitarbeite z.B Tag der offenen Tür, Elterninfo Abend, Welser Berufsmesse.

Zudem bin in ich im Schulsprecher-Team und organisiere verschiedene Feste wie die alljährlich Weihnachtsfeier. Ich bin Tutorin einer 1. Klasse und somit Bezugsperson für die Neuzugänge. Heuer bin ich auch den PEERS beigetreten, die eine Gruppe Schüler sind, die darauf geschult werden Komplikationen zwischen Schülern zu erkennen und zu lösen.

 

Freizeit für den guten Zweck

START-Stipendiatin Soritta ist in vielen Bereichten sozial engagiert. Sie hilft in ihrer Freizeit in einer NGO mit, ist als Peer-Mediatorin in ihrer Schule aktiv und gibt Nachhilfe in Deutsch und Englisch.

Soritta schreibt über ihre Einsatzbereiche:

„Wenn uns unser Gewand nicht mehr gefällt, es mittlerweile zu klein oder zu groß ist oder schlichtweg einfach aus der Mode ist, werfen wir sie meist weg. Aber es gibt eine andere Möglichkeit sie einem guten Zweck zu spenden –  nämlich dem Welser Outlet!

Der Secondhandshop ist ein Teil einer Non Profit Organisation des Ehepaares Petra und Erwin Hehenberger. Jeder ist herzlich dazu eingeladen, seine Kleidung, Schuhe, Bücher, etc. dem Secondhandshop zu spenden, der die Güter um einen günstigen Preis weiterverkauft. Auch ich leiste dort meinen Dienst und helfe freiwillig aus, wenn es mein Zeitplan erlaubt. Alle Einnahmen gehen dann an den zweiten Teil der Organisation „die Welser Tafel“, die sicherstellt, dass essbare Lebensmittel nicht einfach weggeworfen werden, sondern weiterverkauft werden. So können zum Beispiel 5 kg Karotten für nur 1 € gekauft werden und der Community finanziell unter die Arme greifen.

Zurück zum Outlet, wenn ich dort arbeite macht es mir immer sehr viel Spaß, weil ich die Möglichkeit habe mit verschiedenen Menschen in Kontakt zu treten und hie und da findet man auch etwas Schönes für sich selbst!

Mittlerweile kaufe ich fast ausschließlich von dem Secondhandladen, weil mir durch das Arbeiten dort auch visuell bewusst wurde, wie viel und schnell wir wegwerfen. Der Laden wurde mit einem Zubau heuer Wiedereröffnet und wir haben dort immer noch ein volles Lager mit einem Berg voll Gewand, der durch die großzügigen Spenden täglich wächst! Also, vorbeischauen lohnt sich auf jeden Fall!

Wenn ich nicht im Bereich des Einkaufs tätig bin, sitze ich wahrscheinlich gerade im Unterricht zur Ausbildung zum Peermediator an meiner Schule. Die Mediation dient zur Prävention verschiedener Probleme unter zwei oder mehreren Personen und jeder Fall wird streng vertraulich behandelt.

Aber auch in der Peersgruppe bin ich sehr aktiv und konnte gemeinsam mit einem Plakat einen Wettbewerb im Toscanakongress in Gmunden gewinnen. Dabei ging es um die Darstellung von ADHS, Downsyndrom und psychischen Krankheiten, die auf einem Plakat darzustellen waren. Die Gruppe erhielt letztes Jahr für den Sieg ein Preisgeld von 500 € womit unser Ausflug nach Litzlberg finanziert wird, wo heuer auch ein intensiver Peerworkshop stattfinden wird.

Mittlerweile bin ich fast täglich nach dem Unterricht als Nachhilfelehrerin unterwegs in Fächern wie Englisch und Deutsch oder allgemein für Volksschulkinder. Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn meine „Schüler_innen“ einen „Aha-Moment“ erleben! Auch das beinahe tägliche unterrichten führte dazu, dass mein derzeitiger Studienwunsch zu Englisch und Spanisch Lehramt entwickelt hat.“

 

„Wer anderen Gutes tut, dem geht es selber gut; wer anderen hilft, dem wird geholfen“

Lukas Gabsi, START Stipendiat und Verbundsprecher berichtet von seinem sozialen Engagement:

„Wer anderen Gutes tut, dem geht es selber gut; wer anderen hilft, dem wird geholfen“, so stand es schon in der Bibel in Sprüche 11:25 und so wird es auch bleiben, denn anderen Menschen zu helfen ist ein Grundinstinkt des Menschen und sollte der Menschlichkeit zuliebe nicht unterdrückt werden. Im Gegenteil, dieser Grundinstinkt sollte von jedem Einzelnen von uns ausgebaut und verbessert werden, nur so können wir alle für eine bessere Welt sorgen, anstatt uns nur zu beschweren, was gerade schief läuft. Es fängt bei jedem Einzelnen von uns an. Es müssen keine großen Aktionen sein, es reicht schon eine am Boden liegende Aluminiumdose aufzuheben oder einer älteren Person im Bus/Zug den Sitzplatz anzubieten. Man muss nicht in den Hinduismus konvertieren und an Karma glauben und leben, um dieses Prinzip zu verstehen. Wenn jemand gut zu mir ist, werde ich auch gut zu ihm sein.

