Selmas Modekollektion setzt sich gegen Diskriminierung ein

START-Stipendiatin Selma Garibovic will hoch hinaus und die Welt der Mode für sich gewinnen. Der erste Schritt dazu ist gemacht, als ein Artikel in der Zeitung „Der Kleine Bote“ des Bundesverbands kleinwüchsiger Menschen und ihrer Familien (BKMF), mit welchem sie für ihre Diplomarbeit zusammenarbeitet, erschien.

Obwohl Selma in der Modewelt Fuß fassen will, kritisiert sie die heutige Modeindustrie, welche hauptsächlich sogenannte „Schönheitsideale“ in Szene setzt. Es ist ihr klar, dass diese Schönheitsideale, die perfekten Körpermaßen, Körpergröße und Proportionen nicht der Realität entsprechen. Daher will sie ein Zeichen setzen. Ihrer Meinung nach soll Mode für alle Menschen ein Gefühl von Freude vermitteln. Sie möchte Menschen helfen, ihre Schönheit, Besonderheit und Lebensfreude durch ihre Bekleidung zu betonen, ohne dabei ‚perfekt‘ im Sinne des vorherrschenden Schönheitsideals sein zu müssen.

Als ersten Schritt zur Verwirklichung ihrer Ziele schreibt sie ihre Diplomarbeit für die Matura mit dem Titel „Entwicklung einer trend- und bedarfsorientierten Modekollektion für kleinwüchsige Menschen“. Sie arbeitet mit dem Verein BKMF (Bundesverband Kleinwüchsiger Menschen und ihre Familien) zusammen, und befindet sich bereits mitten im Arbeitsprozess. Zuerst befragte sie die Personen des Vereins mithilfe eines Fragebogens, um eine theoretische Basis für ihre Diplomarbeit zu erhalten. Der nächste Schritt ist die Entwicklung einer trendorientierten Modekollektion für Frauen, die Fertigung von drei Modellen und die Präsentation der fertigen Arbeit vor der Prüfungskommission im April 2018.

 

  

 

Um auch nach der Matura ihrem Traum einen Schritt näher zu kommen, besuchte sie mit zwei Freundinnen den Tag der offenen Tür der Meisterklasse für Damenoberbekleidung in Wien und berichtet:

„Nach einer Eröffnungsmodenschau mit vielen tollen Modellen bekamen wir die Möglichkeit, in die beiden Arten der Meisterklassen zu schnuppern: die Haute Couture und Bühnenkostüm. Bei der Haute Couture handelt es sich um die Fertigung von aufwendigen Abendkleidern, beim Bühnenkostüm liegt der Schwerpunkt bei Roben aus bestimmten Zeiträumen der Geschichte. Es war atemberaubend, solch perfekt verarbeitete Stücke von der Nähe aus zu betrachten und den Schülern beim Fertigen dieser zuzusehen.

Wir informierten uns über die Aufnahmekriterien, das Qualifikationsgespräch, den Ablauf des Meisterjahres und der Meisterprüfung und bekamen kalte Füße, da wir kurz an uns zweifelten. Aber trotzdem werden wir uns bewerben. Nun heißt es für uns, für das Qualifikationsgespräch viel zu lernen und die Mappe, mit technischen Übungen, Schnitten und Skizzen zu erarbeiten.

Ich hoffe sehr, dass wir aufgenommen werden, da das seit langer Zeit schon mein Wunsch ist und damit ein Traum in Erfüllung gehen würde.

 

      

 

Selma engagiert sich zudem für jungen Studenten, welche vor dem Studium noch den Sprachkurs absolvieren müssen. Sie gibt ihnen Nachhilfe in Deutsch und begleitet sie beim Erledigen von “Papierkram“, da sie sich noch nicht so gut in Linz auskennen.

„Ich möchte ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind und sich bei Fragen immer an mich wenden können, auch wenn ich jünger bin. Ich habe drei von ihnen schon geholfen, Jobs zu finden. Ich habe sie besonders bei den Bewerbungen unterstützt.“

 

Auch in ihrer Schule gibt sie MitschülerInnen Nachhilfe und hilft wo sie kann. Sie will etwas von dem zurück geben was sie bekommt:

„Ich möchte mich für die tolle Unterstützung meinen Paten von T-Mobile Bedanken, ohne die ich diese Chance nie erhalten hätte.“