Politische Bildungsreise nach Berlin 2017

Wie jedes Jahr fahren die 7.KlässlerInnen aus allen Start-Bundesländern nach Berlin auf eine politische Bildungsreise. Das Programm stellte sich aus folgenden Punkten zusammen:

  1. Tag: Wir besuchten das jüdische Museum und hatten Führungen mit verschiedenen Schwerpunkten(„Moses Mendelssohn oder Nathan der Weise?“, „Aufbruch in die Moderne“, „Reaktionen deutscher Jüd*innen auf den Nationalsozialismus“), danach besuchten wir noch durch das Denkmal der ermordeten Juden Europas und vesuchten uns dort in Workshops dem Thema zu nähern.
  2. Tag: Wir wurden von Zeitzeugen und Ex-Häftlingen durch das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen geführt. Danach besuchten wir noch das DDR Museum und die Berliner Mauer.
  3. Tag: Durch ein Rollenspiel bei Erlebnis Europa lernten wir wie das Europaparlament funktioniert. Danach waren wir im Bundesrat. Am Abend durften wir das großartige Exil-Ensemble im Gorki Theater besuchen und das Stück „Winterreise“ anschauen.
  4. Tag: Am letzten Tag besuchten wir die Kuppel des Bundestags und hatten diesmal auch Glück mit dem Wetter. Danach ging es für alle wieder nach Hause und wir waren alle erschöpft, aber sehr zufrieden.

Hier ein paar Eindrücke der StipendiatInnen:

„Ich fand die Idee des Programmes toll sowie die ganzen Museen und Sehenswürdigkeiten, die wir besucht haben. Ich habe vieles dazu gelernt, was ich davor nicht gewusst habe“ Petrina Quainoo, Wien

„Ich finde die ganze Tour war sehr sehr gelungen. Zuallererst, da wir wieder viele Stipendiaten wieder sehen konnten und weil wir eine so tolle Stadt besuchen durften.
Ich finde die Gedenkstätte war ein Highlight, weil ich das Gefühl bekam, das erste Mal zu spüren wie viele Seelen umgebracht wurden und wie schlimm das ist. Kein Schulbuch konnte das so konkret darstellen.
Von allen Aktivitäten gefiel mir der Besuch in Hohenschönhausen am Besten. Es hat aufgeweckt und die nackte Wahrheit präsentiert.“
Marina Seido, Wien

„Jüdisches Museum: Am Faszinierendsten fand ich die Idee des Architekten Libeskind, durch große leere Räume (Lehrstellen des Gedenkens), welche über mehrere Etagen gehen, die Opfer der Shoa zu gedenken von welchen keine Gegenstände übrig waren um in Museen wie dieses ausgestellt zu werden. In einer dieser „Lehrstelle des Gedenkens“ legte der Künstler Kadishman 10.000 Gesichter aus Blech auf den Boden, welche er den unschuldigen Opfern widmete. Wir hatten die Möglichkeit auf diesen Gesichtern herumzugehen, was in mir ein sehr bedrückendes Gefühl auslöste. Wahrscheinlich war das auch ein Ziel des Künstlers, darzustellen wie mit den Menschen umgegangen wurde und welche Emotionen diese Geschehnisse bei uns auslösen.“ Yildiz Turak, Wien

„Wie wir im Gefängnis waren der Mann hat was schönes gesagt
Und ich hab es gemerkt
Er wurde gefragt was er gemacht hat wenn er befreit wurde.
Er hat gesagt: „ich habe nach vorne geschaut, ich wollte wieder beginnen. Ich habe meine Liebe gefunden und meine Zukunft gebaut““ Bushra Yasin, Wien

„Das Besuchen der Museen und Monumenten und der Stasi-Gefängnis war eine intensive und äußerst instruktive Erfahrung. Zwischen entsetzten Augen, nicht genug zurückgehaltenen Tränen und kalter Stille, herrschte immer noch Lust am Leben und Gelächter. Ich wünsche jedem solch eine Reise in Angriff zu nehmen. Die Menschen, die ihr in diesen Orten der Erinnerung treffen werdet, können leider sagen das Schlimmste von der Menschheit gesehen zu haben, doch in ihren Augen werdet ihr immer noch Hoffnung finden.

Berlin ist zur Zeit einer der kosmopolitischen Zentren der Welt und außer ihrer historischen Relevanz hat sie uns auch künstlerisch, kulinarisch und kulturell begeistert. Außerdem hat START uns durch die verschiedenen interaktiven und interessanten Workshops, näher zur EU und ihrer Philosophie gebracht. START hat mit dieser Reise noch ein großer Schritt gemacht, in die Richtung des Selbstwertgefühles, Akzeptanz und Empathie, Anerkennung unsere moralische sowie gesetzliche Rechte, und hat uns stärker gemacht, damit wir näher zu unseren Zielen kommen können und damit wir besser anderen helfen können.“ Roberto Ciubotaru, Wien