Mein Name ist Lukas Gabsi, ich bin 17 Jahre alt und komme aus Lauterach in Vorarlberg. Ich besuche derzeit die HTL Dornbirn im Zweig Wirtschaftsinformatik und trete nächstes Jahr zur Matura an. Ich bin stolz sagen zu können, dass ich trotz einer 42h-Woche in der Schule noch Zeit finde, meinen Hobbys, dem sozialen Engagement und meiner Rolle als Verbundsprecher nachzukommen.

Seit Anfang 2017 gebe ich den 4 Flüchtlingskindern Zain, Dana, Sahar und Sima Nachhilfe in Deutsch und verbringe meine Zeit mit ihnen. Wir treffen uns jede Woche und machen zusammen Hausaufgaben, lernen Deutsch oder spielen einfach Spiele.

Ich bin durch das Gemeindeamt der Gemeinde Lauterach auf diese Stelle aufmerksam geworden, da sie auf der Suche nach freiwilligen Helfern waren. Ich habe dieses Angebot dankend angenommen, da es für mich eine Chance ist Flüchtlingen zu helfen und ihnen gleichzeitig meine Werte zu vermitteln.

Mein Ziel ist nicht nur ihnen Deutsch beizubringen und sie zu integrieren, sondern ihnen auch noch ein Verständnis für unsere Welt, unsere Stellung und Verantwortung hier, und unseren Zusammenhalt näher zu bringen. Wir alle sind dafür verantwortlich, was auf unserem Planeten passiert und sollten deshalb auch aktiv anderen Menschen helfen.

Dreimal Gold für Orhan Cebe bei der Kickbox-Staatsmeisterschaft in Wels

Am Freitag, den 7.April, ging es mit dem 17-köpfigem Kämpferteam der KKU Hard nach Wels zur Kickbox-Staatsmeisterschaft. Das Ziel war in jeder Kategorie eine Gold-Platzierung zu erkämpfen. Nach fünf Stunden Fahrt kamen wir in einem Gasthaus in Schwanenstadt an. Nach einem Schnitzel um 22.00 Uhr und der darauf folgenden Teambesprechung ging es gleich in die Zimmer, um sich nach der anstrengenden Fahrt auszuruhen.

Am nächsten Morgen ging es ziemlich schnell. Zuerst das Frühstück, dann die halbstündige Fahrt nach Wels. In Wels angekommen machten wir uns auf den Weg in die Halle, in der sich auch schon andere Sportler aus ganz Österreich eingefunden hatten. Nach einer Stunde Warten wurde das Turnier bereits eröffnet und die ersten Kämpfer aus dem Team mussten sich unter den ganzen anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen beweisen.

Nach den ersten Kämpfen hieß es für mich: Aufwärmen! Erfolgreich aufgewärmt ging es in den Ring für mich. Meine erste Kategorie war Leichtkontakt +18/-65kg. Durch das ganze Training konnte ich die Kampfrichter von meiner Leistung überzeugen und gewann die Kämpfe jeweils mit 3:0. Somit ging die erste Kategorie und die erste Goldmedaille an mich.

Nun hieß es Warten und zwar sehr lange. Zwischen meiner ersten und zweiten Kategorie musste ich ca. zwei Stunden warten. Für einen Kämpfer der sich gerade aufgewärmt hat und bereit ist zu kämpfen, können diese zwei Stunden sehr schlimm sein.

Nichtsdestotrotz wurde ich nach diesen zwei Stunden zu meiner nächsten Kategorie Kicklight +18/-65kg in den Ring aufgerufen. Auch hier konnte ich durch klare Dominanz jeden Kampf mit 3:0 gewinnen. Somit auch hier eine Goldmedaille.

Verglichen zu der Pause zwischen der ersten und zweiten Kategorie gab es diesmal gar keine Pause. Das heißt runter vom Ring direkt in den nächsten Kampf, diesmal Semikontakt +18/-65kg, meine Lieblingskategorie. Kurz die Ausrüstung gewechselt ging es in den ersten Kampf, den ich mit 9:1, also mit 8 Punkten Differenz, für mich entscheiden konnte. Der nächste Kampf war auch schon das Finale gegen meinen Vereinskollegen, der so wie ich auch in dieser Kategorie kämpft. Nach der Verlängerung und dem Sudden Point konnte ich dieses spannende, jedoch eher lustig gehaltene Finale gewinnen.

Somit konnte ich mein Ziel, jede Kategorie mit Gold abzuschließen, erfüllen. Am Ende des Turniers holte ich mir drei Staatsmeistertitel und war mit meiner Leistung mehr als zufrieden.

Auch das ganze Team konnte mit einer Teamwertung von: 17x Gold – 6 x Silber – 11 x Bronze sehr überzeugen!

 

Zum Abschluss wurde das Ganze dann in einem beliebigem McDonalds gefeiert, in dem jeder die verbrennten Kalorien wieder zu sich nahm.

Nächstes Ziel ist nun die EM in Tschechien und die WM in Irland!

Bericht von START Stipendiat Orhan Cebe