Kein Tatort ohne DNA- Genetischer Fingerabdruck

Den letzten Tag des Pfingstwochenendes verbrachten zehn StipendiatInnen im Vienna Open Lab. Mit zwei Chemikern zusammen sollten wir den Täter eines Diebstahls herausfinden.
Wir schlüpften also in die Rolle von KriminalbiologInnen und erstellten von jedem Verdächtigen einen genetischen Fingerabdruck. Jeder Mensch besitzt individuelle Merkmale, auch sein Genom(Erbinformation) ist einzigartig. Für genetische Fingerabdrücke werden aktuell vor allem STR- Marker(Short-Tandem-Repeat) als genetische Kennzeichen verwendet. STRs sind direkt aufeinander folgende Widerholungen kurzer Nukleotidabfolgen(Grundbausteine der DNA). Die Anzahl der Wiederholungen ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Der zu lösende Fall: Es wurde ein Stück Wand mit einem seltenen Graffito aus einem Studio gestohlen. 9 Verdächtige kommen als TäterIn in Frage.
Die 3 Spuren, die wir haben: Eine Haube(Haarwurzeln), ein roter Tropfen(Blut) und ein Kaugummi(Speichel).

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Wir teilten uns in Gruppen auf und begannen den Anleitungen zu folgen.
Zuerst sollten wir die DNA isolieren, dann ein PCR(Polymerase- Kettenreaktion) anfertigen. Die PCR ist eine Technik, bei der kurze Abschnitte der Erbsubstanz DNA vervielfältigt werden. Bei der PCR wird aber nicht die ganze DNA sondern nur ein Abschnitt kopiert. Durch die spezifischen Eigenschaften der PCR kann sie entweder zur Vervielfältigung einer bestimmten DNA- Sequenz genutzt werden oder als Nachweisverfahren, ob sich eine bestimmte DNA- Sequenz überhaupt in der Probe befindet. Danach kam die Analyse der STR- Marker mittels Bioanalyzer und dann die Gelelektrophose. Bei der Gelelektrophose handelt es sich um eine Methode, die DNA- Moleküle nach ihrer Größe auftrennt.

Es war ein spannender Tag und das Labor hatte echt eine coole Ausstattung. Den Täter konnten wir nicht rausfinden, aber zumindest alle Täter bis auf zwei ausschließen. Die Polizei muss ja auch noch ihre Arbeit machen 😉
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