Politische Bildung in Berlin!

Wie jedes Jahr hatten Stipendiat*innen der 7. Klassen aus ganz Österreich in diesen Osterferien auf einer fünftägigen Reise nach Berlin die Chance, mehr über die Geschichte und Politik Deutschlands und Österreichs zu erfahren und die Hauptstadt zu entdecken.

Der Fokus des Rahmenprogramms lag dabei auf dem zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit. Außerdem erfuhren wir einiges über den deutschen Bundestag und die deutsche Gesetzgebung.

Heuer nahmen 34 Stipendiat*innen aus Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg an der schon traditionellen Berlinreise teil. Alle Teilnehmer*innen stehen ein Jahr vor der Matura und hatten in den jeweiligen Bundesländer an Vorbereitungsworkshops teilgenommen.

Tag 1

Nachdem alle gegen Nachmittag gut in Berlin gelandet sind, konnte kurz die Gegend um das Hotel im Bezirk Prenzlauer Berg erkundet werden und wir starteten unsere Seminarwoche mit einem gemeinsamen Abendessen.

Tag 2

Unser Tag startete mit dem Besuch des Denkmals für die ermordeten Juden Europas. Dort angekommen, konnten wir uns erst einmal etwas umsehen und die Gedenkstätte genauer besichtigen. Das Besondere war, dass das Denkmal von außen flächenmäßig viel kleiner wirkte als es tatsächlich war. Dieser Eindruck entstand vor allem dadurch, dass der Boden nicht gleichmäßig war, sondern sich wellenartig über den gesamten Bereich der Gedenkstätte erstreckte. Anschließend bot der Workshop „Treblinka, Babij Jar und Auschwitz“ eine geschichtliche Ergänzung zum Besuch. Dabei lag der Schwerpunkt bei den Opfern des Holocaust und ihren Geschichten über Ausgrenzung und Flucht aus Nazi-Deutschland.

 

Am Nachmittag ging es ins Deutsche Historische Museum, wo wir eine Gruppenführung bekamen und uns mit der Manipulation Hitlers in der Zwischenkriegszeit beschäftigten. Anschließend konnten wir uns die anderen Ausstellungen alleine noch genauer ansehen. Hier war vor allem die Ausstellung „1917. Revolution“, die die Oktoberrevolution Russlands und den Machtwechsel thematisierte, sehr interessant.

Tag 3

Die Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen war der wohl eindrucksvollste Ort, den wir besucht haben. Der Workshop im ehemaligen Stasi-Gefängnis bot einen tiefen Einblick in den Alltag in der DDR und das sozialistische System im Bezug auf die Parteizugehörigkeit, Arbeitsmöglichkeiten und die Lebensqualität. Die Berichte der Zeitzeugen waren besonders beindruckend und für viele das Highlight der Berlinreise.

Um die Teilung Deutschlands ging es auch am Nachmittag. Beim Besuch der Berliner Mauer wurden uns die Unterschiede und Feindschaft zwischen BRD und DDR verdeutlicht. Sehr spannend war es, zu hören, wie Menschen trotz der Mauer versucht haben, in die BRD zu fliehen und ein neues Leben zu beginnen.

Tag 4

An diesem Tag lag der Fokus auf Politik. Im Europäischen Haus Berlin hatten wir die Chance, eine Plenarsitzung des Europäischen Parlaments nachzuspielen und mehr über die Europäische Union und die Parteien zu erfahren.

Der Nachmittag beinhaltete einen Besuch im Deutschen Dom, wo wir mehr über die Parlamentspraxis und die Parlamentsgeschichte Deutschlands erfuhren. Den Abschluss des Tages bildete der Besuch des Maxim-Gorki-Theaters, wo wir uns „Glaube. Liebe. Hoffnung.“ In der Regie von Hakan Savas Mican ansahen.

Tag 5

Während Oberösterreich, Vorarlberg, Wien und Niederösterreich am Freitag schon früh oder vormittags abreisen mussten, hatten die Salzburger einen späten Flug und daher noch Programm.

Hier der Bericht von Ali: Am 30. März 2018 fand an das Museum für Kommunikation der Workshop zum Thema Geschichte der Kommunikation statt. Der erste Teil des Workshops richtete den Blick auf zwei Robotern, die uns begrüßt haben. Dann würde über die aktuelle Bedeutung der indirekten Kommunikation gesprochen und darüber Meinungen getauscht zB. Wie die Machthaber über die Median vor allem über Sozialnetzwerken an die Leute beeinflussen können und wie es vor 50 Jahren war. Die Museum Führerin hat uns gezeigt wie oft per Minuten Weltweit gewittert oder auf Facebook gepostet wird.

Zum Schluss jeder von uns hat ein Thema mit vier Fragen bekommen zB. (wie wurde Computer entwickelt oder Geschichte des Radios und etc..) und wir dürften über das Thema selbstständig untersuchen und die Fragen beantworten, was wir alle sehr Interessant gefunden haben.

Bericht: Erika Sarolli/Oberösterreich

Hier ein paar Eindrücke der Stipis:

Mir hat die Debatte im Europäischen Parlament am besten gefallen. Die Rollenaufteilung war ideal für eine lebhafte Diskussion. – Paola Todorova/Oberösterreich

Die Berlinreise schon für sich war ein Hightlight und wurde durch die spannenden Projekte und Workshops mit coolen Leuten zu einem unvergesslichen Erlebnis. Am besten hat mir die Gedenkstätte der Ermordeten Juden Europas gefallen, weil ich persönlich in mich gegangen bin, viel nachgedacht habe, viel für mich interpretiert habe vom Aufbau und Darstellung des Gedenkmals und ein unbeschreibliches, irgendwie bedrückendes Gefühl bekommen habe je mehr ich über die Bedeutung nachdachte. – Saida Rezai/Wien

Die Berlinreise hat nicht nur mein Wissen und mein Verständnis bezüglich der Geschichte von Deutschland und Österreich erweitert. Sie hat mich den Menschen mit denen ich auf die Reise gehen konnte/ durfte ein Stückchen näher gebracht. Ich bin überaus glücklich daran teilnehmen haben zu dürfen. Danke! – Salma Dawoud/Wien

Berlin ist keine Stadt, sonder eine Lebenseinstellung. – Mohamad Alloush/Wien

Ich fand es super, dass wir in Kleingruppen aufgeteilt wurden, so konnten wir auf alle Fragen besser eingehen und hatten keinen Zeitdruck.  – Ladan Ghezel Ayagh/Oberösterreich

Die START – Familie auf Tour, was gibt es besseres?  – Christian Pantuan/Vorarlberg

Was mir auf der Berlin-Reise am meisten gefallen hat, war auf jeden Fall der Besuch beim kommunistischen Gefängnis Hohenschönhausen und die Führung durch den Zeitzeugen. Dieser Tag war nicht nur geschichtlich informativ, sondern auch berührend auf menschlicher Ebene. Einerseits war es sehr interessant, zu erfahren, wie die Menschen unter den damals herrschenden Bedingungen gelebt haben, im Gegensatz zum Geschichtsunterricht, wo man als Außenstehender nur die Ereignisse und deren Folgen lernt, andererseits haben wir sehr viel über einen vernachlässigten Teil der Geschichte Deutschlands gelernt. Denn sie umfasst vielmehr als Nationalsozialismus und Hitler. – Taha Al Kashmani / Niederösterreich

Mir hat die Reise sehr gut gefallen und habe alle Workshops sehr interessant gefunden. Ich hab daran vieles gelernt, was ich wirklich nicht alles hier schreiben kann. – Ali Hossaini/Salzburg

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