Die Welt verändern ist Politik: Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky diskutiert mit START-Wien

(Wien, 25. Oktober 2017). 27 Prozent der Wiener Bevölkerung im wahlfähigen Alter ist nicht wahlberechtigt. Das trifft auch auf StipendiatInnen von START-Wien und deren Familien häufig zu. Aufgrund ihrer Staatsbürgerschaften haben sie in Österreich oft noch kein Wahlrecht. Trotzdem suchen sie Möglichkeiten zur politischen Teilhabe und wollen sich engagieren. Wie und wo das möglich ist, dazu befragten SchülerInnen und AbsolventInnen von START-Wien Bildungs- und Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky.

Engagement auch ohne Stimmrecht. „Mein politisches Engagement hat in der Schule begonnen“, erzählt Stadtrat Czernohorszky, „erst als Klassensprecher, dann als Schulsprecher“. Politik geschieht nicht nur im Parlament, sondern ist jederzeit im eigenen nahen Umfeld möglich. „Wenn einem etwas in der Politik nicht passt, zahlt es sich aus, sich auf die Füße zu stellen und eine andere Meinung zu vertreten. Für eine Sache einzutreten, aktiv zu werden und sich gemeinsam mit anderen zu organisieren, macht einen stärker und kann auch zu Veränderungen führen“, so der Stadtrat.

Integrationsstadtrat Czernorszky im Kreis der StipendiatInnen; Copyright: START Wien

„Wie sorgen Sie als Stadtrat dafür, dass alle, die in dieser Stadt leben, auch die Möglichkeit der politischen Partizipation haben müssen – unabhängig von Alter und nationaler Herkunft?“, will die 16-jährige Marzia Suleimanli wissen. „Unabhängig vom Wahlrecht gibt es verschiedene Möglichkeiten der Mitbestimmung“, so Czernohorszky, „in den Bezirksjugendparlamenten beispielsweise kann bei Entscheidungen mitgewirkt werden, welche die unmittelbare Lebenswelt der Jugendlichen betreffen. Im SchülerInnenparlament werden Themen und Anliegen der SchülerInnen besprochen.“
Direkte Beteiligung und den Dialog für alle WienerInnen ermöglicht auch die „Sag’s Wien“-App, mit der die StadtbewohnerInnen ihre Anliegen via Smartphone äußern können. (https://www.wien.gv.at/sagswien/)

Schulfach Politische Bildung. Kann man politisches Engagement auch lehren und lernen? „Wieso wird dem Fach Religion so viel Platz im Schulunterricht eingeräumt, der Politischen Bildung aber nicht?“, fragt Ashan Sikandari. „Im Idealfall soll Politische Bildung fächerübergreifend in allen Schulen erfolgen“, wünscht sich auch Stadtrat Czernohorszky mehr Gewicht für diesen Bildungsbereich.

Vorbild für politisches Engagement. Dass mittlerweile auch in der österreichischen Politik  Menschen mit Migrationshintergrund aktiv und sichtbar sind, motiviert die Jugendlichen. „Politik sollte die Vielfalt einer Stadt bzw. einer Gesellschaft auch abbilden, sowohl was das Personal als auch was die Inhalte betrifft“, unterstreicht Czernohorszky. „Davon sind wir sicher noch weit entfernt. Man kann daher die Bedeutung von Pionierinnen und Pionieren mit Migrationshintergrund in der Politik nicht hoch genug einschätzen. Denn sie sind die Basis dafür, dass es mehr werden können.“

Über START-Stipendien:
Das START-Wien-Stipendienprogramm unterstützt engagierte SchülerInnen mit Migrationsgeschichte auf ihrem Weg zur Matura. START steht als Förderprogramm für eine chancengerechte, offene und sozial durchlässige Gesellschaft, in der Interkulturalität als Bereicherung gesehen wird. http://www.start-stipendium.at

Rückfragehinweis:
Dipl.-Soz. Katrin Triebswetter
Projektkoordinatorin START-Wien
M: +43 664 886 22140
triebswetter@start-stipendium.at
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