„An Tagen wie diesen“ Eindrücke der 3. Begrüßungsfeier von START-Niederösterreich

START-Niederösterreich begrüßte am 07. November 2018 feierlich die neuen Stipendiat*innen des 3. Jahrgangs & verabschiedete START-Absolventin Aminat, wie auch die START:Hilfe Absolvent*innen.

DI Wolfgang Viehauser, Gastgeber des festlichen Abends & Vorstand HYPO NOE, begrüßte herzlich die rund 150 Gäste im Panoramasaal der HYPO NOE und richtete seine Begrüßungsworte an die Stipendiat*innen. „Wir haben heute eine handverlesene Gruppe von hochtalentierten & hochengagierten Jugendlichen bei uns. Und das ist schon etwas ganz Besonderes.“ DI Viehauser betonte neben den schulischen Leistungen, auch das Engagement in gesellschaftlicher und sozialer Hinsicht. Lernbereitschaft, Bereitschaft zur Veränderung, soziale Fähigkeiten und Empathie sind Veranlagungen, die die Stipendiat*innen mitbringen sollten. Denn die Jugendlichen tragen auch die Verantwortung diese Veranlagungen weiterzuentwickeln und auszubauen. Das START-Stipendienprogramm betrachtet er als eine exzellente Rahmenbedingung dafür. „Ihr seid jetzt für viele junge Leute sicher zu einem Vorbild geworden und euer Tun und Handeln wird sicherlich ganz anders beachtet werden als in der Vergangenheit und dessen solltet ihr euch bewusst sein und das dementsprechend in eurem Tun und Handeln einfließen lassen.“

START-Niederösterreich Stipendiatinnen Nazia Nazari & Khlod Ebrahem bedankten sich für die Eröffnung und übergaben das Wort an die Landesrätin für Bildung, Familien und Soziales Christiane Teschl-Hofmeister – in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Landesrätin Teschl-Hofmeister hob die Begrüßungsfeier und feierliche Urkundenübergabe als den Höhepunkt ihres Tages, welcher ganz im Zeichen der Bildung stand, hervor und gratulierte allen neuen Stipendiat*innen zur Aufnahme in das Stipendienprogramm. „Ich finde, wenn man einfach ein bisschen hervortritt, ein bisschen mehr tut als alle anderen, sich ein bisschen mehr traut, sich ein bisschen mehr einsetzt, dann hat das auf jeden Fall Sinn für einen selbst ohnehin, aber auch für die anderen, die es betrifft.“ und sprach die Entfaltung der Persönlichkeit, die Perspektiven und Möglichkeiten einer Aus- & Weiterbildung, wie auch das Bildungsangebot in Niederösterreich an. „Auf jeden Fall ist das, was Sie tun, ein ganz wichtiger Schlüssel, den Sie in der Hand haben, ein Schlüssel zu Ihrem eigenen Erfolg. Ein Schlüssel, auch ein bisschen zum Erfolg von Niederösterreich & Österreich, ganz egal wo Sie zuhause sind. Auf jeden Fall ein Schlüssel zum vielzitierten Wort „Integration“, das hier gelebt wird, wenn ich so in Ihre Augen schaue. Das ist ein sehr schönes Gefühl und ich wünsche Ihnen auf diesem Weg, den Sie schon erfolgreich beschritten haben, auch für die weiteren Schritte alles Gute und ich bin wirklich sehr froh, dass ich Sie kurz kennen lernen durfte. Danke!“

Der feierlichen Begrüßung folgte sodann der Videobeitrag von START-Stipendiaten Amin Alizade, Hsam Aldeen Kwman & Adham Al Mardini, welche für das Konzept und die Umsetzung des Videos verantwortlichen waren. Die Gäste erfreuten sich sehr an diesem kreativen Beitrag. START-Niederösterreich Stipendiat*innen beantworten die Frage „Was bedeutet START für mich?“

Anschließend erzählte START-Absolventin Aminat Tavlaeva über „Was bedeutet START für mich?“ und hob besondere Augenblicke ihrer persönlichen Entwicklung hervor. „START war für mich ein hilfreicher Wegbegleiter in den letzten 2 Jahren meiner Schulzeit. Es hat einen großen Teil dazu beigetragen, wie ich mich in dieser Zeit geformt habe. Ich habe mir Meinungen zu Themen gebildet, mit denen ich mich ohne START vielleicht nie oder nicht tiefgründig auseinandergesetzt hätte. Infolgedessen bin ich auch ein offenerer und ehrgeizigerer Mensch geworden. Ich habe mir durch die vielfältigen und abwechslungsreichen Workshops und Ausflüge wie beispielsweise Histologie oder IT- Security wertvolles Wissen angeeignet und mich so viel weiterentwickelt, wie ich es mir zu Beginn meiner START-Zeit nicht erträumt hätte. (…) Ich habe durch START auch Einblicke in verschiedenste Berufsbereiche bekommen, was mir wiederum geholfen hat, mir Berufsziele für meine Zukunft zu setzen. Nicht zuletzt habe ich durch START eine Familie dazugewonnen, in der jedes Mitglied einander unterstützt und motiviert. Deshalb sage ich „Vieles, was ich bin, bin ich wegen START.“

Zwei neue Stipendiat*innen beeindruckten anschließend durch bewegende Reden:

Fatimah Alghurbnai (19 Jahre) lebt in Berndorf und besucht das BG/BRG Berndorf. In ihrer Rede erzählt sie von ihren Zielen nach der Matura: „Mein Traum ist es Ärztin zu werden. Ich weiß typisch Traum bei START, aber um genauer zu sein, will ich Chirurg werden. Wenn ich das Wort Chirurg sage, höre ich oft Kommentare wie schwierig oder gruselig. Schwierig, ja sicher! Gruselig, ich weiß es nicht, um ehrlich zu sein habe ich noch nie in meinem Leben eine Leiche gesehen, ich habe nicht einmal Fleisch in der Küche geschnitten. Aber was mir die Mühe gibt, weiter zu machen und nicht aufzugeben, ist der Wunsch etwas Wichtiges in meinem Leben zu erreichen. Etwas Wichtiges kann mehrere Bedeutungen haben, es kann zum Beispiel für manche Reichtum sein oder für andere kann es Berühmtheit sein. Mir aber, ist es sehr wichtig anderen Menschen zu helfen. Und egal wie oft ich es mir überlege, aus meiner Sicht, gibt es nichts Wichtigeres als das Leben von einem Menschen zu retten und deswegen will ich ein Chirurg werden.“

Mohammad Rahim Zazai (20 Jahre) lebt in Bruck/Leitha und besucht die HAK Bruck/Leitha. Er spricht über seine ersten schulischen Erfahrungen in Österreich: „Die Freude war groß, als im Sommer 2016 die Direktorin der HAK und HAS Bruck/Leitha in mein damaliges Quartier im Containerlager am Flughafen Schwechat kam und einen Aufnahmetest für die Integrationsklasse gab. Ich habe diesen Test bestanden und wurde immer aufgeregter, je näher der Schulbeginn rückte. Ich hatte keine Vorstellung davon, wie Schule in Österreich abläuft, wie ein Klassenzimmer aussieht und dass eine Unterrichtsstunde keine Massenveranstaltung ist. Wenn ich heute daran denke, muss ich lachen. In der Nacht vor dem Schulbeginn wachte ich alle zwei Stunden vor lauter Nervosität auf, es kam mir vor, wie die längste Nacht in meinem Leben.“

Endlich war dann auch der aufregendste Augenblick für die 9 START-Stipendiat*innen und 3 START-Vorstipendiatinnen gekommen: Die feierliche Übergabe der Urkunden und die offizielle Aufnahme der Jugendlichen in das START-Stipendienprogramm. Ein besonderer Dank geht natürlich an die Förderer und Paten, die die Urkunden übergeben haben: Nikolaus Wolfram (Constantia Flexibles Group), DI Wolfgang Viehauser (Vorstand HYPO NOE), Landesrätin Teschl-Hofmeister (in Vertretung für die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien), Mag.a Katharina Turnauer (Sinnstifter) & und Katrin Bernd (Geschäftsführung Verein START-Stipendien Österreich – in Vertretung für das BMEIA & den SOLE Fonds).

Auch zu einem guten Ende, gehört ein guter START und Stefanie Moshammer, Projektleitung START-Niederösterreich, verabschiedete Maturantin Aminat Tavlaeva und die START:Hilfe Stipendiat*innen 2017/18 und hob die schulischen Leistungen der Absolvent*innen & ihre Entwicklung bei und mit START hervor und wünschte allen zum Abschluss viel Erfolg auf ihren weiteren Wege.

Katrin Bernd, Geschäftsführung Verein START-Stipendien Österreich, gratulierte allen neuen Stipendiat*innen und bedankte sich bei allen Förderern und Paten, die START-Niederösterreich unterstützen und das Stipendienprogramm ermöglichen.

Der START-Niederösterreich Chor, unter der professionellen Leitung von Mag.a Sabine Schleicher, begeisterte abschließend das Publikum mit „Tage wie diese“ und ein mitreißender Applaus folgte dem musikalischen Beitrag.

„Ich warte seit Wochen
Auf diesen Tag
Und tanz‘ vor Freude, über den Asphalt
Als wär’s ein Rhythmus
Als gäb’s ein Lied
Dass mich immer weiter, durch die Straßen zieht.“

Ein herzliches Dankeschön an HYPO NOE, die diesen besonderen Abend für unsere START-Jugendliche ermöglicht haben.

© START-Niederösterreich